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Stimmenauszählung

H
HH-Jung
Nov 2016 bearbeitet

Am Dienstag, 16.10. waren bei uns Betriebsratswahlen. Eine Stimmauszählung erfolgte am gleichen Tag. Heute, einen Tag später - 17.10. - teilt der Wahlvorstand mit, dass ein Ergebnis noch nicht bekannt gemacht werden kann, da noch Stimmabgaben per Briefwahl eingegangen sind. Sind diese noch im Stimmergebnis zu berücksichtigen, nachdem die Urne geöffnet und die Stimmen schon ausgezählt worden sind? Das Ergebnis wurde aufgrund der noch nachträglich eingehenden Stimmen auch noch nicht veröffentlicht. Das dürfte auch nicht rechtens sein?

7.220023

Community-Antworten (23)

S
Sternburg

17.10.2007 um 13:40 Uhr

Die später eingegangenen Stimmen dürfen nicht mitgezählt werden, wenn das offiziell festgelgte Ende des Wahlzeitraumes erreicht ist. Der Briefwähler hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Umschlag rechtzeitig beim Wahlvorstand eingeht.

Wie lange soll man denn laut Eurem Wahlvostand auf noch nicht eingetroffene Briefe warten? ;-)

Verspätet eingetroffene Wahlumschlage sind ungeöffnet mit den Wahlunterlagen aufzubewahren.

RH
Robin H

17.10.2007 um 13:57 Uhr

Abgesehen von dem richtigen Kommentar von Sternburg würde das auch den Prinzipien der geheimen Wahl widersprechen. Durch Fortschreiben des Wahlergebnisses durch nachträglich eingegangene Briefwahlunterlagen ließe sich das Wahlverhalten der Briefwähler namentlich zuordnen.

M
Mona-Lisa

17.10.2007 um 14:08 Uhr

@HH-Jung, wenn euer "Ende der Stimmabgabe" z. B. auf 18.00 Uhr festgelegt war, geht um 18.05 nicht's mehr!
Überleg mal selbst, welche ungeahnten Möglichkeiten sich da auftun würden...

Also? Sofort Stimmergebnis veröffentlichen!

H
HH-Jung

17.10.2007 um 14:19 Uhr

@Sternburg; @Robin H; @Mona-Lisa

Habt vielen Dank für Eure Antworten. Mal sehen wie der WV auf meine Interventionen reagieren wird. Leider sind wir nur ein kleiner Betrieb unter 50 AN. Leider wurden auch keine Wahlkuverts für die anwesenden AN ausgegeben, sondern diese mussten den Wahlzettel gefalltet in die Urne werfen. M. E. ist damit auch das Prinzip der geheimen Wahl nicht mehr gewährleistet. Was meint Ihr?

K
Kollega

17.10.2007 um 14:21 Uhr

@HH-Jung,

und sollte Dir das Ergebnis nicht passen dann einfach mal zwei Kollegen darauf aufmerksam machen und den §19 BetrVG aus der Schublade holen.

Ratz Fatz hast Du neuwahlen auf dem Tisch

Gruß Kollega

M
Mona-Lisa

17.10.2007 um 14:28 Uhr

@HH-Jung, das schaut nicht gut aus! Da könnte eine Wahlanfechtung doch glatt von Erfolg gekrönt sein... Was sind denn eure Wahlvorstände für Pfeifen???

RH
Robin H

17.10.2007 um 14:39 Uhr

Der Hinweis auf den Kleinbetrieb war aber wichtig. Ihr habt im vereinfachten Wahlverfahren gewählt. Da gelten etwas andere Regeln. Dort gibt es z.B. den § 35 WO. Vielleicht handelt es sich ja darum, bei den nachträglich eingegangenen Briefwahlunterlagen???

Das mit den fehlenden Wahlumschlägen ist allerdings ein Verstoß gegen § 11 der WO, der auch fürs vereinfachte Wahlverfahren gilt.

S
Sternburg

17.10.2007 um 14:46 Uhr

Dann hätte HH-Jung eigentlich vorab davon erfahren müssen - per Aushang durch den Wahlvorstand ;-)

Aber wenn es offiziell die nachträgliche Stimmabgabe tatsächlich gegeben hat, dann hat der WV dennoch falsch gehandelt, indem er die Stimmauszählung VOR Eingang der letzten Stimmen durchführte.

§ 35 Abs. 3 WO: " Unmittelbar nach Ablauf der Frist für die nachträgliche schriftliche Stimmabgabe öffnet der Wahlvorstand in öffentlicher Sitzung die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Freiumschläge....."

FB
Frank B

17.10.2007 um 14:59 Uhr

Vielleicht §35 WO zum BetrVG?Antwort 8 von Sternburg sollte man sehr genau prüfen!!!

Hier hat der WV geschlafen! Mit der öffentlichen Stimmenauszählung ist eine geheime Wahl nicht mehr gegeben!!! Die eingehenden Briefwahlunterlagen können nämlich somit dem Wahlverhalten der Wähler zugeordnet werden!

Ein Grund die Wahl anzufechten! Vielleicht freut sich der Arbeitgeber darüber? ;-)

H
HH-Jung

17.10.2007 um 15:56 Uhr

@ Robin H

Danke für den Hinweis auf § 35 WO; aber spielt den die nachträgliche Stimmabgabe noch eine Rolle, wenn schon die Stimmen ausgezählt wurden?

Liegt damit wirklich eine stichhaltiger Grund einer Anfechtung nach § 19 BetrVG vor?

Sollte ich erst nach Veröffentlichung des "offiziellen" Ergebnisses (also mit Zählung der nachträglichen Briefwahlstimmen) tätig werden? Besteht die Möglichkeit, dass der WV dann sagen kann, er hat sich geirrt und das Ergebnis der ersten Stimmauszählung zählt dann?

Ich muss sicher sein, dass ein Erfolg für eine erfolgreiche Anfechtung besteht, da ich mich nicht in einem kleinen Betrieb lächerlich machen möchte.

FB
Frank B

17.10.2007 um 16:16 Uhr

Du solltest dir auch überlegen was eine Anfechtung bedeutet! Nicht das du dich lächerlich machst, viel schlimmer ist, das ihr keinen Betriebsrat habt. Mir drängt sich die Frage auf, ob du hier für den Arbeitgeber Tips suchst die Wahl anzufechten.

RH
Robin H

17.10.2007 um 16:26 Uhr

Frank B ich glaube ein AG muss sich hier keine Tips holen, der beauftragt einfach einen RA.

HH-Jung alles zusammen sind das schon Gründe für eine Wahlanfechtung. Ob die Wahl dann wiederholt werden muss, entscheidet dann ggf. das Arbeitsgericht.

H
HH-Jung

17.10.2007 um 16:32 Uhr

@ Frank B

Keine Sorge: Ich bin AN und habe gewählt. Allerdings stellt sich für mich die Frage, inwiefern die Wahl nach den Regeln einer geheimen Wahl durchgeführt wurde. Keine Frage, ein Betriebsrat ist absolut notwendig, jedoch sollten dabei unbedingt die "Spielregeln" eingehalten werden und nicht als "Betrug" am Wähler im Nachhinein durchgehen. Dafür braucht man dann nicht zu wählen, wenn der WV walten und schalten kann, wie er es für richtig hält.

D
DocPille

17.10.2007 um 17:08 Uhr

Ich denke mal ,das sich bei euch der WV auch zur Wahl hat aufstellen lassen.

Alleine schon die Tatsache das keine Kuverts verwendet wurden reicht für eine Wahlanfechtung.

H
HH-Jung

17.10.2007 um 17:16 Uhr

@DocPille

Ja, so ist es. Zwei von drei WV haben sich als Kanditaten aufstellen lassen. Wieviel AN sind für eine Anfechtung notwendig? Was ist danach zu tun?

D
DocPille

17.10.2007 um 17:53 Uhr

Mindestens drei Wahlberechtigte Arbeitnehmer.

Innerhalb 2 Wochen nach ordnungsgemäßer Bekanntgabe des Wahrergebnisses kann ein Antrag auf Anfechtung beim Arbeitsgericht gestellt werden.

Bei Nichteinhaltung der Frist ist die Wahl gültig,trotz aller Nichtigkeiten.

S
sbv

17.10.2007 um 18:03 Uhr

Bei der öffentlichen Auszählung sollten möglichst viele Arbeitnehmer anwesend sein. Dann wird der Wahlvorstand automatisch kontrolliert.

Wenn dann noch jemand die WO in der Hand hat, hätte man den Wahlvorstand gleich davon überzeugen können, dass der Inhalt der Urne alles ist, was gezählt werden darf.

Wahrscheinlich hätte er das dann gegleubt und das Ergebnis direkt veröffentlicht.

H
HH-Jung

17.10.2007 um 18:48 Uhr

Besteht die Möglichkeit, dass der WV die Wahl von sich aus für nichtig erklärt und damit den Weg für eine erneute Wahl freimacht?

P
pirat

17.10.2007 um 21:12 Uhr

@ HH-Jung, mir stellt sich die Frage wer hat den WV seminiert? Fehler über Fehler ......

A
Abakus

17.10.2007 um 22:28 Uhr

"Besteht die Möglichkeit, dass der WV die Wahl von sich aus für nichtig erklärt und damit den Weg für eine erneute Wahl freimacht?"

Schwieriger Fall. Ich denke mal JA, der WV sollte das einfach tun. Die Wahl neu ansetzen und diesmal alles richtig machen. Der Weg über die Anfechtung ist viel zu zeitraubend. Diese Wahl ist nicht nur unwirksam, sondern NICHTIG.

D
DocPille

18.10.2007 um 10:04 Uhr

@HH-Jung

Informiert den WV über die begangenen Fehler,dann muss dieser reagieren und die Wahl für ungültig erklären.Sollte der WV dieses nicht tun,bleibt nur noch der gang zum Arbeitsgericht.

M
Marcus

18.10.2007 um 11:19 Uhr

Darf der Wahlvorstand denn überhaupt eine Wahl "für ungültig erklären"?

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