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Betriebsbedingte Kündigung rechtens?

B
BR-Ende
Okt 2018 bearbeitet

Ein Mitarbeiter ist zum 31.10.2018 betriebsbedingt gekündigt worden. Die Kündigung sollte am Freitag, 28.09.2018 per Einschreiben zugestellt werden, da niemand da war, bekam er eine Nachricht, es in einer Postfiliale abzuholen. Er hatte erst heute (01.10.2018) die Möglichkeit, es zu holen. Kündigungsfrist ist laut §266 BGB einen Monat zum Ende eines Kalendermonats. Ist die Kündigung mit Einwurf des Abholungsscheins rechtzeitig eingegangen oder gilt das Abholdatum und die Kündigung muss zum 30.11.2018 ausgesprochen werden?

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Community-Antworten (9)

R
rsddbr

01.10.2018 um 16:39 Uhr

Es empfiehlt sich dazu umgehend den Rat eines Anwalts einzuholen. Wenn keine Kündigungsschutzklage eingereicht wird, bzw. die Frist zur Einreichung verstrichen ist, wird die Kündigung trotz ggf. falscher Kündigungsfrist wirksam.

E
Erbsenzähler

01.10.2018 um 16:43 Uhr

guck mal in den zweiten Absatz ;): https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/kuendigung-12-zugang-der-erklaerung_idesk_PI10413_HI2330716.html

Außerdem verschiebt sich automatisch dann das Kündigungsenddatum auf den nächst möglichen Termin...

P
Pjöööng

01.10.2018 um 17:18 Uhr

In der Regel wird die Kündigungserklärung so auszulegen sein, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis in jedem Falle beendigen will und nicht einzig und alleine zu dem angegebenen Termin. Deshalb wird sie regelmäßig in eine Kündigung zum nächstmöglichen Termin umgedeutet, hier also zum 31.11.

Um die Umdeutung des Kündigunstermines gerichtlich feststellen zu lassen bedarf es meines Erachtens keiner Fristeinhaltung.

B
BR-Ende

01.10.2018 um 18:35 Uhr

Danke für die schnellen Antworten. Die Kündigung ist also nich rechtzeitig zugestellt und wenn es keine einvernehmliche Lösung zwischen dem Mitarbeiter und der Geschäftsführung gibt ist uns und dem Mitarbeiter klar, dass er Kündigungsschutzklage einreichen sollte.

M
MaJoK

01.10.2018 um 20:35 Uhr

Sorry wenn ich hier mal widerspreche, die Kündigung ist durch die Niederlegung im Postamt rechtzeitig zugestellt. Deswegen wird so etwas ja per Einschreiben verschickt. Haben wir jahrelang selbst gemacht mit Postzustellungsurkunde.

C
Catweazle

01.10.2018 um 20:56 Uhr

@MaJok, eine Postzustellungsurkunde bedeutet, dass der Brief persönlich übergeben oder im Briefkasten eingeworfen wurde. Hat also mit diesem Fall wenig zu tun.

B
basilica

02.10.2018 um 01:50 Uhr

Bei Förmlichen Zustellungen mit Postzustellungsurkunde (z.B. durch damit beauftragten Gerichtsvollzieher, "Gelber Brief") gilt eine Sendung mit Einwurf des Benachrichtigungszettels als zugestellt (§ 181 ZPO). Allerdings wird normalerweise die Sendung selber eingeworfen. Eine Benachrichtigung findet nur statt, wenn Einwurf der Sendung oder persönliche Übergabe nicht möglich sind oder entsprechende Zustelloptionen vom Absender ausgeschlossen wurden.

Bei Einschreiben gilt eine Sendung mit Einwurf des Benachrichtigungszettels dagegen in der Tat nicht als zugestellt. Kommentar von Palandt zum BGB, § 130 Rn 7: "Kann ein Einschreibebrief wg Abwesenh des Empfängers nicht zugestellt werden, ist er auch dann nicht zugegangen, wenn der Postbote einen Benachrichtigungszettel hinterläßt". Nach Randnummer 6 gelten die bis zum Ende der Geschäftszeit bzw. ansonsten bis 18:00 Uhr eingeworfenen Briefe noch als am selben Tag zugestellt. Später eingeworfene Briefe gelten erst als am nächsten Tag zugestellt.

§ 266 BGB enthält keine Angaben zu Kündigungsfristen. Sollte § 622 BGB gemeint sein, würde eine Frist von 4 Wochen zum Monatsende ausreichend sein. Der Brief wäre also heute noch rechtzeitig zugegangen.

P
Pjöööng

02.10.2018 um 02:25 Uhr

Zitat (MaJoK): " "

MaJoK: "6" Setzen!

Zitat (basilica): "Sollte § 622 BGB gemeint sein, würde eine Frist von 4 Wochen zum Monatsende ausreichend sein. Der Brief wäre also heute noch rechtzeitig zugegangen."

Du bist ein Fuchs! Ich kann suchen so lange ich will, ich finde einfach nicht die Stelle wo die Betriebszugehörigkeit genannt wird... Wo steht sie?

C
Catweazle

02.10.2018 um 13:45 Uhr

basilica, der § 181 ZPO greift nur bei Ersatzzustellungen. Hier gibt es offensichtlich einen Briefkasten und eine normale Zustellung wäre möglich.

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