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AG macht Krankheitsscoring mit Bradford-Faktor over all

B
Bluesky73
Mai 2025 bearbeitet

BR vorhanden jedoch keine Betriebsvereinbarung bezüglich Krankheitsscoring mit Bradford-Faktor. Für den Faktor werden einfach die Anzahl der Krankmeldungen im Quadrat mit den Krankheitstagen multipliziert. Dabei wird nicht unterschieden ob mit oder ohne ärztliche AU bzw. "kind-krank". In Betriebsvereinbarung ist geregelt dass AU ab 3.Tag vorzulegen ist, jedoch AG im EInzelfall auch auf eine Vorlage ab 1.Tag bestehen kann. Jetzt wird mit dem o.g. Faktor gearbeitet. d.h. ab einem bestimmten Wert werden die MA selektiert und mittels Schreiben und im persönlichen Personalgespräch aufgefordert ab sofort ab dem 1.Tag eine AU Meldung vorzulegen. Ein BEM und Krankenrückkehrgespräche sind installiert (mit Betriebsvereinbarung), haben aber bisher kaum eine Wirkung zur Reduzierung der Krankheitsquote. Dazu zwei Fragen:

  1. ist die Auswertung der Krankheitstage/Fälle so zulässig - BR ist nicht informiert und keine Betriebsvereinbarung geschlossen (DSGVO)?
  2. ist es eine Diskriminierung Einzelner, wenn so unreflektiert die Vorlage der AU verkürzt wird? D.h. es wird bei einem hohen Faktor quasi subtil "Krankfeiern" unterstellt - trotz vorliegender AU.
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Community-Antworten (4)

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celestro

19.03.2025 um 00:44 Uhr

Meiner Ansicht nach wäre der BR hier in der Mitbetimmung ... weil ja nicht "Einzelfälle" die AU früher vorlegen müssen, sondern ein Muster angewandt wird.

B
Bluesky73

19.03.2025 um 07:35 Uhr

Ja, die Mitbestimmung ist ein weiterer Punkt weil auf Grund des Scores ja Aktivitäten (welcher Art auch immer) eingeleitet werden. Uns sind da aber die Hände gebunden, da der AG einfach macht und die Mitarbeitenden sich nicht trauen uns 'offiziell' einzuschalten. Wir würden eigentlich davon nichts wissen, wenn nicht eine MA auf uns zu gekommen wäre mit der Frage, ob der AG die Vorlagefrist verkürzen darf. Unsere Antwort war: "Ja, darf er." Und nach mehreren solchen Fragen haben sind wir dann mit den MA näher ins Gespräch gegangen, weil die Einzelfallthese evtl. nicht ganz stimmen kann. Nur ob wir deshalb ein Fass aufmachen sollen ist schwierig - so wie das ganze Verhältnis des AG zu den AN und BR. Nein, wir sind nicht bei Tesla, aber es fehlt wohl nicht mehr viel...

M
Meph1977

19.03.2025 um 08:36 Uhr

Der Bradford- Faktor ist letztlich nur ein einfacher Indikator den man auch easy von Hand ausrechnen kann. Entscheidend ist eigentlich eher wie man mit dem Ergebnis umgeht. Ich hab gestern zum ersten mal von diesem Faktor gehört und eigentlich überall wo ich über den nachlesen kann wurde deutlich davor gewarnt aus den Faktor zu schliesen jemand macht blau. Die Seite HRworks weist sogar drauf hin das man sich eher um das andere Extrem kümmern müsste den Präsentismus weil der meistens mehr Kosten verursacht als der Absentismus.

Was ihr als BR aber jederzeit tun könnt ihr fasst einen Beschluss über die Hinzuziehung eines externen Sachverständigen und holt euch einen Anwalt zu dem Thema.

Edith sagt: Ok die Personaler Seite Personio gibt selbst an das es eine Mitbestimmung des BR gibt also hab ich den ersten Satz gelöscht.

D
D.Schneider

15.05.2025 um 12:34 Uhr

Hallo zusammen, Unser AG möchte dieses Tool ebenfalls im Unternehmen installieren. Hat jemand eine BV dazu geschlossen die er schicken könnte?

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