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Dieser Beitrag ist vor 20 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Ausbeutung im Betrieb - was tun?

B
Beate
Jan 2018 bearbeitet

Kollegin hat sich gegen 14.00 Uhr wegen schlechter Arbeitsbedingungen mit dem Maschinenführer beim Produktionsleiter beschwert !!!

Daraufhin hat der Produktionsleiter die Kollegin angebrüllt !!!

Da es sich um eine Frau handelt, hat diese es nicht verkraftet und ist umgefallen, so daß ein Krankenwagen kommen mußte mit Notarzt ( Der noch einen Zweiten angefordert hat ) und die Kollegin in das Krankenhaus gebracht wurde !!! Was kann man gegen diesen Produktionsleiter machen ? Einen Betriebsrat zu Gründen trauen sich die Arbeiter nicht ! Bitte vertraulich behandeln, sonst Entlassung !!!!!!

Die Mitarbeiter werden wie Sklaven behandelt, aber der Betriebsleiter wird in den Zeitungen als Bester, Förderer von Projekten u. s. w. Hervorgehoben. Sie sind unsere letzte Rettung !

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Community-Antworten (14)

N
Norden

08.02.2006 um 11:27 Uhr

So hört sich der Beitrag schon Forums-tauglicher an... Zur Info: Vorher wurden Namen der Firma und des Produktionsleiters genannt.

Meine Frage: Ist der Betriebsleiter denn der oberste Boss?

Erster Tipp: Alle Vorfälle mit Zeit, Datum, Zeugen ect. protokolieren.

P
Penne

08.02.2006 um 11:57 Uhr

Hallo Beate,

schlimm, wenn es in Ihrem Betrieb so zugeht. Noch schlimmer aber, wenn niemand etwas dagegen unternehmen will.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich kann gut nachvollziehen, dass man sich als Arbeitnehmer teilweise etwas hilflos und - je nach Qualifikation und Alter - sogar "ausgeliefert" fühlt. Schließlich bekommt man ja unter Umständen keinen Job mehr, ist dann auf Hartz IV angewiesen etc. pp.

Nur: Sich ewig rumschubsen und fertig machen lassen ist auch keine Lösung. Gerade ältere AN und Geringqualifizierte verzichten auf ihre Rechte, anstatt zusammen an der Verbesserung der Situation zu arbeiten.

Dabei zählt vor allem eins: Gemeinsam ist man stark! Sie alleine werden vermutlich wenig erreichen und dafür auch noch mit Ärger im Betrieb rechnen müssen. Immerhin kann der AG ziemlich einfach gegen einzelne Personen vorgehen, zumal dann wenn die restliche Belegschaft den Kopf einzieht.

Anders sieht es aber gleich aus, wenn man ZUSAMMEN handelt. Denn mal ganz abgesehen von der psychischen Situation ("Ich stehe nicht alleine da!"), fällt es dem AG auch schwerer, etwas zu unternehmen. Während er einen MA leicht mobben kann, wird es bei drei oder vier Kollegen schon schwerer. Wenn dann vielleicht sogar zehn Personen an einem Strang ziehen und die restliche Belegschaft zumindest dazu bringen, sich nicht auf die Seite des AG zu stellen, ist schon viel gewonnen.

Weiterhin sind Sie im Betrieb auch nicht auf sich alleine gestellt: Nehmen Sie Kontakt mit einer Gewerktschaft auf und lassen Sie sich beraten. Dort hilft man auch mit praxisnaher Beratung und Unterstützung weiter. Die Betriebsratgründung wird damit schon fast zum Kinderspiel und der Kündigungsschutz für die Akteure schafft Sicherheit.

Also: Nicht hinten rum beklagen und sich ausweinen, sondern sein Glück und das der Kollegen in die eigenen Hände nehmen. Ich wünsche Ihnen dafür jedenfalls viel Erfolg!

O
Oliver

08.02.2006 um 14:34 Uhr

Hallo Schade das es noch so viele drecksäcke auf der Welt gibt. Die einzige Lösung in solchen unternehmen ist ein Betrieebsrat. Petzt die Archbacken zusammen und bestellt Euch einen Gewerkschaftsvertreter. Hierzu ist wichtig, das mindestens ein Mitarbeiter einer gewerkschaft angehört. Ihr könnt Euch auch mit einem Gewerkschaftsvertreter auserhalb der firma treffen. Der gründet mit Euch einen Wahlvorstand. Ab sofort hat der Wahlvorstand 6 Monate Kündigungsschutz. Empfehlenswert ist, das Ihr dann auch für den Betriebsrat kandidiert. Ab dem Zeitpunkt habt Ihr wieder 6 Monate Kündigungsschutz. Sobald Ihr gewählt seit habt Ihr 4 jahre Kündigungsschutz + ein Jahr nachwirkung wenn Ihr nach vier Jahren nicht mehr gewählt wird. Nur wer kämpft, der gewinnt auch. Gruß Oli Ich hoffe das Ihr Euch für das richtige entscheidet, und bitte um weitere Informationen.

W
Wilhelm

09.02.2006 um 09:16 Uhr

Ich schließe mich den Ausführungen von Oliver vollinhaltlich an! Wehrt euch, heute erwischt es dich, morgen mich ...

Solche Deppen kann man ruhig nach Polen (AEG!) schicken, da können sie ihre teutonischen Neigungen voll ausleben ... bis ihnen jemand gehörig in den Arsch tritt.

Gruß Noris

R
Rattle

09.02.2006 um 10:01 Uhr

hallo, wilhelm

das problem nach polen zu verlagern, kann auch nicht die lösung sein.

auch dort leben "menschen", mache sind gut und manche sind böse, fast wie im richtigem leben :-)

mfg

W
Wilhelm

09.02.2006 um 10:31 Uhr

Hallo Rattle,

war selbstverständlich nicht in chauvinistischem Sinne gemeint. Ich dachte da eher an eine "Strafversetzung" solch eines Zeitgenossen.

Gruß Noris

P.S. Solang es kein einheitliches, europäisches BetrVG gibt, ist sich übrigens jeder der nächste. Und das gilt für die Deutschen ebenso wie für Polen, Ungarn oder Esten!

K
Kölner

09.02.2006 um 10:40 Uhr

Ich denke nicht, dass es den Beteiligten hilft, auf die BR-Gründung zu setzen. Aber egal... Ich würde diesen Fall ja eher klassisch bei der ehemaligen Gerichtssetzung "Wie würden Sie entscheiden?" ansiedeln. Dabei bin ich mir noch nicht einmal sicher, ob sich hier nur arbeitsrechtliche Fragen auftun! Und - jetzt ziehe ich mir garantiert den Zorn aller Forumsteilnehmer zu - welchen Anteil hat denn die Frau an diesem Fall? Ausserdem scheint mir tatsächlich in dieser Firma ein komisches Frauenbild vorzuHERRschen...ich zitiere "Da es sich um eine Frau handelt, hat diese es nicht verkraftet und ist umgefallen [...]" - juchu, ich bin ein Mann!

R
Rattle

09.02.2006 um 11:35 Uhr

hallo,

ich hab auch schon männer umfallen sehen und nicht nur wennn sie betrunken waren......

mfg

W
Wilhelm

09.02.2006 um 11:47 Uhr

Hallo Rattler und Kölner,

ihr seid aber "böse" Buben, als Kavalier steht man über den Dingen. Lasset uns doch das "schwache" Geschlecht erhalten, ohne Bärtchen und Stimme wie ein Donkosak.

Gruß Noris

P
packer

09.02.2006 um 12:23 Uhr

@ wilhelm: also ich wünsche unseren polnischen nachbarn nichts böses! würde da keine komischen vorgesetzten entsorgen wollen... reicht es nicht, daß wir uns vor ein paar jahren dort schon so unbeschreiblich schlecht benommen haben?

es grüßt der von der geschichte lernende

packer

W
Wilhelm

09.02.2006 um 13:10 Uhr

Hallo Packer,

wünsche ich auch nicht. Im Gegenteil, ich liebe jeden Polen und vor allem jede Polin!

Sofern du ein traumatisches Erlebnis hast (2. Weltkrieg-Veteran?), kann ich natürlich nicht mitreden. Selbstkasteiung ob der sicherlich schlimmen Vorgänge vor fast siebzig Jahren, das liegt mir nicht. Da prallt dann wieder nur der ganze Mist der Schuldzuweisungen zusammen (brave Polen böse Deutsche und umgekehrt).

Gruß Noris

B
Beate

09.02.2006 um 13:41 Uhr

1.Ich wolte nicht, daß es zu solchen Diskusionen führt. Ob nach Polen oder ein anderes Land. Sie machen sowieso was Sie wollen ! Ein letzter Satz zu meinem Fall: Wir hatten uns mal beim Obersten Cheff bei wegen dem Vorgesetzten beschwert. Antwort: Ihr solltet aus dem Osten erst einmal Arbeiten lernen u.s.w. ( Wir haben schwer gearbeitet im Osten in der Braunkohlenbrikettfabrik, aber leider wurde diese geschlossen ).

  1. Eine gute Kollegin hat sich beim Gericht über den Vorgesetzten beschwert, weil Sie jeden Monat Ihre Menstruktionstage hat und nicht abgelößt wird um auf die Toilette zu gehen. Antwort des Gerichts: Als Schichtarbeiter im 3 - Schichtsystem stehen dem Mitarbeiter keine Pausen zu ! Dies hat mir der Vorgesetzte gleich mitgeteilt, daß Er wieder einen Prozeß gewonnen hat, um seine Stärke zu beweisen ! ( Übrigens die Kollegin ist gegangen worden !!!! ) Wir arbeiten schon immer 40 Stunden und neuerdings oft auch am Sonnabend. Die Nachtschicht fängt Sonntag Abend an. Ich Danke allen für Ihre Hilfe! Ich wünsche dem Cheff, daß es soviel Arbeit gibt, daß sich jeder Seine Arbeitsstelle aussuchen kann. Dann hätte Er keine Leute mehr! Aber dieser Wunsch wird wohl nicht in Erfüllung gehen !
K
Kölner

09.02.2006 um 14:04 Uhr

Beate, dieses von Dir zitierte Urteil hätte ich ja wirklich gerne mal gelesen.

Wie schlimm es mit AG (noch) kommen kann beweist ja Lidl. Ich zitiere: "In den tschechischen Filialen [von Lidl] wurde den Mitarbeitern verboten, außerhalb der Arbeitspausen die Toilette aufzusuchen. Weiblichen Mitarbeiterinnen wurde während ihrer Menstruation auferlegt, ein weithin sichtbares Stirnband zu tragen, um auch während der Arbeitszeit auf die Toilette gehen zu können."

W
Wilhelm

09.02.2006 um 14:26 Uhr

Hallo Kölner,

das mit der Menstruationsbinde kann ich bestätigen (nachzulesen in Tyden 33/2004, ein tschechischer Part zum Spiegel, also kein Rosarotblatt a la "Frau im Spiegel" etc.).

Sollte es solch ein Urteil - was ich übrigens stark bezweifle - tatsächlich gegeben haben, dann ist eine Klage beim Bundesverfassungsgericht fällig. Hier würde sich das Arbeitsgericht eindeutig über das Grundgesetz hinwegsetzen.

Gruß Noris

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