W.A.F. LogoSeminare

Grobe Unstimmigkeiten im Betriebsrat - was passiert dann?

E
Evelin
Nov 2016 bearbeitet

Hallo Kollegen, was passiert, wenn 2 Mitglieder eines Betriebsrates so große Probleme miteinander haben, dass eine gute Zusammenarbeit nicht mehr gewährleistet ist (z. B. eine private Klage, die ihren Ursprung in der Betriebsratarbeit hat, angedroht oder realisiert wird)? Welches der beiden Mitglieder muß dann gehen?

Gruß Eveli

11.314013

Community-Antworten (13)

L
Lotte

06.11.2007 um 17:50 Uhr

Evelin, wenn ein Gericht es nicht anders entscheidet: Keins

K
K.Etzer

06.11.2007 um 17:55 Uhr

Es erscheint kaum vorstellbar, dass "Betriebsratsarbeit" einen Anlaß zu einer Privatklage geben kann. Die Privatklage dient der Entlastung von Staatsanwaltschaften und Gerichten von Bagatell-Verfahren und kommt vor allem bei folgenden Straftaten in Frage:

Hausfriedensbruch Beleidigung, wenn sie nicht gegen bestimmte politische Organe gerichtet ist Verletzung des Briefgeheimnisses Körperverletzung Bedrohung Sachbeschädigung Hinzu kommen einige weitere Straftaten, die im Gesetz genannt sind (§ 374 Absatz 1 Strafprozessordnung).

Das ist aber sicher nicht gemeint, oder?

Vermutlich meinst Du ein zivilrechtliches Verfahren, aber auch das erscheint kaum vorstellbar. Welchen zivilrechtlichen Sachverhalt zwischen zwei Mitarbeitern kann es denn geben, der aus "Betriebsratstätigkeit" entsteht?

Vielleicht erläuterst du mal den Hintergrund etwas ausführlicher!

E
Evelin

06.11.2007 um 18:18 Uhr

Hallo zusammen, zur Erklärung: es geht um einen Streitfall zwischen der Kollegin aus dem Betriebsrat und einer Zeichnerin. Mit der Zeichnerin habe ich (das andere Betriebsratsmitglied) gesprochen und dabei ein Protokoll angefertigt. Anschließend haben wir (die Zeichnerin, die andere Kollegin aus dem Betriebsrat, deren gemeinsamer Vorgesetzter und ich zusammen gesessen wegen dieser Unstimmigkeiten. Aus dem letzteren Gespräch habe ich ebenfalls ein Protokoll erstellt. Das letztere Protokoll habe ich dem Vorgesetzten zur Durchsicht per Mail geschickt, dachte ich, leider war auch das erstere Protokoll dabei. Da stehen ein paar Sachen drin, die angeblich vorgefallen sind, die zwar glaubhaft, aber nicht belegbar sind. Ich bin der Verfassser und habe die Mail geschrieben. Ich habe bereits Stellung genommen, mich entschuldigt, trotzdem droht mir jetzt eine Klage wegen Verleumdung. An alle, die jetzt denken: selber Schuld, wat bisse auch so schlusig, ...ja ich weiß, ich habe einen groben Fehler gemacht. Die Zeichnerin, um deren Aussagen es geht ist soeben aus einer Kur gekommen und ist einer Stellungnahme psychisch nicht gewachsen. Ich vermute, dass die Aussagen der Zeichenrin, die in dem Protokoll stehen, wahr sind, dennoch nicht belegbar; das nur am Rande. So, wie sol man unter solchen Promissen weiterhin gemeinsame Betriebsratsarbeit leisten???

K
K.Etzer

06.11.2007 um 18:29 Uhr

"Ich bin der Verfassser und habe die Mail geschrieben. Ich habe bereits Stellung genommen, mich entschuldigt, trotzdem droht mir jetzt eine Klage wegen Verleumdung. An alle, die jetzt denken: selber Schuld, wat bisse auch so schlusig, ...ja ich weiß, ich habe einen groben Fehler gemacht."

Die Klage wegen Verleumdung dürfte wenig Aussicht auf Erfolg haben, weil man dir ja den Tatvorsatz nachweisen müßte. Der dürfte aber nicht gegeben sein, weil du die Mail ja wohl nicht mit der Absicht geschrieben hast, jemanden zu verleumden. Und: wenn die Zeichnerin das, was protokolliert wurde, auch tatsächlich gesagt hat, würde ich mir noch weniger Gedanken machen.

E
Evelin

06.11.2007 um 18:55 Uhr

Nein, ich habe nicht den Vorsatz der Verleumdung gehabt, ja, die Zeichnerin hat gesagt, was ich in dem Protokoll beschrieb. Die drohende Klage macht mir auch keine Angst. Viel mehr frage ich mich, wie die weitere Betriebratsarbeit aussehen soll. Auch nachdem ich mich entschuldigt habe, wird mir mit äußerster und unsachlicher Aggression von dem anderen Betriebsratsmitglied begegnet. Ich selber bin äußerst schockiert von dem Ausmaß der Schikane, die da (zwischen den Koklleginen) vermutlich (!!!) statt fand. Das ist doch keine Grundlage für eine Zukünftige Zusammenarbeit. Das macht mir Kopfschmerzen und ich habe keine Lust auf einen "Zicken- Krieg" während der BR- Sitzungen.

DAH
Der alte Heini

07.11.2007 um 00:09 Uhr

Eine Klage wegen Verleumdung dürfte wohl etwas übertrieben sein und auch kein Erfolg haben. Die beiden Streithühner sollten sich an einen Tisch setzen und das Problem besprechen. Will man das nicht, solltest Du dich etwas zurücknehmen und abwarten, denn die Zeit heilt nicht alle aber viele Wunden.

P
pirat

07.11.2007 um 02:15 Uhr

@"Evelin, kann es denn wirklich nicht möglich sein unter erwachsenen Mensch, dass zu aller Zufriedenheit zu lösen? Ich benutze bewußt Konjunktiv II

E
Evelin

07.11.2007 um 08:18 Uhr

Hallo,

"kann es denn wirklich nicht möglich sein unter erwachsenen Mensch, dass zu aller Zufriedenheit zu lösen?" Das ist das, was mich persönlich traurig macht. Damit machen auch wir Frauen unserem negativen Ruf alle Ehre, das sind irgendwelche Dinge, die keiner mehr versteht. Das finde ich sehr schade... Ihr habt mir gut geholfen, ich bedanke mich ganz herzlich und guck mal, wie sich das entwickelt.

B
Benno_BRB

07.11.2007 um 08:51 Uhr

Dat sieht mir nicht mehr nur nach "Stutenbissigkeit!" aus. Das ist schon ordentliches Mobbing. Allerdings nur, wenn Ihr mehr als ZWEI BRM's seid. Da dies wohl der Fall sein muss ;-) würde ich dem Gremium mal einen Schuß vor den Bug geben. Es ist nämlich eine grundsätzliche Anforderung an einen BR Mobbing zu unterbinden. Wenndas Gremium aber schon nicht weiss was es tut, wie soll es dann noch seinen Aufgaben gewachsen sein? Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder!

Liebe Evelin, du musst Dir ein dickes Fell wachsen lassen und mal Seminare besuchen, die das Thema Mobbing bearbeiten und dann kannst Du mindestens für Dich schonmal besser damit umgehen. Ausserdem hate ich es in solchen Fällen immer gern mit der Geschichte aus dem Neuen Testament, die da endet mit dem Satz: "Und wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!" Manchmal hilfts und manchmal nicht....

W
Waschbär

07.11.2007 um 10:35 Uhr

Liebe Evelin, ggf solltet ihr euch mal einen Externen Schlichter hohlen , auch bekannt als Mediator, er ist neutral und kann das Thema bestimmt am "saubersten" Vermitteln. Fürch dich Persönlich , oft hilft raus halten und das auch beiden "Sauerköpfen" zu sagen auch! Nie Partei ergreifen ... sonst bist du hinterher die "angemeierte" .... und da hilft auch kein Waschbären Winterfell .

E
Evelin

07.11.2007 um 19:03 Uhr

Hallo, für die letzten Beiträre möchte ich mich noch mal besonders bedanken, da es natürlich wichtig ist zu wissen, wie man in Zukunft reagiert. Ich war auch unsachlich und habe mich in einer "nicht so guten" Art und Weise angagiert. Ich werde auch in Zukunft offen für meine Kollegen/ Kolleginen sein, wen sollen die denn sonst ansprechen, aber für den richtigen und sachlichen Umgang mit derlei Geschichten, werde ich tatsächlich ein Seminar besuchen und außerdem die übrigen BR- Mitglieder mehr in die Pflicht nehmen. Inzwischen sehe ich die Geschichte für mich eher als lehrreiche Lektion und hoffe, dass da in Zukunft ein bißchen souveräner bin. Danke Euch Gruß Evelin

B
Benno_BRB

08.11.2007 um 17:53 Uhr

Liebe Evelin: :-)

Lieber Waschbär: Hei! Und schön braun geworden oder nur noch Sand im Getriebe!? (:-))

W
Waschbär

09.11.2007 um 10:18 Uhr

Benno,

ich werde nie Braun ! :-))

und Sand ... im Getriebe ? nee meine Midnight "Entsandet" mich immer ganz lieb :-))

Ihre Antwort