Hallo,
wir sind ein Ingenieurbüro mit derzeit 12 Mitarbeitern. Unser Chef hat das Rentenalter erreicht, aber er hat keinen Nachfolger aus der Familie. Deshalb hat er in den letzten 8 Jahren immer wieder versucht, das Büro an Kaufinteressenten zu veräußern. Bisher ist es jedoch nie zu einem Verkauf gekommen. Eine Übernahme durch Mitarbeiter scheiterte letztendlich am Verkaufspreis.

Nun gibt es wieder einen Kaufinteressenten, der das Büro aber nur ohne Betriebsrat übernehmen würde.

Das heißt, es soll gleichzeitig entschieden werden: neue Chefs und keinen Betriebsrat oder der Betriebsrat bleibt und es gibt keine neuen Chefs.

Allerdings ist abzuschätzen, dass der derzeitige Chef in den nächsten drei Jahren das Büro noch nicht schließen wird. Grundsätzlich könnten neue Chefs eine mittel- bis langfristige berufliche Zukunft am derzeitigen Standort ermöglichen.

Jedoch: impliziert die Forderung nach der Abschaffung des Betriebsrates nicht gleich, dass unlautere Dinge seitens der neuen Geschäftsführung geplant sind!?

Die Forderung wurde mit der Begründung gestellt, dass die anderen Niederlassungen auch keinen Betriebsrat haben und dass die Niederlassungen gleich behandelt werden würden.

Folgender Ausspruch seitens der Kaufinteressenten wurde mir zu Ohr gebracht: Wir werden jeden los, nur mit Betriebsrat wird es teurer (zur Erläuterung: wir haben Mitarbeiter, die schon seit über 25 Jahren im Büro tätig sind).

Im Falle einer Übernahme: welche Vorteile hat ein Mitarbeiter, der gekündigt bekommen würde, mit bestehendem BR (höhere Abfindung)?

Denn Kündigungen können ja schließlich mit und ohne BR ausgesprochen und auch wirksam werden. Besteht bei einer Übernahme in jedem Fall die einjährige Besitzstandswahrung - d. h.: kann in jedem Fall erst nach einem Jahr gekündigt werden?

Ist es überhaupt möglich in diesem Fall, dass z. B. unterhalb der Mitarbeiter abgestimmt wird, ob der Betriebsrat zurück treten soll? Schließlich ist er ja gewählt und hat ein Mandat.

Wie sollte man sich in einem solchen Fall verhalten. Verbaut man evtl. die berufliche Zukunft der Mitarbeiter, wenn man auf das Bestehen eines Betriebsrates beharrt oder lässt man eher die Mitarbeiter in ein offenes Messer laufen, wenn es bei einer evtl. Übernahme keinen Betriebsrat geben würde und es z. B. zu Kündigungen käme.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Gitte