Versetzung von einem BR-Mitglied wirksam?
Guten Morgen zusammen,
vorab möchte ich erwähnen, dass der Text wahrscheinlich länger sein wird und dafür entschuldige ich mich schon mal.
Meine Frage geht direkt um mich selber.
Ich bin BR-Mitglied und arbeite bei einem Entsorgungsfachbetrieb als Müllwerker, dass heißt quasi als Müllmann hinter einem Müllwagen.
Wenn man bei uns anfängt zu arbeiten, ist man zuerst als Springer tätig, also man vertritt die Kollegen die im Urlaub sind oder krank sind auf deren Müllwagen.
Es gibt eine Nachrückerliste und irgendwann nach ca. 6-7 Jahren bekommt man einen festen Müllwagen zugewiesen wenn man an der Reihe ist. Danach ist man quasi nur auf dem Müllwagen tätig mit seinen festen Touren.
Ich hatte seit 4 Jahren eine feste Tour und jetzt haben mich meine Vorgesetzten von dem Müllwagen wieder runtergetan und haben mir bei einem Gespräch gesagt, dass ich wieder Springer sein werde, weil man mich andauernd ersetzen muss, da ich nicht planbar bin. Kurz gefasst, da ich zu oft krank bin.
Ich hatte im September 2020 einen BEM-Gespräch, wo man mich gefragt hat, ob meine Krankheitstage mit der Arbeit zusammenhängen würden, wo ich ganz vorsichtig mit nein geantwortet habe, danach war das Gespräch auch schon beendet.
1 Monat nach dem BEM-Gespräch riefen mich meine Vorgesetzten ins Büro, wo auch der BR-Vorsitzender anwesend war und haben mir gesagt, dass ich, wenn es sich nicht ändern würde mit meinen Krankheitstagen, vom Wagen runtergesetzt werde.
Und jetzt am Montag war es so weit, ich wurde wieder ins Büro gerufen, dort wurde mir gesagt, dass ich jetzt Springer wäre.
In unserem Arbeitsvertrag steht nirgendswo, dass man einen festen Wagen haben muss, dies macht der Arbeitgeber aber von sich aus seit Jahren so.
Ich bin seit 10 Jahren im Betrieb und bis jetzt gab es nie so einen Fall, dass mal ein Kollege, weil er zu oft krank war, vom Wagen runtergesetzt worden ist.
Ich habe bei dem letzten Gespräch gefragt, wo denn die Grenze sei, ab wie viel Krankheitstagen man vom Wagen runtergesetzt wird. Mir wurde gesagt, dass es so eine Grenze nicht geben würde, worauf ich dann gesagt habe, dass es in der Firma Leute gibt, die genauso viel krank sind wie ich, aber nicht vom Wagen runtergesetzt werden, dass es wahrscheinlich nur eine Aktion gegen mich ist, da ich mein Mund immer aufmache und mir nicht alles gefallen lasse.
Mit meinen Vorgesetzten hatte ich in den letzten 1.5 Jahren öfters mal eine Auseinandersetzung, ich habe dem BR-Vorsitzenden auch öfters schon gesagt, dass diese Personen etwas gegen mich haben und er meinte nur, nein dass stimmt nicht.
Gilt das jetzt als eine Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz weil man Springer sein soll oder nicht?
Und wenn es eine Versetzung ist, müsste doch der Betriebsrat es zustimmen. Von einer Zustimmung wüsste ich jetzt nix, wir führen seit über einem Jahr keine Sitzungen mehr durch weder persönlich noch über Videokonferenz wegen Corona.
Wie kann ich vorgehen? Kann ich mit Paragraph 99 BetrVG arbeiten in dem Fall? Ich möchte es nicht so hinnehmen, dass man mich wegen meinen Krankheitstagen von meinem festen Müllwagen runtersetzt.
Meine Krankheitstage hängen auch damit zusammen, da ich der Meinung bin, dass man mich, seitens meinen Vorgesetzten psychisch unter Druck.
Ich habe auch gefragt, ob es denn jetzt mit meinen Krankheitstagen besser sein wird, wenn man mich als Springer einsetzen würde, darauf hat man mir gesagt, dass es mein Problem wäre.
Was würde denn passieren, wenn jetzt ein Springer genau so oft krank wäre wie ich, ich werde vom festen Wagen runtergesetzt, aber der Springer hätte quasi bei den gleichen Krankheitstagen keine Nachteile dadurch, dass er ja sowieso Springer ist oder wie?
Ich bin mir definitiv sicher, dass es nur eine Aktion gegen mich war, um mir klar zu machen, dass ich den Ball flach halten soll und ruhiger werden soll. Denn es gefällt denen nicht, wenn man sein Mund aufmacht. Die wollen nur Mitarbeiter haben, die auf alles mit ja antworten und alles machen was die sagen.
Bei dem Gespräch hat der BR-Vorsitzender kein einziges Wort rausgehauen, er hat nur zugehört. Ich fühle mich im Stich gelassen.
Was kann ich tuen? Kann ich irgendwas dagegen machen?
Community-Antworten (28)
04.03.2021 um 09:31 Uhr
moin das ist von außen sehr schwer zu beurteilen, weil keiner deine Firma kennt. Aber wo ist denn deiner Ansicht nach die Rechtsgrundlage dafür, dass du oder auch ein Kollege überhaupt eine feste Tour bekommt. Du wirst AV gemäß als Müllwerker beschäftigt - ob nun auf Tour 1 oder auf Tour 2 Die Arbeit ist doch die gleiche. Von daher sehe ich auch keine Versetzung. Das gibt es ja auch ähnlich bei Büroarbeit, der AN bekommt einen Labtop kommt morgens zur Arbeit und bekommt eine freies Büro (oder freien Platz im Großraum zugewiesen Der AN sitzt nicht jeden Tag am selben Platz.
Die Begründung des AG ist imho auch nachvollziehbar. Aufgrund Krankheit und BR Arbeit ist es halt besser dich als Springer einzusetzen.
Ob sie dich schikanieren wollen, müsstest du beweisen um eine Klage wegen Behinderung der BR Arbeit anzustreben, dass kann ich deiner Schilderung aber nicht entnehmen.
Was sagt der Rest des BR Gremiums dazu?
04.03.2021 um 09:50 Uhr
Du könntest dich auf § 78 BetrVG berufen und feststellen, dass du wegen deiner BR-Arbeit benachteiligt wirst (Ausfallzeiten wegen BR-Arbeit).
Ich würde dazu einen Fachanwalt hinzuziehen oder den gewerkschaftlichen Rechtsschutz in Anspruch nehmen.
04.03.2021 um 09:53 Uhr
wenn ich deinen Text lese entsteht bei mir der Eindruck, dass die Situation dich sehr belastet. Auch schreibst Du, das Du selbst die Kankheitstage teilweise auf den psychischen Druck zurückführst, den Du durch den Vorgesetzten hast. Für mich heißt das: die Krankheit hängt doch mit der Arbeit zusammen (auch wenn ich das nachvollziehen kann, das man das dem Chef nicht unbedingt sagt)
Auch wenn Du rechtlich gesehen evt. richtig liegst dagegen vorzugehen, solltest Du dir überlegen, ob das in deiner aktuellen Situation das Beste für Dich ist. Du wirst dadurch erstmal noch mehr Stress haben, so wie ich das einschätze.
Mein Rat wäre: als erstes muss Du gesundheitlich wieder gut aufgestellt sein, also solltest Du mit deinem Arzt entsprechend reden und wieder richtig fit werden.
Danach, wenn Du dann noch willst, kannst Du dann versuchen dieses "Mobbing" nachzuweisen und dagegen vorzugehen.
Außer "Mobbing" erkenne ich da keinen Punkt gegen den man Vorgehen könnte.
Bzg. des BR kann man ggf. wegen Pflichtvernachlässigung weil keine Sitzungen etc. evt. vorgehen. Aber das hilft Dir glaube ich aktuell nicht weiter, weil es Dir offentsichtlich erstmal um deinen Arbeitsplatz auf dem Wagen geht.
04.03.2021 um 09:59 Uhr
@Kjarrigan
Der Rest des BR-Gremiums sagt soweit ich weiß nix dazu. Da wir ja überhaupt keine Sitzung mehr durchführen. Wir sehen uns so gut wie nie. Nicht mal per Videokonferenz führen wir eine Sitzung durch. Der BR-Vorsitzender macht alles im Alleingang und wenn es mal einen Beschluss gibt, stimmen wir uns über Whatsapp ab.
Ich bin im Urlaubskommission als Ausschussmitglied und im Dezember haben wir getagt, um die Urlaubsanträge für 2021 abzuarbeiten. Sogar da wurde ich nicht eingeladen als Ausschussmitglied. Einer von meinen Vorgesetzten, der bei dem letzten Gespräch auch dabei war sagte mir damals;
Ich brauche dich, du musst arbeiten, darfst nicht an der Sitzung teilnehmen. Sonst muss ich eine Tour aufteilen, weil wir zu viele kranke haben. Touraufteilung bedeutet: Wenn z.B im Normalfall 10 Müllautos fahren würden, fahren an dem Tag nur 9. Die Straßen von dem 10.Müllwagen werden auf die anderen 9 aufgeteilt.
Ich habe es nicht so hingenommen und habe gesagt, dass man mich nach Paragraph 37 Absatz 2 freistellen muss und dass es eine Sitzung vom BR ist und der AG mir nicht zu sagen hat, ob ich daran teilnehmen darf oder nicht. Am Ende habe ich auch daran teilgenommen, nur wenn ich nicht um meine Rechte gekämpft hätte, wollten die eigentlich, dass ich daran nicht teilnehme. Und da hat der BR-Vorsitzender wieder dem AG Recht gegeben, hat mir versucht einzureden dass wir Corona haben und eine Ausnahmezustand herrscht.
04.03.2021 um 10:01 Uhr
@Kratzbürste
Die Fehlzeiten hängen ja nicht wegen meiner BR-Arbeit zusammen, sondern wegen meiner Krankheit.
04.03.2021 um 10:08 Uhr
@Relfe
Ich denke, auch wenn ich nicht dagegen vorgehe, dass ich so oder so jetzt Schwierigkeiten erleben werde. Die werden versuchen mich als Springer überall dort einzusetzen, wo viel zu tuen ist. Ein Tag dort, am nächsten Tag woanders. Immer dort, wo es lange Touren gibt.
Meiner Meinung nach steht der BR-Vorsitzender nicht hinter mir, weil er sich denkt, ich könnte ihm irgendwann in der Zukunft auch Probleme bereiten kann. Er möchte auch lieber nur BR‘s haben, die bei jeder Abstimmung ihm Recht geben und so abstimmen wie er es möchte.
Ich habe schon öfter überlegt, ob man den BR-Vorsitzenden nicht abwählen kann, weil wir keine Sitzungen durchführen und Beschlüsse über Whatsapp abstimmen. Das Problem ist aber, dass die Mehrheit der BR-Mitglieder an seiner Seite stehen, alles seine Leute.
04.03.2021 um 10:08 Uhr
keine Sitzungen: unzulässig WhattsApp-Beschlüsse: unzulässig BRV macht Beschlüsse alleine: unzulässig
können wir jetzt Punkt für Punkt so durchgehen, das wird nicht besser.
euer BRV und der Rest vom BR, bzw der ganze BR incl Dir, sind wahrscheinlich ganz schnell amtlich abgesetzt, wenn Du das rechtlich durchziehst, aber den Ärger im Kollegium hast Du dann.
ich bleibe dabei: Du wirst "gemobbt" (wie man es heute nennt)
sorge erstmal für deine Gesundheit und dann, wenn Du noch willst, kannst Du dagegen vorgehen, aber ich befürchte Du stehst alleine gegen alle da.
04.03.2021 um 10:12 Uhr
@Relfe
Genau, ich stehe quasi ganz alleine da, gegen alle anderen.
Was ich nicht verstehe ist: Einerseits bietet man mir ein BEM-Gespräch an, um mir in Anführungszeichen zu helfen.
Paar Monate später, weil ich zu oft krank bin, droht man mir damit, meinen Wagen zu verlieren und paar Monate später passiert es auch.
Wo ist dann bitte die Hilfe? Die machen mich doch dadurch nur noch mehr krank.
04.03.2021 um 10:22 Uhr
Die selbe Vorgesetzte, die mich im Dezember vom Urlaubskommission ausschließen wollte, hat mich genau vor einem Jahr körperlich berührt, mich an meinem Schulter gepackt und quasi zurückgeschubst, weil wir eine mündliche Auseinandersetzung hatten. Ich wollte damals schon sofort zum Arzt gehen, habe es aber nicht getan, weil der BR-Vorsitzender mich beruhigt hat, habe mich dann auch nicht darüber beschwert.
Es gab paar Kollegen, die es gesehen haben, die würden es aber nicht bezeugen, weil die zu viel Angst hätten vor Probleme mit dem AG. Und wie gesagt, es ist jetzt schon ein Jahr her.
Und davor hat mich eine andere Person von der Disposition als Arschloch beleidigt. Damals hatte ich mich beim ehemaligen Abteilungsleiter beschwert.
Aber Beweise oder Zeugen habe ich quasi keine, wenn ich zum Arbeitsgericht gehen würde.
04.03.2021 um 10:32 Uhr
"von mrtvl : Was ich nicht verstehe ist: Einerseits bietet man mir ein BEM-Gespräch an, um mir in Anführungszeichen zu helfen."
kann ich nicht beurteilen warum der AG das gemacht hat, auf jeden Fall hat er dann erstmal alles richtig gemacht. Kann jetzt ja keiner sagen, er hat sich nicht bemüht.
Ich glaube auch nicht, das hier einer Deine Probleme lösen kann, Du kannst nur Ratschläge und Tipps bekommen, alles andere musst Du selbst umsetzen.
Ich kann Dir keinen weiteren Rat geben als den wie oben schon geschrieben: sorge erstmal für deine Gesundheit und dann, wenn Du noch willst, kannst Du dagegen vorgehen, aber ich befürchte Du stehst alleine gegen alle da.
04.03.2021 um 10:40 Uhr
Ich weiß schon, dass mir hier keiner weirer helfen kann, ich möchte nur wissen, wie ihr damit umgehen würdet.
Einfach alles so hinnehmen, akzeptieren und als Springer weiter arbeiten oder würdet ihr was da gegen tuen? Und wenn ja, wie hoch würden die Chancen sein, dass ich wieder auf mein Wagen kommen würde, was denkt ihr?
04.03.2021 um 11:37 Uhr
Einfach alles so hinnehmen, akzeptieren und als Springer weiter arbeiten oder würdet ihr was da gegen tuen? Eine Frage, die man aus einer anderen Situation als der deinen nicht beantworten kann.
Und wenn ja, wie hoch würden die Chancen sein, dass ich wieder auf mein Wagen kommen würde, was denkt ihr? Das hängt davon ab, wie bei euch das System funktioniert. Ist das Arbeiten auf einer festen Tour anders als das eines Springers (abgesehen von der ständig wechselnden Tour)? Gilt es als zu erarbeitendes Privileg? Gibt es dafür vielleicht sogar eine Betriebsvereinbarung? Wie ist die "Rückversetzung" als Springer zu werten? Stehst du jetzt erneut auf der Nachrückerliste? Du schriebst zumindest, es gäbe eine Nachrückerliste. Ob sich da irgendwie ein Recht auf eine feste Tour ableiten lässt, kann dir wahrscheinlich nur ein Anwalt beantworten.
04.03.2021 um 11:56 Uhr
Ich glaube, das wird hier keiner wirklich beantworten können. Ich habe in schweren Zeiten gelernt, mich nur dann auf Kämpfe einzulassen, wenn ich wirklich etwas bewegen kann. Das heißt nicht, dass ich nicht mehr kämpfe sondern das ich mir meine Kämpfe aussuche. Mein ehemaliger BRV sagte einmal, er käme mit mir jetzt besser zu recht, da ich nicht so emotional reagieren würde. Die Kollegen äußerten sich eher dahingehend, dass ich es so ruhig und ohne Aufregung rüberbrächte, gäbe den ganzen viel mehr Gewicht. (Den BRV haben wir übrigens abgewählt, weil er dachte, er könnte auch ohne Beschluss handeln und die Kollegen, die nicht seiner Meinung waren vor der Belegschaft schlecht machen. Aber das ist eine andere Geschichte.) Es gibt Dinge, die kann man nicht ändern. (jedenfalls nicht allein)
Das BEM wurde dir angeboten, um zu schauen, ob der Arbeitgeber in seinem Wirkungsbereich etwas unternehmen kann, um deine Ausfallzeiten zu verringern. Daher kommt auch immer die Frage, ob der Ausfall / die Erkrankung im Zusammenhang mit der Arbeit steht. Antwortest du da mit nein, was soll ein Arbeitgeber dann tun? Er kann dir ja nur in seinem "Wirkungsbereich" helfen.
Die Situation im Gremium kann nur geändert werden, wenn das Gremium es will. Aber dazu benötigst du Unterstützung im Gremium.
Für mich würde die eigene Gesundheit das Wichtigste sein. Die bekommt man nicht zurück und man bekommt auch von niemanden Dank, wenn man sich ständig aufreibt.
Deine Versetzung als Springer kann ich nachvollziehen. Ich arbeite in einer anderen Branche, aber Springer zu sein, ist bei uns nichts negatives. Es beinhaltet mehr Abwechslung und es gibt auf der Position leistungsstarke und leistungsgeminderte Kollegen.
Schau erstmal auf dich und deine Gesundheit. Wenn die wieder ok ist, dann kann man an die anderen Baustellen gehen.
04.03.2021 um 11:57 Uhr
@rsddbr
Wahrscheinlich werde ich jetzt ganz hinten auf die Nachrückerliste gesetzt.
Das Arbeiten als Springer ist eigentlich nicht anders, außer dass man halt, immer wieder auf andere Fahrzeuge gesetzt wird. Mal ist man 1-2 Wochen lang auf dem Wagen drauf und mal wechselt man jeden Tag den Wagen je nach Situation.
Meiner Meinung nach ist es schon ein Privileg. Jeder der bei und Springer ist denkt sich: Wann kriege ich denn ein festes Auto, dann hab ich meine Ruhe etc.
Aber eine Betriebsvereinbarung dazu haben wir nicht, ist mir zumindest nicht bekannt.
04.03.2021 um 11:59 Uhr
"Und wenn ja, wie hoch würden die Chancen sein, dass ich wieder auf mein Wagen kommen würde, was denkt ihr?" So wie du hier deine Position im Betrieb beschriebst, wirst du von deinem Kollegium wohl nicht mehr verstanden. Denn vor 2 Jahren bist du doch in den BR gewählt worden. Wo sind deine "Anhänger"? Wer steht hinter dir? Eure Art der Betriebsratstätigkeit weist auch auf lange zurückliegende - wenn überhaupt erfolgte -Schulungen hin. Die Besetzung der Müllwagen ist anscheinen nirgendwo schriftlich geregelt. Als Betriebsrat hättet ihr eine Betriebsvereinbarung abschließen können. War das nie Thema? Ich sehe jedenfalls in dem was du geschrieben hast keine Chance. Bevor dein Handeln den Irrweg Don Quijotes einnimmt, solltest du dir Hilfe suchen (Beratung durch befreundete Kollegen, Gewerkschaft). Und in der Tat, wie Relfe mehrfach geschrieben hat, denk an deine Gesundheit. Auch du hast ein Recht auf Gesundheitsschutz (übrigens ist Kur nicht nur für Bürohengste gedacht, sondern kann besonders für körperlich schwer arbeitende Menschen sehr hilfreich sein). Bleib gesund
04.03.2021 um 12:04 Uhr
@xyz68
Ich habe bei dem BEM-Gespräch mit nein geantwortet, damit der Arbeitgeber mir nicht sagen kann: Gut, wenn es so ist, dann haben wir keinen anderen Job für dich, tut uns leid.
Und ich wollte nicht unbedingt erwähnen, dass ich unter psychischem Druck bin von meinen Vorgesetzten aus.
Ob es in anderen Abfallbetrieben so ist weiß ich nicht aber bei und ist es so, dass der Müllmann der kleinste und dümmste im Betrieb ist (so wird es zumindest rübergebracht). Der Müllmann ist dumm, er soll nur den Müll leer machen und alles machen und tuen was man ihm sagt. Die Art und Weise, wie man mit uns umgegangen wird, stört mich sehr. Das stört auch viele andere Kollegen, aber niemand hat Mut, es zu erläutern leider.
04.03.2021 um 12:08 Uhr
für mich sieht es bisher so aus Beleidigung - keine Beweise - keine Anzeige gemacht Tätlichkeit - Zeugen aber trotzdem keine Anzeige gemacht BEM - teilgenommen, aber nicht weiter darauf eingegangen um seine "Krankheitssituation" zu verbessern z.B. durch Vorschläge wie der AG die individuelle Arbeitssituation ändern kann BR Mitglied - einfach hingenommen, dass keine Sitzungen etc gemacht werden Einsatz als Springer - keine Rechtsgrundlage für "festes" Fahrzeug, feste Tour, es wird sich nicht gewehrt gegen kurzfristige Dienstplanänderungen etc. Mobbing - sehe ich allenfalls ganz ganz kleine Ansätze - kann man aber von außen gar nicht beurteilen und ohne Mobbing Tagebuch / Beweise etc überhaupt keine Chance
04.03.2021 um 15:53 Uhr
@Kjarrigan
Ja, du hast recht, alles mein Fehler. Ich hätte damals sofort reagieren müssen, in dem ich eine Anzeige erstelle etc. Aber damals hatte ich noch meinem BR-Vorsitzenden vertraut und auf ihn gehört, weil er gesagt hat mach das nicht etc. Mein Vertrauen ist mittlerweile verloren gegangen, leider zu spät.
07.03.2021 um 14:01 Uhr
Ist dieses BEM Gespräch denn überhaupt nach Vorschrift gelaufen? wenn nicht ändert das einiges an der Rechtslage.
08.03.2021 um 09:38 Uhr
@ Andrar
Ich denke schon, dass das BEM-Gespräch nach Vorschriften gelaufen ist. Man hat mich gefragt, ob meine Fehlzeiten wegen der Arbeit ist. Ich habe darauf mit Nein geantwortet, weil ich Angst hatte, wenn ich Ja sage, dass man mir sagt „Dann haben wir keinen Job für Sie“. Nach meiner Antwort mit Nein war das BEM auch schon abgeschlossen.
08.03.2021 um 11:08 Uhr
"Nach meiner Antwort mit Nein war das BEM auch schon abgeschlossen."
Das klingt eher nicht nach "nach Vorschrift gelaufen". Denn dieses Gespräch ist NICHT dazu da, nur über Dinge zu reden, die durch die Krankheit gekommen sind.
08.03.2021 um 15:23 Uhr
Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt unbeliebt zu machen, du klingst für mich schon arg weinerlich lieber mrtlv. Klar mag das eine oder andere Verhalten deiner Vorgesetzten nicht ganz in Ordnung sein und das Verhalten des BR's ist es sogar ganz sicher nicht. Da du bereits an BEM Gesprächen teilgenommen hast, scheinen bei dir durchaus erhebliche Fehlzeiten vorzuliegen. Ganz wertungsfrei. Daher ist es absolut nachvollziehbar, dass der AG hier etwas tun möchte um für sich selber und auch die anderen Kollegen die Planung zu verbessern. Desweiteren klingen deine Ausführungen für mich so, als wärst du jemand, der gerne mal die Schuld bei anderen Personen suchst, obwohl du selbst an der Situation womöglich nicht ganz unschuldig bist. Mobbing kann ich hier nicht mal ansatzweise erkennen und die "Tätlichkeit" war sicherlich dumm von deinem Vorgesetzten, aber als Müllwerker ist man doch nicht aus Zucker und man sollte eine Berührung an der Schulter wegstecken können ohne theatralisch zu Boden zu fallen. Mein Tipp: Mach einfach deinen Job und kümmer dich um deine Gesundheit.
08.03.2021 um 15:34 Uhr
"dass der AG hier etwas tun möchte um für sich selber und auch die anderen Kollegen die Planung zu verbessern."
nur nochmal zum Verständnis:
"Nach meiner Antwort mit Nein war das BEM auch schon abgeschlossen."
der AG macht hier also rein gar nichts.
08.03.2021 um 16:52 Uhr
Aber was soll der Arbeitgeber denn bitte tun, wenn du ihm sagst, dass deine Erkrankungen nichts mit der Arbeit zu tun haben? In deine Freizeitgestaltung darf er nicht eingreifen.
08.03.2021 um 22:02 Uhr
@Milchknilch
Du machst dich schon nicht unbeliebt, trotzdem muss ich erwähnen;
Natürlich ist der Ton bei uns mal etwas rau, ist auch völlig normal bei der Müllabfuhr. Und ich bin auch kein Weichei, natürlich tat mir diese Berührung nicht weh. Ich kann da einiges wegstecken, glaub mir mal.
Trotzdem rechtfertigt das nicht, dass eine Person, egal wer es ist, eine andere Person zu berühren. Oder soll ich jetzt auch demnächst in der Firma rumlaufen und jemanden einfach schubsen oder in die Fresse hauen?
Was würdest du denn tuen, wenn einer von deiner Firma, dir gegenüber handgreiflich wird? Das würde mich echt mal interessieren.
08.03.2021 um 22:11 Uhr
@ mrtvl Lass noch mal das BEM und wie es durch geführt wurde Revue passieren, ob es so überhaupt in Ordnung ist.
08.03.2021 um 23:27 Uhr
"Aber was soll der Arbeitgeber denn bitte tun, wenn du ihm sagst, dass deine Erkrankungen nichts mit der Arbeit zu tun haben?"
Schauen, ob man am Arbeitsplatz etwas ändern kann, damit die Erkrankung sich nicht noch verschlimmert?
09.03.2021 um 08:56 Uhr
Nur mal einige Fallbeispiel aus der eigenen Praxis:
MA war innerhalb der letzten 12 Monate mehr als 6 Wochen krank -> BEM 2 Wochen waren wegen Erkältung 5 Wochen Freizeitunfall MA sagt klar -> Krankheiten kamen nicht aus dem Arbeitsumfeld AG stellt daraufhin BEM ein, da er nichts ausrichten kann.
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Beispiel gleiche Fehlzeit aus für den Arbeitgeber unbekannten Gründen auch hier wird das BEM eingestellt. Man kann zwar viel vermuten aber wenn der Mitarbeiter die Katze nicht aus dem Sack lässt ist das ein schauen in die Glaskugel.
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Beispiel MA hat viele Fehlzeiten, im BEM wird über daraus entstehende Einschränkungen gesprochen. Gemeinsam suchen Mitarbeiter, BR, Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Vorgesetzter nach Lösungen.
Ja, ich weiß, das funktioniert nicht überall so, aber bei uns hat sich diese Vorgehensweise bisher bewährt. Bisher gab es für jeden, der noch arbeitsfähig war, eine Lösung. Nicht immer die Lösung, mit der alle zufrieden waren aber zumindest arbeiten diese Kollegen noch bei uns.
Wenn ich das Gefühl habe, mein Vorgesetzter setzt mich unter Druck und dies hat Auswirkungen auf meine Gesundheit, muss ich handeln. Wenn ein funktionierender BR vorhanden ist, hole ich mir dort Unterstützung. Ansonsten muss ich mir einen Ansprechpartner im Unternehmen suchen. Oder ich muss das Unternehmen wechseln. Vom Ertragen der Situation wird die Gesundheit nicht besser und die Gesundheit gibt einen niemand wieder.
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