Amtsniederlegung sinnvoll?
Hallo liebe Betriebsratskolleginnen & Kollegen,
unser BR ist seit Gründung in der Situation, dass sich das Unternehmen schon länger in den „roten Zahlen“ befindet. Einen Großteil der Motivation bei meiner Nominierung habe ich darin gesehen, dass die Belegschaft gerade dann eine funktionierende Vertretung benötigt. Die letzten anderthalb Jahre BR-Arbeit waren geprägt durch Kündigungsbedingte Umbesetzungen und somit Unbeständigkeit; wir haben bis heute keine Produktive Arbeitsweise etabliert. Unsere Sitzungen sind - überspitzt gesagt - oft nur noch ein abnicken der Personalentscheidungen. Aus meiner Sicht habe ich die jetzige Situation kommen sehen und z.B. meine Kollegen ich weiß nicht wie oft damit genervt, dass wir doch bitte eine ganztägige Klausursitzung machen um Ziele abzustecken usw.. Anderes Beispiel: Ich hatte vor Monaten in einer Sitzung auf die überfällige Betriebsversammlung hingewiesen. Inzwischen machen sich unsere Arbeitskollegen darüber lustig, das wurde dann in der heutigen Sitzung auch thematisiert. Auf meinem Einwand, dass das bereits vor längerem angesprochen wurde gab es dann den „Rüffel“ von unserem Vorsitzenden, das ich das als Tagesordnungspunkt hätte festhalten müssen. Klar, sachlich hat er da recht. Ich will damit nur beschreiben, dass ich BR-intern das Gefühl habe gegen Windmühlen kämpfen zu müssen und mir die Motivation verloren geht. Dass die Zusammenarbeit mit der GL so aussieht, war mir klar - aber dass es auch BR-intern so aussieht frustriert mich so sehr, dass ich kaum noch mitarbeite.
Macht es Sinn die Zähne zusammenzubeißen oder schade ich dem BR am Ende damit?
Geht es anderen ähnlich?
Community-Antworten (2)
11.12.2019 um 23:56 Uhr
"Macht es Sinn die Zähne zusammenzubeißen oder schade ich dem BR am Ende damit?"
Ob es Sinn macht, kann man aus der Ferne schlecht beurteilen. Ich für meinen Teil habe bei "mir" alles versucht und wurde dann nicht wieder gewählt. Weil ich ja nichts verändert habe. Das ich nichts verändern konnte, weil 7 von 9 BRM immer nur alles abgenickt hat, konnte ja kein Außenstehender sehen.
12.12.2019 um 09:14 Uhr
Sind denn die anderen BRäte mit dieser Arbeitsweise zufrieden? Haben die sich ihre BR Tätigkeit so vorgestellt? Vielleicht sprichst du erstmal mit einzelnen Kollegen aus dem BR. Eventuell kannst du auf diesem Weg noch ein paar Kollegen davon überzeugen, dass das nicht alles ist. Beim dauernden Kampf gegen Windmühlen würde ich ansonsten weniger an den BR denken, als an ich selbst. Irgendwann kommt der Punkt, an dem so etwas auf die eigene Verfassung durchschlägt. Spätestens dann solltest du die Reissleine ziehen. Die regelmäßige Durchführung von Betriebsversammlungen gehört zu den Pflichten eines BR (§43 BetrVG). Unterlässt er das, dann stellt das eine grobe Pflichtverletzung dar(§23 BetrVG). Vielleicht erklärst du das deinen Kollegen mal.
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