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Betriebsvereinbarung Ticketsystem

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Nikita74
Mrz 2024 bearbeitet

Hallo Zusammen, unsere Klinik möchte das Ticketsystem für die EDV-Abteilung einführen. Das bedeutet, dass wir eine BV dazu brauchen, da es die Möglichkeit gibt eine Leistungskontrolle zu unterziehen. Worauf genau ist zu achten bei solch einer BV? Gibt es zu dem Thema irgendwo eine BV-Vorlage oder hat eventuell jemand eine für uns?

Gruß an Alle

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Oskar1967

13.03.2024 um 18:18 Uhr

Die Ein­füh­rung ei­nes Ti­cket­sys­tems für die EDV-Ab­tei­lung in ei­ner Kli­nik kann tat­säch­lich un­ter Um­stän­den der Mit­be­stim­mung des Be­triebs­rats un­ter­lie­gen, ins­be­son­de­re wenn das Sys­tem zur Leis­tungs­kon­trol­le von Mit­ar­bei­tern ein­ge­setzt wer­den kann. Sol­che Sys­te­me wer­den im Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) in § 87 Abs. 1 Nr. 6 be­han­delt, der dem Be­triebs­rat Mit­be­stim­mungs­rech­te bei der Ein­füh­rung und An­wen­dung von tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen ein­räumt, die dazu be­stimmt sind, das Ver­hal­ten oder die Leis­tung der Ar­beit­neh­mer zu über­wa­chen.

Bei der Aus­ar­bei­tung ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung zu ei­nem Ti­cket­sys­tem soll­ten fol­gen­de As­pek­te be­rück­sich­tigt wer­den:

  1. Zweck der Ein­füh­rung: Kla­re De­fi­ni­ti­on des Zwecks des Ti­cket­sys­tems. Dies soll­te die Ver­bes­se­rung von Ar­beits­ab­läu­fen, die ef­fi­zi­en­te Zu­wei­sung und Be­ar­bei­tung von IT-An­fra­gen etc. um­fas­sen, und nicht die Über­wa­chung von Mit­ar­bei­tern als pri­mä­res Ziel ha­ben.

  2. Da­ten­ver­ar­bei­tung: Wel­che Da­ten wer­den er­fasst, wie lan­ge wer­den sie ge­spei­chert, und wer hat Zu­griff auf die­se Da­ten? Es soll­te si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Da­ten­ver­ar­bei­tung da­ten­schutz­kon­form er­folgt.

  3. Trans­pa­renz: Die Mit­ar­bei­ter müs­sen über die Funk­ti­ons­wei­se des Sys­tems und die Ver­ar­bei­tung ih­rer Da­ten um­fas­send in­for­miert wer­den.

  4. Leis­tungs­kon­trol­le: Falls das Sys­tem auch zur Leis­tungs­be­ur­tei­lung ge­nutzt wird, muss ge­nau fest­ge­legt wer­den, wie die Da­ten in­ter­pre­tiert wer­den und wel­che Kon­se­quen­zen dies für die Mit­ar­bei­ter hat. Es muss si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Be­ur­tei­lung fair und ob­jek­tiv ist.

  5. Feed­back und An­pas­sun­gen: Ein Pro­zess für Feed­back von Mit­ar­bei­tern und Be­triebs­rat zum Ti­cket­sys­tem und Mög­lich­kei­ten zur An­pas­sung der Be­triebs­ver­ein­ba­rung soll­ten vor­ge­hal­ten wer­den.

  6. Schu­lun­gen: Maß­nah­men zur Schu­lung der Mit­ar­bei­ter im Um­gang mit dem Ti­cket­sys­tem soll­ten vor­ge­se­hen wer­den.

Eine pau­scha­le Vor­la­ge für eine Be­triebs­ver­ein­ba­rung zu ei­nem Ti­cket­sys­tem gibt es nicht, da die An­for­de­run­gen und Be­din­gun­gen in je­dem Be­trieb un­ter­schied­lich sind. Es kann je­doch hilf­reich sein, sich Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen aus an­de­ren Un­ter­neh­men an­zu­se­hen, die ähn­li­che Sys­te­me ein­ge­führt ha­ben, um An­halts­punk­te zu be­kom­men. Al­ler­dings soll­te jede Be­triebs­ver­ein­ba­rung in­di­vi­du­ell auf die Be­dürf­nis­se und Be­son­der­hei­ten des ei­ge­nen Be­triebs zu­ge­schnit­ten sein.

Be­vor Sie mit der Aus­ar­bei­tung ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung be­gin­nen, emp­fiehlt sich die Kon­sul­ta­ti­on ju­ris­ti­scher Fach­be­ra­tung oder die Nut­zung von An­ge­bo­ten wie die des W.A.F In­sti­tuts, wel­ches spe­zi­el­le Schu­lun­gen und Be­ra­tun­gen in die­sem Be­reich an­bie­tet. So kön­nen recht­li­che Fall­stri­cke ver­mie­den und eine Be­triebs­ver­ein­ba­rung er­stellt wer­den, die den In­ter­es­sen bei­der Sei­ten ge­recht wird.

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