Illegale Leistungsbewertungen
Hallo, einige BR-Mitglieder haben von einem Meister erfahren, dass in verschiedenen Meisterbereichen Leistungsbewertungen durchgeführt werden, obwohl dazu weder eine BV noch sonstige Regelungen vorhanden sind. Diese Bewertungen wurden vom Fertigungsleiter (kein Leitender Angestellter) angewiesen, mit der Beauflagung, dass diese streng vertraulich und ohne BR durchgeführt werden. Wie kann der BR nun reagieren, ohne dass der Meister, der diese "vertrauliche" Vorgehensweise den BR mitgeteilt hat, irgendwelche negativen Maßnahmen erleiden muss. Das Unternehmen hat ca. 400 Beschäftigte und ist nicht tarifgebunden. Vielen Dank für Euere Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Steffen
Community-Antworten (6)
29.10.2012 um 10:46 Uhr
Bei so vielen AN könnt Ihr das doch auch von jemand anderes erfahren haben, ohne den Meister namentlich nennen zu müssen. Oder fand die Leistungsbeurteilung so statt, dass nicht einmal die Betroffenen etwas davon mitbekommen haben?
Eigentlich bestehen nur zwei Möglichkeiten:
- Ihr fordert den Arbeitgeber auf, Euch über das System zu informieren und gleichzeitig es zu unterlassen, Leistungsbeurteilungen ohne Zustimmung des BR durchzuführen,
oder
- Ihr fordert gleich eine BV über Leistungsbeurteilung im Betrieb (§ 94 BetrVG); natürlich auch mit Unterlassung einer Beurteilung bis zum Abschluß einer BV.
29.10.2012 um 10:54 Uhr
Richtig, die Betroffenen wissen nichts davon. Nur die 4 Meister der Fertigungsbereiche. Ich glaube auch nicht, dass der Arbeitgeber davon etwas weiß...
29.10.2012 um 11:06 Uhr
.... und hat das Ganze denn erkennbare Auswirkungen auf die AN, welche??
Ich würde den AG fragen, ob ihm bekannt ist, dass es in einem Bereich des Hauses Leistungsbeurteilungen gibt (ganz ohne Namen zu nennen).
Bin mal gespannt, wie andere das Problem anpacken würden.
29.10.2012 um 11:20 Uhr
Hallo gironimo, es könnte Auswirkungen haben. Wir sind in einer Konsolidierungsphase (Automobilzulieferer) und evtl. vor einem Rückgang der Abrufzahlen. Ich vermute, dass die Meister schon einmal vorab "Sozialplan spielen" sollen. Selbstverständlich ist der BR dann voll im Boot, aber diese Abläufe gefallen mir nicht.
LG, Steffen
29.10.2012 um 13:48 Uhr
.... dann würde ich dem Informanten offen sagen, dass Ihr das Thema ansprechen müsst. Ihr braucht ja dennoch nicht sagen, von wem Ihr die Info habt. Wenn er es weiß, wird er auch keinen roten Kopf bekommen, wenn der Fertigungsleiter wutschäumend in die Runde fragt: "Wer war das?"
Der BR ist ja in der Mitbestimmung, was Leistungsbeurteilung angeht. Aber wenn es um einen drohenden Sozialplan geht, würde ich das Thema Leistungsbeurteilung dann doch auch erst einmal so geklärt wissen, dass keine stattfindet.
Es ist immer schwer aus der Ferne Ratschläge zu geben, die in den Bereich Taktik fallen, weil da ganz entscheidend die Eigenarten der agierenden Personen und die "Firmenkultur" eine Rolle spielen.
Ich würde jedenfalls auch an eine gezielte Mitarbeiterinformation denken (auf welche Weise kommt auf die Reaktion des AG und der betrieblichen Situation an; also Mund-zu-Mund-Propaganda, Info-Schreiben, Betriebsversammlung u.s.w.).
29.10.2012 um 14:48 Uhr
Ich würde es auch so wie gironimo handhaben und den AG einfach ansprechen, zu welchem Zweck diese Daten erhoben werden. Die Meister werden es wohl kaum auf eigene Iniative getan haben... Und je nachdem, wie da die Antwort ausfällt, würde ich weiter agieren.
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