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Dieser Beitrag ist vor 9 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Frage zur Gehaltsverhandlung

A
Andreas14
Jan 2018 bearbeitet

Hallo, folgender Sacherverhalt. Ich bin BR Ersatzmitglied bei einem Finanzdienstleister. In unserer Abteilung bzw. unserem Team bin ich verantwortlich für das gesamte Tagegeschäft und habe dazu noch zwei Kollegen die mich unterstützen. Die Koordination dieser Kollegen, die Einarbeitung neuer Kollegen usw. liegt jedoch in meiner Verantowrtung. Dies mache nun seit mehr als 8 Jahren. Nun wechsle ich im Herbst innerhalb der Firma auf einen neuen Arbeitsplatz mit anderen Aufgaben (Stellenwechsel ging von mir selbst aus, um wieder einmal etwas anderes zu machen und mir mehr Wissen im Unternehmen zu verschaffen und nicht betriebsblind zu werden) . Eine Kollegin, welche unser Team bisher unterstützt hat und befristet angestellt war, kann daher nun meinen Platz einnehmen und ist kürzlich unbefriset übernommen worden.

Soweit so gut. Nun bin ich wieder einmal zu einer BR Sitzung eingeladen und habe im Vorfeld die nötigen Unterlagen erhalten. Darin auch die Unterlagen wo es um die unbefristete Übernahme der Kollegin ging. Als ich die Gehaltsgruppe und das Gehalt der Kollegin sah, sind mir fast die Augen rausgefallen. Sie verdient nun 20% mehr als ich. Und das obwohl sie erst seit etwas mehr als 1,5 Jahre im Haus ist und auch noch wesentlich jünger bin als ich. Wohlgemerkt - sie macht nach meinem Wechsel die gleiche Tätigkeit wie ich jetzt.Bisher unterstützte sie uns und ihr Ausbildung dazu hat sie von mir erhalten.

Mich hat das verärgert, weil mein Chef (und auch mein zukünftiger Chef) meine diversen Wünsche nach einer Gehaltsanpassung immer mit großem Bedauern abgelehnt haben, da es in der derzeitigen Situation des Unternehmen einfach nicht machbar sei. Mehr als minimale Anpassungen bis max 1,5% (welche dann aber generell an die gesamte Belegschaft gezahlt wurde) habe ich bislang nicht erhalten. Und dies obwohl mein Chef mir stets eine volle Erfüllung bis Übererfüllung meiner Zielvorgaben bescheinigt hat und stets voll des Lobes war. Ich selbst habe auch verstanden dass unsere Situation derzeit keine großen Mehrausgaben zulässt. Umso erstaunter war ich, dass es nun bei der Kollegin sehr wohl geht.

Nun zu meiner Frage - ich möchte meinen Chef darauf ansprechen. Jedoch bin ich nicht sicher ob ich die Erkenntnisse über das deutliche höhere Gehalt meiner Kollegin meinem Chef gegenüber überhaupt mitteilen kann, da sie aus einem BR-Sitzungsprotokoll entstammen. Kann ich dieses Wissen nun sozusagen für mich nutzen und mit meinem Chef über mein Gehalt verhandeln?

Vielen Dank!

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Community-Antworten (6)

G
gironimo

25.06.2017 um 14:25 Uhr

Warum ärgerst du dich nicht lieber über dich selbst. Du hättest vielleicht mit mehr Verhandlungsgeschick in eigener Sache, auch 20 % mehr herausholen können.

An Deiner Stelle würde ich schweigen.

A
Andreas14

25.06.2017 um 14:35 Uhr

Wie ich geschrieben habe, bin ich seit (fast) 9 Jahren bei dem Unternehmen. Damals war das Gehalt noch sehr gut. Nur über die Jahre wurde grundsätzlich gesagt dass keine Gehaltserhöhung möglich sei, es sei denn die kleinen Anpassungen über die Jahre. Aber eine leistungsbezogene Gehaltserhöhung war aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens angeblich nicht drin. Damit war auch jede weitere Diskussion erledigt. Von fehlendem Verhandlungsgeschick kann daher keine Rede sein, da erst gar keine Verhandlung geführt werden konnte.

Und schweigen ist für mich niemals eine Option.

G
gironimo

25.06.2017 um 15:30 Uhr

Dennoch - man darf nicht alles glauben, was der Chef einem vorgaukelt.

Abgesehen davon, dass es Gang und Gebe ist, dass Neubesetzungen bei qualifizierten Stellen besser honoriert werden. Dir würde es vielleicht auch so gehen, wenn du den Arbeitgeber wechseln würdest.

Prüfe doch mal, ob bei dir vielleicht der § 78 BetrVG von Bedeutung ist.

B
BRHamburg

25.06.2017 um 20:26 Uhr

Also ich seh hier kein Verstoß gegen § 78 BetrVG. Die üblichen Gehaltserhöhung wurden gezahlt. Man könnte eher bei einer zusätzlichen Gehaltserhöhung oder einer höheren Anstiegen des Gehalts einen Vorteil wegen der Tätigkeit im Gremium vermuten. Wenn die neue Position vom Gehaltssystem vergleichbar ist würde ich dort ansetzen. Ein Gespräch als beleidigt Leberwurst dürfte zu nichts führen. Und um die Frage auch noch zu beantworten: Du kannst die Info aus den BR Unterlagen nutzen.

E
Ernsthaft

26.06.2017 um 11:48 Uhr

Als BR würde ich mich einmal mit § 75 BetrVG, Art. 3 Abs. 1 GG und § 242 BGB beschäftigen.

A
Andreas14

26.06.2017 um 12:04 Uhr

Danke für die Antworten. Aber meine Frage hat nichts mit Benachteiligung von Betriebsräten usw. zu tun. Ich wollte wirklich nur wissen, ob ich aufgrund der über BR-Sitzungsprotokolle erlangten Erkenntnisse ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten führen darf. Mehr nicht. Wie gesagt, ich fühle mich nicht benachteiligt weil ich Betriebsrat (bzw. ja nur Ersatzmitglied bin) sondern ich bin persönlich etwas enttäuscht von meinem Chef mit dem ich eigentlich ein sehr gutes Verhältnis habe und dem ich bisher auch vertraut habe. Deshalb lag mir bisher auch fern es anzuzweifeln, dass eine signifikante Gehaltserhöhung (von der er selbst sagte, dass sie mir eigentlich zusteht) nicht möglich ist, weil eben kein entsprechendes Budget vorhanden ist und auch er keine Handhabe hat dies zu ändern. In diesem Kontext ist das nun wesentlich höhere Gehalt der neuen Kollegin nicht ganz verständlich und genau deshalb möchte ich das auch im persönlichen Gespräch klären.

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