Brückentagregelung incl. unbezahlter Urlaub etc. als Massnahmen zur Vermeidung von Personalreduzierung - Hat jemand mit sowas Erfahrung?
Wir kämpfen hier seit einiger Zeit mit einem stetigen Umsatzrückgang. Das Problem ist mittlerweile an dem Punkt angekommen, wo offen über Personalabbau nachgedacht wird. Wir haben die GL mittlerweile so weit, dass zumindest über Massnahmen zur Vermeidung von Personalreduzierung nachgedacht wird. Kurzarbeit und Flexikonten kommen nicht in Betracht, weil die Prognosen nicht gut sind, also keine vorrübergehende Umsatzschwäche. Jetzt wurde der Vorschlag formuliert, man könne das Problem abfedern, indem für 2009 Brückentage oder auch sonstige Tage (Freitag oder Montag) arbeitsfrei bleiben sollen. Das soll mittels Urlaubsentnahme oder auch teilweise über unbezahlte Urlaubstage geschehen. Die Idee ist noch nicht zu Ende gedacht. Hat jemand mit sowas Erfahrung und kann seine Erfahrungen mitteilen?
Community-Antworten (7)
05.09.2008 um 12:01 Uhr
Hallo Splitter Meine Meinung dazu: Holt euch die zuständige Gewerkschaft ins Boot. Wenn alle Stricke reissen, als letztes Mittel sozusagen, kann man einen Sozialplan und Interessenausgleich abschließen. Das heisst natürlich, wenn es hier um eine "Massenentlassung" handeln würde. Lies mal nach im § 112 BetrVG.
05.09.2008 um 12:15 Uhr
Danke Fuxx aber wir wollen ja eben Entlassungen vermeiden... Wenn wir das nicht schaffen, machen wir uns Gedanken um Sozialplan, Auffanggesellschaften ets. Aber erstmal der Versuch Belegschaft zu halten indem alle an bestimmten Tagen (teilweise unbezahlt) zu Hause bleiben und damit die Zahlen besser sind.
05.09.2008 um 12:25 Uhr
Hallo, Ja, kann ich verstehen. Aber was ist es anderes, unbezahlten Urlaub zu nehmen, Urlaub zu Zeiten zu nehmen, wo man nicht will, es bleibt eine Arbeitszeitreduzierung auf Kosten der MA. Wäre nicht der Versuch gerechtfertigt, hier Kurzarbeit zu versuchen? Auch das wäre eine zeitweilige Arbeitszeitreduzierung. Oder wollt ihr diese Urlaubstageregelung bis zum SantNimmerleinsTag fortführen? Das Bundesamt für Arbeit kann nicht mehr als nein sagen. Aber da wird eure wirtschaftliche Lage mal richtig überprüft.
05.09.2008 um 13:35 Uhr
Einem stetigen Umsatzrückgang wird man langfristig gesehen mit nicht mit den Mitteln "Arbeitszeitverkürzung" begegnen können. Eine solches Modell würde alle KollegInnen gleichermaßen benachteiligen und ob das Sinn und Zweck sein kann???
Habt Ihr Euch denn schon einmal damit befasst, ob und wie vorhandene Ressourcen besser genutzt werden können? Könnte die Produktivität verbessert werden? Ist analysiert worden, warum der Umsatz rückläufig ist? Könnten vorhandene Ressourcen anders genutzt werden? Diese Ansätze wären aus meiner Sicht eher geeignet, Arbeitsplätze sichern zu können.
05.09.2008 um 16:10 Uhr
@peanuts und fuxx Analyse von Umsatzrückgang ist relativ einfach: Automobilzulieferer! Schau in die Zeitung! Unsere Teile werden vorwiegend in der Oberklasse verbaut (Stichwort Spritfresser) Produktivität verbessern? Bedeutet das nicht dass ich mit weniger Personal die gleiche Arbeitsleistung erziehlen kann?? Und das bei Umsatzrückgang?? Die Rechnung versteh ich nicht. Die angestrebte Regelung wäre ja zeitlich begrenzt. Lass mal 2009 vorbeigehen...Wer kann schon heute sagen wie sich die Konjunktur (speziell der Automobilmarkt) entwickelt. Da gibts immer ein Fünckchen Hoffnung. Das Fünckchen reicht der AfA aber nicht. Also keine Kurzarbeit, Fuxx! Und hey, das wisst ihr doch auch. Wenn der AG entlassen will, dann macht er das. Wir können doch hier nur noch aus einer denkbar schlechten Position herraus Vorschläge zur Verminderung der personellen Massnahmen vorbringen. Und das ist eben einer, wenn auch noch nicht zu Ende gedacht. Aber immerhin ein Ansatz.
05.09.2008 um 16:29 Uhr
Hallo Splitter, ihr seid wirklich in einer vertrakten Situation, und von daher ist der Gedanke an Urlaub, auch unbezahlt, nachvollziehbar und meines erachtens wohl das Fünkchen Hoffnung, es ist Euch zu wünschen, das der AG darauf eingeht, und ihr den Sozialplan noch in der Schublade lassen könnt.
05.09.2008 um 18:07 Uhr
Also nachgedacht habt ihr ja wirklich sehr viel. Eine Idee wäre auch vielleicht eine Arbeitszeitkürzung mit Lohnausgleich auf freiwilliger Basis. Fragt doch einfach die Belegschaft, wer an solch einem Modell teilnehmen würde. Der Tipp mit der Gewerkschaft ist aber so mit der Beste - die können euch auch dabei helfen. Es gibt viele Leute, die bereit wären weniger zu arbeiten - das ist zwar für die Rente ungünstig, da man dann ja kaum noch was rein bezahlt, aber letzendlich verdient man nciht viel mehr - und wer weiß, vielleicht bekommt man noch einen Nebenjob und federt das alles ein wenig damit auf.
Wäre doch mal ein Gedanke Wert, oder?
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