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Termin beim Chef möchte den neuen BR kennenlernen - wer hat so eine Situation schon gehabt und kann was sagen?

DN
Der Neue
Jan 2018 bearbeitet

Wir sind 5 ganz neue Mitglieder im BR, es gibt auch keine alten Mitglieder. In ein paar Tagen haben wir einen Termin beim Chef. Er möchte den neuen BR kennenlernen. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt.

  1. wer hat so eine Situation schon gehabt und kann was sagen
  2. wieviele Antwortmöglichkeiten gibt es dem Chef zu sagen, dass man nichts sagen möchte (z. B. "da haben wir uns noch keine Gedanken drüber gemacht" oder "das haben wir noch nicht diskutiert" ich bitte um Vorschläge.

Danke für eure Antworten Der Neue

10.456014

Community-Antworten (14)

D
DonJohnson

20.12.2008 um 09:36 Uhr

@der Neue Eigentlich hab ich heute keine Zeit, diese Frage beantworte ich aber noch (gerne sogar) :-) Diese Situation kennt jeder, der das erste mal in ein Gremium gewählt wurde. Der "Antrittsbesuch bei Chef" ist nciht so schlimm und normal wenn es sich um einen ganz frischen BR handelt. In Zukunft werdet ihr den Chef einladen, dann ist es einfacher ;-) Was wird er machen...

  • er wird vermutlich fragen warum ihr euch habt in den BR wählen lassen
  • er wird euch sagen, dass doch eigentlich alles ok ist in der Firma
  • er wird euch sagen, dass ihr es nciht übertreiben sollt mit der BR Arbeit, da sie Geld kostet und es dem Betrieb doch SOOOO schlecht geht diese Lieste ist nciht abschließend. Macht euch Gedanken was euer Chef sagen und fragen wird - ihr kennt ihn ja, nicht wir hier.
  • bleibt cool
  • macht keinerlei Zusagen

Deine Antworten sind so schlecht doch nciht, aber das Wort diskutiert würde ich nciht verwenden - lieber: das haben wir noch nicht beraten - klingt besser, da diskutiert ein wenig was hat von lange Rede kurzer Sinn. ich würde vielleicht auch nciht unbedingt sagen, dass man sich "darüber noch keine Gedanken" gemacht hat, lieber: "da haben wir schon klare Vorstellungen, müssen diese aber noch genauer formulieren..." oder so

Tretet selbstbewußt auf! Denkt dran, ihr seid nun Betriebsverfassungsorgane und vom Gesetzgeber mit einer gewissen "Macht" ausgestattet. Wenn du verstehen möchtest was ich meine schau dir mal den § 119 BetrVG an. Eure Instumente sind die Gesetze, vor allem das BetrVG. Die habt ihr nun bekommen. Jetzt müßt ihr lernen, sie zu spielen.

Da ihr neu seid und diesen Gang zum Chef gehen müßt, hier noch mal der immer wieder gerne zitierte Link Druckt das ruhig aus und legt es euerm Chef vor: www2.igmetall.de/homepages/bremerhaven/file_uploads/informationsblattfrvorgesetztevonbetriebsratsmitgliedern.doc

Hier der Text: Informationsblatt für Vorgesetzte von Betriebsratsmitgliedern

Sie haben in Ihrer Gruppe, Abteilung, Schicht usw. ein Mitglied des Betriebsrats. Herzlichen Glückwunsch, dass Sie Mitarbeiter/innen haben, die so viel Vertrauen in der Belegschaft Ihres Betriebs genießen, dass sie in den Betriebsrat gewählt wurden. Mit diesem Informationsblatt wollen wir für Sie zu einer möglichst reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Ihnen und „Ihrem“ Betriebsrat beitragen.

Der Auftrag des Betriebsverfassungsgesetzes lautet: Arbeitgeber (und Sie als Erfüllungsgehilfe des Arbeitgebers somit auch) und Betriebsrat arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen für das Wohl der Arbeitnehmer/innen und des Betriebs.

Um eventuell bestehende Missverständnisse über die Position des Betriebsrates von vorneherein auszuschließen hat das Bundesarbeitsgericht hierzu ein Urteil gefällt, in welchem es um die grundsätzlich unterschiedlichen Interessen (Interessengegensatz) von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite geht. Hier ein paar Auszüge aus diesem Urteil: „...Ohne diesen Interessengegensatz wären gesetzliche Regelungen über die Mitwirkung von Arbeitnehmerseite an Entscheidungen des Arbeitgebers gegenstandslos. Auch das Betriebsverfassungsgesetz setzt diesen Interessengegensatz voraus...Im Betrieb hat der Betriebsrat die Interessen der von ihm repräsentierten Belegschaft wahrzunehmen...Anstelle möglicher Konfrontation tritt zwar die Pflicht zur beiderseitigen Kooperation, dennoch bleibt der Betriebsrat Vertreter der Belegschaft gegenüber dem Arbeitgeber. Er ist zu vertrauensvoller Zusammenarbeit, nicht aber dazu verpflichtet, die Interessen der Belegschaft zurückzustellen. Damit obliegt dem Betriebsrat eine „arbeitnehmerorientierte Tendenz“ der Interessenvertretung...“

Sie als Vorgesetzte/r eines BR-Mitglieds sind verpflichtet, „Ihrem“ Betriebsratsmitglied die ungestörte Ausübung seines Betriebsratsamtes zu ermöglichen. Wir haben deshalb im folgenden für Sie die Rechte und Pflichten zusammengestellt, die ein BR-Mitglied gegenüber dem Arbeitgeber und Ihnen als persönlichem Vorgesetzten hat.

1.) Was geht vor: Betriebsratsarbeit oder berufliche Tätigkeit? Das Bundesarbeitsgericht regelt diese Frage ganz klar: Erst kommt die Arbeit für und im Betriebsrat und anschließend der Job. Jeder Betriebsrat hat deshalb einen Anspruch, von seinen beruflichen Verpflichtungen so entlastet/freigestellt zu werden, dass er/sie die Betriebsratsarbeit ordnungsgemäß erledigen kann. Für diese Entlastung müssen Sie sorgen!

2.) Wer entscheidet über den Umfang der Arbeit für den Betriebsrat? Eindeutige gesetzliche Regelung: Nur das einzelne Betriebsratsmitglied selbst! Eine „Genehmigung“ der Betriebsratsarbeit durch den Vorgesetzten, aber auch durch den Betriebsratsvorsitzenden, ist nicht vorgesehen. Würden Sie ein Betriebsratsmitglied (aber auch Jugend- und Auszubildendenvertreter oder Wahlvorstandsmitglied) an der Erfüllung seiner Aufgaben hindern, wäre dies sogar strafbar (Behinderung der betriebsverfassungsrechtlichen Organe wird im Höchstfalle mit Gefängnis bestraft).

3.) Wer entscheidet, wann ein Betriebsratsmitglied seine Aufgaben erledigt? Auch hier die eindeutige Antwort: Nur das einzelne Betriebsratsmitglied selbst! Allerdings: Das Betriebsratsmitglied ist angehalten, auf betriebliche Termine Rücksicht zu nehmen. Im Einzelfall ist die Dringlichkeit der Betriebsratsarbeit entscheidend.

4.) Kann das Betriebsratsmitglied den Arbeitsplatz ohne weiteres verlassen? Im Prinzip ja. Es muss sich allerdings so ab- und wieder zurückmelden, wie man das in Ihrem Betrieb allgemein tut, wenn ein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlässt. Wenn es Schwierigkeiten gibt, vereinbaren Sie mit dem Betriebsratsmitglied, wie Ab- und Rückmeldung stattfinden sollen.

5.) Was gehört alles zur Betriebsratsarbeit? Der häufigste Irrtum ist, dass Betriebsratsarbeit nur die Teilnahme an den Betriebsratssitzungen bedeutet. Zur Betriebsratsarbeit gehören aber z.B. auch Teilnahme an Gesprächen mit dem Arbeitgeber, Teilnahme an Betriebsbesichtigungen, Aufsuchen von Arbeitnehmern an ihrem Arbeitsplatz, Teilnahme an Gesprächen mit Gewerbeaufsichtsamt, Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften, Betriebsärzten oder sonstigen Institutionen, Teilnahme an Arbeitsschutzausschusssitzungen des Betriebs, Teilnahme an Sitzungen von Arbeitsgruppen und Ausschüssen des Betriebsrats, Sprechstunden, Personalgespräche, Vorbereitung von Betriebsratssitzungen, Arbeit im Betriebsratsbüro, Lektüre von Gesetzen, Verordnungen und Fachzeitschriften, Beschaffung von Informationen für die Betriebsratsarbeit, z.B. im Internet, Besuch von Betriebsratsfortbildungen und Seminaren usw.

Sie sehen: Die rechtlichen Vorgaben sind eindeutig. Wir empfehlen Ihnen: Sehen Sie in „Ihrem Betriebsratsmitglied“ Ihren Partner, der wie Sie größtes Interesse am Wohl der Arbeitnehmer und Ihres - gemeinsamen - Betriebs hat.

Viel Spaß und viel Erfolg.

Laßt euch nciht unterkriegen. Wenn du Fragen hast, hier findest du bestimmt Antworten...

Gruß DJ

DN
Der Neue

20.12.2008 um 09:58 Uhr

@DJ Super, dass Du trotz Zeitmangel eine so kompetente und schnelle Antwort gegeben hast. Ich finde es schade, dass der Cheftermin vor dem Schulungstermin BetrVG liegt, aber der Terminkalender vom Chef lässt keine andere Möglichkeit zu. Gruß Der Neue

N
nicoline

20.12.2008 um 22:15 Uhr

@DJ Respekt DJ, dafür das Du eigentlich keine Zeit hattest, hast Du Dir aber doch ziemlich Zeit genommen und 'ne Super Antwort hingelegt. Hoffe Du bist nicht zu spät gekommen und hattest jetzt Unannehmlichkeiten wegen des "Helfersyndroms" an dem wir hier alle "leiden" ;-))))

@ der Neue sinnvoll wäre es wahrscheinlich auch, wenn auch ihr dem AG einige Fragen stellt, oder ihm schon mal mitteilt, was euch in aller nächster Zukunft besonders am Herzen liegt. Dann wird es nämlich nicht zu einer einseitigen Veranstaltung, aus der der AG dann u. U. als "gefühlter" Sieger hervorgehen kann. Und, DJ nichts für ungut, den IG Metall Text würde ich erst dann präsentieren, wenn es wirklich nötig ist, das würde ich je nach Verlauf des Gespräches entscheiden.

Viel Erfolg, seid selbstbewußt, denn ihr habt jetzt eine andere Position als damals, als ihr noch keine BRe wart und das solltet ihr auch ausstrahlen!!!!!

Schöne Weihnachten ;-)))

D
DonJohnson

20.12.2008 um 22:47 Uhr

@all bin wieder da, langer Geburtstag, war sxhön und ich bin nicht zu spät gekommen, passte lach, danke der Nachfrage. nicoline, ich denke warum sollte man denText nciht übergeben?

N
nicoline

20.12.2008 um 23:07 Uhr

Grüß Dich DJ ich habe nicht gesagt, dass es nicht übergeben werden soll, sondern, dass ich es von dem Verlauf des Gespräches abhängig machen würde. Zunächst mal, man möge mir verzeihen, gehe ich immer noch vom Guten im Menschen aus. Kann ja sein, dass es wirklich nur ein unverbindliches kennenlernen Gespräch wird, dann muß man doch eine solche Belehrung nicht gleich präsentieren, oder ;-)). Dieses ist, nach meiner vielleicht unmaßgeblichen Meinung, nur nötig, wenn es sich abzeichnet, dass es nicht zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kommen wird. Ansonsten sollte man doch zunächst erstmal Diplomatie walten lassen, könnte nützlich sein, wenn man so ganz neu ist ;-))

D
DonJohnson

21.12.2008 um 08:00 Uhr

@nicoline Ja, hast natürlich Recht.

DN
Der Neue

21.12.2008 um 09:04 Uhr

Die BR-Wahlen sind vor ca. 3 Jahren von unserem Chef ausgegangen. Er hat auch öffentlich auf einer Veranstaltung gesagt, dass auch befristet eingestellte sich als BR aufstellen lassen sollen, es würden dadurch keinerlei Nachteile entstehen. Ich glaube, dass er sich freut, dass der "alte" BR sich komplett zurückgezogen hat, damit er erstmal einen geschwächten BR hat.

I
Immie

21.12.2008 um 09:17 Uhr

@der Neue Erst sagst du "ganz neu", jetzt sind es 3 Jahre , was denn nun? Und zu deinem Chef kann man nur sagen " Geschickt".

D
DonJohnson

21.12.2008 um 09:29 Uhr

Nun verstehe ich gar ncihts mehr - ihr seid 3 Jahre im Amt und habt noch keine Seminare besucht? Das mit den drei Jahren ist schon seltsam... das wäre dann also 2005 gewesen... Eigentlich seid ihr also gar nciht so neu. Und warum "bittet" euer Chef euch erst jetzt (nach soooo langer Zeit) zum Termin? Könntest du bitte ein wenig Ordnung in das Chaos bringen? Ich verstehe nämlich gerade gar ncihts mehr - kann auch am gestrigen Tag liegen (ist nciht auszuschließen) - verstehen kann ich es dennoch nciht... Bitte genauere Infos

DN
Der Neue

21.12.2008 um 09:38 Uhr

Ich hab mich wieder mal total falsch ausgedrückt.... Vor 3 Jahren waren die ersten Wahlen, davor hatten wir noch keinen BR. Seit dieser Zeit hatten wir schon 4 Wahlen, weil immer BR-Mitglieder gekündigt haben. Die letzte Wahl war im Dezember, dort wurden 5 ganz neue BR-Mitglieder gewählt.

I
Immie

21.12.2008 um 10:01 Uhr

@der Neue AHA So lange dir das nur hier passiert;-)

D
DonJohnson

21.12.2008 um 10:11 Uhr

@Immi Dann ist das doch hier eine schöne Übung für "der Neue", gell?

DN
Der Neue

24.12.2008 um 11:00 Uhr

Wie lautet denn der schlaueste Satz, warum man sich hat wählen lassen?

N
nicoline

25.12.2008 um 00:31 Uhr

@der Neue

Wie lautet denn der schlaueste Satz, warum man sich hat wählen lassen?

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Ich hab mich wieder mal total falsch ausgedrückt

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