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Kann Ehefrau von einem BR Ansagen machen ?

M
MaBle
Dez 2025 bearbeitet

Mein Mann arbeitet in einem Lebensmittelgeschäft als Marktleiter. Hier arbeitet auch die Ehefrau eines BR als Verkäuferin. Er ist neu und noch in der Probezeit (6 Monate), die aber bald um sind. Nun fängt sie an, ihn ständig zu kritisieren, macht ihm Ansagen und droht ihm, dass er nicht übernommen wird.

Ist das rechtens? Darf sie das überhaupt? Da sie selbst ja nicht mal im BR ist.

Wie kann man sich gegen eine solche Gängelei wehren?

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Community-Antworten (9)

OH
Olav HB

02.12.2025 um 17:14 Uhr

Da gibt es ein Mis(t)verständnis. Ein unbefristets Arbeitsverhältnis mit Probezeit besteht automatisch weiter, wenn nicht gekündigt wird. Es bedarf also keine Übernahme durch den Arbeitgeber. Kündigt einer der Parteien nicht, so bleibt das Arbeitsverhältnis wie vereinbart bestehen.

Die Frage ob jemand übernommen wird kommt nur bei ein befristetes Arbeitsverhältnis auf. Die geläufig als "Übernahme" getätigte Entfristung bedarf ein aktives Vorgehen des Arbeitgebers, bzw. ein stillschweigendes indem man weiter beschäftigt udn bezahlt wird, auch nach Ende der ursprünglich vereinbarte Befristung. Für eine Befristung von 6 Monate ist aber eine ebenso lange Probezeit unwirksam. Das BAG hat dazu geurteilt, dass die Probezeit bei eine Befristung im Verhältnis zur Dauer der Befristung stehen muss und maximal 25% der Befristung dauern darf.

Die gegen den (neuen?) Marktleiter erhobene Vorwürfe bzw. Kritik können von jeder kommen, was der Partner des kritisierenden für Funktion hat ist dabei unwichtig. Aber auch wenn diese Dame ihren Kritik an den BR weiter gibt, die Zustimmung zur Einstellung seitens des BR ist bereits bei Abschluss des Arbeitsvertrages erfolgt und im weiteren für die Beschäftigung nicht mehr relevant. Nur wenn der AG beschließt das Arbeitsverhältnis zu kündigen muss eine Anhörung nach §102 BetrVG erfolgen, auch wenn innerhalb den ersten sechs Monate noch kein Kündigungsschutz gegeben ist.

Die Frage die außerdem eklärt werden muss in Bezug auf die Zuständigkeit des BR ist, ob es sich bei dem Marktleiter um ein leitender Angestellen im Sinne des BetrVG handelt. Das kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein, je nachdem welche Vollmächte der Marktleiter seitens des Unternehmens bekommen hat.

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MaBle

02.12.2025 um 17:52 Uhr

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Außerdem habe ich gerade erfahren, dass besagte Dame selbst die Chefin des BR ist.

Tut mir leid, besagte obige Fragenstellung ist demnach falsch :/

An den geschilderten Tatsachen ändert sich aber nichts.

M
Muschelschubser

02.12.2025 um 18:11 Uhr

Eine BR-Vorsitzende ist keine "Chefin", sondern quasi die erste unter gleichen. Sie hat also wie alle anderen auch nur eine Stimme.

Sie kann natürlich unterschwellig Stimmung verbreiten, was aber juristisch keine weitere Relevanz hat - und die meisten AG auch nur bedingt beeindruckt. Geht sie den offiziellen Weg gegenüber der GL, muss sie einen Beschluss des gesamten Gremiums im Rücken haben. Auch eine Vorsitzende ist nicht zu Alleingängen befugt.

Jetzt kommt aber der inoffizielle Teil: Ist die besagte Dame Arbeitgeber-nah eingestellt (soll es unter BRs ja auch geben)? Folgen ihr die BR-Mitglieder blind, oder müsste sie sich dort erstmal Rückendeckung erarbeiten?

Hieran bemisst sich dann, wie gefährlich es für Deinen Mann tatsächlich werden kann. Jedenfalls würde ich mich jetzt nicht provozieren lassen, er sollte sich auf keinen Fall angreifbar machen. Es ist aber schon die Bitte erlaubt, eventuelle Vorwürfe zu konkretisieren damit er weiß woran er ist. Vielleicht einfach mal an einen Tisch setzen?

Wenn Vorwürfe im Raum stehen, die die BR-Vorsitzende als Druckmittel nutzen will, dann müssen sie aber harte Kriterien nach §104 BetrVG erfüllen. Der Willkür des BR sind also Grenzen gesetzt.

Manche ziehen leider von vorn herein einen Graben, allein aufgrund der Konstellation BR <--> Führungskraft. Da geht dann oft jegliche Konstruktivität verloren.

Ansonsten einfach mal fragen, auf welcher rechtlichen Grundlage sie eigentlich Drohungen formuliert?

M
MaBle

02.12.2025 um 20:05 Uhr

Lieben lieben Dank für diese ebenfalls schnelle hilfreiche Antwort. Ich selbst arbeite auch im Lebensmittel Einzelhandel aber bei uns gibt es keinen BR. Deshalb kenne ich mich eben leider da so gar nicht aus und muss nachfragen. ^^

Mein Mann hat im letzten Jahr den Handelsfachwirt abgeschlossen und natürlich noch keine jahrelange Erfahrung als Marktleiter. Er wurde bei besagtem Geschäft als Marktleiter eingestellt, hat beim Neuaufbau bis zur Wiedereröffnung alles gemanagt, war nie krank, ist immer freundlich, ackert jeden Tag und macht auch jeden Tag Überstunden.

Nun kam die besagte Bäckereifachverkäuferin (60) heute bei ihm an und bemängelte seine Arbeitsweise, Personalpläne usw an, sagte, dass wenn sich das nicht ändert, er nicht übernommen wird.

Er kam in einen lang bestehenden Betrieb, bei dem sich alle Mitarbeiter lange kennen und alt eingesessen sind.

Mein Mann gibt alles, ist aber der Neue dem einfach noch misstraut wird. Da sich der Laden nicht in einer großen Stadt sondern in einem kleinen Dorf befindet, ist das vermutlich noch schlimmer.

Eigentlich agiert diese Bäckereifachverkäuferin schon als Marktleiterin. Und ja, die alt bekannten Kollegen stehen natürlich hinter ihr.

Ich weiß demnach sowieso nicht, ob es überhaupt Sinn macht, hier als Marktleiter noch eine Zukunft zu sehen:/

D
DummerHund

02.12.2025 um 20:07 Uhr

@MaBle Erst einmal ist es doch gut das du dich berichtigt hast und Antwortgeber hier nicht ins leere diskutieren. Wie mein Vorredner schon schreibt, die Verkäuferin ist nicht Chefin des BR. Sie ist Betriebsratsmitglied wie alle anderen Mitglieder auch. Das einzigste was sie sie von den restlichen Mitgliedern unterscheidet ist das sie Sitzungen einberuft und für die Tagesordnung zuständig ist und die Sitzung Leitet. Weiter noch das sie das Sprachrohr zum AG hin und auch zurück ist. Dann ist auch schon Ende. Alles was mit der täglichen Arbeit zu tun hat die aus den Arbeitvertraglichen Verpflichtungen zu tun haben ist dein Mann als Marktleiter ihr übergestellt. Um was sagen zu können was dein Mann am besten tun sollte müsstest du schon mal Beispiele nennen mit was sie ihn kritisiert.

D
DummerHund

02.12.2025 um 20:31 Uhr

Unsere Posts haben sich zeitlich wohl Überschnitten. Ich denke das Problem liegt hier "Eigentlich agiert diese Bäckereifachverkäuferin schon als Marktleiterin" Sie will den Job deines Mannes. Mit ihren Aussagen mißbraucht sie evtl. auch ihre Position als Betriebsratsmitglied, siehe § 23 BetrVG. Ich würde hier ganz einfach das Gespräch mit dem AG suchen und Anfragen wie er bisher mit der Arbeitsleistung zufrieden ist.

M
MaBle

02.12.2025 um 21:03 Uhr

Der Gebietsleiter ist eigentlich sehr zufrieden und versteht sich auch gut mit meinem Mann. Aber das Wort der BR Vositzenden wiegt schwer und hat großes Gewicht. Sieht also nicht so gut für meinen Mann aus.

Vielleicht ist es sowieso besser, dann lieber bald den Arbeitsplatz zu wechseln. Die BR Vositzende würde vermutlich auch in Zukunft immer nörgeln und mitmischen.

Und sie will vielleicht den Job von meinem Mann, kann aber nicht weil sie gar nich die fachlichen Qualifikationen dafür hat.

Mal sehen, wie es weitergeht - Seine Probezeit endet in ein paar Wochen.

Euch allen schon mal ein liebes Dankeschön für eure tolle Hilfe. Ihr seid super und man kann das Forum auch nur weiterempfehlen:)

D
DummerHund

02.12.2025 um 21:43 Uhr

Ich würde mich gar nicht Bange machen lassen wenn der AG zufrieden ist. Ein AG erwartet von einem Marktleiter aber auch Durchsetzungskraft. Hat ein BR bei einem erstellten Dienstplan was zu beanstanden, dann kann er das im Rahmen seiner Mitbestimmung, denn diese werden ihm ja vor gelegt und sind erst dann gültig wenn eine Zustimmung von diesem kommt. Das was diese BRV vorbringt ist mit Sicherheit kein Grund nach einer Probezeit nicht Übernommen zu werden. So etwas kann ein BR gar nicht rechtlich begründen. Und Weglaufen wäre ein falscher Weg. Neuer Betrieb neue Sorgen. Dein Mann steht noch am Anfang und wird in seiner Position reifen. Da muss er einfach durch. Ende nächster Woche bin ich zwar erstmal für 3,5 Monate in Spanien, mich würde aber interessieren wie es weiter geht.

M
Muschelschubser

03.12.2025 um 11:05 Uhr

"Der Gebietsleiter ist eigentlich sehr zufrieden und versteht sich auch gut mit meinem Mann. Aber das Wort der BR Vositzenden wiegt schwer und hat großes Gewicht. Sieht also nicht so gut für meinen Mann aus."

Geh einfach mal davon aus, dass ein Gebietsleiter gut genug geschult ist um nachzufragen, was die Fachverkäuferin konkret bemängelt. Ein einfaches "Ich finde alles doof" wird niemandem ausreichen, der Personalentscheidungen zu treffen und anschließend zu tragen hat. Vermutlich wird es spätestens dann dünn für die Dame.

Es klingt eher nach dem Klassiker: "Das war schon immer so" und "es soll alles blieben wie es ist". Das wird vor dem Gebietsleiter als Kritik aber nicht ausreichen.

Wenn der Gebietsleiter also schlau ist, fordert er konkrete Beispiele ein, auf die er dann reagieren müsste. Da fängt es dann sicherlich an, schwierig zu werden.

Und genau der Punkt würde mich eher ruhig stimmen - und nach Ende der Probezeit dürfte sich eine gewisse Resignation einstellen, weil dann negative Stimmungsmache deutlich weniger erfolgsversprechend ist.

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