Mobbing durch Chef
Hallo,
ich wurde mit folgendem Problem konfrontiert: ein Kollege hat sich an mich gewandt, da er meint, er werde von unserem Chef gemobbt. Wir sind 10 Kollegen und sind die Zentrale eines bundesweiten Verbandes (ähnl. öffentl. Dienst). Wer kann mir Tips geben, wie ich das am besten angehe, vor allem in meiner Eigenschaft als Betriebsrat. Wo bekomme ich Infos, wer ist selbst Betriebsrat und hat Erfahrungen mit der Thematik?
Community-Antworten (3)
10.03.2009 um 10:59 Uhr
Mobbing ist leider eines der schwierigsten Themen mit dem sich ein BR auseinander setzen muß. Es ist leider häufig so, das es schlecht nachweisbar ist und das Opfer zum Schluß noch mal zum Opfer wird; weil wenn kein Nachweis, dann ist der Betriebsfrieden gestört und man sitzt auf der Sraße. Deshalb sagt der Gesetzgeber auch das Mobbing über längerem Zeitraum Dokumentiert und zeitlich festgehalten werden muß. Hier spricht man von einem Jahr. Geht diese Thema in Ruhe an und besucht eine Schulung dazu.
10.03.2009 um 11:03 Uhr
Hallo schnapper007, hast du unter dem Thema "Mobbing" auf der WAF Seite schon nachgeschaut ob du dort eine Lösungsmöglichkeit findest? Wenn nicht ist hier der Link: http://www.br-forum.de/index.php?purl=/index.html&nav=theme&theme=8 Empfindest du, nach den Schilderungen deines Kollegen, das Verhalten eures Chefs auch als mobbing?
10.03.2009 um 11:46 Uhr
Hallo schnapper007, als erstes mal die Empfehlung, an die Angelegenheit mit der Prämisse heranzugehen, dass der Kollege eine Situation tatsächlich als mobbing empfindet. Wenn Du ihm als BR schon mit Mißtrauen begegnest, dann ist sein einziger momentan möglicher Anlaufpunkt erledigt. Aus eigener leidvoller Erfahrung empfehle ich dann immer den Betroffenen, die in der Vergangenheit aufgetretenen Situationen aufzuschreiben: WAS ist passiert, WANN ist es passiert und WIE hat er es empfunden, evtl. noch WER könnte es bezeugen. Weiter empfehle ich ihnen, ab sofort Tagebuch zu führen, mit der gleichen Aufgliederung (sollte es sich tatsächlich als mobbing erweisen, dann gelten diese Tagebücher als Beweismittel). Und sollte es gar auch vielleicht nicht so gravierend sein - solche Aufzeichnungen sind eine gute Psychohygiene. In dem man gezwungen ist, eine Situation aufzuschreiben, setzt man sich bei der Formulierung aktiv damit auseinander. Die Gedanken werden klarer und es kreiselt nicht ständig ein verworrener Brei von Realität und empfundener Kränkung im Kopf. Dann würde ich einen neuen Gesprächstermin vereinbaren, wo er die Aufzeichnungen mitbringen soll. Damit fühlt sich der Betroffene erst mal ernst genommen und Du hast etwas Luft, entweder zu recherchieren, oder ein Seminar zu besuchen. Alle anderen Ausführungen würden hier zu weit führen - das wäre meine Empfehlung sozusagen als "Erste-Hilfe-Maßnahme". Die Bewertung der Aufzeichnungen, psychologische Hilfe usw. - alles erst später, wenn Du Dich kundig gemacht hast. . . .
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