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Externe BR eMail-Adresse - wenn Geschäftsführer auch gleichzeitig Admin?

T
Tribun
Jan 2018 bearbeitet

In unserer Firma ist ein Geschäftsführer, auch gleichzeitig Admin. Das heißt, er kann die eMails, die an den BR gerichtet sind, auch mitlesen. Beweisen kann man dies nur mit seiner Hilfe. Also nicht ! :-)

Auf Grund dieser Tatsache haben wir als BR die GF gefragt, ob wir auch einen externen Mail Account nutzen dürfen. Dies wurde verneint.

Darf der BR eigenmächtig einen externen Mailaccount (z.B. bei gmx) einrichten und betreiben? Gibt es dafür gesetzliche Regelungen?

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Community-Antworten (17)

DO
Der Orion

12.02.2008 um 16:35 Uhr

Hi Tribun,

was überlegst Du dabei denn noch lange? Legt Euch eine Adresse an und fertig!

Gruß Der Orion

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DonJohnson

12.02.2008 um 16:52 Uhr

Also, ich würde erst mal den Datenschutzbeauftragten, den ihr sicher habt darauf ansprechen. Das als erstes (lach) Wenn ihr keinen habt, schnellsten einen bestellen. Des weiteren hilft euch der alleinige externe Email account relativ wenig, da die "Leitung" vermutlich über euern Server geht. Bei uns haben wir eine seperate DSL Leitung am Server vorbei direkt in unser Büro beantragt und auch bekommen. Was die externe Nutzung einer BR Email Adresse angeht gibt es in soweit keine Probleme, dass ihr eventuell Namensrechte beachten müßt. Am besten nicht den Firmennamen mit einbringen.

Ansonsten viel Spaß (lach)

T
Tribun

12.02.2008 um 16:56 Uhr

Hallo Orion

so einfach ist das nicht. Die Betriebsratsmitglieder (mich inbegriffen) wollen sich ja nicht strafbar machen.

Datenschutz kann man auf die eine oder andere Weise sehen. Wenn ein Angestellter interne Informationen an eine externe eMail- Adresse schickt bin ich mir rechtlich nicht sicher, ob das erlaubt ist oder ob man sich da schon strafbar macht. Die Informationen gehören ja der Firma und dürfen nicht so ohne weiteres veröffentlicht werden. Außerdem muss ja gesichert sein, dass die Informationen dort auch sicher sind. Bei GMX und Konsorten gibt es ja auch Admins, die neugierig sind ;-)

Allerdings können diese ja nun nicht viel damit anfangen, wenn sie lesen das jemand schreibt "...ich werde gemobbt von xxxx...".

Interne "Admins" interessiert das schon, wer da "Unruhe" rein bringt.

Ich bin einfach nur auf der Suche nach gesetzlicher Rückendeckung bei externen eMail-Zugängen

Gruß Tribun

T
Tribun

12.02.2008 um 17:03 Uhr

Einen Datenschutzbeauftragten haben wir nicht. Soll das eine externe Person sein, die die Firma bezahlen soll? Wenn wir einen Angestellten zum Datenschutzbeauftragten abstempeln, dann wäre das ja so als würde ich ihn zum Teppichweber machen. Soll heißen, die haben doch alle keine Ahnung davon.

Und selbst wenn Datenschutzbeauftragte sagt "das geht so nicht." Das ist doch meinem Chef egal.

Eine zweite Leitung kriegen wir definitiv nicht. Es sei denn sie ist gesetzlich vorgeschrieben.

Emails die von unserem Server versandt werden sind unproblematisch. Die Angestellten sollten uns dann sowieso von ihren Privatadressen über Webportale wie GMX schreiben.

M
Matze24

12.02.2008 um 17:51 Uhr

@Tribun, bei uns, einem Betrieb mit knapp 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, war von Anfang an klar, dass sensible Infos etc. nie elektronisch, sondern mit Papier und Stift bzw. zur Niederschrift vor Ort weitergereicht werden. Versand erfolgt auf dem - noch existierenden - Postweg.

Vielleicht ist dies ein Weg?

T
Tribun

12.02.2008 um 18:02 Uhr

@Matze24

Danke. Diesen Weg gibt es bei uns auch noch zusätzlich.

Allerdings müssten wir nun bekannt geben, dass wir entweder eine neue externe eMail-Adresse haben, um der Firma unnötige Kosten zu ersparen ;-), oder das wir den Weg der eMail als nicht sicher empfinden, weil der Chef die BR-Mails kontrollieren könnte, und wir deshalb den Post-Weg nun bevorzugen.

Das eine könnte man als Vereinfachung der Verwaltung verkaufen, dass andere zeigt aber direkt was gemeint ist. Als BR wollen wir aber unter den Kollegen keine Unruhe stiften.

W
wölfchen

12.02.2008 um 18:08 Uhr

. . . irgendwie verstehe ich das Problem an der Geschichte nicht. Was gibt es, das Euer GF nicht sehen soll? Und wenn - wer soll mir verbieten, dieses sensiblen Dinge auf eine E- Mail- Adresse schicken zu lassen, die ich privat angelegt habe? Wir haben eine betriebliche E- Mail- Adresse. da geht der gesamte innerbetriebliche Mailverkehr zwischen GF und BR hin und her. Für Mails, die ich z.B. von der Gewerkschaft bekomme, oder absende, oder wo ich mit anderen BR oder MA in Verbindung stehe, nutze ich die andere Mail- adresse und die schaue ich mir von zu Hause aus an, also nicht über den Betriebsserver. Wer will mir dieses verbieten, und wo soll die rechtliche Hürde sein? Die Gewerkschaft schickt mir auch so vieles papierenes nach Hause und nicht an die Betriebsadresse. Und MA, die ein sensibles und dringendes Problem haben, rufen mich auch mal (weil Schichtbetrieb) zu Hause an. Das liegt nun mal in der Natur dieses Ehrenamtes, dass mitunter auch nach Feierabend noch nicht Feierabend ist :-)) Aber eine rechtliche Hürde kann ich da beim besten Willen nicht erkennen. Man kann es sich auch unnütz schwer machen . . .

D
DonJohnson

12.02.2008 um 18:09 Uhr

Nochmals - "nur" eine externe Email Adresse reicht nicht. Wenn euer Chef sich auskennt, kann er sowohl die ankommenden als auch die abgehenden lesen wenn sie über den Server gehen. Aber wenn du "nur" das willst, macht doch folgendes: Euer BRV gibt als Ansprechpartner jedes MA "seine persönliche" Email Adresse an alle MA weiter um zu zeigen, dass er immer ein offenes Ohr hat - jeder Zeit ;-)

Nennen wir sie mal (und das ist jetzt erfunden): brvimmerfuereuchda@gmx.de

Rein rechtlich kann euer AG dazu nichts sagen (lach)!

T
Tribun

13.02.2008 um 10:26 Uhr

@wölfchen

Der derzeitiger Status bei uns ist der, dass Protokolle und auch Anfragen von MA an unsere interne Adresse gehen. Die GF hat uns nicht erlaubt eine externe Adresse zu benutzen, damit keine firmeninternen Geschichten aus der Firma raus gehen und extern gelagert werden. Somit können wir nicht so ohne weiteres eine privat Adresse an die MA raus geben und sagen, dass sie nur noch dorthin schreiben sollen. Zum Informationsgehalt der Mails kann man sagen, dass sie schon für die GF manchmal von Interesse ist. Allein schon dann, wenn es darum geht, das ein gekündigter MA seine Klage vorbereitet. Oder wenn sich jemand gemobbt fühlt. Manches will man auch nicht persönlich erzählen, weil die Informationen einfach zu viel wären. Oder man will nicht mit dem BR gesehen werden.

@Don Johnson

Die eMails sollen nur von privaten Mailserver vom MA an den BR gesandt werden. Da geht nix mehr über den Firmeninternen Mail-Server. Und den Datenaustausch speichern, der zwischen Arbeitsplatz und Internet hin- und hergeht, nimmt unnütz Speicher weg. Ob dies Datenrechtlich erlaubt ist glaube ich auch nicht. Außerdem, wer soll das alles sichten.

Unsere Idee geht etwas weiter als nur eMails auszulagern. Bei google gibt es alles was man zur vernünftigen Arbeit benötigt. Man kann zusätzlich BR-Protokolle (Dokumente), Lesezeichen (Bookmarks), Aufgaben speichern und Termine im Kalender setzen. Dokumente kann man mit anderen google-Nutzern (BR M) teilen und getrennt bearbeiten. Das ist recht nützlich, wenn der Protokollant wechselt. Und man kann immer und von überall darauf zugreifen. Termine kann man BRMs zuordnen.

Das alles ist eine nix cost geschichte mit allem was man braucht. Nur leider fehlt uns die rechtliche (Gesetz) Rückendeckung, um dies durchziehen zu können. Und wenn der AG nein sagt, kann man ihn auch nur mittels Gesetze umstimmen.

W
wölfchen

13.02.2008 um 10:57 Uhr

Hallo, ich nochmal - warum nur überlegen so viele BR, wo sie ein Gesetz zu irgendwelchen Dingen finden? Warum sucht man immer nach einer gesetzliche Rückendeckung, wo das Gesetz uns doch regelmäßig im Stich lässt? Warum tut man nicht einfach mal was? Nach meiner Auffassung möchte doch bitteschön derjenige, der mir was verbieten will, nachweisen auf welcher Rechtsgrundlage sein Verbot beruht. Und auch dann ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, denn wie ich es selbst schon erlebt habe - ich komme zum Gericht, siegessicher mit einem Urteil des BAG winkend, und der Richter schnarrt mich an, dass er in seiner Rechtssprechung unabhängig ist, dass ihn dieses Urteil einen feuchten Dreck interessiert und dass er jetzt mal den Einzelfall prüfen wird. Das ganze kann ich mir auch zu Ungunsten des Arbeitgebers vorstellen. Also nur Mut! Wer nichts wagt . . . P.S.: genau so, wie mich ein MA in einer unbeobachteten Minute im Betrieb ansprechen kann, oder auf dem Heimweg mir sein Problem mitteilt, kann er das auch auf meine private E-Mail-Adresse tun - wozu brauch ich da eine gesetzliche Rückendeckung? Man kann eine Sache auch verkomplizieren, wenn man nur lange genug drüber nachdenkt.

T
Tribun

13.02.2008 um 11:08 Uhr

@wölfchen Da magst du schon recht haben. Aaaaber :-) Wenn mir ein Kollege auf dem Heimweg was erzählt, dann erzählt er es nur mir. Wenn er es mir per eMail an eine private Adresse schickt, erzählt er es mir, dem Admin und allen die das Passwort kennen oder erspäht haben.

Und wenn dann noch in der Mail drin steht, dass er bedenken hat, ob er kündigen soll, weil die Firma jetzt schon 3 Monate kein Gehalt mehr gezahlt hat, dann sind das schon Informationen, die die Firma nicht verlassen sollten oder dürfen.

Wichtig dabei ist nur, dass nicht ich als Angestellter meinen Kopf für etwas hin halte was die ganzen MA angeht. Eine offizielle externe eMail-Adresse kommt nur dann in Frage, wenn sich für mich als Angestellten daraus keine Nachteile ergeben.

N
nixadmin

13.02.2008 um 11:19 Uhr

Leidet Ihr alle unter Verfolgungswahn? Wenn ihr eure Daten vor unbefugten Zugriff sichern wollt, dann geht das ja im Internet schon gar nicht. Die Angriffsmöglichkeiten dafür sind ja vielfälltig. Und die großen Plattformen im Netz sind ja wohl auch die bevorzugten Angriffsziele der Hacker. Wenn halbwegs sicher dann muss man den Server schon selber betreiben.

T
Tribun

13.02.2008 um 11:25 Uhr

@nixadmin

Ich kenne keinen Hacker, der einen eMail Zugang hacken will. Ist ja auch viel zu auffällig und langweilig. Versuch mal eine eMail Adresse bei google zu hacken. Im Ernst. Versuch das mal. Viel Spaß :-) Eine Wörterbuchattacke wird nicht gehen. Warum wirst du dann schon sehen. :-)

W
wölfchen

13.02.2008 um 11:29 Uhr

Tja, mein Verdacht erhärtet sich, dass die Zahl der Erbsenzähler sich ständig vergrößert ;-)) Ich habe nämlich bisher noch nicht feststellen können, dass der Admin vom GMX.de meine Nachrichten durchgelesen hätte, um sie dann unter Umgehung des Postgeheimnisses an meinen Arbeitgeber weiterzuleiten. Ich bin anscheinend auch ein so uninteressantes Würstchen, dass sich bisher keiner die Mühe gemacht hat, mein Postfach oder das Passwort auszuspähen. Eigentlich müsste ich über diese Tatsachen depressiv werden. Wer interessiert sich für mich? Anscheinend keiner! Ich arbeite ja auch in einem uninteressanten Wirtschaftszweig. Aber Du, lieber Tribun, stehst anscheinend im Kreuzfeuer der Geheimdienste und Industriespionagedienste und arbeitest an hochsensiblen Dingen. Da wäre ich natürlich sehr, sehr vorsichtig! Hoffentlich hat von denen noch niemand mitbekommen und ausgespäht, wer hier anonym die Fragen unter dem Pseudonym Tribun stellt. Die Folgen für Dich wären nicht abzusehen . . . ;-))

T
Tribun

13.02.2008 um 11:36 Uhr

@wölfchen

Du hast vollkommen recht. Ich sehe das ganz genauso. Deshalb weiß ich auch nicht warum mein Chef da so ein Trara macht. Kein Externer wird (wahrscheinlich) jemals diese eMail-Adresse auch nur wahrnehmen.

Aus diesem Grund benötige ich ein Argument für meinen Chef, dass dieser von sich aus sagen muss, dass wir eine externe eMail-Adresse benutzen dürfen. Eine Urteil oder eine gesetzliche Regelung wäre hier ein Superargument.

Da er im Moment lesen kann, was alle so schreiben, wird er sich dieses Kontrollinstrument nicht wegnehmen lassen wollen. Es sei denn man kann ihm nachweisen, dass der BR hier selber entscheiden darf.

N
nixadmin

13.02.2008 um 12:05 Uhr

@Tribun Er kann, aber er darf nicht. Ein erlaubntes Kontrollinstrument ist es sicher nicht. Damit wirst Du also in Arumentationsnot kommen. Wenn Ihr Daten in emails habt so kann man diese sicherlich verschlüsseln. In wie fern Deine Firma das Interesse anderer Firmen weckt zum Ausspionieren kann ich natürlich nicht Beurteilen, aber Grundsätzlich ist es immer sicherer wenn Informationen die Firma nicht verlassen. Absicherungsmassnahmen die Ihr auch intern treffen könnt hängen sicherlich von der vorhanden IT Infrastrucktur ab.
Dateien und mails kann mann ja Verschlüsseln und schützen.

Aber wenn Euer Chef Euch so nachspioniert, wie sieht es denn mit einem Bankschliessfach aus? In Euer Abwesenheit kann der Geschäftsführer ja auch Euer Betriebsratsbüro durchsuchen und mal sehen was er so schönes findet.

T
Tribun

13.02.2008 um 12:16 Uhr

@nixadmin Eine PGP Verschlüsselung haben wir auch in Planung. Dies wollen wir aber nur machen, wenn das mit google nicht klappt. Weil dann werden sicher Fragen gestellt, die nach Vertrauensbruch aussehen. Damit würden wir unserem Chef unterstellen, dass er das tut. Wir haben dafür allerdings keine Beweise. Für mich reicht schon, dass er es tun könnte. Meiner Meinung nach sollte sowas ausgeschlossen sein.

In dem Betriebsratsbüro wird er nicht sonderlich viel finden. Wir haben das meiste nur digital. Aber du hast recht.

Anscheinend machen die meisten nix sonderlich interessantes im Betriebsrat. Normalerweise ist es ja auch langweilig. Aber die wenigen die uns schreiben, die sind schon interessant. Alleine schon, wenn einer schreibt "... bitte fragt mal anonym ..." . Das ist im Moment total der Witz. Kann man natürlich nicht laut sagen. Wäre ja ne Unterstellung.

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