Mittabeiterbefragung der GL Themenkatalog mit Frage zum BR - zulässig?
In unserer Firma soll eine Mitarbeiterbefragung duchgeführtnwerden. Der Fragebogen wurde uns zwar spät, aber immerhin doch zugestellt. Eine dieser Fragen betriefft den BR und zwar dahingehend ob sich die Belegschaft über die Tätigkeiten und Aktivitäten des BR genügend iformiert fühlt. Ist dies Frage zulässig?
Community-Antworten (17)
20.07.2006 um 11:24 Uhr
also solche fragebögen haben sehr schnell etwas von einem personalfragebogen und dieser unterliegt der mitbestimmung und dann könnt ihr doch an den fragen mitarbeiten.....
20.07.2006 um 11:27 Uhr
Ich liebe es ja manchmak provozierende Gegenfragen zu stellen...
Warum, Lisa, hältst Du diese Frage für unzulässig?
20.07.2006 um 11:31 Uhr
@paula, würdest du die Frage aus dem Bogen heraushaben wollen?
20.07.2006 um 11:52 Uhr
Hallo Lisa, Wehret den Anfängen, würde ich da sagen, denn was geht den AG an, wie das Verhältnis zwischen BR und Belegschaft ist. Das riecht mir etwas nach den Methoden von GESTAPO, STASI und wie das ganze Volk sonst noch heißen mag. Es kann der erste Ansatz zur negativen Beeinflussung und damit Behinderung der BR- Arbeit sein. Ich würde ganz schnell beim Chef vorstellig werden und darauf drängen, dass diese Fragen gestrichen werden. Sollte er nicht gutwillig darauf eingehen - Antrag beim Arbeitsgericht auf eine einstweilige Verfügung stellen, dass er dieses unterlassen soll. Gruß Wölfchen
20.07.2006 um 11:57 Uhr
Wölfchen,
beim Geschichtsunterricht hast Du wohl immer selig geschlafen?
Deine Verharmlosung von GESTAPO und STASI ist eine Verhöhnung der Opfer dieser Organisationen die nicht zu entschuldigen ist!
20.07.2006 um 12:02 Uhr
@Wölfchen, ist schon ein wenig weit hergeholt, oder? Es käme ja in erster Linie darauf an, ob die Befragung anonym durchgeführt werden soll, oder nicht. Ich finde so eine Frage gar nicht so übel, käme da doch vielleicht so manches an den Tag, von dem der BR bis dato keine Ahnung hatte...... ob positiv, oder negativ. Und zudem bleibt es dem Mitarbeiter ja selbst überlassen, diese Frage zu beantworten... Dass es dabei in Richtung "Behinderung des Betriebsrats" gehen könnte, sehe ich nicht.
20.07.2006 um 12:22 Uhr
Hallo Ramses II, habe im Geschichtsunterricht nicht geschlafen, sondern gut aufgepasst (war mein Lieblingsfach), und die Stasi habe ich in der Familie mit Knast, Haussuchung und Komplettprogramm miterlebt, ich würde mich also selbst verhöhnen. Du mußt Dir den ersten Satz verinnerlichen: "wehret den Anfängen", denn immer hat es mit solchen Kleinigkeiten angefangen, die stets Entschuldigung fanden und sooo harmlos aussahen. Und noch was: wenn ich wissen möchte, wie die Mitarbeiter über den BR denken, kann ich diese Fragen selbst stellen, das muss für mich nicht der Arbeitgeber machen. Gruß Wölfchen
20.07.2006 um 12:29 Uhr
Hallo Lisa,
grundsätzlich ist jede, durch den Arbeitgeber initiierte Mitarbeiterbefragung mitbestimmungspflichtig, siehe Kommentierungen zum § 94 BetrVG. Wobei die Auswertung keine Rückschlüsse auf einzelne Arbeitnehmer zulassen darf.
U.U. würde ich als BR eine solche Befragung als gemeinsame AG/BR Aktion nutzen, darauf sollten die KollegInnen jedoch hingewiesen werden. Unter dieser Voraussetzung finde ich Fragen zum BR o.k.. Ihr könntet ja noch um weitere Punkte in Eurem Interesse ergänzen.
20.07.2006 um 13:29 Uhr
Wölfchen,
wenn Du da tatsächlich eigene Erfahrungen hast, dann solltest Du es ja eigentlich besser wissen. Aber spätestens seit Kathi Witt wissen wir ja alle, dass die Stasi eigentlich eine ganz umgängliche Truppe war.
"Wehret den Anfängen", das ist wieder einmal eine jener Platitüden die so gerne völlig unreflektiert benutzt werden. Wer sagt denn dass das ein "Anfang" ist. Bloß weil andere fatale Entwicklungen auch mit "solchen Kleinigkeiten" angefangen haben, heisst das doch noch lange nicht, dass damit diese Entwicklung vorgezeichnet ist.
Der Arbeitgeber will hier die Frage stellen, ob sich die Belegschaft über die Arbeit des Betriebsrates genügend informiert fühlt, es geht nicht um die allgemeine Zufriedenheit oder so, es geht nur darum, ob die Informationen auf die die Belegschaft ein Anrecht hat auch bei der Belegschaft ankommen. Welche üblen Konsequenzen könnte denn ein "Ja" oder "Nein" für den BR haben? Wenn ich diese Befragung als BR vorgelegt bekäme, dann würde ich diesen Punkt sofort um eine Hand voll Fragen zur BR-Kommunikation ergänzen, das würde ich mir gar nicht entgehen lassen.
A pro pos "Wehret den Anfägen": Du solltest mal mit Kölner zusammen die Initiative "Wehret den Anfängen, keine Milch für Säuglinge!" gründen, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass jede Drogenkarriere mit Milch im Säuglingsalter begonnen hat.
20.07.2006 um 13:44 Uhr
@Ramses II Ich würde diese Initiative noch viel früher "ansetzen" lassen wollen!
20.07.2006 um 14:09 Uhr
@Ramses II
Mich macht doch nur stutzig - was um Himmels Willen will denn der Arbeitgeber mit dem Ergebnis dieser Frage anfangen, wozu will er das denn wissen? Ich komme immer wieder nur auf das Ergebnis, dass er da irgendwie am BR rumbohren will. Denn mal angenommen, es kommt für den BR ein negatives Ergebnis raus(und negative Stimmungen entstehen schnell mal) - will er dann den BR absetzen lassen, oder vielmehr durch die Veröffentlichung des Umfrageergebnisses den MA einfach mal so suggerieren: wozu brauchen wir den BR denn eigentlich? Für mich wäre zum Beispiel die Veröffentlichung des Umfrageergebnisses gleichzusetzen mit der Veröffentlichung der Kosten des BR. Wenn der betreffende BR munter wird, dann ist der Anfang längst abgehakt. Und die Tatsache, dass der BR erst kurzfristig informiert wurde - ein Schelm, wer Arges dabei denkt! An den lieben Arbeitgeber, der das einfach nur vergessen hat, weil er so viel anderes zum Wohl der Belegschaft bedenken muss, glaube ich schon lange nicht mehr. Trotzdem habe ich bei Deinem Beitrag schmunzeln müssen, besonders der Hinweis auf die Säuglingsmilch, der Kölner wird mir direkt sympatisch danke Wölfchen
20.07.2006 um 15:13 Uhr
@mona-lisa ich würde mir als gremium die frage stellen, ob mir so eine frage alleine eine für mich wichtige info bringt.
auch der BR sollte kritisch hinterfragen, wie ihn die belegschaft sieht. dafür sollte er jede infoquelle nutzen. vielleicht wären ja noch mehr fragen zum thema BR für euch von interesse. Wir haben bei uns so eine befragung auch schon einmal gemeinsam mit dem AG gemacht. es gab dabei ein blatt auf dem nur fragen zum BR gab. themenbezoge sachen die im betrieb aktuell waren und auch fragen zur allgemeinen BR-Arbeit und wie die MA das einschätzen. die antworten hat nur der BR erhalten und wir konnten diese auch alleine dann auswerten. Sehr sehr informativ!!! da merkt man auch mal wie man gesehen wird und ob es defizite in der kommunikation gibt. in der hoffnung immer nur das beste für die MA zu wollen schießt man ja auch mal über das ziel hinaus.... wir haben dann aber auch den Kollegen das ergebnis gezeigt und daraus gab es tolle diskissionen...
ich denke ihr müßt erst einmal intern eine gemeinsame position finden und dann würde ich mal mit dem AG sprechen....
meine ganz persönliche meinung: das ist eine chance die man nutzen sollte
20.07.2006 um 15:16 Uhr
Wie kann den ein negatives Ergebnsi bei der Frage herauskommen "Fühlen Sie sich über die Tätigkeiten und Aktivitäten des BR genug informiert?"
Da wird doch gar nicht die eigentliche Arbeit des BR hinterfragt!
Kann ein "Ja" negativ sein?
Kann ein "Nein" negativ sein?
Wie kann eine der beiden Antworten zu einem "Wir brauchen keinen BR!" führen?
Bestenfalls kommt heraus dass der AG dem BR in Zukunft erlaubt das Intranet zur Kommunikation zu benutzen. Schlimmstenfalls kommt heraus dass AG und BR wissen dass der BR mehr kommunizieren sollte...
Veröffentlichung der BR-Kosten? Ich verstehe nicht warum so viele BRe Angst davor haben!
20.07.2006 um 15:18 Uhr
@paula Umfragen haben immer einen Nachteil: Sie sind Momentaufnahmen und ganz oft - je nach Fragekontext - suggestiv, einseitig, initiiert und am wenigsten Zukunftsvalide. Aber ich gebe Dir sehr recht: Wenn ein BR das braucht, dann braucht man sich um die zukünftigen Diskussionen im Gremium auch nicht mehr zu sorgen!
20.07.2006 um 15:37 Uhr
@kölner
du hast völlig recht! man muss immer sehr aufpassen wie man fragt und muss sich im klaren sein, dass es ein blitzlicht ist. um die risiken zu minimieren habenwir damals zusammen mit dem AG eine beratungsfirma gesucht die damit erfahrung hat. für die fragen die den AG betrafen haben wir mit dem AG gemeinsam einen folgeprozess über alle ebenen des unternehmens definiert um die ergebnisse aufzuarbeiten und verbesserungen für die MA und das Unternehmen daraus abzuleiten.
auch für die Ergebnisse die aus den BR-Fragen gekommen sind haben wir einen prozess definiert. seit nunmehr 3 jahren läuft das ganze. wir haben klare kommunikationswege eingeführt. durch stichprobenbefragungen wird regelmäßig nachgehalten ob wir in unserer arbeit richtig liegen. auch die vertrauensvolle zusammenarbeit wurde zusammen mit dem AG neu definiert, und und und
20.07.2006 um 15:43 Uhr
@paula Vergisst man/frau bei einer solchen Befragung nicht ein wenig die eigentliche Arbeit/Aufgabe eines BR? Und: Komm Du mir noch einmal mit Seminarterrorismus - bei einer Beratungsfirma wird mitunter mehr Geld verbrannt, als ein BR in seinem ganzen Dasein!
20.07.2006 um 15:51 Uhr
@kölner
ich denke wir vergessen nicht die eigentliche arbeit. wir haben jetzt aber für uns standarts und prozesse beschrieben, die uns helfen unsere arbeit zu controlen (ja das können nicht nur AG) bei einem gremium von 25 leuten kann man dafür schon mal einen abstellen.
das mit den kosten habe ich kommen sehen grins aber der AG wollte eine solche firma eh haben, da man bei befragungen in diesem umfang kaum das notwendig know-how hat
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