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Tariflicher Gutschein mit Gehalt verrechnet

H
heihei
Jan 2018 bearbeitet

Hallo, ich habe da mal eine Frage: Im Tarifvertrag für den Einzelhandel in S.-H. wurde ausgehandelt, dass es im April einen tariflichen Warengutschein in Höhe von 150 Euro geben soll, alternativ kann das Geld auch für die betriebliche Altersversorgung angerechnet werden.

Nun hat sich unsere Geschäftsführung "spontan" dazu entschlossen, dass sie die 150 Euro gemeinsam mit dem Aprilgehalt auszahlen. dadurch unterliegt es den Sozialabgaben und es wird natürlich versteuert. Ist das rechtens??? so bleibt ja für jeden viel weniger übrig. Der Warengutschein wäre ja tatsächlich 150 Euro wert gewesen. Wie sieht das rechtlich aus?

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Community-Antworten (4)

G
geploeg

30.04.2010 um 11:56 Uhr

Ob die Mitarbeiter einen Gutschein bekommen oder es zur Auszahlung kommt spielt meiner Meinung nach keine Rolle. Beides muss der Mitarbeiter versteuern. Brutto auf Netto würde nur funktionieren wennd er Arbeitgeber den Gutschein pauschal versteuern könnte, was ich in diesem Fall bezweifel.

E
Erwin

30.04.2010 um 12:20 Uhr

Bei Gutscheinen gibt es aber wie bei allen Leistungen eines AG (aus eigenen Produkten) einen Freibetrag der nicht verstuert wird.

Hier sollte man die Gewerkschaft fragen was genau vereinbart wurde besondders betreffend der Frage wer entscheidet hier wie es erfolgt und wurde ggf. sogar eine Pauschalversteuerung vereinbart. Oftmals stehen solche Vereinbarungen nicht im TV sondern nur in Protokollnotizen der Verhandlúngen zum TV, aber auch diese sind gültig.

Das optimale wäre aber wohl die Anrechnung auf eine betriebliche Altersversorgung, weil dann der Betrag erst später als Rente verstuert würde, da sind dann die Steuern niedrieger.

G
geploeg

30.04.2010 um 13:34 Uhr

Das mit dem Freibetrag ist richtig. Er beträgt 40,- oder 44,- Euro. Allerdings ist meines Wissens (bin kein Steuerfachmann) eine Teilung nicht möglich.

R
rkoch

30.04.2010 um 14:27 Uhr

@heihei

Ich würde mal den TV konsultieren. I.d.R. werden derartige "Wahlmöglichkeiten" des AG unter den Vorbehalt einer freiwilligen BV gestellt. Ohne BV oder BR keine Wahlmöglichkeit der Alternative. Vielleicht ist das bei Euch auch so?

@geploeg Wie kommst Du darauf, das die nicht teilbar sind? §8 EstG sagt nur:

Sachbezüge, die nach Satz 1 zu bewerten sind, bleiben außer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 44 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.

Insbesondere das "insgesamt" suggeriert doch, das hier Einzelansprüche zusammenfassbar sind?

Außerdem bezieht sich hier die Steuerfreiheit IMHO auf §8 (3) EStG:

Erhält ein Arbeitnehmer auf Grund seines Dienstverhältnisses Waren oder Dienstleistungen, die vom Arbeitgeber nicht überwiegend für den Bedarf seiner Arbeitnehmer hergestellt, vertrieben oder erbracht werden und deren Bezug nicht nach § 40 pauschal versteuert wird, so gelten als deren Werte abweichend von Absatz 2 die um 4 Prozent geminderten Endpreise, zu denen der Arbeitgeber oder der dem Abgabeort nächstansässige Abnehmer die Waren oder Dienstleistungen fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet. 2Die sich nach Abzug der vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile sind steuerfrei, soweit sie aus dem Dienstverhältnis insgesamt 1 080 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen.

Also bis zu 1080 EUR im Jahr.

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