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Dieser Beitrag ist vor 8 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Arztbesuche während der Arbeitszeit, Wegezeit

K
kessealex
Jan 2018 bearbeitet

Hallo,

seit ein paar Wochen gibt es ziemlich Unruhe im Unternehmen wegen der Wegezeit bei Arztbesuchen. Diese will der AG nicht mehr gut schreiben. Der Manteltarifvertrag IGM ist sehr schwammig, und auch im Internet wird man nicht richtig fündig. Zwar schreiben Anwälte, dass die Wegezeit auch gut geschrieben werden muss, aber ohne Angaben von Urteilen o.ä. Kann hier jemand helfen??

Lieben Gruß

Alexandra

7.534011

Community-Antworten (11)

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Pjöööng

29.01.2018 um 12:48 Uhr

Üblicherweise ist es die NOTWENDIGE Zeit die vergütet wird. Darunter fällt grundsätzlich auch die Wegezeit, da der AN auch nicht arbeiten kann wenn er den Weg zum Arzt zurücklegt.

Ausnahmen davon kann es natürlich geben. Z.B. dann wenn der AN aus Flensburg unbedingt von dem Zahnarzt in Oberammergau behandelt werden will.

Das gilt natürlich immer nur für die Zeit die unvermeidbar in die Arbeitszeit fällt.

K
kessealex

29.01.2018 um 12:51 Uhr

Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Leider reicht das dem AG so nicht. Er braucht BEWEISE. :-) Es muss doch Urteile geben.

K
kratzbürste

29.01.2018 um 13:34 Uhr

Empfehle ihm die Adresse eines Fachanwalts für Arbeitsrecht, bei dem er sich schlau machen kann. Es ist nicht Aufgabe des BR den AG zu schulen - und das würde ich ihm auch so sagen.

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Challenger

29.01.2018 um 14:18 Uhr

Entgeltfortzahlung bei persönlicher Verhinderung (§ 616 BGB) - Marc ... www.pondelik.de/entgeltfortzahlung-bei-persoenlicher-verhinderung-§-616-bgb/

27.02.2017 - 616 BGB sieht vor, dass der Arbeitnehmer einen Anspruch bezahlten Sonderurlaub hat, wenn er die geschuldete Arbeitsleistung nicht erbringen kann.

  1. Persönliche Verhinderung .......... Eine persönliche Verhinderung wird hingegen in folgenden Fällen angenommen:

    Erkrankung naher Angehöriger Pflege naher Angehöriger Ereignisse im Familien- und Verwandtenkreis Wahrnehmung staatsbürgerlicher Pflichten (Tätigkeit als ehrenamtlicher Richter, Ladung als Zeuge etc.) Sonstige Fälle (Umzug, Arztbesuche, Einbruch, Brand, …)

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Pjöööng

29.01.2018 um 14:27 Uhr

kratzbürste, warum sollte sich der Arbeitgeber "schlau machen" wollen? Er zahlt einfach nicht und fertig.

Challenger, Du hast offensichtlich überlesen dass ein Tarifvertrag Anwendung findet.

C
Challenger

29.01.2018 um 17:03 Uhr

Zitat Pjöööng : Challenger, Du hast offensichtlich überlesen dass ein Tarifvertrag Anwendung findet.

Stimmt auffallend. Allerdings glaube ich jedoch nicht, dass ein TV die Regelung des §616 BGB nicht ohne weiteres verdrängen kann. Oder ich habe was übersehen ? § 616 BGB
enthält jedenfalls keine Tariföffnungsklausel.

§ 616 BGB - Vorübergehende Verhinderung - Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen, welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt.

C
Challenger

29.01.2018 um 17:30 Uhr

Okay Pjöööng. Jetzt kommt es nur noch darauf an,ob der Manteltarifvertrag IGM und/oder Arbeitsvertrag §616 BGB auch tatsäcklich ausschließt oder einschränkt

P
Pjöööng

29.01.2018 um 18:05 Uhr

Es würde mich sehr erstaunen wenn dem nicht so wäre.

In BaWü ist es beispieösweise der Fall. kesselalex ist aber offensichtlich aus einem anderen Tarifgebiet.

P
paula

30.01.2018 um 12:19 Uhr

Tja das BGB ist halt etwas älter und daher sollte man sich da schon etwas auskennen bevor man die Reden schwingt ;)

@ kessealex schon mal die GEW angerufen? die sollten doch ihre eigenen Regeln am Besten kennen und ggf. wissen ob es Entscheidungen dazu gibt.

K
kessealex

30.01.2018 um 12:24 Uhr

Wir haben am 06.02. einen Termin bei der IG Metall. Würde euch danach das Ergebnis schreiben. Ich merke ja, dass es hier noch Redebedarf gibt. :-)

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