Mobbing und Psychiatrie
Hallo zusammen, leider habe ich nichts ähnliches gefunden. Darum hier erst mal die Fakten: Eine ehemalige Führungskraft wird Jahre lang gemobbt. Er gilt als Arbeitnehmer-freundlich aber kann die Entwicklung des Betriebes nicht mehr gut heißen. Jahre lang beschwert er sich über der Umgang mit den Mitarbeitern die nur noch als Produkt angesehen werden. Er bricht zusammen und darauf folgen viele krankentage. Aufhalte in Psychischen Kliniken und Depression wird diagnostiziert. AG und BR halten ihn für ein Simulanten. Als er wieder die Arbeit aufnahm wurde er hin und her geschickt. Bei Tätigkeiten eingesetzt die ihm seine Gesundheit schaden. Er kann z.b. nicht lange stehen und wird bei stehenden Tätigkeiten versetzt (trotz Attestes). Das alles ist sogar protokolliert und Ergebnis eines BEM-Gespräches. In der Vergangenheit hat er ein 5kg-Schein abgegeben und wurde unentgeltlich nach Hause geschickt mit ausgesprochener Kündigung. Es gäbe angeblich keine Arbeit für ihn obwohl wir hier von einem DAX-30 Unternehmen sprechen und einem Betrieb mit 1600-1800 Mitarbeitern. Die Tätigkeiten die er jetzt verrichtet sind immer unterwertiger als seine Entgeltgruppe. Der Mensch leidet momentan immer mehr.
Hier die Frage: Ganz ehrlich, ich weiß nicht was ich fragen soll. Ich bin etwas überfordert und lasse erst mal alle Antworten auf mich zukommen wie man diesen Menschen helfen könnte.
Danke.
Community-Antworten (19)
25.12.2019 um 13:09 Uhr
Eigentlich kann die Antwort doch nur heißen: Suche Dir einen anderen Arbeitgeber. Denn um seine Rechte u.U. auf dem Rechtsweg durchzusetzen braucht man starke Nerven.
Und so nebenbei - mit ärztlichen Attesten kann man sich auch den Ast absägen, auf dem man sitzt. Dann schon besser eine anerkannte Behinderung.
25.12.2019 um 13:22 Uhr
Er hat ein GDB von 50 Punkte. Ohne Frist.
Anderer AG ist etwas ungünstig da er seit 1997 dort arbeitet. Keine abgeschlossene Ausbildung hat und sich dort hochgearbeitet hat. Wenn er irgendwo anders geht kann er nichts adäquates finden bzw gleiches Geld verdienen.
25.12.2019 um 13:59 Uhr
25.12.2019 um 13:59 Uhr
War doppelt.
25.12.2019 um 14:13 Uhr
Danke aber der Link kommt nicht richtig raus :(
25.12.2019 um 14:46 Uhr
25.12.2019 um 15:08 Uhr
Super interessante Urteile... vielen Dank !!!
25.12.2019 um 15:31 Uhr
Diese Kanzlei ist sehr empfehlenswert.
Prof. Dr. Klaus Michael Alenfelder - Weebly https://profdralenfelder.weebly.com
25.12.2019 um 17:04 Uhr
Was ist denn mit der Schwerbehindertenvertretung??
25.12.2019 um 19:23 Uhr
Was soll mit ihr sein? Die empfiehlt Abfindung.
25.12.2019 um 22:50 Uhr
Liest man @Spirakos anderen Thread noch, dann weiß man das die Interessenvertretung in diesem Unternehmen unter aller Sau ist. Eher bekommt man dort vom Teufel ein Liebesbrief, als wie Hilfe von der Interessenvertretung. Ich als AN dort würde mich krank schreiben lassen und den rechtlichen Weg gehen
25.12.2019 um 23:13 Uhr
Was aber wenn der MA dann eine negative Leistungsprognose bekommt? Wie sieht der rechtliche Weg den aus?
@Hund am liebsten würde ich Sie umarmen und auf ein cafe einladen.
26.12.2019 um 11:18 Uhr
Wenn man vernachlässigt wird von den Interessensvertreter... gibt es da irgendwelche Aufsichtsbehörden wo man sich wenden kann?
26.12.2019 um 11:30 Uhr
Mit dem umarmen das lassen wir mal, sonst bekomme ich ärger mit meinem Weibchen :-)
Eine negative Leistungsprognose ändert nichts an rechtlichen Wegen und an Gesetzen. Wichtig ist, die Person setzt sich hin und Notiert alles was sich in den letzten Jahren gegen ihn getan hat. Hat er schriftliche Unterlagen, Kopien machen und mit bei fügen (nie Originale aus der Hand geben). Es sollte auch hilfreich sein das nächste Integrationsamt selbst auf zu suchen. Darlegen wie der AG mit ihm als Schwerbehinderten umgeht. Geben sie Auskunft was der AG darf und was nicht dann schriftlich geben lassen. Mit den eigenen Notizen, eigenen Unterlagen und dem Wissen vom Integrationsamt zu einem Anwalt für Arbeitsrecht. Dieser weiß dann schon was zu machen ist. Auch mit angeben das man einfach schon ohne Bezahlung nach hause geschickt wurde. Befindet man sich nämlich hier noch in einer bestimmten Frist, kann man diese Kürzung des Lohnes noch nach fordern. Wegen Annahmeverzug mal hier lesen: https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Annahmeverzug.html
Sollte so etwas noch mal vorkommen sollte der AN seine Arbeitskraft gleich zur Verfügung stellen. Am besten auch noch schriftlich.
Sicher werden bei der Vorgehensweise einige sagen, dann kann man sich gleich die Kündigung abholen. Aber kann man dies nicht auch wenn man nichts unternimmt.... dann zieht sich die Sache nur ein wenig nach hinten.
26.12.2019 um 12:00 Uhr
Danke !!! Für ihre Zeit und ihre Hilfe! Fühlen Sie sich gedrückt.
26.12.2019 um 13:07 Uhr
". Er bricht zusammen und darauf folgen viele krankentage. Aufhalte in Psychischen Kliniken und Depression wird diagnostiziert". "Der Mensch leidet momentan immer mehr".
Da frage ich mich, wie er einen Prozess durchstehen soll - und vor allem dann wieder mit den Menschen dort zusammen arbeiten soll.
Recht bekommen ist nicht immer die beste Lösung.
26.12.2019 um 13:17 Uhr
Flucht ist keine Option für ihn. Lieber stirbt er.
26.12.2019 um 13:43 Uhr
@Kratzbürste Ich selbst habe vor 12 Jahren Chemo und Bestrahlung gehabt. Krebs ist dieses Jahr mit doppelter Wucht zurück gekehrt. Habe wieder OP hinter mir und befinde mich in Chemo Behandlung. Perspektivlosigkeiten führten zwischendurch zum Bourne out. Depressive Phasen kann man nur beseitigen indem man der Ursache an den Wurzeln geht, nicht indem man davor weg läuft. Selbst wenn man zum Schluss Abstriche machen muss ist das was einem geblieben ist ein Gewinn
26.12.2019 um 21:35 Uhr
wenn man kämpfen will, dann muss man es tun. Vielleicht braucht man auch das für die Psyche. Aus eigener Erfahrung in unserem Laden kann ich aber nur sagen, dass es aber eigentlich niemand durchhält. Ein Mobbingverfahren durchzustehen ist die Hölle, da man vor dem Gericht einen Seelenstriptease machen muss, um überhaupt ansatzweise eine Chance zu haben. Das finden die Richter offensichtlich auch nicht so toll (Aussage aus einem Seminar in diesem Jahr), aber anders ist es unmöglich die hohen Hürden der Rechtsprechung für einen Schadensersatz zu überspringen. Noch eine Anmerkung zu Prof. Alenfelder aus eigener Erfahrung aus unserem Haus. Das sind Schriftsätze von unglaublichen Umfang. Wirr und kaum zu lesen. Auftritt vor Gericht war aus meiner Sicht auch äußerst Bedenklich. Das hat das Gericht auch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Aussage von dem Kollegen ist inzwischen, dass er sich schlecht vertreten fühlt. Er hat aber leider nicht die finanziellen Möglichkeiten nun noch mal den Anwalt zu wechseln
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