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Dieser Beitrag ist vor 10 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Zumutbar - Unzumutbar

F
Familienvater
Jan 2018 bearbeitet

Hallo,

unser Arbeitgeber beabsichtigt unseren Standort in Bonn mit 250 Beschäftigten zu schließen und in Bielefeld einen neuen Werk neuzugründen. Grund der Schließung sollen hohe Personalkosten und Kosten Allgemein sein. Er möchte fast allen eine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit in Bielefeld anbieten. Wir haben einen Betriebsrat der auch aktiv ist wie Interessenausgleich und Sozialplan. Der Arbeitgeber möchte das Angebot der Weiterbeschäftigung so sicher wie möglich gestalten. Insbesondere alle möglichen Kosten die entstehen übernehmen. Sogar Besitzstand/Beschäftigungsjahre, Umzugskosten usw. sollen übernommen werden. Kann ich wegen der Entfernung das Angebot ablehnen ohne dass ich Nachteile dadurch bekomme. Kann der Arbeitgeber mir unter dieser Voraussetzung mich anders behandeln wenn eine Abfindung in der Sozialplan vereinbart werden sollte, in dem er sagt dies sei für mich Zumutbar in Bielefeld weiter zu arbeiten. Ich bitte um Antworten.

ine Frage ist, wenn ich einen Angebot mit der gleichen Bedingungen erhalten sollte

1.49204

Community-Antworten (4)

H
Hartmut

05.11.2015 um 08:34 Uhr

Spektakulär war -ich glaube- 2007 der Umzug eines Pharmakonzerns von Karlsruhe nach Berlin. Klar, man bot allen, die nicht mit umziehen wollten, hohe Abfindungen (bis Faktor 5!), und allen anderen bot man einen gleichwertigen Arbeitsplatz am Kudamm. Nur eine Lösung dafür, wie man sein Häusle mitnehmen kann und das soziale Umfeld, bot man nicht ... wie auch ... ein Schuft, der Böses dabei denkt ...

Ihr könnt es verzögern, aber nicht verhindern. Als BR, hol das meiste raus für die Leute! Als Arbeitnehmer, überleg dir ob du die Kohle nimmst oder umziehst, alles andere ist, leider, Illusion.

E
Erbsenzähler

05.11.2015 um 08:37 Uhr

Ironiemodus an: Bielefeld - schon mal was von der Verschwörungstheorie gehört? Das gibt es nicht... Ironiemodus aus!

Ich stoße im Internet immer wieder auf ein Urteil: http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsanwalt/arbeitsrecht/zumutbarer_arbeitsweg Hier wird davon ausgegangen, dass 180 km für ein Arbeitsweg zumutbar wären. Die Strecke Bonn - Bielefeld beträgt über 220 Stunden bzw. über 2 Stunden mit der Bahn pro Strecke. Ich persönlich halte das für nicht zumutbar.

Betrachte aber auch mal das Gesamtpaket. Wie schnell kannst du einen neuen Job in deiner Region bekommen? Wie sind die sozialen Kontakte und Verpflichtungen? usw. ?

P
paula

05.11.2015 um 10:46 Uhr

wenn ihr verhandelt sollte doch im Sozialplan geregelt werden was nach Maßgabe des Sozialplans ein zumutbarer Arbeitsplatz ist und wann ein Fall der Abfindung gegeben ist. Das ist zunächst mal Verhandlungssache

Daneben steht die Frage wie es die Arbeitsagentur sieht. Die hat ihren eigenen Maßstab. Wenn du also die Abfindung nimmst und danach aber arbeitslos sein solltest, wird das Amt genau prüfen, ob es auch aus ihrer Sicht unzumutbar war in Bielefeld zu arbeiten und daraus ggf. Konsequenzen ziehen

G
Globus

05.11.2015 um 17:37 Uhr

genau... und bei genau dieser Strecke liegt die Zumutbarkeit auch auch an Faktoren wie... Wann ist Arbeitsbeginn? Wann ist Arbeitsende? Wo genau liegt der Betrieb - wie komme ich da vom Hbf hin?

Weil, auch wenn es Bielefeld nicht gibt, man müß ja irgendwo hin und genau das könnte das Problem werden.

Und mit PKW ist diese Strecke eindeutig nicht zumutbar - mit öffentlichen Nahverkehr vielleicht, wenn der Arbeitsort und auch der Wohnort nahan den HBF sind...

Weiterhin... Die Kosten... Normalticket über 50 eu pro Fahrt.

Eine Bahncard 100 kostet... oh früher waren das mal glaube ich 3000 eu im Jahr - das wird sich sicherlich verteuert haben - im Monat also knapp 300 Eu...

Aber das "Leben" ist in Bielefeld günstiger als in Bonn - also vielleicht da ein Häuschen bauen, oder mieten ;-)

Je nach Lage der Dinge, wäre das vielleicht in der Tat zumutbar...

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