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Müssen Gehaltsangaben bei Einstellungsanträgen gemacht werden?

E
Ella
Jan 2018 bearbeitet

Hallo alle zusammen, wir sind ein mittelständisches Unternehmen ohne tarifliche Bindung (AG ist vor 2 Jahren aus dem AG-Verband ausgetreten). Seit geraumer Zeit werden uns Einstellungsanträge ohne Angabe des Gehaltes zur Zustimmung von der Personalabteilung eingereicht. Die Personalabteilung behauptet sie wäre nicht verpflichtet uns das Gehalt zu nennen. Wir sind der Meinung sie müssen es machen. Es handelt sich dabei nicht um Führungskräfte! Gibt es einen Zusammenhang, dass wir nicht mehr tariflich gebunden sind, also eigentlich alle ATler bzw. die Gehälter/Löhne eigen verhandelt ?

Wer ist nun im Recht? Wir wollen nächste Woche entscheiden was wir zukünftig mit Anträgen ohne Gehaltsangaben machen!

Für eine schnelle Antwort evtl. mit rechtlicher Grundlage wäre ich dankbar.

9.43808

Community-Antworten (8)

K
Kölner

01.11.2007 um 11:25 Uhr

@Ella Im Einstellungsbegehren muss der AG keinerlei Angaben dazu machen. Keine Tarifbindung!

S
SSGG

01.11.2007 um 12:06 Uhr

Moin Ella, in der Anhörung zur Einstellung muß es nicht genannt werden. Ihr habt andererseits nach § 80 BetrVG das Recht, Einblick in die Listen über Bruttolöhne- und Gehälter zu nehmen.

K
Kölner

03.11.2007 um 20:18 Uhr

@GvTreeck Dann besuchen wir noch mal ein Seminar! Du machst aber mit, nicht wahr? Bei so viel geballter Intelligenz...

Du hast Dir möglicherweise einen Bärendienst erwiesen: Werbung zu machen mit einer fachlich falschen Auskunft...wer soll jetzt noch zu Dir kommen?

I
Immie

03.11.2007 um 20:44 Uhr

...setzt aber voraus, das überhaupt eine Lohn - oder Gehaltsgruppenordnung besteht...

GvTreeck, leitest du die Seminare oder kann ich die mit dir besuchen?

I
Immie

05.11.2007 um 11:30 Uhr

Gerne;-) Schreib mal...

L
Lotte

05.11.2007 um 11:38 Uhr

GvTreeck, und doch ist Deine Antwort nicht korrekt! Unterscheiden muss man zwischen Eingruppierung (hier hat der AG eine Informationspflicht) und Höhe des Gehalts. Hierzu zitiere ich mal wieder den DKK unter §99 BetrVG, RN 138: "Zur erforderlichen Information über die Eingruppierung zählt dem BAG zufolge nicht die Höhe des mit dem AN vereinbarten Arbeitsentgelts (BAG 18. 10. 88). Das BAG begründet dies ausschließlich mit dem Hinweis darauf, dass der AN auch durch unzulässige Arbeitsbedingungen im Arbeitsvertrag nicht bei der Einstellung benachteiligt werde und etwaige Gesetzesverstöße auch noch nach der Einstellung korrigiert werden könnten. Selbst wenn man sich dem anschließt, ist dies lediglich ein Argument für die Frage der Einstellung und der Möglichkeit der Zustimmungsverweigerung (vgl. Rn. 172 ff.). Stellt man dagegen auf das parallele Eingruppierungsverfahren ab (vgl. Rn. 69), so hat der BR den Anspruch auf die Information, ob nicht im übertariflichen Bereich Ansatzpunkte für ein kollektives Entlohnungsschema gegeben sind. Außerdem ist an Nachteile für die anderen AN (Abs. 2 Nr. 3) wegen eines Lohn- und Leistungsdruck-Zusammenhangs zu denken (s. Rn. 191). Nach Abschluss des Arbeitsvertrags hat der BR den Anspruch auf diese Information ohnehin, gestützt auf sein Einblicksrecht in Bruttolohn- und Gehaltslisten." Wenn Du anderslautende Urteile zur Hand hast, so bin ich gespannt...

L
Lotte

05.11.2007 um 13:29 Uhr

GvTreckk, dann sind wir uns doch eigentlich einig und Kölner hat Recht: (und Däubler wohl auch ;-) ) Eingruppierung ja (RN 137) Höhe des Gehalts nein (RN 138)

In der Frage ging es um die Angabe des Gehalts. Das kann nicht verlangt werden, wohl aber die Eingruppierung und da hast Du Ella ja nun gute Argumente an die Hand gegeben. ;-)

K
Kölner

05.11.2007 um 23:10 Uhr

@GvTreeck Dann grüsse mir mal den Ver.di Forum Nord e.V. (interessante Konstruktion!)- warum stehst Du da nicht mit Namen als Teamer drin? Was puzzlen alles bringen kann ;-)

Ver.di macht Werbung bei der WAF...Knaller!

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