Unkostenpauschale bei angeordnetem Homeoffice wg. Covid-19
Mahlzeit zusammen,
vor 3 jahren wurden einige Büros unseres Unternehmens geschlossen und die Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt.
Diese Mitarbeiter erhielten Büromöbel und techn. Equipment vom Unternehmen. zusätzlich haben wir eine BV abgeschlossen nach der jeder Mittarbeiter in diesem "permanentem Homeoffice" eine Unkostenpauschale in Höhe von 50 € erhält.
Jetzt wurden von der Geschäftsführung ALLE Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, so lange wir die Pandemie hier im Lande haben.
Jeder Mitarbeiter (wir sind ein Software Haus) hat einen PC von der Firma, einige haben ein Firmenhandy, nicht alle.
Jetzt fragen die Mitarbeiter an, ob sie für die Dauer des Homeoffice ebenfalls eine Unkostenpauschale bekommen können.
Greift hier §670 BGB.
wie verhält sich das? können wir als Betriebsrat solch eine unkostenpauschale von der GF verlangen bzw. mit der GF darüber verhandeln? wie ist unsere Position hier?
Schon mal vielen Dank für konstruktive Antworten. :-)
Gruß in die Runde
Sittingbull
Community-Antworten (15)
03.06.2020 um 15:23 Uhr
Ja ihr seid in der Mitbestimmung und könnt verhandeln. Solltet aber auch Bedenken, dass die Konsequenz aus "nicht home office" weil keine Pauschale vielleicht die KUG 0 % ist.
03.06.2020 um 15:28 Uhr
Kjarrigan Was genau ist bitte mit KUG gemeint
03.06.2020 um 15:29 Uhr
Man sollte sich natürlich auch einmal fragen, welche Unkosten den AN hier entstehen. PC von der Firma ... keine Kosten. Internet hat man als Angestellter in einem Software"laden" meistens auch ... Kosten?
Die AN müssen nicht mehr in die Firma fahren ... sparen also. Man sollte also gucken, dass so eine Forderung nicht ganz schnell zum Bumerang wird.
03.06.2020 um 15:32 Uhr
Klar, das gilt es zu bedenken. Zu bedenken gibt es aber auch, dass einige unserer Mitarbeiter zuhause nur einen volumenabhängigen internetanschluss haben, der durch monatelanges permanentes Homeoffice jetzt "überläuft" und richtig teuer wird.
03.06.2020 um 15:38 Uhr
Im Konzern soll es Kollegen gegeben haben, die tatsächlich eine Strompauchale von 0,25€ am Tag haben wollten, weil sie ja von zuhause arbeiten müssten. "Dummheit" "Gier" "Geiz" ist halt geil!
03.06.2020 um 15:55 Uhr
Kjarrigan Tja, da geb ich Dir recht. aber wir haben hat einige Anfragen von Kolleginnen und Kollegen und müssen denen nachgehen. ist leider so. Aber wenn halt jemand z. B. einen Volumenabhänigen Vertrag hat, dann ist er schnell am Limit und dann wird's teuer. Ja, solche Kollegen haben wir tatsächlich.
03.06.2020 um 16:02 Uhr
§ 670 BGB greift natürlich erst wenn der Arbeitnehmer Aufwendungen macht die er ansonsten nicht hätte. Die "eh da"-Kosten bekommt er darüber nicht ersetzt.
Natürlich kann der BR püber all so etwas verhandeln, oder zumindest die Aufmerksamkeit beim Arbeitgeber wecken damit dieser Arbeitnehmer die mit einer berechtigten Forderung kommen nicht gleich abbügelt.
03.06.2020 um 16:05 Uhr
Ich hätte schon "das alle ins Homeoffice geschickt" nicht zugestimmt, ohne das eine Pauschale gezahlt wird. Arbeitsmangel besteht ja nicht, der AG will nur keine geeigneten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz durchführen.
03.06.2020 um 16:31 Uhr
"..., der AG will nur keine geeigneten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz durchführen."
Das erkläre mir mal. Homeoffice ist gerade dafür eine Maßnahme und eine sehr effektive sogar. und für manche MA mag es auch noch das Thema Kinderbetreuung geben.
03.06.2020 um 16:42 Uhr
Nun ja, Gesundheitsschutz: er schickt alle Präventiv nach Hause. Das ist schon ok. Aber die, welche im permanenten Homeoffice sind bekommen halt auch die Pauschale. Darum die Anfrage von den Kollegen. Gleiches Recht für alle
03.06.2020 um 17:00 Uhr
"Gleiches Recht für alle" ist das dümmste Argument. Denn die Situationen sind nicht vergleichbar. Die einen sind dauerhaft im HO, teilweise sicherlich auch gegen deren Willen, den anderen Kollegen wird gerade vom AG in einer überschaubaren Zeit in der eh alles anders ist aktiv geholfen gesund zu bleiben.
Man kann natürlich immer nach Dingen rufen die einem auch noch zustehen. Die Pandemie trifft uns alle und wir alle sollten auch bereit sein die Folgen mit einer gewissen Demut zu tragen. Und gerade dann, wenn mit Arbeitszeit und Fahrtkosten und Flexibilität aktuell dem Mehraufwand erhebliche EInsparungen entgegenstehen, kann der BR auch entscheiden dass das Anliegen nicht nachvollziehbar ist. Denn:
"er wir haben hat einige Anfragen von Kolleginnen und Kollegen und müssen denen nachgehen. ist leider so"
Ist ganz sicher nicht die immer richtige Form der BR-Arbeit
04.06.2020 um 09:48 Uhr
@Pickel: "st ganz sicher nicht die immer richtige Form der BR-Arbeit " So, da bin ich anderer Meinung. Berechtige Interessen der Kollegen zu verfolgen bzw. zu hinterfragen ist eine der Säuen der BR-Arbeit. Ausserdem haben wir Kollegen die die Firma "fußläufig" erreichen können. Bei denen fallen keine Fahrtkosten an. Und was ist mir der Firma, die in dieser zeit die Betriebskosten für die Büroräume spart? ich finde das anliegen der Kollegen für durchaus berechtigt.
04.06.2020 um 10:01 Uhr
Dieses Argument "die Fahrkosten entfallen" ist eigentlich keines, da man die Fahrkosten über die Pendlerpauschale problemlos bei der Steuer geltend macht. Bei meiner Tochter gab es unaufgefordert 1 € die Stunde mehr für die Tätigkeit im Homeoffice und Laptop und Bildschirm bekam sie auch von der Firma.
Wenn die Leute freiwillig während der Corona-Zeit ins Homeoffice gewechselt wären, hätte ich kein Problem damit, wenn sie keine Entschädigung bekommen, da es aber angewiesen wurde …. Zum einem seid ihr in der Mitbestimmung und solltet diese dann auch wahrnehmen.
Nicht für jeden ist Homeoffice auch wirklich eine Variante effektiv zu arbeiten - am Küchentisch mit drei kleinen Kindern stelle ich mir das extrem schwierig vor.
04.06.2020 um 14:42 Uhr
@xyz68 Genau dieser Meinung waren wir auch. Wir haben z. b. Kolleginnen mit 2 Kindern, alleinerziehend in einer 3 Zimmer Wohnung.
04.06.2020 um 16:15 Uhr
"Solltet aber auch Bedenken, dass die Konsequenz aus 'nicht home office' weil keine Pauschale vielleicht die KUG 0 % ist. "
Kurzarbeit obwohl genug Arbeit da ist? Das wäre dann ja wohl Betrug!
"Ausserdem haben wir Kollegen die die Firma 'fußläufig' erreichen können. Bei denen fallen keine Fahrtkosten an."
Das ist das Schöne wenn man eine Gerechtigkeitsdebatte führt: Jeder findet etwas anderes gerecht... Und deshalb sollte man besser in solchen Fällen keine Gerechtigkeitsdebatten führen.
"Und was ist mir der Firma, die in dieser zeit die Betriebskosten für die Büroräume spart?"
Was soll mit der schon sein, sie spart in dieser Zeit Betriebskosten. Es gibt keinen Grund, diese Ersparnis weiterzugeben, schließlich sind das Wirtschaftsbetriebe und keine sozialistischen Wohltäter. Außerdem möchte ich Euch dann gerne erleben, wenn Euer Arbeitgeber dann kommt und sagt: "Leute, durch Corona sind unsere Gewinne um 50% eingebrochen, wir halten es deshalb für durchaus berechtigt, die Löhne um 50% zu kürzen."
"Wir haben z. b. Kolleginnen mit 2 Kindern, alleinerziehend in einer 3 Zimmer Wohnung."
Zählt das heute schon als "prekäre Wohnsituation"? Pro Person nur ein Zimmer? Und vor allem: Was hat das mit der Unkostenpauschale zu tun? Hilft diese Unkostenpauschale effektiver zu arbeiten?
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