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Dieser Beitrag ist vor 19 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Mobbing von BR-Mitglied durch die Geschäftsleitung -was tun?

K
Kämpfer
Nov 2016 bearbeitet

Ich bin Mitglied des Betriebsrates und werde seitdem massiv von der Geschäftsleitung (GL)gemobbt. Unser Betriebsrat besteht aus elf Mitgliedern, von denen der größte Teil der GL hörig ist. Bei der Gewerkschaft verdi sagte man mir, dass man bei Mobbing kaum etwas machen kann, da meistens (wie bei mir der Fall) keine Zeugen anwesend waren. Ich werde von der GL gegenüber meinen Kollegen total isoliert und schlecht gemacht. Viele Kollegen geben mir Recht, aber jeder hat Angst etwas zu sagen. Was kann ich tun und an wen kann ich mich wenden ?

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Community-Antworten (10)

M
marko

11.02.2007 um 17:05 Uhr

Auf jeden Fall nicht an die Gewerkschaft wenden. Das hat keinen Zweck. Lass dich bloss nicht unterkriegen. Wenn nötig nimm dir hilfe von einem Anwalt für Arbeitsrecht. Besorge dir ein Diktiergerät und nimm alle Gespräche auf.

S
sphinx

11.02.2007 um 17:13 Uhr

Hallo Kämpfer,

siehe unter "sphinx" ( November 2006) :-)

und wandel dich ( zunächst) vom Kämpfer zum geduldigen Diplomaten...

Alles Gute!

Sphinx

F
Fayence

11.02.2007 um 17:32 Uhr

"Besorge dir ein Diktiergerät und nimm alle Gespräche auf."

marko,

super Empfehlung! Das Einverständnis ALLER Gesprächsteilnehmer ist von Dir vermutlich nicht angedacht!

M
marko

11.02.2007 um 18:45 Uhr

sollte er schon einholen

F
Fayence

11.02.2007 um 19:10 Uhr

SOLLTE????? Auch werden diese Aufnahmen einen Mobbing-Verdacht zweifelsfrei bestätigen können...

"Herr M. Obber,

ich bitte, mein Diktiergerät zu ignorieren! Mobben Sie mich bitte genauso unbefangen, wie sonst auch."

K
Kölner

11.02.2007 um 20:03 Uhr

@marko Ich stelle hiermit nach drei freds mit Dir fest: Du bist der geborene Stratege: Alle ans Ruder setzen setzen, aber die Ruderblätter vergessen...

P
peters

11.02.2007 um 21:19 Uhr

@Kämpfer

Führe ein "Tagebuch", in dem du die Mobbing-Geschehnisse festhältst. Versuche diese möglichst durch Zeugen zu untermauern. Nimm eine Beratung in Anspruch (Mobbing-Beratungsstelle, Gewerkschaft, Anwalt??)

Aber lass das mit dem Diktiergerät sein.

Wie steht es mit der Unterstützung durch das BR-Gremium? Eigentlich sollte ein Angriff auf ein BR-Mitglied als Angriff auf das gesamte Gremium betrachtet werden.

P
Pfarrer

12.02.2007 um 09:41 Uhr

@Kämpfer

Ähnliches mache ich seit ca. 1,5 Jahren auch durch, - man ist da sehr isoliert und das wirkt auch unter Umständen auf Deine BR Kollegen ein, bei uns kann ich diese allmählichen Veränderungen im BR auch beobachten, - bei mir liegt am kommenden Do. wahrscheinlich die 4te Anhörung zur Versetzung vor, bei den ersten 3 wurde die Zustimmung verweigert. Mobbing, in Deinem Fall Bossing ist ein ganz schwieriges Feld und Rechtlich auch wenig zu machen, da brauchst Du zunächst in erster Linie sehr gute Nerven und weniger ein Diktiergerät. Alles gute.

J
Jube

12.02.2007 um 13:24 Uhr

Hier ein Beispiel für ein Mobbing-Tagebuch:

Nach allgemein anerkannter Definition ist folgendes unter Mobbing zu verstehen: Mobbing ist • Eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen
Vorgesetzten und Untergebenen, bei der • Die angegriffene Person unterlegen ist und • Von einer oder mehreren Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indirekt angegriffen wird • Mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstosses • Und die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt

Das Tagebuch sollte enthalten:

• Was ist vorgefallen?
• Datum, Uhrzeit
• Wer hat gehandelt?
• Äussere Bedingungen/Umstände
• Zweck und Angriffsziel ( z.B.: meine Person, die Zusammen-
arbeit, meine Selbstachtung, mein Wohlbefinden, mein soziales Ansehen, meine Arbeit und Leistungsfähigkeit,…) • Ist ein bestimmte Anlass/eine tiefer liegende Ursache zu erkennen? • Welche Gefühle oder körperlich/emotionale Reaktionen wurden bei mir ausgelöst? ( Wut, Hilflosigkeit, Blutdruck, Herzjagen, …) • Wie habe ich auf den Vorfall reagiert (Handlung)? • Gibt es Zeugen oder Beweise? • Wer oder was hat mich unterstützt?

Es sollte nicht enthalten:

  • persönliche Wertungen,
  • Vermutungen oder Unterstellungen,
  • Verallgemeinerungen,
  • Beschimpfungen, soweit sie nicht vom ursprünglich Handelnden geäussert wurden.
A
Anton

14.02.2007 um 18:47 Uhr

muss schon sagen, Jube hat die Hausaufgaben gemacht! Sehr gut! Ich war bei einer Menge Mobbingvorträgen weil ich selbst betrofffen war, und alle hatten den selben Inhalt wie von Jube beschrieben. Eines ist noch hinzuzufügen: Der AG ist für die gesundheit des AN während der Arbeit verantwortlich und kann bei unterlassen persönlich haftbar gemacht werden sollten Folgeerscheinungen wie Depressionen oder Ähnliches nachweislich hierdurch auftreten. Hierüber gibt es sogar gerichtsurteile aus Karlsruhe. Hab ich nur leider nicht zur Hand aber schon gelesen. Dickes Fell zulegen und alles an einem vorbei gehen lassen, das Ärgert die viel mehr weil sie Ihren eigenen Frust nicht los geworden sind. lG Anton

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