BR sagt AN er soll seinen Vorgesetzten fragen, ob er Mehrstunden leisten darf
Unser Betriebsrat hatte eine BV zu Vertrauensarbeit abgeschlossen. Drin steht ein Passus über Gleittage (unten zitiert)
Die Arbeitnehmer verstehen es so, dass sie selbst ihre Arbeitszeit so einteilen können, dass sie die geleistete Arbeitszeit später als Freizeitausgleich nehmen können. Ein Arbeitnehmer möchte seine Arbeit so einteilen, dass er "Vorarbeit" sprich"Mehrarbeit" über mehrere Wochen leistet. Dadurch kann er dann im am Ende des Monats zwei Gleittage nehmen. Nun hat ihm zwei Betriebsratsmitglieder empfohlen, dass der Arbeitnehmer erst dies mit seinem Vorgesetzten abspricht. Auch finden diese zwei BR-Mitglieder es nicht gut, wenn dieser Mitarbeiter zwei Tage im Monat dann in der Kernarbeitszeit fehlen würde (die Zwei Gleittage wenn er nicht da ist). Sie finden es nicht gut, dass er absichtlich Mehrarbeit macht und dadurch dies später in Freizeit ausgleicht., weil er ja an diesen Tagen für seinen Vorgesetzten fehlt.
Der Mitarbeiter kann seine Arbeit einteilen, wie er möchte, da er nicht auf andere angewiesen ist.
Der Passus im BV sieht so aus:
"Mehrarbeit / Gleittage
Mehrarbeit ist die vom Mitarbeiter (in eigener Verantwortung) aufgezeichnete Arbeitszeit, die über die wöchentliche Arbeitszeit hinausgeht.
Mehrarbeit ist zeitnah auszugleichen. Dazu können pro Quartal bis zu sechs Gleittage genommen werden, die im Team und mit dem Vorgesetzten abgestimmt werden müssen. In besonders begründeten Fällen können zusätzliche Gleittage nach Genehmigung durch den Vorgesetzten genommen werden. Der Übertrag in das nächste Quartal darf um nicht mehr als 30 Stunden von der Regelarbeitszeit abweichen.
Bei höherer Abweichung muss die Personalabteilung zusammen mit dem Mitarbeiter und seinem Vorgesetzten eine Lösung erarbeiten, wie die Regelarbeitszeit eingehalten werden kann.
Jeder Mitarbeiter meldet zum Quartalsende seine Mehr- oder Minderstunden dem Vorgesetzten.
Der Betriebsrat erhält jedes Quartal eine Übersicht über die Zahl der geleisteten Mehrarbeitsstunden in den jeweiligen Bereichen. "
Ist der Rat von den Betriebsratsmitgliedern korrekt, dass der Arbeitnehmer erst mit seinem Vorgesetzten abstimmen muss, ob er Mehrarbeit leisten darf und deshalb dadurch zwei Tage im Monat "fehlen" wird?
Community-Antworten (4)
26.03.2018 um 18:38 Uhr
"Dazu können pro Quartal bis zu sechs Gleittage genommen werden, die im Team und mit dem Vorgesetzten abgestimmt werden müssen."
Was ist daran nicht zu verstehen?
26.03.2018 um 18:42 Uhr
Quote von Pjööng
"Dazu können pro Quartal bis zu sechs Gleittage genommen werden, die im Team und mit dem Vorgesetzten abgestimmt werden müssen."
Was ist daran nicht zu verstehen?
Dies heißt, nachdem die Mehrarbeit geleistet ist, muss der Arbeitnehmer sich im Team abstimmen und kann danach seine Gleittage nehmen. Die Frage ging darum, ob der AN erst sein Vorhaben dem Vorgesetzten erzählen soll d.H. er hat vor Mehrarbeit zu leisten, weil er dann zwei Tage im Monat (oder weniger)Freizeitausgleich haben kann.
26.03.2018 um 18:46 Uhr
Wenn der Arbeitnehmer auch damit leben kann, dass er die Stunden nicht abfeiern kann und dann immer 16 Stunden Gleitzeit vor sich herschiebt, braucht er sich natürlich vorher nicht mit seinem Vorgesetzten abstimmen.
26.03.2018 um 19:41 Uhr
"Nun hat ihm zwei Betriebsratsmitglieder empfohlen, dass der Arbeitnehmer erst dies mit seinem Vorgesetzten abspricht. [..] Ist der Rat von den Betriebsratsmitgliedern korrekt, dass der Arbeitnehmer erst mit seinem Vorgesetzten abstimmen muss, ob er Mehrarbeit leisten darf und deshalb dadurch zwei Tage im Monat "fehlen" wird?"
Die Empfehlung im ersten Satz ist sicher nicht falsch. Es ist ja nur eine Empfehlung. Die Formulierung im letzten Satz widerspricht dem aber, denn da schreibst du, der BR sagte dem Mitarbeiter, er MÜSSE dieses Vorhaben mit dem Vorgesetzten abstimmen. Und das kann ich aus der BV-Formulierung nicht herauslesen. Aus der BV-Formulierung geht hervor, dass tatsächlich allen Mitarbeiter_innen 6 Gleitzeittage pro Quartal zustehen, sofern sie Mehrarbeit geleistet haben. Nur die Lage ist den jeweiligen Vorgesetzten und Teams abzustimmen.
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