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Dieser Beitrag ist vor 6 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Arbeiten mit Mundschutz

M
MarcFlemming
Mrz 2020 bearbeitet

Hallo zusammen.

In unserem Industriebetrieb (Automobilzulieferer, 150 MA) stellte sich die Frage, ob ein Mundschutz ratsam ist.

Der Chef ist der Meinung, dass ein Mundschutz nicht generell vor Ansteckung schützt.

Der BR ist auch der Meinung, ein Mundschutz ist nicht nötig, Abstand und Händewaschen ist ausreichend.

Seit 23.03.2020 ist laut Chef ein Mundschutzpflicht, der BRV meint dazu nur, der Chef hat Hausrecht. Ich als BR Mitglied setze den Mundschutz nicht auf, da ich eh alleine an der Maschine arbeite, 2m Abstand halte und sicherlich stündlich meine Hände gründlich wasche. Nun hat mich der Chef heim geschickt. Der BR ist mir keine Hilfe, weil der hinter dem Chef steht. Ich verweise hier auf §87 BetrVG, da der Chef dies nicht mit dem BR abgestimmt hat hat hat, und der BR generell davon nichts hält.

Was ist Eure Meinung, darf der Chef den MA zum tragen eines Mundschutz verpflichten? Darf der Chef den MA heim schicken? Ist der MA Somit freigestellt?

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Community-Antworten (25)

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Pjöööng

24.03.2020 um 13:12 Uhr

Das dürfte (zumindest so lange es keine staatlichen Vorgaben gibt) unter "Ordnung im Betrieb fallen, damit also mitbestimmungspflichtig.

C
celestro

24.03.2020 um 13:19 Uhr

Stellt sich nur die Frage .... wieso ein BRM in dieser Situation "auf die Regel pocht" statt einfach zu sagen: "ist ja für einen guten Zweck und schränkt mich nicht groß ein"?

T
takkus

24.03.2020 um 14:19 Uhr

"...ob ein Mundschutz ratsam ist."-> solange es keine FFP2 oder FFP3- Maske ist, ist es völlig sinnlos. https://bartels-rieger.de/blog/103-ffp-klassen
Aber dennoch: wenn sich die MA dann sicherer fühlen ist es eine Art von Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz: nämlich die der psychologischen Belastung. "Was ist Eure Meinung, darf der Chef den MA zum tragen eines Mundschutz verpflichten?"-> tja, wenn der BR untätig bleibt…. "Darf der Chef den MA heim schicken?"-> ich denke schon. "Ist der MA Somit freigestellt?"-> sieht danach aus. Oder Schwanger für ein BV? Eine Aussperrung im Rahmen eines Arbeitskampfes wird es wohl auch nicht sein- oder?

D
DummerHund

24.03.2020 um 14:42 Uhr

"In unserem Industriebetrieb (Automobilzulieferer, 150 MA) stellte sich die Frage, ob ein Mundschutz ratsam ist." Ja.

"Der Chef ist der Meinung, dass ein Mundschutz nicht generell vor Ansteckung schützt." Ist erstmal seine Meinung und mit dem "generell" hat er ja auch nicht unrecht.

"Der BR ist auch der Meinung, ein Mundschutz ist nicht nötig, Abstand und Händewaschen ist ausreichend." Ist auch erstmal eine Meinung.

"Seit 23.03.2020 ist laut Chef ein Mundschutzpflicht," Löblich wenn auch AG mal ihre Meinung ändern.

" der BRV meint dazu nur, der Chef hat Hausrecht." Diese Annahme ist zwar falsch, aber der BR scheint, da er dem nicht widerspricht,diese Anordnung stillschweigend zu unterstützen.

" Ich als BR Mitglied setze den Mundschutz nicht auf" Was hat das damit zu tun ob du BRM bist? Hiermit verstößt du erst einmal gegen eine Anordnung.

" da ich eh alleine an der Maschine arbeite, 2m Abstand halte und sicherlich stündlich meine Hände gründlich wasche." Die Frage stellt sich hier, warum akzeptierst du die 2m Abstandsregel und das stündliche Händewaschen, nicht aber die Munschutzpflicht?

"Der BR ist mir keine Hilfe, weil der hinter dem Chef steht." Also hat der BR hierzu Stellung bezogen, wenn auch durch schweigen. Ob man dies als mündl. geltende Regelungsabrede sehen kann mag ich hier so nicht beurteilen.

"Ich verweise hier auf §87 BetrVG," Ist dein gutes Recht. Nur wundere dich nicht wenn der AG hier auf die Fürsorgepflicht, den Gesundheitsschutz und evtl. auf das Infektionsschutzgesetz verweißt. Eine Anordnung bleibt im übrigen erst mal eine Anordnung der erst einmal folge zu leisten ist. Ein verweiß auf eine Gesetz ist kein rechtlicher Grund (es sei denn Leib, leben oder Gesundheit würden darunter leiden), dieser Anordnung nicht folge zu leisten.

" da der Chef dies nicht mit dem BR abgestimmt hat hat hat," Ich sehe hier eine Abstimmung durch das schweigen des BR.

"und der BR generell davon nichts hält." Doch tut er. Er sieht die Sache so wie der AG: Der BR könnte sich nun auch zusammen finden und einen Beschluss über die Maßnahme fassen. Dieser Beschluss würde sich wohl mit der Maßnahme des AG decken. Was also würde sich ändern?

"Was ist Eure Meinung, darf der Chef den MA zum tragen eines Mundschutz verpflichten?" JA. (hier wurde nach der Meinung gefragt)

" Darf der Chef den MA heim schicken?" ja

"Ist der MA Somit freigestellt?" JA. Ob hier Annahmeverzug geltend gemacht werden kann steht auf einem anderem Blatt. Ich denke aber mal das man unter den Gesamtumständen rechtlich nicht dagegen ankommen würde.

Fazit: Überdenke noch mal deine persönliche Affinität gegen diesen Mundschutz zum Schutze der Allgemeinheit und lasse es dem AG wissen das du mit Mundschutz wieder arbeiten willst. Das aber mußt du für dich entscheiden.

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Pjöööng

24.03.2020 um 15:03 Uhr

Zitat (takkus): "... solange es keine FFP2 oder FFP3- Maske ist, ist es völlig sinnlos. https://bartels-rieger.de/blog/103-ffp-klassen "

Dort lese ich aber "Während eine einfache Maske der Klasse 1 vor Tröpfcheninfektionen (z.B. durch hustende Personen in Ihrer Umgebung) schützen kann, ..."

T
takkus

24.03.2020 um 15:50 Uhr

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) am 19.02.2020 in die Risikogruppe 3 nach BioStoffV eingeordnet worden. Somit ist ein ausreichender Schutz mit FFP-3-Maske gegeben. -> siehe Tabelle Wird auch hier nochmal untermauert, wenn auch im letzten Abschnitt legedlich empfohlen wird, Atemschutz (mindestens FFP-2) und Schutzbrille zu tragen: https://www.haufe.de/arbeitsschutz/gesundheit-umwelt/was-bedeutet-diese-einstufung-coronavirus-in-der-risikogruppe-3_94_510894.html

W
wdliss

24.03.2020 um 15:55 Uhr

Wobei die Überschrift in dem entsprechendem Beitrag lautet: "Schutzmaßnahmen für Personen mit direktem Kontakt zum Coronavirus". Hier geht es um Zulieferer der Automobilindustrie.

T
takkus

24.03.2020 um 16:01 Uhr

Das ist korrekt. Dennoch, selbst wenn ich aus Vorsorge einen solchen Mund- und Nasenschutz trage, ist es eigentlich überflüssig. Ein wirksamer Schutz ist erst ab FFP-2. Ein arbeiten mit einem einfachen Mundschutz ist möglich, aber sinnlos.

P
Pjöööng

24.03.2020 um 16:06 Uhr

"Das Coronavirus (SARS-CoV-2) am 19.02.2020 in die Risikogruppe 3 nach BioStoffV eingeordnet worden. Somit ist ein ausreichender Schutz mit FFP-3-Maske gegeben. -> siehe Tabelle0"

In der Tabelle selbst heißt es "Umgang mit Viren und Bakterien der Risikogruppe 3". Bei einem Automobilzulieferer wird wohl kaum jemand mit den Viren umgehen müssen.

Leider erlebt man das in der momentanen Situation (aber auch sonst, dann aber meist nicht so massiv) häufiger, dass irgendwelche Informationsbruchstücke aufgeschnappt und falsch zusammengesetzt werden. Aus der Info dass man beim Umgang mit diesen Viren einen Atemschutz der Schutzklasse FFP3 benötigt wird dann "... solange es keine FFP2 oder FFP3- Maske ist, ist es völlig sinnlos." Ich frage mich dabei immer ob das nun Dummheit oder Absicht ist. Eine andere Erklärung fällt mir dazu nicht ein.

M
MarcFlemming

24.03.2020 um 16:15 Uhr

Mundschutz FFP3 und FFP2 ist 10 - 15 Minuten wirksam. Wir haben die niedrigste Stufe, Hauptsache billige und sieht aus als ob. Wenn der Mundschutzpflicht feucht wird, können Keime durch den Mundschutz dringen.

Meine Abteilungen hat 100 qm und ist mit 3 Personen besetzt, Ansteckung nahezu null, aber wenn alles so hochinfektiös ist, warum dann überhaupt arbeiten und das Risiko eingehen. Zumal die Arbeit eh nur Lagerbestand Aufbau ist.

W
wdliss

24.03.2020 um 16:16 Uhr

@takkus: wenn du ihn trägst um dich selbst vor einer Infektion bei Kontakt zu einem infizierten zu schützen hast du Recht. Um aber andere vor den Viren zu schützen, die du so ausatmest ist ein einfaches vor den Mund gebundenes Tuch schon eine riesige Hilfe! (https://www.watson.de/leben/coronavirus/605953476-corona-virologe-erklaert-welchen-nutzen-schals-oder-tuecher-haben und viele, viele weitere Quellen!)

P
Pjöööng

24.03.2020 um 16:17 Uhr

Zitat takkus: "Ein arbeiten mit einem einfachen Mundschutz ist möglich, aber sinnlos."

Ist es nicht! Zu diesem Ergebnis könnte man auch durch einfaches Nachdenken kommen. Warum tragen denn Chirurgen bei der Arbeit einen Mund- und Nasenschutz? Wie wird denn das Coronavirus übertragen?

Mit einem bisschen Aufmerksamkeit könnte man durchaus mitbekommen haben dass Coronaviren durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Durch jene Tröpfchen die der Mensch z.B. beim Reden oder Niesen durch Mund und Nase verteilt. Und was passiert wenn der redende und niesende Mensch einen Mund- und Nasenschutz trägt? Diese Tröpfchen werden zum größten Teil aufgefangen. Ergo wird die Ansteckungsgefahr erheblich reduziert wenn ein infizirter Mensch einen Mund- und Nasenschutz trägt. Ist doch eigentlich ganz einfach... Und die verbleibenden Tröpchen fliegen in der Regel nicht mehr ganz so weit.

M
MarcFlemming

24.03.2020 um 16:28 Uhr

"Warum tragen denn Chirurgen bei der Arbeit einen Mund- und Nasenschutz?"

Das ist medizinisches Personal, ich hab auf 50 qm 3 Maschinen, wenn ich die Maschine anhuste, wird die Maschine nicht krank. Wie gesagt, Industriebetrieb, ölig, dreckig, staubig, blaue ölhaltige Wolken die aus dem Ofen wabern. Alleine von der dreckigen Luft her, wäre ein Mundschutz eher logisch.

D
DummerHund

24.03.2020 um 16:30 Uhr

Ich denke mal in dem Was Pjöööng schreibt gibt es nicht viel hinzu zu fügen. Trage ich nix bin ich bei 100%. Halte ich irgend was davor, und wenn es nur ein Taschentuch ist, sind es keine 100% mehr. Ist zwar nicht das Non plus Ultra, aber besser wie nix. Genau aus diesem Grund verstehe ich auch die Haltung des hier Fragenden nicht. Es mag sein das auf 100qm bei 3 MA die Infektionsgefahr nicht so hoch ist. Aber was ist wenn der Fall eintritt das MA 1 unbemerkt, aus welchem Grund auch immer, unmittelbar hinter MA 2 steht. MA 2 bekommt Nies-oder Hustenanfall und dreht sich zum Abniesen oder abhusten um. Upps voll auf MA 1

T
takkus

24.03.2020 um 16:31 Uhr

"Warum tragen denn Chirurgen bei der Arbeit einen Mund- und Nasenschutz?"-> wir tragen im OP den Mundschutz nicht um uns vom Patienten etwas einzufangen, sondern um den Patienten vor Tröpfcheninfektion unsererseits zu schützen. Da dieser Mundschutz nicht komplett an der Gesichtshaut anliegt, kann sich der Arbeitende im OP immer noch vom Patienten etwas "wegholen". Ein "einfacher" Mundschutz ist also eher für bereits Infizierte um andere nicht anzustecken. (Tröpfcheninfektion - wie Pjöööng richtig bemerkte) Im Gegensatz dazu sind die FFP-2 und 3 Masken. Sie bestehen aus einem festeren, dickeren Material und liegen eng am Gesicht an. Je höher die Zahl nach dem FFP, um so höher die Filterwirkung gegen Mikroorganismen. Somit sind diese Masken bei einem Gesunden indiziert, wie schon richtig erwähnt, wenn man mit Coronainfizierten arbeitet.

Es macht also keinen Sinn einen "einfachen" Mundschutz zu tragen, wenn man nicht infiziert ist. Es sei denn man weis, ein Kollege hat das Coronavirus. dann allerdings sollte sich dieser in Quarantäne befinden.

edit: um 15:44 Uhr nochmal überarbeitet.

§
§§Reiter

24.03.2020 um 18:01 Uhr

FFP2 & FFP3 Masken sind inzwischen Mangelware, selbst die Kliniken und auch wir beim Rettungsdienst haben zunehmend Schwierigkeiten welche zu beschaffen. Lasst diese Masken denen die sie wirklich brauchen, weil sie tatsächlich mit Covid19 Patienten arbeiten müssen! Ein einfacher Mundschutz hilft durchaus! Wie schon geschrieben wurde schützt er zwar mehr die anderen (falls man infiziert ist), als einen selbst, ABER genau deshalb ist es ja sinnvoll wenn ALLE MA einen tragen. Dann hilft Dir vielleicht der eigene Mundschutz nur wenig, aber der Mundschutz des Kollegen neben Dir dafür umso mehr! @takkus: Da es sein kann, dass Infizierte bis zu 2 Wochen völlig symptomfrei sind, aber in dieser Zeit SARS-CoV-2 übertragen können, kann es sehr wohl sein dass Kollegen bereits infiziert sind und keiner was davon weiß. Da Du implizierst, dass Du im OP arbeitest, gehe ich davon aus, dass Du das weißt. Also: Finger weg von FFP2 & 3 Masken (die werden wirklich für was wichtigeres als Paranoia gebraucht)! und einfacher Mundschutz = GUT! (solange ALLE im Betrieb einen tragen).

T
takkus

24.03.2020 um 19:19 Uhr

§§Reiter: sehr gute Einleitung- wirklich sehr gut!!!! "solange ALLE im Betrieb einen tragen"-> genau, und man sich nicht weigert, weil § 87 BetrVG außer acht gelassen wurde. Und nicht nur alle MA, sondern ALLE 82 Mio. Einwohner! Ansonsten: sinnlos.

N
nicoline

25.03.2020 um 10:36 Uhr

Wen ich denn auch nochmal etwas dazu beitragen dürfte: wenn einfacher Mundschutz, dann maximal 2 Std.,dann wechseln und nicht, wie im Fernsehen immer zu sehen, runter hängen lassen: hoch oder ab!

P
Pjöööng

25.03.2020 um 10:47 Uhr

Zitat (takkus): "Und nicht nur alle MA, sondern ALLE 82 Mio. Einwohner! Ansonsten: sinnlos."

Quatsch! Erstaunlich wie ignorant Menschen sein können. Es kann einem im Moment eigentlich nicht entgehen dass der Sinn und Zweck der Maßnahmen ist, die Ausbreitung des Virus zu VERLANGSAMEN! Das soll vorrangig dadurch geschehen dass die infizierten Menschen weniger andere Menschen infizieren, z.B. dadurch dass einfach weniger soziale Kontakte stattfinden. Ebenso führt ein Tragen von Mund- und Nasenschutz auch dann zu weniger Infektionen wenn nur ein Teil der Bevölkerung diese benutzt.

P
petermännchen

25.03.2020 um 10:56 Uhr

Pjöööng- du bist ein Großkotz. Du tritts hier mit überheblichen Texten gegenüber den Diskutierenden auf, unglaublich! Du weist scheinbar auch alles und bist unfehlbar.

P
Pjöööng

25.03.2020 um 10:58 Uhr

petermännchen, ich weiß sogar, dass man "weißt" mit Dreierles-S schreibt.

P
petermännchen

25.03.2020 um 11:56 Uhr

Du hast Dreierlei-Persönlichkeitsstörungen....

§
§§Reiter

25.03.2020 um 16:57 Uhr

Ach petermännchen, den Pjöööng zu beleidigen hilft nicht. Glaub mir, hab ich schon versucht. Aber wenn Du mal über seine überhebliche Art zu schreiben hinweg siehst, wirst Du feststellen, dass er doch sehr oft recht hat. Also wenn Du die 50% Anmaßung und Selbstbeweihräucherung raus filterst, bleiben meistens immer noch 50% sehr fundierte Informationen. Freu Dich über die und ignoriere den Rest! ;)

F
fantil

25.03.2020 um 19:06 Uhr

@§§Reiter, besser kann man es nicht ausdrücken!

T
takkus

25.03.2020 um 20:09 Uhr

Na die Antwort von Petermännchen hört sich für mich nicht nach Beleidigung an, sondern als Diagnosestellung.

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