Verfall des Jahresurlaubs
Der BR hat eine BV zum Thema Urlaubsplanung gemacht. Text wie folgt:
§ 7 Urlaubstage ins Folgejahr. Der Jahresurlaub muss bis zum 31.12.2019 verplant und genommen sein. Nach Absprache mit der kaufmännischen/technischen Leitung ist eine Inanspruchnahme bis zum 28.02.2020 möglich. Ausnahmeregelungen sind nur nach Zustimmung der kaufmännischen/technischen Leitung gültig.
Text aus unserem Manteltarifvertrag: Manteltarifvertrag für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie in Westfalen Lippe
- Der Urlaubsanspruch erlischt am 31. März des nachfolgenden Kalenderjahres, es sei denn, dass der Arbeitnehmer ihn vorher schriftlich oder über den Betriebsrat schriftlich oder durch Protokoll geltend gemacht hat.
Bei der BV stelle ich ja mich schlechter als der Manteltarifvertrag, wenn ich richtig liegen sollte, ist die BV nun ja nicht gültig oder?
Danke für Info.
Community-Antworten (3)
27.11.2019 um 10:26 Uhr
Wenn es nicht noch eine Öffnungsklausel im TV gibt - Ja der TV ist günstiger
27.11.2019 um 10:49 Uhr
"Die Regelungsbefugnis der Betriebsparteien ist grundsätzlich begrenzt durch zwingendes staatliches Recht. Hierzu gehören insbesondere: Gesetze, Verordnungen und durch Richterrecht gestaltete Rechtsgrundsätze.
Beispiel: Durch Betriebsvereinbarung kann keine von dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) zu Ungunsten der Arbeitnehmer abweichende Urlaubsregelung getroffen werden (§ 13 BUrlG)."
hier besonders die Rechtsprechung des EuGH zum Urlaub bei Krankheit beachten.
und
"Die Regelungsbefugnis der Betriebsparteien wird wesentlich eingeschränkt durch den „Tarifvorrang“ (§ 77 Abs. 3 BetrVG), wonach Arbeitsentgelte und sonstige Arbeitsbedingungen, die durch Tarifvertrag geregelt sind oder üblicherweise geregelt werden, grundsätzlich nicht Gegenstand einer Betriebsvereinbarung sein können."
ansonsten wie Kjarrigan schon sagte ... wenn ggf. eine Öffnungsklausel im TV steht.
29.11.2019 um 15:15 Uhr
In diesem Zusammenhang sollte auch die neueste Rechtsprechung des EuGH (EuGH Urt. v. 06.11.2018, Az. C-684/16) bedacht werden. Nach dieser kann Urlaub nur dann verfallen, "wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zuvor konkret aufgefordert hat, den Urlaub zu nehmen, und ihn klar und rechtzeitig darauf hingewiesen hat, dass der Urlaub anderenfalls mit Ablauf des Urlaubsjahres oder Übertragungszeitraums erlischt."
Das BAG hat dieses Urteil auch bereits übernommen. So heisst es z.B., dass der Mitarbeiter "konkret aufgefordert" werden muss, den Resturlaub zu nehmen. Es muss auch die Möglichkeit haben, den Urlaub zu nehmen (d.h. er darf dann nicht aus betrieblichen Belangen verweigert werden). Auch muss die Resturlaubsmenge benannt werden, das bloße Ausweisen auf der monatlichen Lohnabrechnung reicht hierfür nicht aus.
Sehr schön kann man das z.B. hier nachlesen: https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bag-c-684-16-urlaub-verfall-eugh-hinweise/
Verwandte Themen
Verfallen Überstunden bzw. können Sie gestrichen werden
ÄlterGuten Abend an alle, ich wende mich mit folgender Frage an euch und zwar ist es bei uns im Betrieb so das man immer wieder versucht, oder es auch tut, Kollegen/Innen Überstunden die sie geleistet habe
Verfall des Jahresurlaubs wegen Krankheit?
ÄlterFür alle, die es interessiert: http://www.haufe.de/SID21.IKSThEmKyro/oeffentlicher-dienst/newsDetails?newsID=1233821515.17&portal=tvoed
Zirkus" mit der Urlaubsplanung
ÄlterHallo, bei uns auf Station gibt es jedes Jahr wieder "Zirkus" mit der Urlaubsplanung. Der Urlaub kann dann, meistens aus arbeitstechnischen Gründen (wegen der bekannten Personalnot), nicht wie geplan
Betiebsurlaub - 3/5 des Jahresurlaubs?
Älterlaut einer grichtsurteils von 2004 darf der betrieb 3/5 des jahresurlaubs als Betriebsurlaub festlegen wenn die arbeitslage schlecht ist stimmt das
Wartezeit für Urlaubsanspruch
ÄlterNach dem Bundesurlaubsgesetz erwirbt man nach § 4 erstmalig nach sechsmonatiger Beschäftigung den vollen Urlaubsanspruch. § 5 (1) sagt, dass man einen Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für j