Frage zu internen Ausschreibungsverfahren
Hallo ihr,
ich habe eine Frage an euch und hoffe einer von euch kann helfen.
Ich arbeite in einem großen Unternehmen in der Transport- und Dienstleistungen Branche. Unsere Dienststelle hat einen eigenen Betriebsrat und einen frei gestellten Vorsitzenden. Nun gab es in den letzten Wochen eine Ausschreibung für Stellen in der mittleren Führungsebene. Viele Kollegen, unter anderem ich, haben sich auf die Stellen beworben und einiges an Geld investiert. Heute kam durch einen Fehler des benannten Betriebsratsvorsitzenden ans Licht, das er für Leute seiner Gewerkschaft das Bewerbungsverfahren komplett übernommen hat und diese auch schon über Details des Auswahlverfahren informiert hat. Gewerkschaftsfremde sowie nicht organisierten Kollegen sollten diese Informationen nicht erhalten (durch den Fehler haben sie es aber nun auch) und erhielten kein Angebot was Hilfe bei der Bewerbung betrifft.
Daher meine Frage ob es zulässig ist das es so abläuft? Darf eine Gewerkschaft ihre Leute so platzieren? Darf er mit seinem Wissen Bewerbung für seine Leute schreiben?
Danke im voraus für eure Hilfe.
Community-Antworten (6)
13.11.2016 um 21:46 Uhr
Ehrlich, ich musste das zweimal lesen, um es zu verstehen.
Euer BR-Vorsitzende hat also für andere Kollegen die Bewerbung geschrieben. Warum? Können die nicht selbst schreiben? Oder ist er sowas wie ein Ghostwriter für Bewerbungen? Da kann man nichts machen und die Betroffenen müssen die Sache dann selbst ausbaden, wenn die Auswahl stattfindet.
Was ich gar nicht verstehe, ist dieses "einiges an Geld investiert" für eine Bewerbung. Kann ja nicht soooo teuer sein, Passbild, Mappe und ein paar Seiten aus dem Drucker. Aber vielleicht kannst Du das noch präzisieren (nur für mich, zum verstehen).
Details des Auswahlverfahrens sollten ihm aber nicht bekannt sein, denn er hat damit nun wirklich nichts zu tun. In der Regel machen das diese Leute, die eben KEINE Organisierten in Leitungsebenen haben möchten.
Letztendlich, wer dann ausgewählt wird, da hat keiner von euch Einfluss drauf und es ist dann auch nicht zu ändern.
13.11.2016 um 23:09 Uhr
Hallo Zappelmann,
danke für deine Antwort und die Mühe mein Anliegen zu verstehen. Ich habe das vorhin erst erfahren und war noch sehr erregt.
Ich bin zweifacher Familien Vater und Alleinverdiener im Haushalt, daher waren die 150€ Bewerbungskosten schon eine Investition für mich, auch wenn das sicherlich für die meisten nicht viel Geld ist.
Mein Problem hast du erkannt, der Vorsitzenden hat sozusagen als Ghostwriter agiert, warum weiß ich nicht, aber das ist nun mal Fakt. Über das Auswahl Verfahren weiß er definitiv bescheid. Heute kam eine Email von ihm, die er versehentlich an den Verteiler, statt an seine Leute geschickt hat. In dem Schreiben steht haargenau wie das Auswahl Verfahren abläuft und er gibt sogar Literatur Tipps um sich optimal vorzubereiten. Warscheinlich wird er sogar im Auswahl Ausschuss sitzen. (bei uns ist es üblich das ein Mitglied des BR, der Leiter unsere Filiale sowie 2 Gruppenleiter bei Bewerbungsgesprächen dabei sind)
Weiterhin steht dort sinngemäß, dass er die Bewerbung so geschrieben hat, das eine Einladung zum Test nahezu sicher ist.
Ich hoffe, es diesmal besser auf den Punkt gebracht zu haben.
Liebe Grüße
14.11.2016 um 08:49 Uhr
Der BRV mag zwar Mitglied der Gewerkschaft sein - er ist aber nicht die Gewerkschaft. BR und Gewerkschaft sind zweierlei Paar Schuhe.
Vielleicht hätte der BRV Dir auch geholfen, wenn Du ihn gefragt hättest. Das er die Auswahlrichtlinien kennt, ist normal. Sie unterliegen ja der Mitbestimmung.
14.11.2016 um 09:25 Uhr
Sorry ich verstehe nicht: 150 € hast du Gold Mappen benutzt?? Der BR entscheidet doch nicht über eine Einstellung! Und wen du dir Unsicher bist über deine Bewerbung las jemanden durchlesen. Meinst du es fällt nicht auf, wen alle Bewerbungen ziemlich gleich sind? Dann hast du doch wieder bessere Karten. Außerdem würde ich mit einem Br sprechen und auf die Situation Aufmerksam machen.
Liebe Grüße
14.11.2016 um 10:03 Uhr
Ja, das klingt alles irgendwie verworren und falsch, aber ich kann keinen Gesetzesverstoß des Vorsitzenden erkennen. Allenfalls Verstöße gegen die guten Sitten und gegen das Vertrauen der Mitarbeiter, die ihn ja irgendwann mal gewählt haben müssen. Hat alles so ein Geschmäckle ... Mit euren Investitionen komme ich auch nicht richtig klar. Was war da so teuer?
Auswahlrichtlinien bei einer Bewerbung sollten allen mehr oder weniger bekannt sein, das ist richtig, allerdings wie das ganz konkret bei einem Einstellungsgespräch abgeht, das kann keiner wissen, denn es entscheiden sehr oft subjektive Dinge. Ich kann mir gut vorstellen, dass, wenn da Parallelen bei den Bewerbungen erkannt werden, die Entscheider nicht unbedingt in Jubelschreie ausbrechen werden. Und dann, wie gesagt, "organisierte", die mög man gar nicht, gleich überhaupt nicht in Führungspositionen. Diese Mitarbeiter organisiert der Chef gerne selbst ...
14.11.2016 um 14:54 Uhr
Ich bin echt erschüttert über eure Antworten. Wer so einen BRV hat, braucht keine anderen Feinde mehr im Betrieb.
- aber ich kann keinen Gesetzesverstoß des Vorsitzenden erkennen. * Ich schon (abgesehen von dem großen sonstigen Geschmäckle)
Betriebsverfassungsgesetz § 75 Grundsätze für die Behandlung der Betriebsangehörigen
- Satz 2 : Sie haben die Selbständigkeit und Eigeninitiative der Arbeitnehmer und Arbeitsgruppen zu fördern.
was mit der Aktion ja wohl eindeutig nicht eingehalten wird! Unglaublich dieses Verhalten!
Vielleicht hätte der BRV Dir auch geholfen, wenn Du ihn gefragt hättest. Dazu hätte man ja erst einmal davon wissen müssen!
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