Gleiche Gewerkschaft bei Tochterunternehmen?
Hallo ihr Lieben,
ich verzweifle grade an einer Frage, der bei meinem Arbeitgeber momentan enorm an Wichtigkeit gewinnt.
Muss eine Tochterfirma zwingend die selbe Gewerkschaft als tarifführende Gewerkschaft haben wie der Mutterkonzern? Habt ihr vielleicht sogar Beispiele, bei denen das nicht der Fall ist?
Zur Situation: Bei uns versucht grade ein nicht geringer Teil der Belegschaft einen Gewerkschaftswechsel einzuleiten. Die Unterstützung innerhalb der Belegschaft ist enorm und der Rückhalt der aktuell tarifführenden Gewerkschaft schrumpft immer weiter. Diese tarifführende Gewerkschaft stützt sich momentan unter Anderem auf das Argument, dass ein Tochterkonzern zwingend die gleiche Gewerkschaft haben müsse wie die Muttergesellschaft. Die anderen Argumente sind im größten Teil billige Hetze und Verunglimpfungen weil den Genossen so langsam die Felle wegschwimmen.
Nur die Aussage, der DGB sehe einen Gewerkschaftswechsel laut eigener Satzung nicht vor ist m.M.n. noch ein sinnvoller Einwand, jedoch wird der DGB bei einem eindeutigen Wechselwillen eines Großteils der Belegschaft und dem besagten minimalen Rückhalt der bisherigen Gewerkschaft wohl nicht komplett verschließen können, oder doch? Beide Gewerkschaften sind im DGB.
Ich würde mich über Antworten freuen!
Sollte es so einen Gewerkschaftswechsel schon gegeben haben würde ich mich auch da über Informationen freuen!
Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus.
Community-Antworten (9)
11.03.2019 um 21:47 Uhr
Nein es muss nicht die gleiche Gewerkschaft sein. Die entscheidende Frage ist vielmehr ob die Gewerkschaft ,zu der ihr wollt, ob die für eure Banche zuständig ist. Und ob die Gewerkschaft bereit ist euch gegen die andere Gewerkschaft zu unterstützen. Den nur viele Mitglieder zuhaben ist da nicht ausreichen.
11.03.2019 um 21:59 Uhr
Ob die (neue) Gewerkschaft für uns zuständig ist, ist momentan Streitthema der beiden Parteien. Fakt ist, dass wir in der Sparte der einzige Betrieb überhaupt sind der von "Gewerkschaft 1" vertreten wird. Sämtliche andere Firmen die in dieser Sparte tätig sind, sind von "Gewerkschaft 2" vertreten, haben allerdings auch keinen Mutterkonzern, der bei "Gewerkschaft 2" an und für sich erstmal falsch wäre. Das ist die Misere in der wir grade stecken.
"Gewerkschaft 2" hat bis jetzt (in Kooperation/einer gemeinsamen Stellungnahme mit G1) nur geäussert, dass Sie bei uns im Betrieb nicht aktiv Mitglieder werben. Das wird eigeninitiativ von den Mitarbeitern gemacht, geplant ist dann soetwas wie ein großer Tisch mit Betriebsrat, den Gewerkschaften und dem DGB.
12.03.2019 um 08:04 Uhr
Ich kenne mehrere solcher Firmen. Für die Konzerntochter Logistik (ver.di) ist eine andere Gewerkschaft zuständig als für die Mütter im produzierenden Bereich (z. B. IG Metall oder IG Chemie). Auch kenne ich einen Fall wo der AG die Logistik abgespaltet hat um nicht den viel besseren Chemietarif zahlen zu müssen. Es ist so wie BRHamburg schreibt: Ist die andere Gewerkschaft überhaupt für euch zuständig? In den mir bekannten Fällen bleibt ver.di immer für die Logistik zuständig. Außerdem müsste um ein anderen Tarifvertrag zu bekommen der AG auch den AG-Verband wechseln. Macht er das???
12.03.2019 um 08:52 Uhr
Moin Erbsenzähler, danke für die Antwort! Welche Firmen sind das denn z.B.? Mit dem AG-Verband müssen wir mal schauen, theoretisch gäbe es zumindest Alternativen zum jetzigen.
12.03.2019 um 09:03 Uhr
Warum redet ihr eigentlich nicht mit der Gewerkschaft über das Thema?
12.03.2019 um 09:06 Uhr
Weil die aktuelle sich extrem streubt und Schlechtwetter gegen die ganze Aktion macht. Alles schon probiert, aber da ist kein Gespräch möglich. Und die Gewerkschaft, die wir eigentlich haben wollen hält sich bis jetzt noch bedeckt.
12.03.2019 um 09:22 Uhr
also ver.di immer Logistik ist auch so eine Sache. siehe Automobil wo vieles an Logistiker ausgelagert ist, die IGM aber so viel Druck aufgebaut hat im "Mutterkonzern" dass die Logistiker wohl oder übel auch jetzt IGM sind... für die Kollegen meist sogar mit besseren Ergebnissen aber so einfach ist es halt nicht
12.03.2019 um 16:59 Uhr
Also wenn die neue ( gewünschte) Gewerkschaft nicht wirklich aktiv unterstützt, seh ich einige Probleme. Die erste Frage für mich wäre: In wie weit kann man den ein Einsatz von Seiten der Gewerkschaft in der Zukunft erwarten? Gerade was das Thema Tarifvertrag (Haustarif?) Ihr solltet dringend mit der Gewerkschaft sprechen, ob es vieleicht an der Anzahl der Mitglieder liegt. Das die alte Gewerkschaft nicht erfreut ist, dürfte klar sein. Bei uns lag die Frage welche Gewerkschaft zuständig ist sogar beim BAG. Die beiden Gewerkschaften haben sich dann auf Ebene der Vorsitzenden geeinigt.
12.03.2019 um 17:09 Uhr
Allein der Flächentarif wäre schon ein immenser Fortschritt in jeder Hinsicht. Die beiden Gewerkschaften haben eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht, in welcher aber ausschließlich geäußert wird, dass keine Mitglieder aktiv abgeworben werden. An sonsten gehe ich nicht davon aus, dass bei einem vernünftigen Rückhalt sich DGB und die hoffentlich zukünftige Gewerkschaft wirklich querstellen. Genaue Zahlen gibts noch nicht, aber bis jetzt scheint die Unterstützung für den Wechsel wirklich sehr stark zu sein. Eine Bitte zur Unterlassung der Mitgliederwerbung kam von der Wunschgewerkschaft ebenfalls nicht. Inwiefern Diese das Vorhaben vielleicht doch schon unterstützt werde ich morgen mit einigen anderen Sachen nochmal erfragen.
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