Alkoholismus des Prokuristen
Alkoholismus des Prokuristen
Es gibt begründete Beschwerden, die allerdings nicht bei uns als BR gelandet sind, sonder direkt bei der Geschäftsführung.
Ich selbst als BR Mitglied hatte schon oft bei Besprechungen eine "Fahne" registriert.
Was würdet ihr tun als BR Gremium?
Community-Antworten (19)
20.02.2016 um 08:58 Uhr
Die Entlassung fordern ?
20.02.2016 um 09:31 Uhr
Entlassung ??? Schmeißt ihr auch eure Kollegen raus, wenn diese eine Grippe haben. Alkoholismus ist eine Krankheit. Das weiß man offiziell seit 1968 , scheint aber noch nicht bei jedem angekommen zu sein. Ich würde sagen " Helfen statt zu verdonnern "
Ich gehe davon aus, dass wenn jemand auf der Arbeit trinkt, kann er scheinbar nicht mehr ohne.
Da mir dieses Thema selber bekannt ist tut sich bei mir die Frage auf, warum die Geschäftsleitung nicht handelt ? Ich kenne das aus unserem Betrieb selber. Der Chef wartet dass der BR etwas unternimmt.....und somit ist der BR der Buh-mann.
20.02.2016 um 09:59 Uhr
Sorry, habe jetzt erst gelesen dass es sich hier um den Prokuristen handelt.
Das macht das ganze natürlich zu einem etwas verzwickten Thema. Anonymer Brief an die Geschäftsleitung oder an den Prokuristen selber ? ? Werbemittel ( Anonyme Alkoholiker) in das Postfach des Prokuristen ?
20.02.2016 um 10:18 Uhr
Der Prokurist ist doch wahrscheinlich leitender Angestellter.
20.02.2016 um 10:51 Uhr
Der Prokurist ist MEGA umstritten - jung - Rechtsanwalt - seit sept. 14 erst im Unternehmen - hat null Ahnung von unserem operativen Geschäft. Eigentlich müsste er noch bis Ende des Monats in Probezeit sein, was niemand genau weiß
20.02.2016 um 12:28 Uhr
@ spiri
Ich verstehe nicht, was Euren BR konkret stört!
KEIN AN ist gezwungen, Beschwerden beim BR einreichen zu müssen! Ganz im Gegenteil, der § 84 BetrVG sieht sogar vor, dass Beschwerden z.B. auch direkt an den AG gerichtet werden können.
"Eigentlich müsste er noch bis Ende des Monats in Probezeit sein, was niemand genau weiß"
Und? Was wäre der Erkenntnisgewinn? Entweder handelt es sich tatsächlich um einen ltd. Angestellten oder nicht! Im Zweifelsfall wird Euch der AG im Falle einer Probezeitkündigung vorsorglich anhören!
Das Datum "seit sept. 14 erst im Unternehmen" ist doch aber bestimmt ein Tippfehler, oder?
20.02.2016 um 12:42 Uhr
natürlich sept. 15 gemeint :-)
Wir haben ansich kein Problem mit der Beschwerde..... Jedoch geht es auch um zuverlässige Geschäftsführung und dass die AN Unmut gegen ihn entwickelt haben, weil er nicht auf die Reihe bekommt.
20.02.2016 um 13:15 Uhr
"Jedoch geht es auch um zuverlässige Geschäftsführung ... "
Damit unterstellt Ihr Eurem AG, dass er NICHT in der Lage oder Willens ist, eine zuverlässige Geschäftsführung sicherstellen zu wollen!!!
Wisst Ihr denn überhaupt, was der Arbeitsauftrag dieses Prokuristen ist? Nur weil jemand eine "Fahne" vor sich her trägt, bedeutet das ja nun nicht, dass er seine Pflichten nicht erfüllt!
Und nur weil Eure KollegInnen meinen, dass dieser Prokurist keine Ahnung vom operativen Geschäft hat, bedeutet das ebenfalls nicht zwingend, dass er seine Pflichten nicht erfüllt!
Auf dem Boden einer vertrauensvollen Zusammenarbeit sollte es doch aber möglich sein, z.B. im Rahmen eines Monatsgesprächs seinen Befürchtungen Ausdruck zu verleihen und zwar ohne die Person/das ev. Alkoholproblem des Prokuristen zu thematisieren?
- Wir können bestimmte Entscheidungen, konkret A, B, C ... nicht nachvollziehen und bitten Sie darum, uns diese zu erläutern.
- Wie sehen Ihre Vorstellungen bzgl. Personalplanung und Beschäftigungssicherung (§§ 92, 92a BetrVG) kurz-/mittelfristig aus?
- Wir haben die nächste Betriebsversammlung für den .... geplant. Wann können Sie Ihre Berichterstattung "Wirtschaftliche Lage/Entwicklung" mit uns abstimmen (§ 110 BetrVG)?
20.02.2016 um 14:27 Uhr
@hoppel Der Prokurist ist verhasst Er hat keine Ahnung Die Mitarbeiter sind unzufrieden Er hat schon mal eine Fahne Er ist Rechtsanwalt Er hat keine Ahnung vom operativen Geschäft Er ist jung Er ist in der Probezeit
In so einem Betrieb, mit diesem BR will man doch wohl gerne arbeiten! Wenn ich der Betroffene wäre, hätten die rädelsführer nix mehr zu lachen!
20.02.2016 um 22:34 Uhr
oh leute. muss ich mich jetzt rechtfertigen zu meinen äusserungen?
unsere GF ist intermins-mässig da. die hintergründe zu erklären wäre müssig.
der prokurist arbeitet defacto nichts. ich bin die letzte, die bewertet oder verurteilt, das ist ein fakt
ich könnte nun die ganze unternehmenssituation darstellen - ist mir aber an der stelle zu aufwändig.
der prokurist hat keine ahnung vom operativen geschäft - ich mag ihn menschlich.... komme gut mit ihm klar und arbeite täglich mit ihm zusammen. jedoch ist jegliche kritik an ihm begründet und ich verstehe die ängst der arbeitnehmer, da unser unternehmen gerade quasi führungslos ist.
alles etwas kompliziert - dennoch danke für die antworten.
22.02.2016 um 07:27 Uhr
Hallo! Eine Fahne kann auch eine andere Ursache haben, zB Diabetes, die Einnahme von Medikamenten... Also Vorsicht walten lassen. Wenn du doch menschlich mit ihm gut klar kommst, dann sprich ihn doch darauf an. Unter 4 Augen. Sag einfach dass es dir und anderen aufgefallen ist, dass er öfters eine Fahne hat. Aber nicht vorwurfsvoll.
01.03.2016 um 21:21 Uhr
hallo mitnander, es wird immer komplizierter: besagter prokurist kam heute zu mir ins büro - ca. 2 h. gespräch - als gute und menschlich korrekte kollegin und berichtete, was ich schon wußte von anderen kolleginne u kollegen, dass eine arbeitnehmerin ihn direkt beim chef deswegen "angesprangert" hat, er hätte ein alkoholproblem daraufhin gab es ein gespräch unter 6 augen - kollegin, prokurist, chef. er erzählte mir alles haar-klein. möchte in keinem fall, dass das ein betriebsratsthema wird. bat mich um rat. er beteuerte, dass er öfters mal übern durst trinkt, aber definitiv kein problem hätte. er würde oft magentropfen nehmen.... usw. puh - ich war ganz offen und sagte ihm auch, dass ich auch schon etwas gerochen hätte und auch andere das schon gesagt hätte. er hat schlaflose nächte, sieht sich im image geschädigt - das macht ja die runde im unternehmen usw. WIE KANN ICH MICH NUN VERHALTEN? feststellen, OB er ein sucht-problem hat - kann ich nicht. wenn er es hat - bilden sich im moment schon co-abhängigkeiten bzw. schutz-gewährende-strukturen.... ich mache mir n kopf. Was würdet ihr empfehlen?
01.03.2016 um 23:03 Uhr
@ spiri
Druck ihm diese Seite aus und drück ihm die Telefonnummer von den AA in die Hand!
https:www.anonyme-alkoholiker.de/content/03info/03wer.php
Wenn jemand bei der Vorgeschichte schon zugibt, öfters mal einen über den Durst zu trinken etc. ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Problem doch etwas größer ist!
02.03.2016 um 08:15 Uhr
Empfehlenswert ist auch ein Besuch bei der Suchtberatung (Diakonie, Caritas o.ä.), die Profis dort können schon nach dem ersten Gespräch sagen ob eine Abhängigkeit vorliegt. Bei seiner Vorgeschichte und meiner Erfahrung ist er schon abhängig, zumindest steht er auf der Schwelle zur Abhängigkeit. Die Co-Abhängigkeit dürft ihr auf keinen Fall unterschätzen.
03.03.2016 um 21:01 Uhr
habe heute das gespräch mit dem prokuristen gesucht. ihm diverse unterlagen "in die hand gedrückt". er bleibt bei seiner aussage definitiv kein problem zu haben. was nun?
03.03.2016 um 22:34 Uhr
@Hoppel Einem Betroffen Zettel in die Hand drücken und sagen, melde dich mal da bei der AA die helfen weiter ist mit Sicherheit das verkehrteste was man machen kann in so einer Situation. Damit schlägst du als Helfender nicht nur die Tuer zu sondern vernagelst sie gleich mit einem Bolzenschussgerät. Deshalb mussich mal annehmen das du mit der Thematik nicht so bewandert bist. Dann hilft nur eins: Finger weg von dem Thema, denn hier hast Du schneller was zerstört als wie auf gebaut.
@spiri Ein Abhängiger wird nie so einfach zu geben das er abhäng ist. Würde er dieses tun dann wüsste er ja um seinen Fehler. Helfen einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen , kann eigentlich erst mal nur eine ihm enge und vertraute Person. Jemand dem er sich öffnen kann. Erst wenn er sich dieser Person in den ersten Zügen anvertraut ist ein erster Schritt getan. Nur so, und indem man sein tun und handeln unbemerkt beobachtet, kann man als ausenstehnde Person erkennen wo man hilfe ansetzn kann. Oftmals sind es ganz einfache Gewohnheiten die der betroffene an den Tag legt. Und hier muss man , ohne auf das eigentliche Thema an zu sprechn, versuchen ein vertrautes Gespräch auf zu bauen. Anders wird man keine chance mehr haben auch nur annährend an den Betroffenen ran zu kommen; zumal ein erster Fehler schon gemacht wurde. Alles ist ein Prozesse der mehrere Wochen dauern kann. Wenn man aber helfen will ist kein Weg zu lang.
04.03.2016 um 01:02 Uhr
@dummerhund
Er vertraut mir. Hat sich mir 2 Stunden anvertraut! Und glaub mir, ich bin mit dem Thema Alkohol sehr betraut - hatte letztes Jahr 2 Todesfälle deshalb und eine 5 j. Beziehung mit einem Alkoholiker. Nur im Betriebsrat nicht.
Der Prokurist ist ganz neu im Betrieb (6 Monate knapp) und praxisfremd, hat schon jetzt einen Image-Schaden deshalb und beschäftigt sich sehr mit dem Thema.
Er sagte mir, dass er sicher kein Problem hätte, weil er das ja sonst vertuschen würde und sich die paar Bierchen zum Fußballspiel nicht nehmen lässt. Der Chef sagte zum ihm, er solle Bonbons lutschen z.B. wg. des Atems. Das sieht er nicht ein, das macht er nie, warum sollte er es jetzt tun. Er steht voll zu seinen ab und zu was trinken Abende.
04.03.2016 um 11:30 Uhr
Der nasse Alkoholiker ist ein wahrer Meister im Vertuschen und Lügen. Irgendwann kommt der Punkt wo er es zugeben und sich helfen lassen muss.
04.03.2016 um 14:38 Uhr
Hi,
beispielsweise hier könnte euch / ihm geholfen werden. Die Infoveranstaltungen sind gut und helfen als Einstieg ins Thema Alkoholkrankheit, wenn man damit als BR zu tun bekommt.
www.fachklinik-weibersbrunn.de
Ciao,
h.
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