Erster BR und viele Sorgen - ein Gewählter will weder zu Schulungen noch zu Sitzungen, was kann man da tun?
Hallo an Alle, wir haben seit letzter Woche den ersten BR, nach großen Kampf und viel Stress ist die Wahl vorbei. Leider gab es auch eine "arbeitgeberfreundliche Liste" die drei der fünf Sitze erhalten hat. Nun kam uns die Aussage einer Gewählten zu Ohren "Die andern Zwei haben sowieso nichts zu melden" Mit den Anderen 2 meinte sie mich und meinen Kollegen! Desweitern hing am Tag nach der Wahl ein Plakat aus mit dem Text " Wir lieben den Verrat aber nicht die Verräter" und es wird herumspioniert wer denn uns (arbeitnehmerfreundlich) gewählt hat! Nun die Fragen:
1.) Wie verhalten wir uns am besten in der 1. Sitzung (am 20.09.) wegen der Aussage dass wir sowieso nichts zu
melden hätten - so wie es aussieht wollen sie alle zu besetzenden Ämter an sich reissen
2.) Was sollen wir wegen der Bedrängung unserer wähler unternehmen?
3.) Ein Gewählter will weder zu Schulungen noch zu Sitzungen, was kann man da tun?
Danke an Alle die mir helfen
Gruss Shadow
Community-Antworten (7)
12.09.2006 um 14:54 Uhr
Hallo Shodow, Listen gibt es nicht "Leider" sondern auf der Grundlage der Betriebsverfassung. Wenn eine Liste 3 Sitze und eine zweite Liste 2 Sitze erhalten hat, widerspiegelt es eigentlich das Vertrauen der 51 bis 100 Mitarbeiter. Zu 1.) Die erste Sitzung ist die konstituierende Sitzung. Vorsitzender und Stellvertretre werden gewählt und zwar durch Mehrheitsbeschluss. Nur, das Wesen der Demokratie ist, einen Mehrheitsbeschluss mitzutragen, auch wenn er einen nicht gefällt. Außerdem ist doch noch alles offen. Zu 2.) Ob Euere Wähler sich bedrängt fühlen sollten sie formal und unter Angabe der konkreten Bedrängung an den BR weitergeben. Er kann dann aktiv werden. Zu 3.) Da Ihr erst die konstituierende Sitzung vor Euch habt, kann es doch noch gar keinen Beschluss zu einem Seminar geben. Mein Rat wäre vertrauensvoll auf einander zuzugehen. Ihr habt ein Mandat von Eueren Mitarbeitern bekommen und solltet das Beste daraus machen. Viel Erfolg und gutes Gelingen Rote Berta
12.09.2006 um 15:06 Uhr
Hallo Rote Berta, danke für deine schnelle Antwort. Das "leider" war nicht so gemeint, dass wir damit ein Problem haben, sondern viel mhr, dass es bei der Entstehung der Liste offensichtlich war, dass unser Chef sie initiiert hat. Die Wahlbeeinflussung von oben ging so weit, dass wir kurz vor der Ziehung des §119 waren. Ob man bei der Wahl von Vetrauen oder Angst sprechen soll/kann ist auch so eine Sache, da sogar verbreitet wurde, dass die Abstimmung offen gelegt wird, obwohl der Wahlvorstand immer auf eine geheime Wahl hingewiesen hat. Uns ist bekannt, dass es zu Seminaren noch keinen Beschluss geben kann, aber dennoch verbreitet der eine Gewählte jetzt schon seine Einstellung, dass er weder zu Sitzungen noch zu Seminaren gehen will/wird! Und an Mehrheitsbeschluss kann man auch nicht glauben wenn drei der fünf FÜR den Willen des Arbeitgebers sind! Daher auch meine Frage obman, wenn alles Vorschläge unsererseits niedergeschmettert werden etwas unternommen werden kann.
Danke für die guten Wünsche Shadow
12.09.2006 um 15:12 Uhr
Hallo Shodow, Ich denke es wird sehr schwer sein. Evenuell die Gültigkeit der Wahl innerhalb der Frist anfechten? Dafür braucht es aber gute Gründe und Beweise. Ob Euch dann geholfen ist weiß man auch nicht. Eine nochmalige Wahl könnte das gleiche Ergebnis bringen. Nochmals Gruß Rote Berta
12.09.2006 um 15:30 Uhr
Shodow, wichtig ist erstmal, dass Ihr Euch schulen lasst. Habt Ihr Kontakt zur Gewerkschaft? Dort bekommt man meist Unterstützung und den einen oder anderen guten Rat.
Falls das BRM sich wirklich dauerhaft weigert, an Sitzungen und Schulungen teilzunehmen, könnt Ihr ein Ausschlussverfahren nach §23 BetrVG einleiten, da es dann seine Pflichten grob verletzt.
Besorgt Euch auch eine gute Kommentierung des BetrVG (Däubler/Fitting)
12.09.2006 um 18:10 Uhr
@Shodow,
Du und Dein Kollege/in sollten eventuell in eine Gewerkschaft eintreten. Die Gewerkschaft wäre dann mit 40% (25% sind nötig) im BR vertreten. Damit könnte die Gewerkschaft an Sitzungen teilnehmen und die nötige "Drecksarbeit" machen (z.B. den §23.1 ziehen bei BRM die Ihre Pflichten so derart misachten.
12.09.2006 um 18:50 Uhr
@Stinker
Mein Kollege und ich sind in der Gewerkschaft, nur haben wir das Gefühl, dass der GW-Sekretär unsere Sorgen nicht so eng sieht wie wir, ok, er hat mehr Erfahrung - aber wir kennen die Einstellung unserer "netten" Kollegen! Zu der konstituierten Sitzung habe ich (bin noch WV-Vors.) ihn schon eingeladen und ich hoffe darauf dass er den "Anderen" auch gleich den Wind aus den Segeln nimmt. Wir wollen uns nur so gut woe möglich auf die Sitzung vorbereiten, lieber Agieren als Reagieren! Und dazu bin ich für jeden Tipp von euch dankbar.
@Lotte
Die Schulungen stehen auf der Tagesordnung für die Sitzung nach der kon. Sitzung - auch da wird es mit Sicherheit wieder ärger geben, aber wir kennen unsere Rechte und wir werden sie besuchen - sollten die anderen so "dumm" sein und keine Schulungen haben wollen, werden wir sie gleich fragen wie sie dann ihre Arbeit machen wollen!
@rote Berta
Anfechtung wird sinnlos sein, hatte schon bei der WV-Arbeit tierischen Stress mit dem AG-Anwalt - außerdem wollen wir die Kolleginnen und Kollegen die uns vertrauen nicht konfus machen - die Hoffnung stirbt zuletzt - und wir hoffen, dass sich unsere 3 anderen Mitglieder darauf besinnen wofür sie das sind!
Vielen Lieben Dank für Eure tipps Als unser Wahlchaos ablief wie im Kindergarten, hätte ich nie gedacht, dass es noch andere Firmen gibt in denen es ähnlich oder genauso abgeht! Bin froh diese Forum gefunden zu haben
:-) Gruss Shadow
13.09.2006 um 11:26 Uhr
Ich wünsche euch für die erste Sitzung viel Erfolg.Das schafft Ihr mit der Wählen.Ich weis das alles am Anfang schwer ist.Aber es wird.Glaube mir.ich spreche echt aus Erfahrung.
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