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Dieser Beitrag ist vor 19 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Kündigung Probezeit - schon vorab mit der Kollegin in Verbindung setzen um ihr die drohende Kündigung mitzuteilen?

L
lilli
Jan 2018 bearbeitet

Hallo, uns (dem Betriebsrat) wurde ein Anhörungsverfahren wegen Kündigung einer Kollegin in der Probezeit zugestellt. Die Fristen wurden eingehalten und leider können wir in dieser Situation der Kollegin nicht mehr helfen. Nun meine Frage: Muß ich mich nun schon vorab mit der Kollegin in Verbindung setzen um ihr die drohende Kündigung mitzuteilen oder sollte ich erst warten, bis sie die schriftliche Kündigung vom Arbeitnehmer bekommen hat und dann evtl. auf uns zukommt. Muß ich sie überhaupt über die Kündigung vorab informieren?

Vielen Dank

6.283023

Community-Antworten (23)

M
Mona-Lisa

02.02.2007 um 13:35 Uhr

@Lilli, dein erster Weg nach Zugang der Anhörung MUSS zu der Kollegin sein! Ist zwar manchmal eine unangenehme Sache, aber du bist von der Belegschaft gewählt worden und hast die Interessen dieser auch wahrzunehmen. Auch wenn ihr die Kündigung nicht aufhalten könnt, sollte es eine der obersten Pflichten sein, dir anzuhören, wie die Kollegin dazu steht.

H
heiner

02.02.2007 um 13:46 Uhr

Ganz einfach: Der Betriebsrat ist der ANWALT der Beschäftigten und sollte sich nicht als Richter in eine falsche Position drängen lassen.

Wenn bei euch eine Kündigungsanhörung auf den Tisch kommt, solltet ihr so schnell als möglich eine Sitzung einberufen und besprechen, wer sich, wie darum kümmert. Denn auch in einer Probezeitkündigung kann man den Koll. helfen: Mit einem qualifizierten Widerspruch des BR zur Anhörung. Auch wenn die GL bei einer Probezeitkünd. keine Angaben über den Grund macht, so müsst ihr als BR da dringend nachfragen, auf Grund welcher Vorkommnisse diese Künd. erfolgte. Und ohne die betroffene Person zu sprechen, wird es dem BR unmöglich sein sich ein ganzheitliches Bild über die Sache zu machen. Dies ist aber möglich, um Gründe zusammenzutragen, welche gegen die beabsichtigte Künd. sprechen. Auch wenn die Lage aussichtsdlos erscheint: Ihr müsst dringend versuchen da zu helfen. Wer das nicht tut gibt sich mit der Kündigung zufrieden und hilft u.U. mit eine Existenz in Gefahr zu bruingen...

Wegen der Frist: Der BR hat eine Woche Zeit über die Künd. zu beraten und einen Widerspruch zu formulieren. (Bei einer fristlosen nur 3 Tage!) Diese Zeit sollte jeder BR nutzen, um den Fall gründlich zu bearbeiten. Erst der Zugang einer schriftlichen Kündigung beim Betroffenen löst die 3-Wochenfrist der Klagemöglichkeit in Gang. Bei Künd. innerhalb der Probezeit ist ein Klageerfolg aber eher gering... Es liegt an der Vorarbeit durch die Interessenvertretung.

Immer gut: Acuh mal bei der zuständigen Gewerkschaft vorbei gehen. Die wissen am Besten Bescheid über solche Dinge. Z.B. auch der DGB-Rechtsschutz, die immer praktische Tips für soche Fälle vorliegen haben....

F
Fayence

02.02.2007 um 13:47 Uhr

"Die Fristen wurden eingehalten und leider können wir in dieser Situation der Kollegin nicht mehr helfen."

Lilli,

Deine Aussage kann ich nicht nachvollziehen! Könntest Du diese etwas näher erläutern?

P
paula

02.02.2007 um 14:23 Uhr

@Heiner

"Immer gut: Acuh mal bei der zuständigen Gewerkschaft vorbei gehen. Die wissen am Besten Bescheid über solche Dinge. Z.B. auch der DGB-Rechtsschutz, die immer praktische Tips für soche Fälle vorliegen haben...."

Nach meinen Erfahrungen (und ich weiss wovon ich rede, da ich lange genug mit dem Rechtschutz zusammengearbeitet habe) mit dem DGB-Rechtschutz halte ich diesen Rat für fahrlässig. Die Kenntnisse dieser "Einrichtung" im Arbeitsrecht sind mehr als beschränkt. Man kann den Leuten eigentlich nur raten zu einem wirklich guten Anwalt zu gehen.

H
heiner

02.02.2007 um 14:45 Uhr

@ Paula

Wenn Du mit einzelnen Menschen schlechte Erfahrungen gemacht hast, darfst Du das nicht auf den Rest einer Einrichtung beziehen! Ich als Arbeitsrichter kann Dir versichern, dass die Gefahr eine fundierte und ehrliche Vertretung zu bekommenbeim DGB-Rechtsschutz mit ziemlicher Sicherheit eintritt. Viele Rechtsanwälte sind gezwungen Fälle im Arbeits- und Sozialrecht zu bearbeiten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Ich erlebe es leider allzu oft, dass die Anwälte am Streitwert am meisten interessiert sind. Und da gibt es nicht selten extrem eigenartige Ratschläge an die Mandanten, mit welchen nur der Anwalt verdient! Diesem Zwang sind die Rechtssekretäre mit Sicherheit nicht unterstellt. UND die machen NUR Arbeits- und Sozialrecht. Und dieses Gebiet ist sehr umfangreich und kann nicht so nebenher mal etwas betrieben werden.

Im meinem Einzugsgebiet gibt es mit Sicherheit 150 Anwälte, die sich im Arbeitsrecht versuchen. Wirklich empfehlen (wenn ich es dürfte) könnte ich max. 9, wovon 4 beim DGB-Rechtsschutz angesiedelt sind.

Also bitte mehr Vorsicht mit solchen Aussagen üben! Danke....

M
mille

02.02.2007 um 15:11 Uhr

@Heiner,

du sprichst mir aus der Seele. Mir hat mal ein Anwalt gesagt: "Zuerst geht es ums Geldverdienen und am Schluss sind immer die Anwälte die Gewinner."

P
paula

03.02.2007 um 17:29 Uhr

@Heiner

meine Aussage ist mit Bedacht getroffen. Ich war lange genug gewerkschaftlich aktiv um einen recht guten Überblick über die "Szene" zu haben. Egal ob noch zu DAG-Zeiten oder dann bei ver.di. Wir haben einem Mitglied nur zum Rechtsschutz geraten, wenn er entweder keinen eigene Rechtschutzversicherung für Arbeitsrecht hatte oder das Geld knapp war. Der DGB-Rechtsschutz ist in den letzten Jahren personell ausgeblutet. Die Arbeitsbelastung ist enorm und die Fehlerquote steigt rasant. Nachdem man vielfach das Büropersonal zusammengestrichen hat findet eine echte Fristenkontrolle häufig nur noch unzureichend statt. Das ist jetzt keine persönliche Meinung von mir sondern das sagen mir dort beschäftigte aus erster Hand.

Daher würde ich einen GUTEN Anwalt jederzeit vorziehen. Nicht ohne Grund verweisen die Gewerkschaften in kollektivrechtlichen Sachen ihre BR häufig an gewerkschaftsnahe Kanzleien.

Aber wenn Du hier als Arbeitsrichter eine andere Meinung hast kann ich Dir als kleines Forumsmitglied wohl kaum widersprechen.

Nur einen Tipp an andere Forumsteilnehmer: Schaut Euch doch mal die Qualität von Heiner´s Aussagen hier im Forum an; dann bekommt ihr einen Eindruck über die Qualität der deutschen Arbeitsgerichtsbarkeit

B
Bergmann

03.02.2007 um 17:49 Uhr

@ paula ,

harte Worte --und das auf die nicht beweisbare Aussage von Heiner hin , Arbeitsrichter zu sein !!

Ich habe schon sehr AG -freundliche Arbeitsrichter erlebt , aber genausoviel extrem AN-freundliche !!

Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen--einen "Freien" Anwalt zu nehmen ist besser als sich in die Hand der Gewekschaften zu legen !!Aber auch hier ein "Aber" -wenn man es sich leisten kann !!

K
Kölner

03.02.2007 um 17:52 Uhr

@Bergmann Ehrenamtliche Arbeitsrichter gibt es wie Sand am Meer..

B
Bergmann

03.02.2007 um 18:05 Uhr

@ Kölner ,

das ist aber kein Beweis für Heini´s Aussage Arbeitsrichter zu sein ,ehrenamtlich hin oder her !! Ich empfinde es als starken Tobak , in diesem Forum seiner Aussage mehr Gewicht verleihen zu wollen mit dieser Aussage !!

Quad erat demonstrantum !!

W
Waschbär

03.02.2007 um 18:21 Uhr

Bergmann,

"Quad erat demonstrantum !!" im ernst ???

F
Fayence

03.02.2007 um 18:22 Uhr

Paula,

Du liegst mit Heiner doch überhaupt nicht weit auseinander! ;-))

Wenn es so ist, dass eine fundierte und ehrliche Vertretung durch den DGB-Rechtsschutz von einem Arbeitsrichter als GEFAHR eingestuft wird...

P
paula

03.02.2007 um 19:19 Uhr

@Fayence

manchmal möchte ich Dich knuddeln :-)))))

F
Fayence

03.02.2007 um 19:44 Uhr

paula,

vielleicht willst Du Dir das ja noch mal überlegen! :-)))) > http://www.pixelquelle.de/details.php?image_id=112034&sessionid=b45fe83d503d73f2c65dfd36bf2d8dd6

M
Mona-Lisa

03.02.2007 um 19:49 Uhr

@paula, keine Angst, der will nur spielen......

F
Fayence

03.02.2007 um 20:00 Uhr

Mona-Lisa,

oder Gassi geführt werden... ;-)))

M
Mona-Lisa

03.02.2007 um 20:01 Uhr

@Fayence, in Tuttlingen... "lol!"

F
Fayence

03.02.2007 um 20:05 Uhr

Mona-Lisa,

si, und in Rottweil erstanden! rotfl

P
paula

03.02.2007 um 20:56 Uhr

@fayence

so schnell lass ich mich nicht abschrenken... mein Gott der Wuffi hat doch einen soooo lieben Blick

K
Kölner

03.02.2007 um 20:57 Uhr

@Bergmann Ist Heini=Heiner? (Du bist ja vielleicht drauf...)

@Mona-Lisa, Fayence Ihr seid richtiger Merkerinnen...

@paula Du bist hörig!

B
Bergmann

03.02.2007 um 21:06 Uhr

@ Heiner ,

ich bitte vielmals um Entschuldigung für den Verwechslungsfehler !! Ich weiß , er war heftig !! Nochmals entschuldigung !!

K
Kölner

03.02.2007 um 21:14 Uhr

@paula Ich bin gegruselt...ist das wirklich der Heiner?

@Bergmann Angesichts seiner Beiträge finde ich die Verwechslung gar nicht so schlimm...

M
Mona-Lisa

03.02.2007 um 21:15 Uhr

Bergmann wird rot!! "grins"

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