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Listenwahl Betriebsräte gegen Gewerkschaftsliste

B
brisco
Nov 2016 bearbeitet

Hallo zusammen! Bei uns im Betriebsrat läuft es seit Jahren nicht mehr gut. Das Problem ist das von den älteren Betriebsratmitgliedern immer wieder genug durch die Persönlichkeitswahl gewählt wurden ,weil diese bei uns im großen Betrieb alle kennen.Neue Kollegen hatten kaum Chancen.Dadurch haben diese immer die klare Mehrheit erhalten und dadurch konnten Sie alles bestimmen und kontrollieren. Jetzt mittlerweile haben wir viele Kollegen die Augen öffnen können (Gott sei Dank) das die Arbeit dieser Kollegen nicht mehr gut ist und einiges verkehrt läuft (Alle meckern über die aber leider werden diese immer gewählt).Mittlerweile haben wir schon einige Kollegen rein bekommen die auch diese Arbeit für die Arbeiter tun und nicht für sich selbst oder Arbeitgeber. Jetzt wird eine Listenwahl (Listen eingereicht). Es wurde auch eine Liste der Gewerkschaft / Sicherungsliste(Liste von den Vertrauensleuten die Reihenfolge/Rangfolge bestimmt) . Und da haben mehrere die jetzt noch im Betriebsrat sind Ihre Quittung für schlechte Arbeit bekommen und sind ganz weit unten auf die Liste gelandet. Jetzt kommt die Krönung nachdem die älteren Betriebsräte gemerkt haben die jetzt noch im Betriebsrat sind das sie eigentlich keine Chance haben, weil Sie auf der Gewerksschaftsliste weit unten stehen eine eigene Liste zu erstellen. Jetzt arbeiten diese durch diese Liste gegen die eigene Gewerkschaft. Natürlich haben sofort die anderen wenigen Betriebsratsleute sofort die Gewerkschaft informiert das diese Leute die Jahrelang im Betriebsrat und Gewerkschaft sind jetzt gegen die Gewerkschaftsliste arbeiten. Diese waren natürlich sofort empört und wollen weitere Schritte einleiten. Jetzt aber haben wir das Gefühl das es unter dem Tisch gekehrt wird weil die alten Betriebsräte noch großen Einfluss haben könnten. Was könnte man tun. Wir bitten um Hilfe.

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Community-Antworten (11)

G
gironimo

11.02.2014 um 18:46 Uhr

Lasst Euch bloß nicht darauf ein, gegen die "Alte Liga" zu schießen oder schmutzige Wäsche zu waschen. So gesehen ist es eigentlich richtig, nichts gegen diese Kollegen zu tun.

Macht positive Werbung für Euch und Eure Ziele. Beachtet die Wahlgegner in Eurer Wahlwerbung gar nicht. Vertraut darauf, dass die Wähler Euer Ansinnen, etwas anders und besser machen zu wollen, verstehen.

Wir sind in einer Demokratie und da gibt es unterschiedliche Auffassungen. Möge der die Wahl gewinnen, der die besten Argumente hat.

B
brisco

11.02.2014 um 18:51 Uhr

Das kann doch nicht sein das ein Teil des Betriebsrates gegen die Gewerkschaft arbeitet und damit durch kommt. Welch ein Vertrauen zu der Gewerkschaft. Wenn die nicht einschreiten weiß ich das viele aus der Gewerkschaft austreteten werden.

O
Oblatixx

11.02.2014 um 19:16 Uhr

Die haben da gar nichts einzuschreiten. Ein BR kann wunderbar auch ohne Gewerkschaft existieren und seine Arbeit ordentlich machen. Und übrigens, sie arbeiten NICHT GEGEN die Gewerkschaft, sondern OHNE sie. Es geht!

B
brisco

11.02.2014 um 19:24 Uhr

Nur komisch wenn diese auf der Liste der Gewerkschaft (wo Sie immer drauf waren und jetzt auch noch drauf sind ) weiter oben gestanden hätten, hätten diese Leute keine eigene Liste eingereicht. Jetzt wo die mit ziemlicher Sicherheit weil Sie in der Liste weit unten stehen nicht mehr im Betriebsrat kämen, reichen diese eine Liste gegen die Gewerkschaftsliste ein. Das ist für mich schon ein Vertrauensbruch.

B
brisco

11.02.2014 um 19:34 Uhr

Und das Ihr es so für harmlos hält, obwohl vor 4 Jahren ein ähnlicher Fall in Berlin bei Daimler-Chrysler gab und überall in den Medien stand. Nur die hatten es nicht so schlimm gemacht wie bei uns.

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ig-metall-gewerkschafter-gegen-gewerkschaft/1872450.html

R
Rattle

11.02.2014 um 19:37 Uhr

Hallo,

vertrauen hin oder her, tatsache ist die kandidaten entscheiden ob nun eine liste oder mehrere, der wähler entscheidet das ergebnis, das ganze nennt sich demokratie.

wenn es euch stinkt bringt die besseren argumente und macht werbung.

"wer nicht für mich ist, der ist gegen mich."

MFG

A
ActionHero

12.02.2014 um 00:13 Uhr

@brisco

Das ist nicht nur harmlos, sondern auch vollkommen korrekt. Wie Rattle schon richtig feststellt, ist es Demokratie und einer externen Diktatur durch einer GW immer vorzuziehen.

Nicht dass wir uns jetzt falsch verstehen. Ich selbst bin Gewerkschaftler. Jahrelang auch aktiver. Aber die Wahl ihrer Betriebsräte soll sie gefälligst der Belegschaft überlassen und hier nicht von außen diktatorisch eingreifen.

Unabhängig davon, ob sie etwas taugen oder nicht, wer oder was gibt einer externen Vereinigung das Recht, dieses zu beurteilen und indirekt mitzubestimmen, wer in einen BR soll oder nicht? Mit Demokratie hat dies in den seltensten Fällen etwas zu tun. Mit der vom Gesetzgeber angestrebten Fährnis und Chancengleichheit erst recht nicht.

Wenn dann auch noch Drohungen wie ein Rauswurf aus der GW im Raum stehen, sehe ich hier schon Tatbestände einer Nötigung. Auf alle fälle ist es ein Eingriff in die persönlichen Grundrechte.

Würde mir eine GW so kommen, könnten sie sich ihr Porto sparen. Dann würde ich ihr meine Austrittserklärung auch zu Fuß vorbeibringen.

H
Hoppel

12.02.2014 um 08:30 Uhr

@ ActionHero

Wenn eine GW mit dem Rauswurf droht bzw. diesen in die Tat umsetzt, weil gewerkschaftsangehörige AN eine konkurrierende Liste aufstellen, hat das überhaupt NICHTS mit einem Eingriff in persönliche Grundrechte zu tun.

https:www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/konklist.html

G
gironimo

12.02.2014 um 11:02 Uhr

Man sollte eben Gewerkschafts-Interna von den BR-Wahlen fern halten. Wie die Gewerkschaft mit dem Thema umgeht, mögen die Mitglieder unter sich ausmachen.

Keine Frage, nicht nur der AG sondern auch der BR ist zur vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft verpflichtet (§2 BetrVG) - aber das hat eben nichts mit der BR-Wahl im Betrieb zu tun.

Darum meinte ich: Wenn Ihr bei den Wählern Punkten wollt, haltet den Streit aus dem Wahlkampf raus.

A
ActionHero

13.02.2014 um 23:22 Uhr

@Hoppel

Klasse. Ober-Top. Das war ja mal eine echt kontraproduktive Beschwerde einer GW. Dieses Dingen war mir zwar bekannt, wurde aber aus moralischen Gründen total verdrängt.

Sorry Hoppel, aber leider muss ich mir jetzt ernsthaft überlegen, wegen dem wieder ins Gedächtnis bringen, hier eine Schmerzensgeldklage einzureichen.:-c

Bis zum Bundesgerichtshof haben alle das Persönlichkeitsrecht in den Vordergrund gestellt. Das Verfassungsgericht aber, stellt hier einen Gruppenzwang her und wertet diesen höher. Da kommen in mir doch ganz merkwürdige Erinnerungen hoch………

Urteilsauszug: „Die Würdigung der einander gegenüberstehenden Grundrechtspositionen“

D. h. jetzt, wer in eine GW eintritt, gibt hiermit auch gleichzeitig einige Grundrechte auf. Na, eine bessere Werbung kann doch eine GW für sich überhaupt nicht machen.

Vielleicht sollten jetzt alle ADAC-Mitglieder einmal ihre Verträge prüfen. Nicht dass sie jetzt vielleicht die freie Modellwahl nicht mehr besitzen……

Sorry, aber mir ist nur noch schlecht……

K
Kulum

14.02.2014 um 07:58 Uhr

"D. h. jetzt, wer in eine GW eintritt, gibt hiermit auch gleichzeitig einige Grundrechte auf. Na, eine bessere Werbung kann doch eine GW für sich überhaupt nicht machen."

Was stand dir denn gestern Abend quer??? Meinst du ernsthaft einer Gewerkschaft wäre in irgendeiner Form geholfen, wenn jeder machen könnte was er wollte? Die schmeißen zurecht auch rechts- und linksextremistisch orientierte Mitglieder raus - spätestens wenn sie davon erfahren. Gleiches passiert auch gerne mal in Sportvereinen. Du willst Mitglied einer Gruppe sein, dann musst du dich auch an aufgestellte Spielregeln halten. Wenn dir das nicht gefällt, musst du dir eben n anderen Spielplatz suchen. Dennoch hast du keins deiner Grundrechte aufgegeben. Du hast aber eben kein Grundrecht darauf, Mitglied einer Gewerkschaft zu sein, wenn du dich an deren Regeln nicht halten möchtest.

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