Gewerkschaft verweigert die Unterstützung in Tarifverhandlungen
Hallo,für die anstehenden Tarifverhandlungen in unseren Betrieb wird uns durch den für uns zuständigen Gewerkschaftssekretär ,die Unterstützung mit folgender Begründung verweigert.Er hat die Anweisung durch seinen Vorgesetzten nur noch Betriebe zu Unterstützen,die mindestens 50% Gewerkschaftsmitglieder haben.In unseren Betrieb liegen wir aber nur bei 40%.Wir sind nur ein kleiner Betrieb mit 38 Beschäftigten und Befürchten ohne die Unterstützung in den Verhandlungen nicht ernst genommen zu werden.Kann die Gewerkschaft mit so einer Begründung einfach die Unterstützung Verweigern?Haben wir eine möglichkeit uns dagegen zu wehren?40% haben ja schließlich Beiträge an die Gewerkschaft gezahlt.
Community-Antworten (51)
29.02.2012 um 12:03 Uhr
In einem tarifierten Unternehmen/ Betrieb kann nur die Gewerkschaft Tarifverhandlungen führen. Klar die Güte und der Antrieb der GEW hängt mit der Anzahl der Mitglieder zusammen.
Zwingen kann man die GEW nur indirekt wenn Mitglieder hier einen Austritt planen.
29.02.2012 um 12:17 Uhr
40% Organisationsgrad ist schon eine ganze Menge, welche GW ist das denn die 50% verlangt? Hast du schon mal bei der GW angerufen und nachgefragt ob die Aussage überhaupt stimmt.
Auch mal bei den nicht organisierten Kollegen nachgefragt ob sie mit ihrem Lohn zufrieden sind?
29.02.2012 um 12:22 Uhr
Andersrum wird n Schuh draus. Nicht austreten, macht Werbung und erhöht den Organisationsgrad. Mal ganz ehrlich, wenn eure Gew mit Streik droht lacht sich doch eure GF n Ast. Ich würde mich auch nich zum Hampelmann machen wollen und in so aussichtslose Kämpfe verstricken. Obwohl da in kleineren Betrieben vermutlich mehr geht bei 40% als in größeren Unternehmen. Ich kann nur empfehlen, macht denen, die noch nicht Mitglied sind klar, dass sie zum einen keinen Rechtsanspruch auf den Tarif haben (so er denn kommt) und auch was ihnen an Lohn in etwa jeden Monat entgeht weil die Gew momentan nicht wirkungsvoll verhandeln kann. Siehe momentan Tarifrunde IGM Bereich Metall und Elektro. Forderung 6,5% Beitrag aber nur 1% das rechnet sich, dafür muss man kein Genie sein
29.02.2012 um 12:47 Uhr
@Kurzarbeiter ....die Güte und der Antrieb... Wieso ist man in dem Fall auf die Güte der Gewerkschaft angewiesen?
Selbst wenn es in dem Unternehmen nur ein zahlendes Mitglied gibt hat die Gewerkschaft für diese Mitglied da zu sein. Mit so einer Äußerung povoziert diese Gewerkschaft doch Mitgliederaustritte. Ich würde mich mal an den Vorstand der Gewerkschaft wenden!
29.02.2012 um 13:14 Uhr
Selbst wenn es in dem Unternehmen nur ein zahlendes Mitglied gibt hat die Gewerkschaft für diese Mitglied da zu sein. Du bist also der Meinung, dass die Gew für eine Person verpflichtet ist, Tarifverhandlungen aufzunehmen, oder, wie soll man Deinen Satz verstehen. Gew sind ebenfalls Unternehmen, die ihre MA bezahlen müssen. Die Verhandlungen kosten Zeit = Geld und wenn man zu wenig "Power" hinter sich hat, ist der Erfolg der Verhandlungen sehr zweifelhaft. 50% sind die Marschrichtung, bei 40% könnte man aber schon mal anfangen, so ist die Marschrichtung in unserer Region und das ist auch richtig so!
29.02.2012 um 13:18 Uhr
Wir reden hier von Tarifverhandlungen. Und die lassen sich mit geringem Organisationsgrad eben nicht erzwingen. Erst Recht nicht mit dem von Ottokar vorgeschlagenem einem Mitglied. Die Gewerkschaft tut schon ein wenig mehr, als nur Tarife auszuhandeln, für ihre Mitglieder. Aber gerade beim Aushandeln von Tarifen muss man irgendwann Druck erzeugen können. Und den übt dann nicht mehr die Gewerkschaft aus. Die ruft zum Streik auf. Und der muss auch noch was bringen. Streiken muss dann wieder das Mitglied bzw. idealerweise die vielen Mitglieder. Das wiederum heißt, dass man entweder Schlüsselpositionen lahm legen kann, oder wenigstens Werkstore effektiv blockieren kann. Sonst lacht sich deine GF nur n Ast wie sich die 5 Leute, die dann am ende wirklich zum Streik erschienen sind bei der Kälte einen abfrieren.
29.02.2012 um 13:22 Uhr
Die Gewerkschaft ist die IGBCE.Da es schon einmal zu einer Austrittswelle aus der Gewerkschaft wegen Unzufriedenheit kam,fällt es uns schwer diese Mitarbeiter wieder für die Gewerkschaft zu Gewinnen.Unserer Gewerkschaftssekretär wollte noch einmal mit seinem Chef reden.Wenn es aber bei dieser Entscheidung bleibt,sind schon einige der Meinung geschlossen auszutretten.Wie ist das Ganze denn rechtlich zu sehen?Welche Pflichten hat die Gewerkschaft denn überhaupt gegenüber ihren mitglieder zu leisten?
29.02.2012 um 13:51 Uhr
. . . warum muss man nur alles, was man offensichtlich derzeit in Presse, Funk und Fernsehen verfolgen kann (natürlich nicht bei "Bauer sucht Frau" etc. und auch kaum in der Zeitschrift mit den 4 großen Buchstaben) immer wiederkäuen? Ist doch offensichtlich, dass kaum ein Arbeitgeber freiwillig bereit ist, mehr Lohn zu zahlen. Und wie kann man Druck machen? Durch Streikandrohung. Und diese verpufft, wie schon beschrieben, bei einem Organisationsgrad von 40%. Es ist schon erstaunlich, wie manche sich drehen und winden und gewerkschaftliche Rechte und Pflichten herauskramen wollen, nur um das eine Prozent Beitrag nicht leisten zu müssen, wie die Affen in Afrika. Die hat man früher so gefangen, indem man eine Kokosnuss in eine Kruke mit engem Hals legte. Der Affe, der da reingriff, kam mit Nuss und Hand nicht mehr durch die Öffnung und konnte gefangen werden. Hätte er die Nuss losgelassen, hätte er flüchten können. Und daran erinnern mich die Nichtzahler des Beitrags. Sie müssten einen geringen Beitrag loslassen, dann würden sie mehr bekommen. Tun sie aber nicht . . .
29.02.2012 um 14:09 Uhr
@all
ihr beneidenswerten in deren Betrieben der Organisationsgrad bei 50% liegt. Ich dachte das ist ein Limit für die IG Metall.
Was ich mich auch frage in was für einem Betrieb muss man arbeiten um mit 40 % Streikender nicht genug lahmlegen zu können. Ich stell mir gerade Flughafen, Krankenhäuser, Feuerwehr und auch Produktionsbetriebe vor. Du kannst auch mit 5 % Streikender einen Betrieb lahmlegen. Z.B Piloten, Lokführer, Fluglotsen.
29.02.2012 um 14:35 Uhr
@lernender: Die haben aber auch ihre "Spezialgewerkschaft" - mit entsprechendem Org-Grad. Wenn nur 5% der Lokführer streiken würden, grinst der Bahnvorstand nur müde...
29.02.2012 um 16:54 Uhr
Dies ist genau der Punkt der mich bei GEW immer die Haare raufen lässt. Diese versuchen galant hier die Verantwortung auf die einzelnen Betriebsräte ab zu wälzen, anstatt sich selber auch mal present zu zeigen, so das Unorganisierte sehen "Mensch, da wird sich ja wirklich gekümmert. Nehmen wir mal den vorliegenden Fall der IGBCE- drittgrößte GEW mit 960000 Mitgliedern. Da ist ein kleiner Betrieb mit 38 AN. 40 % davon sin Organisiert----- das Macht 15,2 Mitarbeiter/Innen. Die GEW sagt wir kommen erst wenn ihr 50% seit----- wir reden hier also von 3.8 MA/Innen.(Hoffe Kopfrechnen war richtig :-) ).Was im Gottes Namen würden diese 3.8 MA/Innen bewirken? Dieser kleine Betrieb mit 38 Beschäftigten wirkt bei einer so großen GEW genauso als wenn ich eine Handvoll Sand habe und ich würde nur ein Körnchen davon weg nehmen- egal ob 40, 50 oder 100% Organisationsgrad. Die Puplisitie in der örtlichen Presse, damit hätte eine GEW von der Größe sehr viel mehr. Als BR oder aber ein Zusammenschluss mehrerer organisierter Mitglieder könnte sich hier durchaus mal an den nächst höheren (Landesverband )wenden. Behandeln diese es auch Negativ, könnte man deren antwort als cc in eine Mail steken und an die höchste Stelle, mit höflicher Anfrage auf Unterstützung senden. Anbei kann man immer durchblicken lassen das man auch sehr gute Kontakte zur örtlichen und Überregionalen Presse hat.
Selbe vorgehensweise habe ich mal bei einer Kollegin hier aus dem Forum praktiziert, die man wegen ihrer Kündigung und katastrophalen Machenschaften im BR von GEW Seiten nicht unterstützen wollte. Es ging Stufe für Stufe rauf bis zum Bsirske. Dieser lies die Stufe wieder runter gehen. Anderthalb Jahre später bekam ich von dieser Kollegin eine Nachricht das sie ihren Prozess gewonnen hat. Man sieht also, es lohnt sich immer, wenn auch die Wege manchmal schwer sind.
29.02.2012 um 17:46 Uhr
@petrus
anderes Beispiel Anästhesisten streiken im Krankenhaus.
Ich glaube Rainer kommt der Sache deutlich nah.
@lilimaus was wäre denn wenn nur die 40 % Streiken würden.
29.02.2012 um 18:28 Uhr
@Lernender
Nehme nur das produzierende Gewerbe. Bestreike Schlüsselstellen im Versand. Wenn nix rein oder raus geht das trifft eine GL am meisten.
29.02.2012 um 18:30 Uhr
Hallo,
ihr habt das Recht eine Gewerkschaft zu gründen :-)
"EMRK Atrikel 11 Ziff.1"
MFG
29.02.2012 um 18:38 Uhr
. . . ich meine mal, in meiner Schulzeit eine Geschichte gelesen zu haben von einem alten Mann, der seinen 3 Söhnen ein Bündel Holzstäbe in die Hand drückte, mit der Aufforderung, diese zu zerbrechen. Keiner schaffte es, also nahm der alte Mann als eindrucksvolle Demo jeden Stab einzeln und zerbrach sie mit Leichtigkeit. Ob das nicht auch manchmal der Hintergrund ist? 15 MA kann man nach und nach rausekeln und kündigen. Und man sollte sich nicht so sehr an der Zahl 50% festbeißen. In einem mir bestens bekannten Betrieb geisterte die Zahl auch rum. Der zuständige Gew.Sekretär hat gesagt, dass sie kein Interesse haben, die paar Gew.Mitglieder zu verheizen, um sie die Kastanien für die anderen aus dem Feuer holen zu lassen - eben aus oben erwähntem Grund. Schon mal an diese alte Weisheit gedacht? Lokführer und Anaesthesisten eignen sich daher nur bedingt als positive Beispiele, denn wenn 4 Anaesthesisten ausfallen, dann geht nix mehr. Richtig! Aber ich glaube auch kaum, dass die 4 Anaesthesisten für das Pflegepersonal streikt . . .
29.02.2012 um 18:46 Uhr
@wölfchen wir hätten aber mit 10 Leuten im Versand für alle gestreikt. Für alle heisst 236 MA
29.02.2012 um 19:22 Uhr
naja - bei dem eigenen Marketing hat die IGBCE auch noch nix dazu gelernt (aber das nur so neben her).
und Befürchten ohne die Unterstützung in den Verhandlungen nicht ernst genommen zu werden< - wer bitte sehr verhandelt denn da? Wenn es um den Tarif geht, muss es doch eine Gewerkschaft sein (§ 77 Abs.3 BetrVG und Tarifvertragsgesetz)
29.02.2012 um 19:34 Uhr
@lillimaus,
wenn ihr schon so unzufrieden seit könnt ihr nicht wechseln ? verdi müsste auch für euch zuständig sein und die verhandeln auch bei 20% .-)
vom eigenen gründen einer gew oder dem beitretten einer sparten gew kann ich nur abraten, nicht alles was sich gew nennen darf ist wohl auch eine gew im sinne der "cassic edition" :_)
ausserdem darf eine kleine gewerkschaft nicht unbedingt tarife verhandeln, wenn ihr selber eine gründet das wäre viel arbeit und nun ja ihr müsstet eine menge aushalten, da ihr ja immer 8an) greifbar sein darft ....
macht eich mal bei verdi schlau, die helfen auch leuten nicht mal in der gew sind :-)
29.02.2012 um 20:12 Uhr
polybär und die verhandeln auch bei 20% .-) Nö, wir hatten gerade einen Projektsekretär da, der ganz klar gesagt hat 50%! Die örtliche Gew. Sekretärin ist da schon kompromißbereiter, aber 30 - 40% mit bemerkbarer Tendenz zu 50 wären schon gewünscht.
01.03.2012 um 09:26 Uhr
Nette Diskussion - und ich drehe den Spieß mal um....
Die GEW sagt wir kommen erst wenn ihr 50% seit----- wir reden hier also von 3.8 MA/Innen. Was im Gottes Namen würden diese 3.8 MA/Innen bewirken?
Was, in Gottes Namen, ist das Problem VIER Kollegen/-innen zum Beitritt in die GEW zu überreden? Wir reden doch von zwei möglichen Optionen:
- Die Gewerkschaft kommt nicht in die Spur, und deshalb gibt es keine Lohnerhöhung, alle AN (auch die Nicht-Gewerkschafter) verzichten auf mindestens 1% Lohnerhöhung, und das auf Dauer!
- Die Kollegen/-innen "opfern" 1% ihres Bruttolohns und bekommen im Gegenzug eine mindestens 1%ige Lohnerhöhung. Im schlimmsten anzunehmenden Fall gewinnen und verlieren die Kollegen also in DIESER Tarifrunde nichts, bleiben also auf dem selben Stand wie bei 1. Aber die 1% sind schon eher wenig, i.d.R. werden sie schon mit dieser Tarifrunde Gewinn machen, und mit jeder weiteren Tarifrunde wird dieser größer!
WAS, in Dreiteufelsnamen, soll also die Kollegen/-innen davon abhalten in die GEW zu gehen? Die obige Argumentation sollte doch ein Grund für 100% Organisationsgrad sein!
Die obige Argumentation zieht doch nur in den Betrieben nicht, die ohnehin allen AN den Flächentarifvertrag zugestehen.... In einem Betrieb an dem die Frage "Lohnerhöhung oder nicht" am Organisationsgrad hängt GIBT es doch keine andere Option, außer auf Lohnerhöhungen zu verzichten!
Wahrscheinlich sind die Nicht-Gewerkschafter gar nicht an Lohnerhöhungen interessiert, weil sie mit dem, was sie haben, zufrieden sind? Selbst dann kann man denen aber mal sagen, das es AN gibt die nicht damit zufrieden sind und das diese das ganze blockieren.....
01.03.2012 um 09:51 Uhr
Es liegt nicht immer daran, dass die Kollegen nicht an Lohnerhöhungen interessiert sind. Für manche hat die Mitgliedschaft n faden Beigeschmack. In den wenigsten Fällen sind ja Gewerkschaften bei Geschäftsführungen gern gesehen - wenigstens wenn sie anfangen Forderungen stellen. Und es finden sich noch genügend Arbeitnehmer, die lieber gut Freund mit dem Chef sind. Die Lohnerhöhung im Falle eines Tarifes wäre natürlich trotzdem willkommen, viele zeigen dann den Gew-Mitgliedern sogar noch ne lange Nase, weil sie gefühlt ja sogar noch 1% mehr bekommen als die Mitglieder. Mir fällt spontan niemand ein, der kein Interesse an Lohnerhöhungen hätte, man will nur nichts dafür tun.
01.03.2012 um 19:30 Uhr
@nicoline, das finde ich aber sehr fragwürdig von dem projektmanger... verstehen muss ich das wohl auch nicht, die sollen lieber mal überlegen WAS sie dir an die hand geben können damit es "mehr" werden. ich bin geneigt es dem birske zu sagen, ich werde ihn ja bald auf einer demo sehen und zur rede stellen
@rkoch, ? wir haben ca 1600 ma´s ... orga grad ist aktuell 55% . aber eigendlich ist das egal, wer in der gewerkschaft ist zashlt für eine leistung ! tarifverhandlungen sind eine leistung... oder bin ich irgendwie zu sehr in der vergangenheit ???
01.03.2012 um 21:53 Uhr
polybär, man nennt es das "Dilcher-Konzept"
Bei uns soll auch "gedilchert" werden. Und so sehr ich rkoch auch beipflichte, so sehr fühlen sich die GewerkschafterInnen, die sich seit Jahren engagieren aber auch als diejenigen, die am schlechstesten bei all dem weg kommen.
01.03.2012 um 22:35 Uhr
Lotte man nennt es das "Dilcher...." Genau, der Name fiel mehrmals!
02.03.2012 um 00:15 Uhr
Mit der bedingungsgebundenen Gewerkschaftsarbeit schlägt ver.di neue Wege ein, um mehr Beschäftigte zu mobilisieren. Im Gesundheitsbereich ist diese Strategie erfolgreich.
Warum nur da?
02.03.2012 um 08:11 Uhr
@all Es wird Zeit (und diese Diskussion zeigt es), dass die Macht der Gewerkschaft und die Monopolstellung hins. Tarifverhandlung eine Öffnung erfährt.
Es gehört sich aus meiner Sicht eigentlich auch nicht, eine Bedingungsgefüge zu konstruieren (50% Gewerkschaftsmitglieder), um aktiv zu werden. Das widerspricht dem Solidargedanken und -prinzip!
02.03.2012 um 10:24 Uhr
@Kölner
Die Idee ist nicht falsch, aber sie wirft eben einige Problem auf:
Eine Öffnung, dass jede Gruppierung von AN Tarifverhandlungen führen könnte - und diese mit Streik erzwingen dürfte - würde ein gerade jetzt diskutiertes Problem verschärfen: Eine kleine Gruppe von AN könnte ganze Wirtschaftszweige lahmlegen. Stelle Dir einfach vor: die 5 MA des Einkaufs eines Automobilzulieferers treten in den Streik, und da deren Insiderwissen sehr groß ist, können sie auch nicht einfach so von anderen ersetzt werden.... Das würde mangels Material zunächst den Zulieferer, und letztlich die Automobilfirmen lahmlegen. Es reicht letztlich das genau ein spezialisiertes Teil, wie z.B. ein Fensterhebermotor, nicht ersetzt werden kann und die Auslieferung der Autos an diesem fehlenden Teil scheitert..... Deshalb wird ja gerade jetzt (Fraport) wieder die Tarifeinheit und die Beschränkung der Macht kleiner AG-Gruppierungen gefordert.
Tarifverhandlungen ohne Druckmittel sind eine Luftnummer. Die Arbeitsverweigerung der AN ist das einzig denkbare Druckmittel, denn nur die Zurückhaltung unseres einzigen Kapitals setzt den AG unter Druck. Das widerum bedeutet unweigerlich: Streik möglichst aller, welche die vorgesehen Arbeiten erledigen könnten. So weit der Streik relativ preiswert umgangen werden kann, ist das Druckmittel eine Luftnummer. Dazu gehört aber etwas, was es in unserer Gesellschaft kaum noch gibt: Solidarität. Die Solidarität beim Streik scheitert schon an einer Stelle: An der Notwendigkeit eines regelmäßigen Einkommens, was beim Streik (vor allem einem längeren, und nur SO ein Streik übt angemessenen Drick aus!) all diejenigen, welche dann NULL Einkommen haben würden, an der Teilnahme am Streik hindert!
Geld. Wie gerade gesagt kann ein Streik in unserer Welt nur funktionieren, wenn die Streikenden von irgendwem Geld erhalten. Vom AG wohl kaum, der Staat hält sich auch raus... Kommen nur noch zwei Varianten in Frage:
- Alle AN legen sich ein dickes Polster an von dem sie bei Streiks zehren
- Irgendwer kassiert Geld von den AN und legt das Polster für diese an bzw. finanziert Streiks aus Solidareinnahmen.
Und damit schließt sich der Kreis: Nur eine große Solidargemeinschaft kann das Einkommen von wenigen Streikenden dadurch finanzieren, dass die Gelder der nicht-streikenden an die Streikenden ausgezahlt werden, und wer soll das sein, wenn nicht eine Gewerkschaft! Die Gelder Dritter herzunehmen, um Streiks zu finanzieren kann man nur verantworten, wenn der Streik eine richtig gute Aussicht auf Erfolg hat, also wenn möglichst alle AN daran teilnehmen. Das geht eigentlich nur bei mindesten 90% Streikteilnahme, also 90% AN die Streikgeld erhalten, also Gewerkschaftsmitglied sind. 50% ist eigentlich zu wenig, das steckt ein AG i.d.R. lächelnd weg, ggf. sperrt er den Rest der Belegschaft aus, die bekommen kein Geld (weder vom AG noch von irgendwem sonst) und schon geht das ganze den Bach runter.....
Egal wie Du es drehst und wendest, wenn es nicht irgendwann ein Gesetz geben sollte, das ein Pflichtbeteiligung der AN am Unternehmenserfolg vorsieht, KÖNNEN Lohnerhöhungen nur auf diesem Weg durchgesetzt werden. Eine Alternative wäre, dass alle AG plötzlich ihre soziale Ader entdecken und (realisitische) Lohnerhöhungen einfach so ausschütten. Das widerspricht aber dem Grundgedanken "Gewinnmaximierung". Also ist dieser Gedanke absurd....
Wie also stellst Du Dir vor, das Illimaus mit nur 40% der AN, welche bei Streik/Aussperrung ein Einkommen beziehen, einen längerfristigen Streik durchziehen sollen? Nach längstens einer Woche Aussperrung muss der Streik abgebrochen werden um die nicht-GEWM nicht in ihrer Existenz zu gefährden...... Damit ist eine Lohnerhöhung in weiteste Ferne gerückt.
02.03.2012 um 11:20 Uhr
@rkoch Da ich nicht dafür geschaffen zu sein scheine, in epischer Form zu antworten, die dann auch keine weiteren Fragen zulässt, in Kürze:
- Ich hätte schon Ideen, wie man die Machteinschränkung der Gewerkschaften gewährleisten könnte und gleichzeitig den Solidargedanken unabhängig von Gewerkschaftsbeiträgen ummünzen könnte zu einer soliden betrieblichen Lohngestaltung.
- Mir geht es auch nicht um die Daseinsberechtigung der Gewerkschaften
...und die Streikfähigkeit einer Gewerkschaft ist sicher noch immer stärkstes Argument für die Durchsetzung der Forderungen der Gewerkschaft, aber: Warten wir es ab, was geschieht wenn v.d. Leyen losgelassen wird. Da ist noch nicht aller Tage Abend; äh Streik.
02.03.2012 um 14:02 Uhr
rkoch, das stimmt ja alles.
Das heißt aber, dass die 40 %, die das auch verstanden haben und Gewerkschaftsmitglieder sind, jetzt die Pappnase auf haben. Wird Gewerkschaft wirklich nur noch in den Betrieben tätig, in denen sie genug Mitglieder hat, so bestraft sie letzlich diejenigen, die organisiert sind.
Ich glaube, dass dies der falsche Weg ist, wenn er als ausschließlicher Weg propagiert wird. Wenn z. B. Betriebsteile zu fast 100 % organisiert sind, dann lässt sich eine Menge machen.
02.03.2012 um 20:34 Uhr
Sag mir wenn ich dich falsch verstanden habe....` 'Ich glaube, dass dies der falsche Weg ist, wenn er als ausschließlicher Weg propagiert wird.'
Laut Aussage von Verdi funktioniert dieses Konzept explizit in Eure Betrieben! Und da frage ich mich: Warum?
02.03.2012 um 22:15 Uhr
Warum für einen Wagen der fährt, das Rad neu erfinden. Oftmals ist es nur der Motor. Läuft dieser nicht mehr rund und man weiß nicht wo dran es liegt, sollte man einfach mal in den Büchern des Ursprungs gucken. Vieles lief dort langsamer, aber rund.
03.03.2012 um 16:03 Uhr
Möchte noch ergänzend erklären,dass unser Haustarif zur Kündigung ansteht,und wir uns wie immer vorher an unseren Gewerkschaftssekretär wenden,da er ja den Tarif gegenüber dem Arbeitgeber kündigen muß und um für die Verhandlundlungen mit ihm Termine abzusprechen.Wir fühlten uns natürlich wie vor den Kopf gestossen,als er uns sagte, dass er Betriebe unter 50% Mitgliedern nicht mehr vertreten würde.Es gab diesbezüglich auch keine Vorwarnung an uns. Wir versuchen jetzt natürlich die fehlenden drei Mitarbeiter für die Gewerkschaft zu gewinnen,was uns aber sehr schwer fällt ,da es vor einigen Jahren zwei Nullrunden hintereinander gab und einige deshalb aus Protest ausgetreten sind.Ausserdem gibt es wie in jedem Betrieb Mitarbeiter mit der Einstellung:"das kostet ja Geld,die fehlenden drei findet ihr doch unter den anderen MItarbeitern ,lasst mich da raus. Man fühlt sich auch ein wenig erpresst und kommt sich vor wie ein Staubsaugervertreter der seine Umsatzvorgabe nicht erreicht hat. Wenn wir es nicht schaffen sollten die fehlenden drei Mitarbeiter einzufangen,sind wir zwar immer noch 16 Mitglieder,ABER MITGLIEDER ZWEITER KLASSE!
04.03.2012 um 20:06 Uhr
Irmgard, mit dieser Aussage kann ich überhaupt nichts anfangen. Daher kann ich auch nicht darauf antworten.
Frag Ver.di.
04.03.2012 um 22:47 Uhr
ja,ja, so kennt man sie und so mag sie keiner die Im...
05.03.2012 um 01:17 Uhr
ja,ja, so kennt man sie und so mag sie keiner die Im... Antwort 34 Erstellt am 04.03.2012 um 21:47 Uhr von fasssungslos
Warum schreibst du Namen nicht aus? Du bist doch so taff, korrekt und über alles erhaben. Immer authentisch fassungslos und doch nicht besser.
Los! Mach es! Dann ist endlich Ruhe!
05.03.2012 um 09:02 Uhr
+ :o))))) +
05.03.2012 um 09:36 Uhr
da es vor einigen Jahren zwei Nullrunden hintereinander gab und einige deshalb aus Protest ausgetreten sind.
Tja.... und jetzt fragst Du Dich warum die GEW keine Lust mehr hat ?
Wie und warum sind denn "die Nullrunden" entstanden? Normalerweise geht mit Streik immer was, und sei es nur ein symbolisches einzelnes Prozent... Da kommt mir doch der Verdacht auf, das es wegen zu geringem Organisationsgrad schon damals keine Streiks gab - oder zumindest keine mit Wirkung weil zu viele nicht teilgenommen haben....
Und was das "Austreten" angeht... Nullrunden mit Gewerkschaftsbeteiligung mit zumindest einer Minimalchance das es irgendwann mal keine Nullrunde gibt - oder alternativ garantierte Nullrunden auf immer und ewig... Wo ist da die Logik auszutreten? Haben die Kollegen gehofft, dass Euer AG den Austritt aus der GEW mit einer regelmäßigen Lohnerhöhung belohnt? Tja, wohl falsch gedacht. Euer AG lacht sich ins Fäustchen.....
Ihr habt es selbst in der Hand. Wenn ihr eine Lohnerhöhung wollt müsst ihr tun was nötig ist - oder es bleiben lassen und auf Lohnerhöhungen auf Dauer verzichten.....
05.03.2012 um 11:52 Uhr
ja,ja, so kennt man sie und so mag sie keiner die Im... Antwort 34 Erstellt am 04.03.2012 um 21:47 Uhr von fasssungslos 190834
Das du Immi hiermit reinziehst ist das letzte!
05.03.2012 um 20:48 Uhr
F.d.b.t.i.K.
05.03.2012 um 23:35 Uhr
@lillimaus Haustarifvertrag? Hatte ich da anfangs was überlesen? In den Fall halte ich es schon für abenteuerlich wenn die GEW in der Vergangenheit deisen Weg mit euch mit 50% Organisierte mitgegangen ist. Ein solcher weg ist eher üblich ab 75% organisierte Mitglieder. Man lernt halt nie aus.
06.03.2012 um 12:26 Uhr
@rainerw
Wir kennen ja die Vergangenheit dieser Firma nicht....
Ein Haustarifvertrag in einem Unternehmen mit 38 Beschäftigten ist auch schon ein interessanter Fall.... I.d.R. gehen derart kleine Unternehmen auf Druck der AN lieber in den Flächentarifvertrag als einen Haustarifvertrag abzuschließen...
Ich kann nur vermuten, dass die Firma wohl mal größer war und/oder einen deutlich höheren Organisationsgrad hatte. Der AG wird dann ggf. um Streiks zu vermeiden sich auf den Haustarifvertrag eingelassen haben - und es später dann eben einfach es mal auf Streiks ankommen lassen - die sich nicht als Problem herausgestellt haben. Damit hat er sich zurückgelehnt - und die Gewerkschaft hat aus den geringen Erfolgschancen ihre Konsequenzen gezogen...
Wie gesagt, pure Vermutung, aber so könnte die Situation zustande gekommen sein - und würde auch die Einstellung der AN erklären.... So nach dem Motto: Früher haben wir doch auch ohne Streik bekommen was wir wollten, warum geht das jetzt nicht mehr, Gewerkschaft schau mal zu das DU was bewegst ohne das wir Streiken müssen.
07.03.2012 um 23:34 Uhr
@rkoch mit deiner Einschätzung liegst du ziemlich richtig. Die Firma hat in den letzten 20Jahren mehrmals den Besitzer gewechselt.Hierbei handeltete es sich immer um ausländische Konzerne.Die Arbeitnehmerzahl ist in dieser Zeit von 200 An. auf den heutigen Stand gesunken. Wir hatten vohrher auch nie probleme mit der Gewerkschaft. Es ist sicherlich unbestritten,das ein hoher Anteil von Gewerkschaftsmitglieder erstrebenswert ist, um genügend Druck zu machen. Man sollte aber auch besondere Situationen berücksichtigen.Wenn sich die anderen AN nicht dazu bewegen lassen in die Gewerkschaft einzutretten,welcher Grund hätten die Anderen dann noch in der Gewerkschaft zu Bleiben.
08.03.2012 um 09:43 Uhr
@illimaus
Man sollte aber auch besondere Situationen berücksichtigen.Wenn sich die anderen AN nicht dazu bewegen lassen in die Gewerkschaft einzutretten,welcher Grund hätten die Anderen dann noch in der Gewerkschaft zu Bleiben.
Grundsätzlich hast Du Recht, aber Du must auch berücksichtigen, dass Dein AG ohne Druck durch die AN wohl kaum seine Richtung ändert. Wenn also die GEW in Tarifverhandlungen geht und die Belegschaft nicht möglichst geschlossen hinter sich hat, dann wird es wieder eine Nullrunde, also viel Aufwand für nichts! Und die Nullrunde wird zu dem selbe Effekt führen den Du da beschreibst. Damit beißt sich die Schlange in den Schwanz...
Es hilft nichts: Die Gewerkschaft alleine wird bei Euch nichts bewegen, das müsst ihr schon selbst tun. Natürlich könnt ihr theoretisch eine Umfrage machen, ob auch die Nicht-GEWM an dem dann anstehenden Streik teilnehmen und für die gesamte Dauer des Streiks, egal wie lange er dauert, auf jegliches Einkommen verzichten! Wenn die meisten dieser sich zu dem für sie verherend teuren Streik bekennen, kann man das der GEW ja mal so sagen. Dann muß es aber auch wirklich klappen, und die GEW muß davon überzeugt werden, dass es definitiv klappt. Wenn die Ja-Sager dann beim Streik kneifen, ist die Sache schneller beendet als sie begonnen hat und dann werdet ihr von der GEW nichts mehr zu erwarten haben! Wozu auch? Für nichts?
08.03.2012 um 12:11 Uhr
@rkoch Leider wird in dieser Diskusion immer von Streik gesprochen,aber ist dies nicht immer die letzte Option.
Die Gewerkschaft muß laut Gesetz den Tarifvertrag kündigen und die Verhandlungen führen.
Da sie dies aber nicht tut, und auch keinen Vertreter schickt,haben wir garnichts zu Verhandeln! Wenn die Begründung dafür ist ,das es für 40% Mitglieder keinen Sinn macht, überhaupt erst Verhandlungen aufzunehmen,da ein vieleicht nötiger Streik am Ende keinen Sinn macht, Frage ich mich warum es diese Probleme in den vergangenden Tarifverhandlungen noch nicht gab. Unsere Gf wird sich sicher über so eine Nachricht freuen.
08.03.2012 um 12:26 Uhr
Naja, Streik ist das einzige Mittel den Forderungen Nachdruck zu verleihen, damit ist es natürlich irgendwie auch automatisch das letzte Mittel und das beste Mittel und und und. Richtig ist, ihr habt nichts zu verhandeln - schon weil ihr selbst Tarife nicht verhandeln dürft. Solange der Tarif nicht gekündigt wird, bleibt er wenigstens für zukünftige Einstellungen erhalten. Verhandeln macht keinen Sinn, sagt die Gewerkschaft und sehe ich ähnlich. Wenn die Leute regelmäßige Lohnerhöhungen haben wollen sollte ihnen klar sein, dass sie dafür auch etwas tun müssen, das ist kein Selbstläufer. Und der erste Schritt ist nunmal den Aufnahmeschein unterschreiben
08.03.2012 um 13:04 Uhr
@lillimaus Aber das wäre doch jetzt der Startschuss für TV-Freiheit.
09.03.2012 um 10:01 Uhr
@illimaus
Frage ich mich warum es diese Probleme in den vergangenden Tarifverhandlungen noch nicht gab.
Tatsächlich? Das gab es nicht? Wie erklärst Du Dir dann die Nullrunden? Die Gewerkschaft wird wohl kaum auf den AG zugegangen sein mit dem Argument "Wir wollen nicht mehr Geld"... Vielmehr lief es wohl so: GEW: "Wir wollen mehr Geld", AG "gibts nicht!", GEW: "Doch, bitte, bitte!!!", AG: "mit bitte, bitte kommt ihr bei mir nicht weiter, wenn ihr nicht mehr anzubieten habt, dann gibts nichts!", GEW: "OK, das müssen wird dann akzeptieren, wir haben tatsächlich nichts anzubieten - die Kollegen wollen nicht streiken...."
Natürlich MUSS es keinen Streik geben. Ihr könnt natürlich auch als BR zu Eurem AG gehen und sagen "Hey Boss, wir brauchen mehr Geld!".. Und wenn der dann sagt, "OK, seh ich ein, was haltet ihr von 5% mehr Lohn?", dann könnt ihr sagen: "Bitte lieber AG, kündige den TV und geh zur GEW und biete ihr an, dass Du 5% mehr Lohn zahlen willst und sie sollen mit Dir einen entsprechenden TV abschließen"...
Kling abwegig? Ist es normalerweise auch... Aber wenn Euer AG tatsächlich freiwillig mehr bezahlen will, dann wird die GEW normalerweise auch nicht mehr nach dem Organisationsgrad schauen sondern den TV abschließen.... Wenn er aber auch Euch sagt: "Gibt nicht", dann solltet ihr überlegen, wie ihr ihn davon überzeugen könnt, das er doch "Ja, es gibt mehr Geld" sagt. Und sofern Euch da ein anderes Mittel als Streik einfällt, warum nicht! Aber dann verrate uns bitte, welches Mittel das ist, denn Streiken wollen wir auch nicht! Mehr Geld hingegen schon!
09.03.2012 um 10:11 Uhr
@rkoch Das ist mir alles viel zu gewerkschaftslastig. An diesem Beispiel wird doch deutlich, wo es hakt: Die Gewerkschaft hat laut TVG das Monopol einen TV zu verhandeln, tut es aber nicht, wegen mangelnder TN-Zahl.
Das ist eine absolute Regelungslücke und bedarf DRINGEND einer Reform durch den Gesetzgeber. Vielleicht sollte man die Gewerkschaft sogar verklagen...
09.03.2012 um 10:30 Uhr
rkoch, ich glaube nicht, dass ein Mitglied der Gewerkschaft Dir widersprechen wird.
Das Problem ist doch: Die Mitglieder (ich denke auch lilimaus ist Mitglied) machen es ja, sie sind eingetreten. Und meist werben sie auch noch weitere Mitglieder, können aber keinen zwingen. Am Ende haben sie die Pappnase auf, weil ihre KollegInnen nicht eintreten. Und so zahlt man dann u.U. 10 Jahre lang Beiträge in denen es aus verschiedenen Gründen keine Verhandlungen und keine Lohnerhöhungen gab, um dann, z. B. nach erfolgreicher Sanierung und Lohnverzicht zu hören: Nee, für TV Verhandlungen reicht es bei Euch nicht.
Die KollegInnen, die mittlerweile einen Reallohnverzicht von 20% hinnehmen, treten aber auch nicht scharenweise ein, weil sie keinen Cent mehr über haben.
Wenn dieses Konzept weiter praktiziert wird, so werden unsere KollegInnen, die zur Zeit noch Mitglieder sind, am Ende austreten und verbreiten, dass die Gewerkschft nichts getan hat. Und das bedeutet dann 200 Mitglieder weniger.
09.03.2012 um 11:08 Uhr
Das ist eine absolute Regelungslücke und bedarf DRINGEND einer Reform durch den Gesetzgeber.
Wozu? Jeder AN darf doch mit seinem AG verhandeln wie er will! Das Problem läßt sich doch einfach lösen indem alle AN die mehr Geld wollen zu ihrem AG gehen und mehr Lohn fordern! Mal sehen wie weit sie damit kommen!
Der BR ist IMHO tatsächlich der falsche Ansprechpartner... Wenn das Mandat eines BR so weit reichen sollte, dass er für seine AN (ALLE!) Lohnverhandlungen führen dürfte, dann braucht er auch ein Druckmittel gegenüber dem AG um eine Verbesserung zu erwirken, und worin soll das bestehen? Streik (vorausgesetzt dieser wird dem BR überhaupt erlaubt) scheidet schon wegen der fehlenden finanziellen Mittel aus (es sei denn das Gesetz wird dahingehend geändert, dass ein derartiger BR-induzierter Ausstand dazu führt, dass der AG auch weiterhin Lohn zahlen muß oder die AfA eine Art Überbrückungsgeld zahlt). Zudem würden derartige TV/BV dann zwingend für alle AN gelten (bislang nur für GEWM)! Ich glaube nicht dass sich die AG-Lobby darauf einlassen würde. Zumindest würden die AG dann noch härter gegen die Bildung von BR vorgehen wenn diese sogar die Macht hätten Lohnverhandlungen zu führen.
Wenn also der BR ausscheidet: Wen schlägst Du als Verhandlungspartner des AG vor?
@Lotte
Aber wir drehen uns auch im Kreis: Welche Folgen hätten denn Verhandlungen mit dem AG die zu einem NULL-Ergebnis führen? Genau: Die Folgen die es auch ohne Verhandlungen gibt: Noch mehr Austritte. Du legst denn Finger erneut in die Wunde: Es ist die Gemeinschaft der AN, die (mit-)bestimmt was im Unternehmen für die AN läuft. Ohne Gemeinschaft geht nix. (übrigens auch dann nicht, wenn es der BR oder wer auch immer wäre der die Verhandlungen führt!) Es bleibt dabei: Wenn die AN was bewegen wollen, dann nur gemeinsam. Also mit der GEW mit möglichst vielen Mitgliedern. Alternative: Aufgeben, Austreten.
09.03.2012 um 12:30 Uhr
Die zwei Nullrunden liegen schon einige Jahre zurück.
In den letzten Jahren gab es immer eine Tariferhöhung,die zwar nicht so hoch ausviel wie der Flächentarif, aber immerhin.
Ihr könnt euch sicherlich vorstellen,das es nicht so einfach ist in einem Betrieb,der in den letzten 20 Jahren 3mal den Besitzer gewechselt hat und 75%seiner Mitarbeiter verloren hat.
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