Drohungen der GF gegen den BR
Liebes Forum! Wie bereits vor wenigen Tagen beschrieben, drohte uns die GF nach unseren BR-Wahlen mit Schließung der Einrichtung (private Klinik), sollte ein bestimmtes BRM zum BRV gewählt werden. Es war nur allzu klar, dass genau dieses BRM BRV wurde. Am darauffolgenden Tag wurde der BR von der GF zusammengerufen und dem BRV nahegelegt, von seinem Amt zurückzutreten. Gottseidank sind alle BRM standhaft geblieben und haben dies abgelehnt. Daraufhin versuchte die GF, eine Unterschriftenaktion gegen den BR im Haus zu starten, was ebenfalls fehlschlug. Erst dann teilten uns die Anwälte der GF zähneknirschend mit, dass man den BR mit seinem BRV akzeptieren werde. Momentan ist Waffenstillstand, aber wir befürchten, dass das nicht das Ende ist. Heute nun lehnte man unser Anliegen auf Schlung des BR zurück mit der Begründung, dass dafür kein Geld da sei (überall im Haus wird modernisiert und gebaut!), auch unser Vorschlag, eine interne Schulung aller BRM durchzuführen, wurde mit "zu teuer" abgelehnt. O-Ton:"Wenn überhaupt mus es billig sein!" Wir haben absolut keine Lust mehr auf ellenlange Diskussionen, also was tun?
Urmel
Community-Antworten (9)
02.09.2006 um 01:44 Uhr
Ich gratuliere Euch für Eure Standhaftigkeit.
Ich versuche einmal sinngemäß zu zitieren, was mir ein BRV auf einer Gewerkschaftveranstaltung auf die ablehnende Haltung zu Schulungen seitens AG sagte, was aber sicher nicht auf Euch übertragbar gesehen werden sollte.
Der BRV wollte 5 neue BRM auf ein regionales 3-tägiges BRM-Grundlagenseminar schicken. Der AG lehnte wegen der Kosten ab. Darauf drohte der BRV, er würde eine Beschlußfassung herbeiführen, das die 5 BRM's ein 5-Tage-Seminar etwa 300 km machen werden, wenn der AG nun nicht endlich seine Zustimmung gebe. Der AG verweigerte sich. Daraufhin drohte er dem AG, den kompletten BR zu einem Seminar für eine Woche nach Berlin zu schicken. Der AG lenkte schlußendlich ein und gab die Zustimmung zu dem 3-tägigen Seminar für die 5 BRM's.
02.09.2006 um 02:06 Uhr
@Rollie Genau dieses Grundlagenseminar haben wir bitter nötig. Wir sind alle Rookies (2 Neulinge, die anderen 5 früher MAV), die sich zwar vorbereitet und den Fitting unter'm Kopfkissen liegen haben, aber das reicht nunmal nicht (deshalb auch meine vielleicht manchmal nervigen Fragen hier... man möge es mir nachsehen). Der AG stellt sich aufgrund seiner "Niederlage" (sind wir im Kindergarten?) sämtlichen Anliegen bzw. Forderungen des BR in den Weg. Urmel
02.09.2006 um 02:16 Uhr
Wird dir trotzdem nicht erspart bleiben, etwas in den §-en und den Kommentierungen zu wälzen. Thema Behinderung, Schulungspflichten des BR's etc.
Es geht um eine Machtprobe, man mag ja das alleinige Entscheiden nur ungern abgeben.
Mit Eurer konsequenten Wahl des BRV's habt ihr m.E. schon mal einen großen Schritt bewiesen.
Bei den verschiedenen Seminaranbietern werden ja auch Argumentationsgrundlagen für Betriebsräte für Seminare publiziert.
02.09.2006 um 02:56 Uhr
Mach ich bereits, Rollie, und glaub' mir... mir brummt der Schädel ;-)
02.09.2006 um 11:04 Uhr
Hallo Urmel,
was tun? Vor allem weiterhin als geschlossenes Gremium auftreten und Euch vom AG nicht auseinander dividieren lassen!
Ich würde Euren AG mit einem Schreiben (Beispiel siehe: 38061) auf Euren Anspruch aufmerksam machen. Da Ihr vermutlich sicher sein könnt, dass Euer AG den Inhalt durch seine Anwälte prüfen lassen wird, wird die Benennung des § 119 BetrVG und der Verweis, dass Ihr auch eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirken könnt, hilfreich sein.
02.09.2006 um 15:09 Uhr
Hallo Urmel,
wenn der AG trotz Hinweis auf Pflicht, die Kosten tragen zu müssen, nicht einlenkt, sucht Euch einen Träger, der die Kosten des Seminars im Zweifelsfall selbst einklagt. Dann könnt Ihr Euch erst einmal die Grundlagen aneignen und danach könnt Ihr das Problemlos selbst bewältigen :o)
Und Respekt! Schön, dass Ihr Euch nicht unterkriegen lasst!
03.09.2006 um 12:52 Uhr
Rollis erste Antwort gefällt mir und wenn auch nicht in dieser Form durchsetzbar (vielleicht arbeitet urmel ja in Berlin!?) dann kann man sich aber trotzdem die Maxime dahinter zu eigen machen!:
Der Querulant wähle das kleinere Übel!: "Lieber Patient, wenn Sie nicht heute diese kleine Pille einnehmen werden wir morgen eine Total-OP durchführen wobei dann die Leber, die Lunge und der Magen entfernt werden müssen!" Wetten dass der Patient die ganze Pillenpackung mit einem Mal "frisst" |-)
AO
03.09.2006 um 13:12 Uhr
@AO
Urmel arbeitet leider nicht in Berlin, sondern in NRW (private Klinik)... :-)
AG ist selbst mit einer versuchten Unterschriftenaktion gegen den BR gescheitert, demzufolge könnt Ihr Euch vorstellen, was bei uns los ist... Urmel
04.09.2006 um 09:51 Uhr
@ Urmel:
Schade, dann wären wir schon zu zweit gewesen, hier! So bin ich immer noch sooo alleine ;-)
Aber es ist immer eine gute PR-Aktion für den BR so eine Unterschriftensammlung. Denn wenn ich als AG nicht will, dass es den Beschäftigten gut geht, oder sie ihre Rechte ordentlich und richtig wahrnehmen, dann mache ich Stimmung gegen den BR. Als BR nur standhaft bleiben und sachlich plausibel argumentieren hilft hier am maisten denke ich. Also immer schön grade halten!
AO
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