Abschlußprüfung bei einer betrieblichen Weiterbildung
Aus unterschiedlichen Abteilungen unserer Firma werden insgesamt 16 Kollegen auf eine Weiterbildung durch einen externen Dienstleister (Universität) geschickt. Am Ende dieser Weiterbildung soll es einen Abschlusstest geben, durch den die Aufmerksamkeit während des Lehrgangs gefördert werden soll. Wir (der Betriebsrat) hat wegen diesem Test während des letzten Monatsgespräch begründetes Bedenken geäußert. Die Reaktion: "Wir wollen das, also machen wir das so; außerdem wird das Ergebnis für keine Mitarbeiterbeurteilung, oder ähnliches, genutzt. Die Prüfung soll nur Motivieren." Die betroffenen 16 Kollegen wollen sich zum Teil weigern diesen Test zu schreiben. Was können wir als BR tun? Sollen wir unser Bedenken nochmal schriftlich äußern, oder reicht unser mündlich geäußertes Bedenken? Eigentlich ist so ein Lehrgang ja auch Mitbestimmungspflichtig, wir wollen aber durch unseren Einspruch nicht erreichen, dass der Lehrgang überhaupt nicht statt findet.
Community-Antworten (6)
21.10.2015 um 18:30 Uhr
Ich erinnere an Eure Mitbestimmung bei den §§ 97 und 98 BetrVG. Und natürlich auch bei § 94 BetrVG "Beurteilungsgrundsätze, Personalfragebogen".
Ohne Eure Zustimmung oder Einigung also keine Prüfung. Also keine Bedenken sondern eine klare Aufforderung es zu unterlassen ohne Eure Zustimmung zu agieren.
21.10.2015 um 15:32 Uhr
Hallo Gemeindepfarrer, wer konzipiert/verfasst den Test, ist das die Universität oder der AG? Dient der Test außer zur Förderung der "Aufmerksamkeit während des Lehrgangs" auch dazu, ein Zertifikat o.ä. zu bekommen? Von Tierschutzfortbildungen kenne ich das Modell "Abschlussprüfung", man bekommt bei Bestehen einen Schein/Sachkunde-Nachweis. Den Test führt da aber der Anbieter des Seminars durch, die genauen Ergebnisse bleiben bei ihm; der AG bekommt nur die Rückmeldung, ob der Mitarbeiter bestanden hat oder nicht.
21.10.2015 um 15:49 Uhr
Der Test wird wohl von dem Lehrgangsveranstalter gemacht. Wofür der Test noch alles sein soll ist nicht bekannt. Der Lehrgang findet in dieser Form das erste mal statt und ist wohl so etwas wie eine Generalprobe, bei der wahrscheinlich noch sehr viel improvisiert werden muss. Der Test soll auf ausdrücklichen Wunsch unseres Chefs statt finden, ist aber noch nicht ausgearbeitet. Er hat aber bei dem Monatsgespräch angemeldet, dass er die Prüfungsergebnisse haben möchte, was aus meiner Sicht überhaupt nicht geht! Wenn ein Abschlusstest geschrieben würde, bei dem die Probanden sich selbst auswerten könnten, ohne dass es ein "öffentliches" Prüfergebnis gäbe, hätte damit glaube ich auch keiner ein Problem. Bei dem Lehrgang handelt es sich um ein Grundlagenseminar, bei dem ein Grundverständnis für unsere Arbeit vermittelt werden soll. Ob der Lehrgang jetzt bestanden, oder nicht bestanden wird, sollte sowieso unrelevant sein, da die Teilnehmer teilweise schon seit Jahrzehnten im Unternehmen sind.
21.10.2015 um 16:42 Uhr
Die tatsächlichen Prüfungsergebnisse / "Rohdaten" gehen den Chef meines Erachtens nach nichts an, vor allem dann nicht, wenn der Test nicht für das Abschlusszertifikat relevant ist.
Würde es nicht auch eine Diskussionsrunde (in Kleingruppen) am Ende der Weiterbildung tun, daran merkt man doch auch, ob jemand "gepennt" hat oder nicht? Das wäre auch für die Teilnehmer ein Feedback.
21.10.2015 um 18:27 Uhr
Um was für eine Weiterbildung handelt es sich?
Je nach Thema und Weiterbeschäftigung hat der AG natürlich ein vollkommen berechtiges Interesse daran, zu wissen, welche AN nun qualifiziert und mit diesen Aufgaben betraut werden können und welche den Lehrgang nur als Schlafstunde verstanden haben.
21.10.2015 um 19:07 Uhr
Das ist ein Grundlagenlehrgang, der keinen direkten Einfluss/Zusammenhang mit der Arbeit der einzelnen Kollegen hat, sondern nur ein Grundverständnis vermitteln will. Die Kollegen kommen aus Abteilungen wie der Konstruktion, Montage, Programmierung, Elektro, ... Es geht nicht darum, neues Wissen, oder eine neue Technik zu vermitteln sondern eher ein Grundverständnis, was eigentlich ja schon vorhanden sein sollte. Die meisten Kollegen empfinden den Lehrgang auch als Ohrfeige. Sry, dass ich mich so vage ausdrücke, aber wir sind ein mittelständiges Unternehmen im Sondermaschinenbau auf einem sehr Überschaubaren Markt.
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