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Infopflicht oder Mitbestimmung? Neues Programm im PC

V
Vobamaus
Jan 2018 bearbeitet

Es wurde ein neues Programm für uns eingestellt, wonach wir uns mit unserer Personalnummer einmal nur noch anmelden müssen und es wird automatisch jedes Programm im PC mit unseren Kennwörtern geöffnet. Wir sind ein Callcenter.

Wir wurden lediglich, wie alle anderen Mitarbeiter, über die Geschäftsleitung per Mail informiert. Besteht hier nur die Infopflicht oder gleich die Mitbestimmung. Ich bitte mal um eure Hilfe Danke

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Community-Antworten (11)

M
Mattes

15.04.2016 um 14:29 Uhr

Es kommt darauf an, ob das Programm auch dazu geeignet ist euch zu überwachen. §87 Abs.1 Nr.6 BetrVG

Ich frage mich aber auch ob das mit dem Datenschutz so hinhaut. Es kann sich dann ja jeder mit eurer Nummer einloggen. Und wer hat alles Zugang zu eurer PN???

C
Challenger

15.04.2016 um 14:35 Uhr

Tach auch, nach §87 Abs.1 Nr.6 BetrVG seid Ihr nicht nur in der Mitbestimmung,sondern darüber hinaus in der ERZWINGBAREN MITBESTIMMUNG. Da der AG Euch übergangen hat,könnt Ihr ihm sogar per EINSTWEILIGER VERFÜGUNG die weitere inbetriebnahme dieses Programms gerichtlich untersagen lassen.Alternativ hierzu könnt ihr sofort die Einigungsstelle anrufen. Wenn Euer Arbeitgeber ansonsten fair ist würde ich ihn an Euerer Stelle zu Verhandlungen auffordern.

P
Pickel

15.04.2016 um 14:53 Uhr

Challenger, was soll dieser Blödsinn?

Du hast - wie alle hier - überhaupt keine Ahnung, ob das Passwort-Programm in irgendeiner Weise auch zur Überwachung der Mitarbeiter genutzt werden kann. Nach allem was zu lesen ist, kann ich das nicht erkennen. Von dieser Grundlage aus gleich mit (großgeschriebenen) EV angerauscht zu kommen zeigt einfach, dass du jedes Maß verloren hast

Z
Zappelmann

15.04.2016 um 17:14 Uhr

Ach Pickel, lies doch mal den ganzen Text. Woher willst Du wissen, dass es eben NICHT zur Überwachung dient? Nur aus dem kurzen Text, der von Unwissenden hier geschrieben wurde? Geile Glaskugel ... ;))

P
Pickel

15.04.2016 um 17:28 Uhr

Zappelmann, du bist ein Scherzkeks. Habe ich geschrieben dass es nicht der Fall ist? Ich habe geschrieben dass es niemand wissen kann und es aus dem Text keinerlei Anzeichen dafür gibt - und es entsprechend sehr dämlich ist, schwere Geschütze zu nennen ohne den Hintergrund zu kennen.

G
gironimo

15.04.2016 um 17:40 Uhr

Es besteht die Mitbestimmung aus dem § 87 BetrVG. Daran kann aus meiner Sicht überhaupt kein Zweifel bestehen.

Fordert den AG auf, die neue Software nicht anzuwenden, bevor er sich nicht mit Euch über eine BV zur Nutzung und Erfassung personenbeziehbarer Daten geeinigt hat. Schlagt ihm eine BV zur Verhandlung vor. Dazu solltet Ihr Euch vielleicht erst noch einmal intensiv mit dem Thema befassen. Zieht einen Sachverständigen hinzu (§80 Abs. 3 BetrVG).

Reagiert der AG nicht, habt Ihr einen Unterlassungsanspruch, den Ihr beim Arbeitsgericht geltend machen könnt - und auch solltet. Hierzu siehe § 23 Abs. 3 BetrVG.

G
Globus

15.04.2016 um 21:15 Uhr

Nun mal für Anfänger: Grundsätzlich muß jede technische Einrichtung dem BR vor Einführung vorgestellt werden. Dieser entscheidet dann, ob sein MBR tangiert wird oder nicht - das kann nämlich nicht der AG einseitig... Weiterhin, jedes Programm, in welchem man sich einloggen muß unterliegt Grundsätzlich der Mitbestimmung, da jedes einloggen gespeichert wird. Aber nicht nur das, es ist in der Regel davon auszugehen, dass jede Programmnutzung die wie auch immer personifiziert ist, der Mitbestimmung unterliegen - und ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich kein Programm kenne, was eine Mitbestimmung des Gremiums nicht auslösen würde... , na, kommt ihr drauf warum? Oder ist das zu technisch...?

E
eifeltraum

15.04.2016 um 23:58 Uhr

bei uns gibt es eine ähnliche Software, die aber nach Einschätzung unseres Sachverständigen von der TBS nicht der Mitbestimmung unterliegt da eben keine Daten gespeichert werden sondern nur ein Transfer zu einzelnen Programmen erfolgt. Unser Sachverständige nannte es den Bus der die einzelnen (geregelten) Programmen versorgt

G
Globus

16.04.2016 um 07:34 Uhr

Mag sein, ich kenne euer Programm nciht, aber ungewöhnlich ist es alle mal, Logins in die Programme werden eigentlich allesamt gespeichert - schon alleine um Fehler analysieren zu können - Fehler des Programms. Soll Heißen. Ich rufe das Programm auf - Login wird gesetzt. Wann und wohin. Weiterhin bei der Abmeldung Logout wird gesetzt wer wann... Aber wenn ihr einen unabhängigen Sachverständigen habt, dem ihr vertrauen könnt, dann ist das bei euch wohl so.... prima, es gibt wenig Software Herrsteller, die auf logs verzichten und ihrem Programm zu 100% vertrauen (Lauffähigkeit)

P
pillepalleTR

18.04.2016 um 13:24 Uhr

Der Beschreibung nach handelt es sich um sowas wie "Single Sign-on". Ich würde mir vom AG erklären lassen, ob, und wenn ja, was ggf. dabei protokolliert wird und wer Zugriff auf diese Daten hat. Falls ihr erkennt, dass hier "kritische" Daten weggeschrieben werden (Login/Logout-Zeiten auf den User runtergebrochen), würde ich ne BV dazu abschließen und das Ganze darin regeln.

EDIT: siehe auch https:de.wikipedia.org/wiki/Single_Sign-on

V
Vobamaus

18.04.2016 um 17:43 Uhr

Hallo! Vielen Dank für die schnellen und sehr ausführlichen Infos von Euch.

Das System ist ein Single Sign-on-System, Einmalanmeldung.

Habe jetzt mehr recherchiert. Ist es hier dann auch der Fall? bei der Mitbestimmung?

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