Anzeichen für baldige Betriebsschließung?
Ich habe keine konkrete Sachfrage, sondern bitte um eine Einschätzung. Wir haben den Verdacht, daß bestimmte Entwicklungen auf eine baldige Schließung unseres Betriebes hindeuten:
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Immer mehr Arbeiten werden durch Leiharbeiter erledigt.
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Abteilungen werden willkürlich verkleinert oder ganz geschlossen, die betroffenen Mitarbeiter entlassen.
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Die übriggebliebenen Mitarbeiter werden räumlich zusammengelegt (angeblich für effektiveres Arbeiten), die leeren Räume werden abgerissen (sind nur Holzwände).
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Bei den Entlassungen werden nach der Sozialauswahl zwangsläufig die jüngeren Leute entlassen. Man macht aber gar nicht den Versuch, Ältere abzubauen, z.B. durch hohe Abfindungen oder durch Altersteilzeit, was in früheren Jahren üblich war. Dieser Umstand wird so gedeutet, daß die Geschäftsleitung nicht mehr auf Jahre plant.
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Es gibt Absetzbewegungen von Führungskräften.
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Durch die vielen Entlassungen ist die Produktion chaotisch zu nennen. Die verbliebenen Mitarbeiter arbeiten teilweise samstags und sonntags.
Es geht NICHT darum, daß der Betrieb vor der Pleite stünde. Die Gewinne sind noch hoch, werden aber seit Jahren teilweise über Personalabbau erreicht. In dieser Hinsicht dürfte das Ende der Fahnenstange bald erreicht sein. Alle Maßnahmen werden uns natürlich als "Zukunftsprogramm" zur Erhaltung des Betriebes verkauft. Die Sparmaßnahmen schließen auch nicht aus, daß es einzelne Investitionen gibt.
Unser Betrieb ist nur die kleinere Zweigniederlassung (mit noch 300 Beschäftigten) eines größeren Konzernes, der auch im (billigeren) Ausland Betriebe unterhält. Neben den obengenannten Entwicklungen gibt es auch Bestrebungen, angebliche "Überkapazitäten" ins Ausland zu verlagern.
Ich wüßte nun gerne, ob die geschilderten Entwicklungen auf eine baldige Schließung hindeuten (wir vermuten in 1-2 Jahren). Ich denke dabei weniger an gefühlsmäßige Einschätzungen, sondern an konkrete ERFAHRUNGEN mit ähnlichen Entwicklungen in anderen Betrieben.
Gibt es weitere Anzeichen, die typischerweise auf eine Schließung hindeuten und auf die man achten müßte?
Community-Antworten (3)
26.02.2007 um 08:49 Uhr
Hallo Valentina, habt ihr einen BR, dann müßt ihr auch einen Wirtschaftsausschuss bei 300 MA haben. Dieser soll die GL auf ihre Informationspflicht nach dem BetrVG hinweisen und dann den BR informieren.
26.02.2007 um 08:58 Uhr
Hallo Valentina, ich kann n cht heraus lesen ob Ihr in euren Betrieb einen Betriebsrat habt. Solltet Ihr einen haben so hat er einen Wirtschaftsausschuß (bei über 100 Beschätigten verpflichtend). Der Arbeitgeber hat dem Wirtschaftsausschuss alle erfordelichen Daten zur Einsicht vorzulegen. Der Wirtschaftsausschuß/BR darf sich nach ausschöpfen der internen Facharbeiter (leider sind es meistens Linientreue des AG die nichts nutzen werden) auch externe Sachverständige zu hilfe nehmen. Ich empfehle Sachverständige die von einer Gewerkschaft oder von derer empfehlt werden. Diese Sachverständigen können dem Laien solche wirtschaftlichen Bereiche besser darlegen/erklären. Das wichtigste sind die Jahresabschlüsse!! Gleich die letzten 2-3 Jahre vorlegen lassen, es lassen sich dann erst Rückschlüsse für die Zukunft des Unternehmens herleiten. Solltet Ihr keinen Betriebsrat haben so wird es Zeit einen bei euch zu integrieren.
MfG Rumba
26.02.2007 um 18:59 Uhr
ich kann nicht heraus lesen ob Ihr in euren Betrieb einen Betriebsrat habt.
Es gibt einen Betriebsrat, aber er ist Teil des Problems. Er macht absolut alles mit, was die Geschäftsleitung verlangt. Betriebsvereinbarungen (z.B. über Arbeitszeitregelungen) stehen nur auf dem Papier und werden vom BR nicht durchgesetzt. Wir gehen davon aus, daß AG und BR gemeinsame Sache machen und uns bis kurz vor Schluß die Wahrheit nicht sagen werden. Leider spielen auch die zuständigen Gewerkschaftsvertreter eine unrühmliche Rolle; sie genießen kein Vertrauen mehr.
Abteilungen wurden nicht nur "willkürlich" verkleinert oder geschlossen, wie erwähnt, sondern sogar ABSICHTLICH so manipuliert, um bestimmte Leute zu entlassen, die von AG und BR gleichermaßen als "Unruhestifter" angesehen wurden. Das Stichwort dafür ist "Interessenausgleich mit Namensliste" - darüber gab es zwischen AG und BR keine Meinungsverschiedenheiten. Ein neuer Sozialplan wurde dafür nicht ausgehandelt, sondern auf einen alten (der eigentlich mal befristet war) zurückgegriffen.
Also, meine Frage war, ob bestimmte Entwicklungen typischerweise auf eine geplante Betriebsschließung hindeuten. Ich glaube, daß es ähnliche Abläufe auch in anderen Betrieben gegeben hat. Dafür hätte ich gerne einige Beispiele.
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