Interessenskonflikt BR Arbeit und Teamleitung
Hallo zusammen
Wir haben die Problematik das einige BR Mitglieder Teamleiter oder Schichtleiter sind. Dadurch stellt sich die Herausforderung die Arbeit des Team- oder Schichtleiters zu bewältigen und gleichzeitig jederzeit als BR zur Verfügung zu stehen. Für BR Sitzungen und Schulungen können wir es organisieren bzw. Vertretung planen. Problematisch ist die tägliche BR Arbeit die teilweise ständig anfällt, wenn mehrmals pro Schicht Mitarbeiter an den BR herantreten und Fragen stellen oder Wünsche äußern. Der Vorgesetzte der Schichtleiter hat sie gebeten bei jeder dieser spontanen Anfragen abzuwägen ob es mit den betrieblichen Belangen zu vereinbaren ist. Seitens des BR Vorsitzes kommt eher die Info das man darauf keine große Rücksicht nehmen müsse da BR Arbeit immer vorgeht, auch wenn ein Team- oder Schichtleiter jeden Tag 10 Anfragen bekommt und seiner eigentlich Arbeit dadurch fast nicht mehr nachgehen kann. Zudem fehlt in dieser Zeit der Teamleiter bzw. das Schichtpersonal für das Team wodurch dieses ohne Führung/Betreuung ist in dieser Zeit. Ein weiterer schwieriger Punkt sind Maschinenbediener die auch BR Mitglieder sind. Wenn diese spontan die Anlage verlassen, muss dafür jemand einspringen. Es ist nicht möglich die Anlagen kurz zu stoppen. Wie sollen diese BR Mitglieder damit umgehen wenn 10 mal in der Schicht ein AN mit ihnen sprechen will? Hier hat der Vorgesetzte auch darum gebeten die betrieblichen Belange abzuwägen und vorgeschlagen der BR solle dem AN einen Zeitpunkt nennen wann er zur Verfügung steht (z.B. 1 Stunde später wenn eine Vertretung zur Verfügung steht). Auch hier sagt der BR Vorsitz das dies nicht das Problem des BR sein kann und der AG das irgendwie regeln muss. BR Arbeit gehe immer vor auch wenn dies Auswirkung auf die Maschineneffizient und das Tagesgeschäft habe.
Gibt es hierzu offizielle Regelungen für die Situation des Tagesgeschäftes (also nicht geplante Sitzungen oder Schulungen)?
Vielen Dank
Grüße
Jürgen
Community-Antworten (5)
25.01.2021 um 13:19 Uhr
Tipp 1: Sprechstunden anbieten Tipp 2: Fragesteller die einfach so kommen auf einen späteren Termin verweisen. In beiden Fällen ist der Ausfall dann planbar und der BR kann an seinem Arbeitsplatz ersetzt werden. Außerdem erledigt sich dann einiges von alleine, was wiederum den BR in seiner Tätigkeit entlastet. Es steht nirgends geschrieben, dass jeder Beschwerde sofort und unmittelbar nachgegangen werden muss
25.01.2021 um 14:14 Uhr
Di Tips von seehas sind gut, auch könntet ihr mit dem AG vereinbaren, dass z.B. ein zusätzliches BRM freigestellt wird, dass dann genau diese Anfragen abfedert. Wenn das wirklich oft passiert ist das für den AG evtl, die viel bessere Lösung
25.01.2021 um 14:49 Uhr
Was das Tagesgeschäft angeht, gibt es eine offizielle Regelung und die steht im § 37 Abs. 2 BetrVG. Wenn ihr die "erforderliche Zeit" nicht habt, müsst ihr mit dem AG reden, damit der das ungehinderte Amt möglich macht. Das geht auch bei Teamleitern. Das größere Problem liegt eher in den Köpfen dieser Teamleiter.
25.01.2021 um 15:09 Uhr
Neben dem Tipp von seehas solltet Ihr vielleicht intern mal die Themen auflisten die die MA interessieren. Vielleicht wird über manche Themen generell nicht gut infomiert sonst gäbe es nicht soviele Anfragen. Wenn man Punkte findet wo oft viele Fragen von verschiedenen MA/innen kommen kann man auf Versammlungen/Aushängen usw. gezielt die Belegschaft informieren, das kommt normal gut an. Ob man immer "einfach" für BR-Arbeit seine eigentliche Arbeit liegen lassen kann ist zweifelhaft, dies ist Situationsabhängig. Euer BR-Vorsitzender macht es sich glaube ich etwas einfach.
25.01.2021 um 15:22 Uhr
Da ich selbst jahrelang Schichtleiter und BR war, hat sich für mich dann immer die Frage gestellt ob der Mitarbeiter zu mir als BR oder als SL kam. Als BR-Mitglied musste ich es ins Gremium geben, als SL konnte ich es häufig auf dem "kleinen" Dienstweg regeln. Und ja, es kostet Zeit, so oder so. Je nach Situation habe ich auch mal vertröstet auf einen späteren Zeitpunkt Für die Maschinenbediener ist es meist schwieriger, aber auch hierfür findet man Lösungen. Die Idee mit der Sprechstunde ist nicht schlecht. Es kommt generell auch auf die Größe des Gremiums und der Firma an. Bei uns sind die Mitarbeiter eher zu den freigestellten BRs gegangen.
Aber auch wenn ich BR bin muss ich abwägen, welche Aufgabe grade höhere Priorität hat. Und als Team- oder Schichtleiter muss ich doch eh ein offenes Ohr für meine Leute haben. Das gehört zur Führungsaufgabe dazu.
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