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Dieser Beitrag ist vor 9 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Im Betrieb vertretene Gewerkschaft, ja oder nein

C
Clausewitz
Jan 2018 bearbeitet

Hallo Kollegen, komplizierter Sachverhalt. Wir sind ein Betrieb der chemischen Industrie, unsere DGB-Gewerkschaft ist natürlich die IGBCE. Ein Kollege (kein BRM) arbeitet bei uns in Teilzeit zu 50%. Die anderen 50% ist er Dozent an einer Hochschule, die Gewerkschaft dort ist die GEW. Nun ist er in die GEW eingetreten.

Frage: Ist dadurch die GEW auch in unserem Betrieb vertreten?

Es gibt dazu zwei Lager. Die einen meinen, nein, denn die GEW hat mit uns Chemikern ja nichts zu tun. Die anderen sagen, ja, denn laut Fitting ist eine Gewerkschaft vertreten, wenn ein Arbeitnehmer dort Mitglied ist, und das ist er ja.

Die Antwort ist wichtig, denn der Kollege will mit einer eigenen Liste für den BR bei uns kandidieren, als Kandidat der GEW. Tja.

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Community-Antworten (6)

P
Pickel Akzeptiert

24.01.2017 um 09:50 Uhr

Ich würde auch von einer theoretischen Vertretung durch die GEW ausgehen.

In der Praxis sprechen sich fast alle Gewerkschaften aber soweit ab, dass keine in völlig fremden Terrain wildert. Ich kann mir daher kaum vorstellen, dass die GEW bei euch auch praktisch aktiv wird.

G
gironimo

24.01.2017 um 08:46 Uhr

Ich sehe keinen Hinderungsgrund, dass er eine eigene Liste aufmacht. Wie er sie umwirbt, ist dabei egal.

Ich bin übrigens der Meinung, dass nun auch die GEW vertreten ist.

E
Erbsenzähler

24.01.2017 um 11:53 Uhr

Guckt mal hier:https:www.lexware.de/artikel/was-gewerkschaften-im-unternehmen-duerfen-und-was-nicht/ Da würde ich davon ausgehen, dass die Gewerkschaft in dem Betrieb vertreten ist. Jedoch glaube ich nicht, dass die GEW sich hier einmischen wird.

Wir hatten mal vor langer, langer Zeit einen Kollegen in der DAG (inzwischen in Verdi aufgegangen). Der wurde von seiner Gewerkschaft nie vertreten. Sie übernahmen einfach nur unsere Tarifverträge. Mehr nicht. Es kam keiner zu den Sitzungen. Sie wollten keine Infos von uns.

Weiterhin hat der Kollege ein paar extreme Probleme. Denn die Chemie ist satzungsfremd. Guckt mal hier: https:www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/GEW/Antrag_auf_Mitgliedschaft__Beitragsordnung__Satzung/GEW-Satzung_2016-10_web.pdf Seite 64 2.2.1. oder Seite 6 §6 Absatz 2 In ihrem Bereich ist die GEW zuständig für die ihr im Rahmen des DGB zufallenden Gruppen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Beamtinnen und Beamte und nicht betriebsgebundene Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter...

Wie will er denn dann die Kolleginnen und Kollegen beraten und helfen ohne Gewerkschaft?

Außerdem will die GEW bei euch überhaupt vertreten werden? Wollen die Ärger mit der IGBCE haben? Darf der Kollege überhaupt für die GEW als Gewerkschaftler bei euch kandidieren? Lässt das die Gewerkschaft zu? Fragt mal euren Gewerkschaftsvertreter, ob die IGBCE damit einverstanden ist?

G
ganther

24.01.2017 um 15:33 Uhr

nachdem wir hier über 2 DGB Gewerkschaften sprechen werden diese nicht in Konkurrenz treten. Die Gewerkschaften haben ihre Organisationsbereiche voneinander abgegrenzt.

Daher wirf es in der Praxis kein Problem geben. Vielleicht einfach mal kurz mit der GEW sprechen, ob sie überhaupt Infos (z.B. Betriebsversammlungen) will

K
Kölner

24.01.2017 um 17:21 Uhr

Wenn ich den TE richtig verstehe, dann ist dieser zu 100% bei der Fa angestellt und eben davon 50% in Dozententätigkeit. Wenn nur ein bis zwei weitere (oder eben auch nicht) Kollegen auch so einen Dozentenjob haben, dann macht die GEW doch Sinn...!? Ich verstehe überhaupt nicht, wie man sich darüber Gedanken machen kann als BR. Wer will den was von wem? Und: Wer glaubt, dass eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ein zwingendes "Muss" für ein BRM ist, der glaubt auch, dass Zitronenfalter ihren Namen einer selben Aktivität bekommen haben.

C
Clausewitz

25.01.2017 um 08:54 Uhr

Liebe Kollegen, vielen Dank für die Antworten, die ich -bis auf eine- alle sehr hilfreich fand! ^^

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