Kampf im BR-Büro untereinander
Hallo zusammen, Ich schreibe hier um von Euch evtl.Tipps zu bekommen. Seit den letzten Wahlen bin ich das. 3 freigestellte Betriebsratsmitglied bei uns im Büro. Der Vorsitz hasst mich, weil ich durch meine Bewerbung den vorherigen 3. freigestellten BR abgelöst habe. So etwas hat es noch nie bei uns gegeben. Der Stellvertreter sieht sich als zweiter BRB und wollte mich gerne als „Zuspieler“ nutzen. Das wollte ich nicht, sondern als vollständiges freigestelltes BR Mitglied gute Arbeit machen. Die beiden hassen sich, haben sich jedoch gegen mich verschworen. Man lässt mich Sachen machen, ich bin voller Eifer dabei und dann entzieht man mir das wieder, verkauft es als eigene Idee und drängt sich in den Vordergrund. Es ist schwierig alles aufzuzählen um die Situation zu beschreiben, aber ich weiss manchmal echt nicht weiter und raufe mich immer wieder zusammen. Es wird hinter dem Rücken an Intrigen gearbeitet, vor anderen in Gesprächen wird einem über den Mund gefahren und als doof hingestellt. Selbst vor dem AG. Ich weiss nicht ob Euch so eine Situation bekannt ist. In den vergangenen Jahren meiner Freistellung sehe ich jetzt wer mich und meine Kollegen die ganzen Jahre vertreten hat. Und das ist nicht mwin „Betriebsrat“ ?
Community-Antworten (4)
04.11.2020 um 00:27 Uhr
Wahlämter sind (leider) häufig kein Zuckerschlecken. Das ist bei den Kleintierzüchtern so und im Stadtrat, aber auch manchmal beim BR. Du kannst resignieren oder den Kampf aufnehmen. Jedes BRM kann eigene BR-Arbeit machen und auch darüber reden. Stell Transparenz her. Lass Dir doch nicht Deine Ergebnisse klauen. Möglichkeiten gibt es viele. Aber: im BR herrschen bestimmte Machtverhältnisse und damit muss man dann umgehen können
04.11.2020 um 07:30 Uhr
Du bist ja in geheimer Wahl vom BR-Gremium zum freigestellten Betriebsratsmitglied gewählt worden, also müsste die Mehrheit der "Mannschaft" eigentlich auch hinter dir stehen.
04.11.2020 um 09:54 Uhr
Ich kann das gut nachvollziehen. Wir sind nur zwei freigestellte und der BRV wollte mich unbedingt als zweites freigestelltes BRM haben (als seine Sekräterin wie sich im Nachgang herausstellte). Im Vorfeld wurden mir Gespräche versprochen und die Arbeit sollte verteilt werden. Im Nachhinein hat sich alles ganz anders ergeben. Das erste Jahr war ein kämpfen gegen Windmühlen. Alles was ich gesagt oder geschrieben hatte wurde kommentiert, korrigiert oder ich wurde auf den Sitzung bloßgestellt wenn wirklich mal was nicht so lief wie es der BRV wollte. Dann habe ich angefangen mein Ding durchzuziehen. Keine Absprache mehr mit dem BRV. Mails geschrieben ohne ihn zu informieren. In Gesprächen mit der GL fragen gestellt und nachgebohrt. So ganz langsam wendet sich das Blatt. Nutze deine Wissen und die BRM die dich gewählt habe. Kläre diese bei einem Gespräch, auch mal unter vier Augen auf, was alles so läuft. Aber neutral bitte. Keine Meinungsmache, sondern wirklich nur wie was läuft. Lass dir keine Projekte aus der Hand nehmen und wann es doch passiert, dann sage auch das du die Anfangsarbeit dafür gemacht hast. Und wie ganther schon schrieb, leider sind diese Ämter alles nur kein Zuckerschlecken.
15.11.2020 um 14:47 Uhr
Hallo zusammen, vielen Dank für Euro Antworten. UdoWoe, genau so war es auch bei mir was sich jedoch erst im Nachgang herausgestellt hat. Der BRV war von Anfang an gegen mich, weil ich es gewagt habe mich für die Freistellung zu bewerben. Den Posten der 3. Freistellung bekleidete vorher eine - ich nenne es mal - durch Freundschaft sehr nahestehende- Person, Doch tatsächlich wurde ich mit 10 Stimmen von 15 aus dem Gremium gewählt. So etwas hat es zuvor in unserem Betrieb noch nie gegeben, dass ein freigestelltes BRM abgewählt wird, normalerweise war es so - einmal drin und dann bis zur Rente. Der stellvertretende BR-Vorsitzende suggerierte mir anfangs Unterstützung, doch dass änderte sich schlagartig als er sah dass ich nicht nur Sekretariatsaufgaben übernehmen wollte sondern mich halt mit Betriebsratsarbeit beschäftigt habe. Dies wurde mir dann von ihm in einer vier-Augen Gespräch auch mitgeteilt und nahegelegt seinem Rat zu folgen und mich zurückzunehmen und falls Kollegen etwas wissen möchten dann solle ich sie an den BRV und ihn als Stellvertreter verweisen. Erst war ich enttäuscht und dann regte sich in mir Widerstand. Natürlich habe ich nach meinem Gefühl weiter gemacht und den Rat nicht befolgt. Danach verbrüderte sich der Stellvertreter mit dem BRV. Ganz nach dem Motto "der Feind meines Feindes ist mein Freund". Aber auch das hat mich nicht gehindert weiterzumachen. Und ja, Du hast Recht, die Gremiumskollegen die mich damals gewählt haben stehen hinter mir. Erst kürzlich hatten wir intern eine Wahl für einen Ausschuss. Ich habe von Anfang an gesagt dass ich in diesem Ausschuss sein möchte, aufgrund der Freistellung um den Kollegen auch direkt Antworten zu geben. Und siehe da, es waren 12 Kollegen da und ich wurde mit 8 Stimmen gewählt zusammen mit zwei anderen Kollegen. Für ein Vorabgespräch mit dem AG sollten die drei Freigestellten eingeladen werden. Ich hatte die Einladung angenommen. Danach wurde den BRV, auf emotionaler Schiene versucht mich zu überreden nicht daran teilzunehmen aus Rücksicht auf die beiden anderen Kollegen (sie sind nicht freigestellt). Als ich sagte ich würde trotzdem teilnehmen ging das Gezeter los. Ich habe daraufhin vorgeschlagen die beiden Kollegen doch zu fragen wie sie dazu stehen dass ich mitgehe, doch das wollte der BRV nicht. Ich gehe davon aus dass er eh gewusst hat was die beiden sagen werden und zwar dass sie nichts dagegen haben werden. Es war ein kleiner Triumpf für mich in einem Sumpf aus Neid und Missgunst. Ich habe nicht vor aufzugeben, aber es zehrt unheimlich.
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