Mitarbeiterbeurteilung / Kritikgespräch / Stasimethoden
Hallo,
bei uns wurde ein neues System eingeführt.
Jeder Kollege muss sich einmal im Jahr 2 Kollegen "auf Augenhöhe" suche. die seine Arbeitsleistung beurteilen. Dabei MUSS ein Punkt herauskommen, an dem der Kollege dann arbeiten muss. Das ist schon mal Punkt 1, der mich stört. Man MUSS eine Sache an dem Kollegen finden, die nicht in Ordnung ist und an die er arbeiten muss. Ok, niemand ist perfekt..... Nun ist es aber so, dass dieses Gespräch und der entsprechende Beschluss, also die Zielsetzung schriftlich festgehalten und an den Abteilungsleiter gegeben werden muss, der dann nach einer gewissen Zeit prüft, ob der Berschluss durchgesetzt wurde.
Und sehe ich das so.... ich suche mir Kollegen auf Augenhöhe, die mir im Gespräch offen und ehrlich Kritikpunkte an den Kopf werfen und mir sagen, woran ich arbeiten muss, damit das Team besser wird. Soweit ok. Ich mag ehrliche offene Worte. ABER dann geht das alles schriftlich zu Chef! Also ich stelle in einem persönlichen Gespräch Schwächen und Fehlverhalten bei einem Kollegen fest und teile dies dem Chef mit.
Was meint ihr? Ist das BRtechnisch ein Problem? Auf was kann ich mir hier beziehen?
Community-Antworten (8)
18.11.2015 um 09:23 Uhr
Das ist glaube ich ein typisches Beispiel für "gut gedacht, aber schlecht gemacht".
Ich bin bei dir, ein offenes verbindliches Gespräch unter Kollegen kann einiges bringen, allerdings nur, wenn es intern bleibt. Ich sehe auch die Gefahr, dass der Erfolg auf der Strecke bleibt. Ich sage meinem Kollegen doch nichts zu negatives um ihn dann indirekt beim Vorgesetzten hinzuhängen. Das kann dann auch zu Unfrieden im Betrieb führen.
Ich würde es auf alle Fälle beim nächsten Monatsgespräch thematisieren. Zeigt Eurem AG die Nachteile dieses Verfahrens auf. Vielleicht hilft auch § 94, Abs. 1. Bei klassischer Personalfragebogen und Beurteilungsgrundsätzen hat der BR ein Mitbestimmungsrecht. Aus meiner Sicht handelt es sich hierbei um eine Beurteilung des Mitarbeiters. Gerade dadurch, dass es schriftlich festgehalten wird. http://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/br-beteiligungsrechte-beurteilungsgrundsaetze_idesk_PI10413_HI3460379.html
18.11.2015 um 09:57 Uhr
der Nachteil dieser Methode liegt doch auf der Hand:
Ab dem Moment, ab dem alles transparent "nach oben" weitergegeben wird, werden alle Mitarbeiter sich zu Interessensgruppen finden, in dem die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Am Ende wird es (zumindest den schriftlichen Teil betreffend) nur mit blabla enden.
Das System KANN erfolgreich sein, wenn die Gespräche vertraulich bleiben. Das hängt dann aber zB von der Unternehmenskultur und eventuell auch vom Bildungsgrad der Beteiligten ab.
18.11.2015 um 10:38 Uhr
Was steht denn in der dazugehörigen BV zu den Eskalationsstufen, bzw. wie ist das weitere Vorgehen wenn die "schlechten" Dinge nicht abgestellt werden (können)
18.11.2015 um 11:23 Uhr
auf der unteren Ebene finde ich ein solches System auf Grund der schon genannten Probleme als wenig hilfreich. Bei Führungskräften kann so etwas ja funktionieren, wenn ich weitere Dimensionen dazu bringen. Idealerweise als 360 Grad Feedback. Also Beurteilung vom Vorgesetzten der Führungskraft, dann von den zugeordneten Mitarbeiter und noch von der gleichen Ebene. Wenn man es standardisieren will, dann mit festgelegten Fragebögen, die nach bestimmten Kriterien geclustert sind.
So ist es für mich mehr als ein untauglicher Versuch
Der BR sollte sein MBR entsprechend nutzen
18.11.2015 um 11:27 Uhr
Die Frage ist; gibt es überhaupt eine BV.
Der BR ist ja in der Mitbestimmung. Hier geht es ja um allgemeine Beurteilungsgrundsätze nach § 94 BetrVG.
Und ehrlich gesagt. Für mich wäre dieses System nicht verhandelbar. Wenn schon die Leistung in einem Gespräch beurteilt und Ziele definiert werden sollen, dann nach einem geordneten Chema
18.11.2015 um 17:24 Uhr
Kann mir mal jemand den Zusammenhang zwischen der Überschrift und dem Text erklären?
18.11.2015 um 17:57 Uhr
Die "Mitarbeiterbeurteilung" macht der Chef nach "Stasimethoden" wenn das "Kritikgespräch" nicht fruchtet... :)
19.11.2015 um 16:29 Uhr
Hallo, eine BV gibt es nicht. Es wurden bisher nur normale Mitarbeiterspräche zwischen Chef und Mitarbeiter geführt,... wenn überhaupt... selbst das kam selten vor. Und dann wurde auch nichts schriftlich festgehalten.
Auf jeden bestäigt ihr mich in der Annahme, dass dies nicht nur total sinnfrei ist, sondern auch rechtlich geprüft werden sollte.
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