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Dieser Beitrag ist vor 9 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Benachteiligung des Betriebsrates

P
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Mrz 2020 bearbeitet

Hallo zusammen,

ich bin seit ca. vier Jahren in einem größeren Unternehmen Betriebsratsvorsitzende. Die Gründung des Betriebsrates ist vor vier Jahren erschwert über die Bühne gegangen, die weitere Zusammenarbeit mit dem damaligen Standortleiter (mittlerweile in Rente) hat sich ebenfalls als sehr schwierig ergeben. Seit Frühjahr letzten Jahres haben wir einen neuen Standortleiter, der Betriebsräte eigentlich auch nicht wirklich respektiert. Mitbestimmung wird eher als Hindernis gesehen, als das diese befolgt wird.

Nachdem die Situation vor einem Jahr drohte zu eskalieren, hatte sich die Situation eigentlich wieder beruhigt. Als Vorsitzender hatte ich mittlerweile auch wieder vor, von meiner Vollfreistellung (ca. 12 Monate) in die Teilfreistellung zu gehen, da ich aufgrund meines doch jüngeren Alters den Beruf nicht komplett an den Nagel hängen wollte.

Nachdem ich nun mehrere positive Gespräche mit dem Standortleiter im Hinblick auf die Rückkehr in meinen Job geführt habe, wurde mir gestern eröffnet, dass es für mich zwei Wege gibt:

  1. das Unternehmen zu verlassen
  2. mich solange als BR wählen und freistellen zu lassen, bis es nicht mehr geht.

Ich seie massiv betriebsstörend und dem Unternehmen nicht loyal, da mein Verhalten massive wirtschaftliche Nachteile auslöse (das Einzige was passiert ist in den letzten Wochen ist, dass wir als BR einigen Versetzungen nicht zugestimmt haben). Ich seie darüberhinaus verbrannte Erde und keine Führungskraft in diesem Unternehmen würde noch mit mir arbeiten wollen. Ich sei immer schon das Problem gewesen (Frau, emotional, Südländerin) und nicht der Standortleiter.

Das ist natürlich alles nur die Spitze des Eisbergs, aber ich brauche wirklich kluge Ratschläge. Hat einer von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Alles was passiert oder besprochen wird ist natürlich nicht nachweisbar.

Ich fühle mich psychisch langsam wirklich am Ende meiner Kräfte und weiß mittlerweile keinen Rat mehr. Aufgeben will ich nicht, dafür krank werden aber auch nicht.

HELP!

2.514022

Community-Antworten (22)

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Catweazle

17.08.2016 um 16:09 Uhr

Zurück kannst du auf deinen Arbeitsplatz nicht. Du hast ihn doch noch und bist lediglich von der Arbeit freigestellt! Ob du, nach BR-Beschluss und der notwendigen Beratung mit dem Arbeitgeber, mit einer Teilfreistellung klar kommst kannst nur du selbst beurteilen.

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UliPK

17.08.2016 um 16:19 Uhr

Als erstes, alles schriftlich machen was jetzt noch kommt, nehme Abstand zu mündlichen Vereinbarungen. Anwalt aufsuchen und beraten lassen.

P
Pjöööng

17.08.2016 um 16:37 Uhr

Die Situation klingt so wie Du sie schilderst sehr verfahren. Hier kann niemand beurteilen was ein ganbarer Weg für Dich in diesem Umfeld sein kann. Diese Beurteilung kannst nur Du selbst vornehmen.

Wichtig wäre für Dich zu verstehen, welche Ziele für Dich in Frage kommen. Dazu hat sich bewährt, einfach mal alle auch nur denkbaren Szenarien aufzuschreiben (ohne irgendeine Option von vornherein auszuschließen) und dann zu bewerten:

  • Wie wahrscheinlich ist es, dieses Ziel zu erreichen?
  • Welche positiven Aspekte hat dieses Ziel?
  • Welche negativen Aspekte hat dieses Ziel?
  • Wie attraktiv ist dieses Ziel?
  • Was müsste sich ändern, damit dieses Ziel erreicht werden kann?
  • Wie wahrscheinlich ist es, diese Änderungen zu erreichen?

Wenn Du Dir dann klargeworden bist, welches das attraktivste Ziel für Dich ist, kannst Du auch zielgerichtet handeln. Im Augenblick hast Du nur zwei Ziele im Kopf dies sich möglicherweise gegenseitig ausschließen.

Welches dann die richtigen Werkzeuge sind, kannst Du meines Erachtens auch nur feststellen wenn Du Dein Ziel kennst.

I
ickederdicke

17.08.2016 um 16:47 Uhr

" Nachdem ich nun mehrere positive Gespräche mit dem Standortleiter im Hinblick auf die Rückkehr in meinen Job geführt habe, wurde mir gestern eröffnet, dass es für mich zwei Wege gibt:

  1. das Unternehmen zu verlassen
  2. mich solange als BR wählen und freistellen zu lassen, bis es nicht mehr geht.

Ich seie massiv betriebsstörend und dem Unternehmen nicht loyal, da mein Verhalten massive wirtschaftliche Nachteile auslöse (das Einzige was passiert ist in den letzten Wochen ist, dass wir als BR einigen Versetzungen nicht zugestimmt haben). Ich seie darüberhinaus verbrannte Erde und keine Führungskraft in diesem Unternehmen würde noch mit mir arbeiten wollen. Ich sei immer schon das Problem gewesen (Frau, emotional, Südländerin) und nicht der Standortleiter."

Nun, zum einen, was hiervon ist belegbar ( schriftlich / Zeugen ) Wie steht dein Gremium hinter dir ?

Nehmt Kontakt zu eurer Gewerkschaft auf, wenn dies nicht geht - sucht einen Anwalt auf. Denn eine solche Beeinflussung sowohl der Betriebsratsarbeit wie auch privat als Mensch würde ich mir nicht so bieten lassen.

P
Pjöööng

17.08.2016 um 16:53 Uhr

Zitat (ickederdicke): "Nun, zum einen, was hiervon ist belegbar ( schriftlich / Zeugen )"

Zitat (Picture): "Alles was passiert oder besprochen wird ist natürlich nicht nachweisbar. "

P
picture

17.08.2016 um 16:56 Uhr

Danke Pjöööng für diesen mal anderen Blickwinkel. Werde ich machen, wobei spontan für mich wäre das Ziel a) nicht aufgeben b) das der BR nicht aufgibt. Denn ich sehe die große Gefahr, dass wenn ich gehe, dass auf kurz oder lang das Gremium an sich nicht durchhalten wird.

@ickederdicke Es ist natürlich nichts davon belegbar, noch nicht. Zumindest ist für mich klar, dass ab sofort keine Gespräche mehr ohne ein weiteres BR-Mitglied stattfinden wird. Mein Gremium steht voll hinter mir, auch wenn wir nicht immer alle 11 einer Meinung sind, stehen wir zusammen.

C
celestro

17.08.2016 um 16:59 Uhr

Die entsprechenden Personen haben Ihr Ziel fast erreicht. Du nimmst Dir die Sache zu Herzen und hast Angst. Von deren Seite betrachtet: Wunderbar !

Die "Nichtnachweißbarkeit" ist im Grunde Dein größter Trumpf. Denn mit welchen Gründen würde man Dich kündigen / loswerden wollen ? Weil einige wenig Personen hinter vorgehaltener Hand etwas negatives sagen ?

Bin da aber bei UliPK ... am besten von einem Anwalt beraten lassen. Ein öffentliches Forum dürfte hier eher weniger gut geeignet sein.

P
picture

17.08.2016 um 17:12 Uhr

Im Grunde ist es so, dass ich mir wirklich nicht weiterzuhelfen weiß.

Natürlich waren in der Vergangenheit auch Gewerkschaft und Anwälte im Boot, aber es gab dann am Ende immer Rückzieher durch die AG-Seite, es gab nie wirkliche Verfahren, weil am Ende alles zurückgenommen wurde.

Und natürlich nehme ich mir das zu Herzen, irgendwann einmal ist es auch gut.

Was ich meisten befürchte ist tatsächlich nicht den kühlen Kopf bewahren zu können und den Weg ins öffentliche Forum bin ich gegangen um den Kontakt zu denjenigen zu suchen, die das gleiche durchgemacht haben oder durchmachen.

Ich kann mir sorry die Weisheiten von einigen nicht mehr anhören "ich müsse starkbleiben, ich müsse drüberstehen, "du musst durchhalten". Ich muss schon einmal gar nichts.

Natürlich habe ich mit dem Anwalt gesprochen, Bedauern wurde ausgedrückt und ich soll mit dem Gremium sprechen, Beschluss fassen, ja werden wir nächste Woche machen und sicherlich kann man entsprechend vorgehen, aber ich hab langsam das Gefühl nicht mehr zu können.

Was macht Ihr, wenn Ihr so massiv unter Druck geratet? Ich bin eine erwachsene Frau und heule in einem Forum rum, was für mich eh schon ungewöhnlich ist und ich will nicht irgendwann beim Psychodoc landen, sondern meinen Job machen. Versteht Ihr was ich meine?

P
Pjöööng

17.08.2016 um 17:27 Uhr

Picture,

Anwälte und Richter sind Organe der Rechtspflege, können aber nicht die Welt verbessern. Selbst wenn Du 1000 Verfahren gegen Deinen Arbeitgeber gewonnen hast, stellt das nicht sicher dass dieser Dir in Zukunft mit Respekt begegnet. Manch einer hat ein dickes Fell und alles perlt an ihm ab, andere haben ein eher dünnes Nervenkostüm und können die persönlichen Niederlagen nicht verdauen. Da kann es keine allgemeinen Ratschläge geben.

Von daher wird eine der wesentlichen Fragen die Du Dir stellen solltest sein, ob es denn überhaupt einen Weg zu einem annehmbaren Zusammenleben mit Deinem Arbeitgeber gibt. Nur dann dürfte es sinnvoll sein zu kämpfen, sonst läufst Du Gefahr kämpfend zu zerbrechen.

B
brsieben

17.08.2016 um 17:34 Uhr

Vielleicht wäre es an der Zeit, dass Deine Mitbetriebsräte mal Flagge zeigen. Schließlich bist nicht DU allein der Betriebsrat, sondern auch noch x andere Damen und Herren. Und was Du der Geschäftsleitung vorträgst, ist ja nicht Deine Privatmeinung, sondern das, was das Gremium beschlossen hat. Der GL muss klar werden, dass die Situation sich für sie nicht groß ändert, wenn sie die Vorsitzende aus dem Unternehmen grault, weil ein genauso kritischer Trupp die Nachfolge antritt. Ansonsten: Du hast mein volles Mitgefühl! Auch wenn Dir das herzlich wenig nützt. Liebe Grüße.

G
gironimo

17.08.2016 um 17:40 Uhr

Im Grunde genommen, haben schon sehr viele Betriebsräte derartige Situationen erlebt. Warum sich mit der Mitbestimmung auseinandersetzen, wenn man bemerkt, dass man den BR durch Psychterror loswerden kann. "... es gab nie wirkliche Verfahren, weil am Ende alles zurückgenommen wurde ...." ein sicheres Indiz.

Aber gerade das wollen doch zumindest nicht die AN, die in Dir die Person sehen, denen sie ihr Vertauen geschenkt haben, um ihre Interessen zu vertreten.

Vielleicht helfen Dir Rethorik- oder Kommunikationsseminare weiter (es gibt auch "Umgang mit schwierigen Zeitgenossen" und ähnliches). Aber vielleicht stellt Ihr Euch als BR auch breiter auf. Du bist ja nicht der BR allein. Verteilt die Aufgaben und Kompetenzen. Der AG muss merken, dass der BR nicht aus einer verwundbaren Stelle "BRV" besteht.

P
paula

17.08.2016 um 17:48 Uhr

"Denn ich sehe die große Gefahr, dass wenn ich gehe, dass auf kurz oder lang das Gremium an sich nicht durchhalten wird."

Dieser Gedanke ehrt Dich. Aber bedenke bitte: ("Ich fühle mich psychisch langsam wirklich am Ende meiner Kräfte...") Deine Gesundheit ist immer die Nummer 1. Ich kenne leider mehrere BRM die in vergleichbaren Situationen gekämpft haben bis zum psychischen Zusammenbruch. Da ist dann auch nichts gewonnen. Der BR steckt in der gleichen Situation und die Gesundheit ist kaputt.

Daher kann ich Dir nur raten, tief in Dich hinein zu horchen, ob Du die Kraft und die Ausdauer zum Kämpfen hast. Pass gut auf Dich auf!

R
RoterFaden

17.08.2016 um 18:56 Uhr

Vielleicht helfen Dir Rethorik- oder Kommunikationsseminare weiter (es gibt auch "Umgang mit schwierigen Zeitgenossen" und ähnliches). Aber vielleicht stellt Ihr Euch als BR auch breiter auf. Du bist ja nicht der BR allein. Verteilt die Aufgaben und Kompetenzen. Der AG muss merken, dass der BR nicht aus einer verwundbaren Stelle "BRV" besteht.

Das ist wirklich eine besch**** Situation... Aber das sind doch schonmal super Tipps von Gironimo!

Ich würde dir auch raten, die Gewerkschaft stärker ins Boot zu holen und dich auch mal über Mobbing zu informieren, so nach dem Motto: "lerne die Waffen deines Gegners kennen, dann können sie dich weniger verletzen!" (Ich wurde vor Jahren mal vom Chef gemobbt... ab dem Zeitpunkt, ab dem mir klar wurde, dass das Mobbing war, ging es mir schon besser!)

Außerdem würde ich versuchen, nicht mehr alleine mit ihm zu sprechen! Hol dir sofort jemanden dazu oder ziehe das Handy aus der Tasche - den Finger auf dem Aufnahmeknopf... (Jaaa - ich weiß: kann man nicht verwenden! Aber er wird sicher genauer überlegen, was er sagt!)

Noch was: du schreibst von "Standortleiter" - ihr habt also mehrere Standorte? Gibt es dort weitere Betriebsräte? Oder einen KonzernBR? Auch er hat also noch einen Vorgesetzten oben drüber... Vielleicht sind das noch Ansatzpunkte?

Ich wünsche dir viel Kraft und Ausdauer - aber pass dabei immer auf dich auf!

G
ganther

18.08.2016 um 01:28 Uhr

Hol dir sofort jemanden dazu oder ziehe das Handy aus der Tasche - den Finger auf dem Aufnahmeknopf...

kenne ein (ex-)BRM bei dem hat eine heimliche Tonbandaufnahme zur Strafanzeige und Ersetzung der Zustimmung des BR zur Kündigung geführt.... damit wäre ich also mal vorsichtig

P
Pjöööng

18.08.2016 um 01:31 Uhr

Zitat (RoterFaden): "... oder ziehe das Handy aus der Tasche - den Finger auf dem Aufnahmeknopf... (Jaaa - ich weiß: kann man nicht verwenden! Aber er wird sicher genauer überlegen, was er sagt!)"

Bloß nicht! Auf gar keinen Fall! Eine außerordentliche Kündigung und eine Strafanzeige sind die fast unvermeidliche Folge!

T
Tulpe

18.08.2016 um 10:41 Uhr

Hallo Picture, erst einmal TOLL das du ausgehalten hast. Auch ich hatte schwer zu Kämpfen, mein Spruch: WER KÄMPFT KANN VERLIEREN; WER NICHT KÄPFT HAT VERLOREN. Ich hoffe du hattest eine Schulung oder besser zwei? Wissen ist Macht. Werde dir im klaren das Sie dich nur Angreifen weil Sie Wissen das du Recht hast. Ich habe die Angriffe (auch Persönliche) mir auch zu Herzen genommen. War kurz davor alles hinzuschmeißen. Dann wurde mir klar das Sie einfach mit Starken Frauen nicht umgehen können. Und darauß habe ich Kraft gezogen, um so Selbstbewuster du bist, um so weniger bist du Angreifbar. 1. du hast deine Stelle noch, 2. Sie können dir kaum Kündigen da du als Betriebsrat unter Besonderen Schutz stehst (Kündigungsschutz). Was ich nicht Verstehe, bei einem 11 Gremium ist doch immer genug zu tun! Aber das musst du wissen. Sehe die Angriffe als die schwäche deines Gegenübers und es wird auch nicht verlangt das du mit jedem gut auskommst. Ich mag auch nicht jeden. Dafür seid Ihr ein 11 Gremium und auch deine Stellvertretung kann Aufgaben übernehmen. Du bist eine Frau die Polariesiert und deswegen bist du BRV, die meiste GL fühlen sich beschnitten in Ihrer Macht. Lach darüber aber es Hilft. Ich hoffe ich konnte dir etwas Helfen Viel Kraft

P
Picture

18.08.2016 um 10:42 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Euren Input und sorry, dass ich erst jetzt antworte.

Also, ja wir haben einen GBR und somit mehrere Standorte in D. Mein stellvertr. Vorsitzender ist GBR-Vorsitzender, ich bin ebenfalls GBR-Mitglied des GBR. Direkt an die Geschäftsleitung zu gehen war auch mein Gedanke, jedoch ist glaub ich auch das Band an der Stelle seit einigen Monaten zerschnitten. Sagen wir es mal so, dass Wort Mitbestimmung wurde in der Vergangenheit nicht oft durch die Geschäftsleitung oder gar von einigen Betriebsräten in unserem Unternehmen zu oft in den Mund genommen. Das hat sich vor 2 Jahren geändert, als sich der GBR neu konstituiert hat und ein paar "ältere" Betriebsräte nicht mehr die Mehrheit hatten.

Alleine mit unserem Standortleiter zu sprechen, kommt für mich definitive nicht mehr in Frage. Tonbandaufnahmen etc. werde ich sicherlich auch nicht machen, letztendlich befinde ich mich in der Realität und nicht bei 24 oder CSI :-))). Ich will ja unsere Situation verbessern und nicht verschlimmern. Ich denke, da bin ich mit Gedächtnisprotokollen besser bedient.

"Aber vielleicht stellt Ihr Euch als BR auch breiter auf. Du bist ja nicht der BR allein. Verteilt die Aufgaben und Kompetenzen. Der AG muss merken, dass der BR nicht aus einer verwundbaren Stelle "BRV" besteht."

Ja das wird sich nächste Woche zeigen, wie das Gremium sich aufstellen möchte / wird. Ich lasse mich überraschen, wir hatten vor ein paar Monaten eine ähnliche schwierige Situation, nachdem eine Betriebsversammlung eskaliert ist. Und wir haben zusammen gestanden, alles andere wird die Zukunft zeigen.

Nun ist es mittlerweile 2 Tage her, seit dieses Gespräch geführt wurde und ich fühle mich immer noch ausgelaugt, werde aber langsam und sicher sauer. Ich habe nicht vor die Welt zu verändern, aber ich werde auch mich nicht für andere auf dieser Welt ändern.

Ich halte Euch über die weitere Entwicklung informiert, wenn Ihr mögt.

Ganz liebe Grüße

P
picture

18.08.2016 um 10:50 Uhr

@Tulpe

Das war auch immer mein Spruch, auch im privaten Bereich :-)

Hinsichtlich der Freistellung ist es so, ich bin zu jung für eine Vollfreistellung. Ich hätte noch mindestens 2.5 Jahrzente bis zur Rente und ich hab meinen alten Job ja auch geliebt. Das eine schließt doch das andere bei einem 11-er Gremium nicht aus. Klar gibt es mal Phasen, wo viel zu tun ist, aber ich arbeite ja gerne.

DANKE für Deine Worte.

C
celestro

18.08.2016 um 12:06 Uhr

"Tonbandaufnahmen etc. werde ich sicherlich auch nicht machen, letztendlich befinde ich mich in der Realität und nicht bei 24 oder CSI :-))). Ich will ja unsere Situation verbessern und nicht verschlimmern."

Die Idee mit dem "Tonband" fußte eher auf der Drohung mit selbiger (sprich ein "Sie werden ja sicher nichts dagegen haben, wenn wir die Sachen aufnehmen"). Weiß aber auch nicht, ob das klug wäre und würde erst andere Wege probieren.

U
UliPK

18.08.2016 um 12:32 Uhr

Nur mal ein Gedankenspiel von meiner einer.

Da du ja eh schon als das böse Mädchen angesehen wirst von deinem Standortleiter warum verhälst du dich dann nicht auch so? Schlechter kann es ja eh nicht werden. Durch gut zureden bekommt man in der Regel solche Typen auch nicht hingebogen.

Der BR hat Möglichkeiten denen mehr Steine vor die Füße zu werfen als du Denkst. Du schreibst Mitbestimmung wird bei denen eher mit Füßen getreten, sehr gut und schon hast du einen Ansatz. Abmahnen das sie sich an geltenes Recht halten und zwar Schriftlich per Beschluss. Dann halt auch mal der gang vors Gericht. Denke mal wenn die den 87er missachten das da auch noch andere Gesetze mit Füßen getreten werden. Dann nehmt mal eure Füße in die Hand und tretet die bis vor`s Gericht oder Einigungsstelle. Schon mal einen Rechtsanwalt zur BR-Sitzung eingeladen oder Sachverständigen zum Bericht des WA usw. Das wird so oft wiederholt bis denen die puste ausgeht. Was glaubst du wie lange sich die GF so etwas anschaut. Da würde es am ende dann eher um den Job des Standortleiters gehen als um deinen.

Das ganze geht aber auch nur wenn bei euch der zusammenhalt auch gut ist und ihr das bis zum ende durchzieht.

Wie schon oben geschrieben ist nur so ein Gedankenspiel und als letztes Mittel anzusehen.

Sei so böse wie du nur kannst oder deine BR Mitstreiter es zulassen.

Edit: noch ergänzt um 11:30

G
ganther

18.08.2016 um 15:03 Uhr

"Das wird so oft wiederholt bis denen die puste ausgeht. Was glaubst du wie lange sich die GF so etwas anschaut. Da würde es am ende dann eher um den Job des Standortleiters gehen als um deinen."

Das ist aber eine Sache die sehr stark vom Unternehmen abhängt. Bei uns gibt es im Jahr mehr als 20 Beschlussverfahren und der AG geht trotz verlorenem Prozess lächelnd aus dem Gerichtssaal. Denn das ist im Vorfeld alles schon eingeplant, da er inzwischen mit Hinweis auf die starke deutsche Mitbestimmung und der dadurch fehlenden Flexibilität Stellen in mitbestimmungsfreie Töchter in In- und Ausland verlagert.

Nur ein Beispiel dafür wie AG mit einer solchen Situation umgehen. Wir lassen uns nicht unterkriegen und haben das kommunikativ schon im Griff. Aber man braucht viel Durchhaltewillen und Kraft. Und es gibt einzelne BRMs die das nicht schaffen und daher zurückgetreten sind. Daher kann ich Picture gut verstehen. Zweifel und Wut gehören dazu und es eine ganz persönliche Entscheidung hier zu treffen.

N
NickNeu

18.08.2016 um 15:23 Uhr

Hallo Picture, ich kann leider aus eigener Erfahrung mehr als nachfühlen wie es Dir geht. Bei mangelndem Wohlverhalten wurde mir z.B. schon angeboten den Kopfe vom Körper zu trennen. Aber ich will hier nicht rumjammern, sondern 1, 2 mögliche Tipps geben, wie du aus dieser Hölle vielleicht und hoffentlich wieder raus kommst.

(Reihenfolge ist eher wurscht)

  1. Du bist nicht allein und es geht noch viel schlimmer. In einem unserer Partnerbetriebe hat vor einigen Jahren das Wort Betriebsrat laut auszusprechen bereits für eine zuverlässige Kündigung ausgereicht. Tipp: Dicke Haut zulegen.

Hilfreich dabei:

  1. Sobald du in der Freizeit bist: Mental vom Job komplett verabschieden - abschalten. Das kann verdammt schwer sein, möglicherweise brauchst du dazu professionelle Unterstützung. Z.B. Coaching/Training durch die Gewerkschaft oder Kommunikationsschulungen, die allgemein die Augen für Methoden der Verunsicherung öffnen.

  2. Lies Psychopathen von Kevin Dutton. Allgemein hilfreich für das Arbeitsleben.

  3. Sprich niemals alleine mit dem Chef oder seinen loyalen Schergen. Dies gilt generell für BR-Arbeit in BR-feindlichen Betrieben.

  4. Öffentlichkeit im Betrieb herstellen. Chefs separieren gerne, versuchen dich zum zur Buhfrau zu machen. Sprich darüber, auch öffentlich.

  5. Jegliche Kommunikation von dir als BR sollte immer höflich und respektvoll sein. Und deutlich.

  6. Wichtig ist der Rückhalt im Gremium. Halte die KollegInnen immer auf dem Laufenden, enge "Partnerschaften im Geiste" mit dem einen oder der anderen helfen.

  7. Eskalation. Juristisch (gibt bestimmt genügend Verstöße z.B. gegen das BetrVG oder auch mal Behinderung der BR Arbeit prüfen...) und öffentlich (Motto: "keine Ahnung wie das die Presse erfahren hat" -> Mit Vorsicht anzuwenden!)

Wenns ganz schlimm wird: Baldrian und Lavendel bringen Dich ein wenig runter. Hilft zum durchschlafen und dann wieder frisch ans Werk.

VG NickNeu

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