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Ein Jahr geht – auch arbeitsrechtlich.

K
Kölner
Jan 2021 bearbeitet

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Seit geraumer Zeit muss man sich als geneigter Antwortgeber ja fragen, was hat dieses Forum verdient? Hat es die einen oder anderen Antwortgeber verdient? Hat es die eine oder andere Frage bedurft? Hat es die Jungs von google in der einen oder anderen Region verdient? Fakt ist: Schimpfen ist nicht so einfach, wie es vielleicht scheint. Man sollte sich im Griff haben: Wenn man nämlich während eines Kündigungsschutzprozesses – also im Gerichtssaal – das Auftreten des Arbeitgebers mit dem Auftreten der Schergen des Dritten Reiches vergleicht, ist eine fristlose Kündigung stets gerechtfertigt (Hessisches LAG). Wenn ich aber meinen Arbeitsplatz öffentlichkeitswirksam als menschenunwürdig bezeichne ist eine Kündigung gerechtfertigt (LAG Berlin-Brandenburg). Eher scheint schon der Nazi-Spruch ‚Jawoll mein Führer‘ erlaubt zu sein, denn vor einer Kündigung wegen eines solchen Spruches bedarf es einer Abmahnung (LAG Rheinland-Pfalz). Konsequent erscheint dann auch die Rechtsprechung, dass man seinem Chef mit den Worten kommen kann, dass dieser ‚nicht von der Seite einen anwichsen‘ soll, wenn er schlechte Laune habe (LAG Rheinland-Pfalz). Den Papst in einer kath. Einrichtung zu verunglimpfen ist wieder nicht erlaubt. Diesem blasphemischen Mitarbeiter darf man fristlos kündigen (LAG Baden-Württemberg).

Apropos Kündigung: Die Ehefrau muss und sollte man tunlichst heftig bearbeiten, keine Sachen oder Schriftstücke von Dritten im Supermarkt anzunehmen. Wenn schon in einem Haushalt lebend, dann ist diese nämlich zum Empfang einer Kündigung berechtigt! Hat betroffene Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Türe nämlich nicht zur persönlichen Überreichung der Kündigung die Tür geöffnet, lauere ich als Arbeitgeber der Ehefrau im Supermarkt auf und übergebe ihr das Schreiben. Passt sagte das BAG!

Alles in allem war es hier im Forum ein Jahr mit Grausen, Schrecken und einigen wenigen positiven Ereignissen. Ich wünschte, dass die ein oder andere eher Knecht Ruprecht begegnet. Die anderen dürfen am Abend unter Weihnachtsbaum vielleicht ein wenig darauf achten, wer sich noch im Raum befindet. Denn je nach Lage, ist vielleicht der Arbeitgeber dabei und sinnt auf Rache bei der ein oder anderen blöden Bemerkung, damit es im Jahr 2012 (oder später) heißt: Das Gericht hat geurteilt… Schöne Weihnachten!

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Community-Antworten (4)

W
weihnachtsgeist

24.12.2011 um 14:44 Uhr

Weihnachten, man erwacht, zündet die kerzen und das Feuer an, beleuchtet den Baum, läßt das Jahr an sich vorbeiziehen, kommt zur Ruhe, liest eine Geschichte, nimmt sich die Zeit, genießt die Zeit, ist gemeinsam, die Welt wird leise, besinnt sich, Gelassenheit kehrt ein. Traurig für die, die dies nie erleben werden.

P
polybär

24.12.2011 um 18:03 Uhr

????? Warum machst du so was auch ??? Ich für mein Teil bekomme eine neue Trommel und dann geht es ab durch die Nacht auf der Strasse Richtung Sehnsucht. Und ich Trommle dann auch für dich "Little Drummer Boy "... Also Leute wenn ihr beim auspacken oder Essen eine Trommle hört, dann denkt daran irgendwo da draußen Trommelt ein Kleinbär auch für dich und das beste ist es Kostet nichts....

R
rainerw

25.12.2011 um 00:09 Uhr

@Kölner und dennoch ist es ein Jahr in denen Gerichte durch Urteile Wege gewiesen haben. Nehmen sich die wenigen fleissigen hier weiter ein Beispiel daran und betrachten nur die einzelnen Fragen so kann es ähnich werden wie der heutige Tag. War der Vormittag noch veregnet, so fing es pünktlich zu Mittag an zu schneien und es wurde noch ein herrlicher Tag im Kreise der Familie. Was ich sagen will, denken wir Positiv und verlieren wir nicht die Hoffnung das es wieder besser werden kann. Frohe Weihnacht wünsche ich allen. rainerw

N
nicoline

25.12.2011 um 00:32 Uhr

Ein Jahr geht, was hat mich bewegt:

zu Beginn dieses Jahres hat meine Freundin, als sie vom Nachtdienst kam, ihren Mann tot im Bett gefunden. Er hinterließ ihr einen Himalaya von Schulden.

Amy Winehouse ist gestorben.

Im Sommer diese Jahres erkrankt eine andere Freundin an Lungenkrebs und wird wahrscheinlich dieses Jahr ihr letztes Weihnachtsfest erleben.

Ich habe mich geärgert, dass das BAG Gesetzgeber gespielt hat.

Ich ärgere mich immer wieder, dass in unserem Betrieb im Hochlohnbereich alles möglich ist bzgl. der Höhe der Vergütung, während wir im Niedriglohnbereich für 4 Cent mehr Stundenlohn mit unserem AG vor Gericht ziehen müssen.

Und ich ärgere mich heftig über meine KollegInnen, die mit ihrem pathologischen Helfersyndrom, welches bewirkt, dass das Wort N E I N aus dem Sprachzentrum gelöscht wird, dafür sorgen dass sich die personelle Situation in unserem Beruf nie ändern wird.

Ich war in diesem Jahr oft wütend, niedergeschlagen und resigniert. Für das neue Jahr habe ich mir fest vorgenommen, jedes Mal, wenn mich Ärger anfliegt, mir ganz bewußt etwas Schönes vorzustellen und mehr an unsere/meine Erfolge zu denken, als an unsere/meine Mißerfolge, denn eigentlich, geht es mir, im Verhältnis zu vielen anderen Menschen gut und dass sollte öfter mal dankbar machen!

Zum Thema Weihnachten, welches ja eng verbunden ist mit dem Thema Schenken, finde ich dieses Gedicht von Joachim Ringelnatz sehr beachtenswert:

Schenken

Schenke groß oder klein, aber immer gediegen. Wenn die bedachten die Gaben wiegen, sei Dein Gewissen rein. Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, was in Dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zuvor Dich reichlich belohnt. Schenke mit Geist ohne List. Sei eingedenk, daß Dein Geschenk Du selber bist.

(Joachim Ringelnatz)

In diesem Sinne, jedem das Weihnachtsfest, wie sie/er es sich wünscht!

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