Einstellungsstop ohne richtige Gründe
Wir erfahren über mehrere Monate vom Flurfunk , dass der Arbeitgeber ein Einstellungstop eingeführt hat. Die wirtschaftliche Lage ist momentan gut. Das erkennen wir von den Zahlen im Wirtschaftsausschuss. Aber der Arbeitgeber sagt uns immer wieder, dass Mitarbeiter teuer sind und dass diese Kosten eine Behinderung für das gestrebte Wachstum sei. Der Arbeitgeber nimmt aber fleißig weiterhin neue Aufträge und Projekte an und somit sind immer mehr Ressourcen benötigt. Aber mit einem Einstellungstop ist das nicht möglich. Es herrst eine schlechte Stimmung: Die Mitarbeiter sind müde und erschöpft, weil immer mehr Arbeit kommt ohne aber dass entsprechend Personal dafür da ist. Über die Gesundheit von diesen Menschen machen wir uns Sorgen.
Wir vermuten, dass der Arbeitgeber versuchen möchte zu sehen, ob er doch das Personal drucken kann. Wir führen leider keine Monatsgespräche.
Wie würde ein erfahrener Betriebsrat damit umgehen?
Community-Antworten (5)
17.06.2019 um 14:52 Uhr
Wie üblich:
Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen und keine Mehrarbeit mehr genehmigen.
17.06.2019 um 14:58 Uhr
Außerdem - erklärt doch mal dem Arbeitgeber, dass ihr von einer Betriebsänderung (§ 111 BetrVG) ausgehen müsst und fordert einen Interessenausgleich und Sozialplan.
17.06.2019 um 15:22 Uhr
"dass ihr von einer Betriebsänderung (§ 111 BetrVG) ausgehen müsst"
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17.06.2019 um 15:23 Uhr
samira "dass ihr von einer Betriebsänderung (§ 111 BetrVG) ausgehen müsst und fordert einen Interessenausgleich und Sozialplan. "
das erkläre mir bitte mal. Nachdem was oben genannt wurde sehe ich dafür überhaupt keinen Ansatz. Oder ist deine Glaskugel klüger als meine?
Ergänzend zu Pjöööng: den AG mal auf die Beteiligungsrechte zur Personalplanung hinweisen und das Beratungsrecht einfordern
17.06.2019 um 16:08 Uhr
Wenn Ihr noch ein unerfahrener BR seid: Habt Ihr schon Schulungen besucht? Falls nicht, so schnell wie möglich nachholen! Fordert den AG zu monatlichen Gesprächen auf. Siehe dazu: BetrVG: § 74 Grundsätze für die Zusammenarbeit (1) Arbeitgeber und Betriebsrat sollen mindestens einmal im Monat zu einer Besprechung zusammentreten. Sie haben über strittige Fragen mit dem ernsten Willen zur Einigung zu verhandeln und Vorschläge für die Beilegung von Meinungsverschiedenheiten zu machen.
Wenn der AG nicht mit Euch spricht, könnt Ihr keine vernünftige BR Arbeit machen.
Ansonsten, so wie Pjöööön und paula es schreiben. Eine Betriebsänderung liegt vermutlich ehr nicht vor.
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