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Rechtsanwalt nach Erstgespräch als nicht kompetent herausgestellt

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MelRe
Dez 2020 bearbeitet

Hallo zusammen,

Wir haben im Mai diesen Jahres einen Betriebsrat in unserem kleinen Betrieb gegründet. Da niemand von uns Erfahrungen auf dem Gebiet "Betriebsratsarbeit" und "Arbeitsrecht" hat, wollten wir einen Rechtsanwalt beratend hinzuziehen.

Wir haben schnell einen Rechtsanwalt gefunden, der Erfahrungen in der Beratung bzgl. arbeitsrechtlicher Fragen hat, der sehr freundlich und entgegenkommend ist. Beim Erstgespräch stellte sich jedoch heraus, dass seine Zusammenarbeit mit Betriebsräten sich darauf bezieht, dass er den AG beraten hat in Kooperation mit dem BR. Zudem war dies in einem Bankunternehmen, wir sind ein Soziales Unternehmen. Kurz: Wir hatten das Gefühl, und er hat es auch bestätigt, dass er sich in viele unserer Themen erst einarbeiten muss. Da wir selbst unsicher sind, brauchen wir unserer Einschätzung nach einen Rechtsanwalt der erfahrener ist.

Hinzu kommt, dass wir in dem ersten netten Gespräch mögliche Themen aufgelistet haben, wo wir gerne Beratung hätten. Im Gespräch mit dem AG wurde aber deutlich gespiegelt, dass er keinen Bedarf erkennen kann, weshalb wir jetzt rechtsanwaltliche Beratung bräuchten - wir wurden ausgebremst. Aus Unsicherheit haben wir unsere Beratungsanliegen dem RA gegenüber wieder zurückgezogen.

Wir sind gerade sehr verunsichert, wie wir weiter verfahren sollen. Können wir dem netten aber unerfahrenen (zumindest auf unserem Gebiet unerfahrenen) "einfach" sagen, dass wir uns doch gegen eine Zusammenarbeit entschieden haben? Wie können wir am Besten unserem Arbeitgeber erklären, dass wir den "günstigeren" Rechtsanwalt nicht mehr wollen, weil er zu wenig Erfahrung hat, dafür aber einen "teureren" konsultieren wollen, der nachweislich Erfahrung hat? Darf der AG einen solchen Wechsel blockieren?

Ich hoffe das Problem bzw. die Probleme an den verschiedenen Fronten ist nachvollziehbar geschildert. Wir wissen, dass es ein Chaos ist - unserer wenigen Erfahrung und Unwissenheit geschuldet. Wir hoffen von euch einen guten Rat bekommen zu können. Vielen Dank!

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Community-Antworten (7)

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celestro

27.11.2020 um 17:51 Uhr

Einen Beschluss fassen, das Ihr doch einen anderen Anwalt beauftragen wollt. Seid Ihr Euch denn sicher, das der andere Anwalt definitiv teurer ist?

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RudiRadeberger

27.11.2020 um 18:44 Uhr

Erstmal die Grundlagenseminare buchen und besuchen. Dann habt ihr schon ein gutes Grundwissen. Ob darüber hinaus dann anwaltliche Beratung nötig ist, entscheidet ihr. Auch entscheidet ihr, welchen Anwalt ihr dann konsultiert. Die Preise sind im Allgemeinen durch die anwaltliche Gebührenverordnung geregelt. So groß dürften die Schwankungen da nicht sein.

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kratzbürste

28.11.2020 um 10:23 Uhr

Wieso sollte ein Anwalt Ahnung von Betriebsratsarbeit haben (es gibt einige).

Ich empfehle euch dringend spezielle Schulungen für Betriebsräte. Da gibt es einige Anbieter.

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DummerHund

28.11.2020 um 11:27 Uhr

Ich denke ein RA der sich mit Arbeitsrecht beschäftigt hat schon eine gewisse Ahnung von Betriebsratsarbeit. Nur eben nicht spezifisch auf einzelne Unternehmen und deren Branche. So wie neue Betriebsräte, sollte man auch einen Anwalt Zeit geben sich in einzelnen Dingen einarbeiten zu lassen. Ein Anwalt handelt ja in meinem Auftrag, also muss ich ihn Detailliert mit Infos füttern und nicht nur sagen wir haben das und das Problem und nu sieh mal zu. Die enge Bindung und der ständige Austausch muss da sein. Deshalb bin ich ein bisschen skeptisch was einen Austausch des Anwaltes betrifft. Grundlagenseminare für die BRM´s sollten dazu parallel stattfinden. Zeigt auch dem AG so ein bisschen das der BR wohl ernst macht und durch startet.

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krambambuli

28.11.2020 um 11:58 Uhr

Die meisten Anwälte mit dem Prädikat Arbeitsrecht machen nur Kündigungsschutz. Bestenfalls kennen sie noch die Rechtsprechung - aber wie der BR praktisch arbeitet, davon wissen die meisten so gut wie nichts. Daher ist es wirklich besser, Seminare zu besuchen. Die sind so gut, wie die Referenten, die es abhalten. Und da finden sich dann auch einige Anwälte, die sich mit der Materie beschäftigt haben.

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rtjum

30.11.2020 um 10:47 Uhr

es gibt durchaus mittlerweile eine beachtliche Zahl an RA, die ihr Studium auf dem 2. Bildungsweg gemacht haben. viele von denen waren vorher Betriebsräte oder Personalräte, haben also durchaus ein gewisses Grundwissen was BR-Arbeit angeht. Auf fast allen Internetseiten stellen die Anwälte sich auch selbst vor, da erfährt man so einiges. und dann gibt es Kooperationen von Anwälten wie br-anwaelte.de oder arbeitnehmer-anwaelte.de um nur 2 zu nennen.

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MelRe

01.12.2020 um 14:58 Uhr

Vielen Dank für die hilfreichen Rückmeldungen! Ich betrachte sie als Gedankenanstöße, die ich nochmal mit in die nächste Sitzung nehmen werde. :) Grundlagenseminare besuchen wir bereits, was auch sehr hilfreich ist! Ich schreibe später gerne ein Feedback, wie es weitergegangen ist und werde dabei ggf. nochmal einen guten Rat brauchen können :) Dankeschön!

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