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Dieser Beitrag ist vor 11 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Motivation zur BR-Arbeit zurückholen

E
EDistel
Nov 2016 bearbeitet

Hallo Forum,

ich hoffe, ich habe die richtige Rubrik für meine Frage ausgewählt.

Ich bin erst seit Ende April 2014 BRM (9er-Gremium) und habe alle BR-Arbeit außer den Sitzungen bisher komplett zu Hause erledigt (Recherchen, Mailaustausch, in Kommentaren was nachschlagen, Protokolle schreiben; letzteres wurde bisher wenigstens von den Stunden her bezahlt, jetzt plötzlich nicht mehr - das ist der konkrete Anlass für meine Frage hier).

Allmählich geht mir jedoch die Puste aus bzw. die Motivation. Ich würde gerne, wie es das BetrVG auch festlegt, meiner BR-Arbeit gerne in der Firma nachgehen. Bisher hat es der BR leider nicht geschafft, sich ein Büro zu verschaffen. Das Gremium hat dem AG noch bis Ende August Zeit gegeben, das Problem zu lösen.

Was kann ich jetzt gegen meine durchhängende Motivation tun? Klingt irgendwie blöde, die Frage. Einerseits möchte ich gerne weiter lernen, was BR-Arbeit ausmacht und mich auch in anstehende Probleme reinfuchsen (BV zum Thema Urlaub zBsp oder Geschäftsordnung für den BR), doch andererseits schluckt das einen Haufen (Frei-)Zeit. Wenn die BR-Arbeit ein gewisses Maß an Freizeit schluckt, ist das OK, aber warum soll ich alle BR-Arbeit in meiner Freizeit machen? Das wird neben dem Job dann schon reichlich viel.

Dieses Problem hat übrigens auch unser Vorsitzender und der hat eine 6-Tage-Arbeitswoche.

Der Rest des Gremiums hält es eher mit der Variante: Sitzung absolvieren und ferddich.

Wie durchbreche ich den Teufelskreis von persönlicher Demotivation und Aktivierung der anderen BR-Mitglieder? Wenn da kein Umdenken geschieht, hätten wir uns den BR komplett sparen können :((.

1.02405

Community-Antworten (5)

G
gironimo

28.07.2014 um 15:16 Uhr

Ein "böser" Reeferent für BR-Seminare, der mir bekannt ist pflegt zu segen: "Wer nicht in der Lage ist seine eigenen Rechte als BR durchzusetzen, der ist auch nicht in der Lage, die Rechte der AN erfolgreich zu vertreten."

Das erste was du tun musst, ist die BR Arbeit dort zu machen, wo sie gemacht werden soll. Im Betrieb und während der Arbeitszeit.

Dazu hat Dich der AG nach § 37 BetrVG freizustellen - und zwar im erforderlichen Umfang. Der AG wird Dir diese Zeit nicht hinterher tragen. Du selbst musst sie geltend machen, in dem Du Dich abmeldest (es gilt der Grundsatz der Selbstfreistellung)

100% seinen bisherigen Job machen und 100% gute BR Arbeit geht nicht.

So gesehen - es ist kein Teufelskreis. Ihr seit gewählt worden, die Interessen der AN zu vertreten und der Gesetzgeber hat Euch die Zeit, die Ihr braucht zur Verfügung gestellt. Nehmt sie in Anspruch!!!

Wenn Ihr Euch zu dem Thema "meine Rechte" als BR besser informieren wollt, besucht entsprechende Seminare. Achtet ein wenig auf die angekündigten Inhalte und Referenten. Sie sollten einen Praxisbezug haben.

M
mixgeschick

28.07.2014 um 16:11 Uhr

Also, wir sind auch seit Ende April ein Gremium mit vielen neuen BRM. Wir haben uns entschlossen, ein Inhouseseminar für alle zu machen und zwar Betriebsverfassungsrecht Teil 1 + Teil 2. In eine Woche gepackt. Wir wollten, dass alle auf dem gleichen Wissensstand sind. Und auch für die Teamarbeit ist das mehr als gut. In diesem Seminar wurde auch ganz konkret auf unsere innerbetrieblichen Belange und Probleme eingegangen.

Ich kann das nur empfehlen.

G
gironimo

28.07.2014 um 21:01 Uhr

BR1 und 2 in einer Woche !

Das finde ich dann doch ein wenig "Nürnberger Trichter Methode" (auch Druckbetankung genannt).

Hoffentlich habt Ihr dann wenigstens einen Referenten, der auch einen Praxisbezug hat und Betriebsräte nicht nur aus dem Gerichtssaal kennt.

Trotzdem finde ich es gut, dass Ihr Euch das notwendige Rüstzeug besorgen wollt. Viel Erfolg für Eure Arbeit.

E
EDistel

28.07.2014 um 23:52 Uhr

Ja, ihr habt schon recht - wir sollten unsere Rechte wirklich durchsetzen. Leider schleichen wir im Gremium umeinander herum. Es gibt die 'Chef'-Fraktion, Kollegen, die eigentlich gar kein BRM sein wollten und nun drin sitzen, während die aktiven Kollegen so ziemlich in der Minderheit sind.

Morgen werden die Aktiven probieren, die Probleme anzusprechen. Ich habe mich mit der Kommentierung zu § 37 BetrVG befasst und klopfe mal auf den Busch, wieviel Unterstützung da kommt.

M
mixgeschick

29.07.2014 um 10:22 Uhr

Ja, es war schon ziemlich anstrengend. Aber wir konnten sehr viel mitnehmen und unser Referent war einfach Spitze. Auch jetzt im Nachhinein steht er uns jederzeit zur Verfügung. Danke für die Wünsche gironimo

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