Verbesserungsvorschlag, Betriebliches Vorschlagswesen
Guten Tag zusammen,
Ich hoffe das mir hier in diesem Forum vielleicht jemand bei meinem Problem helfen kann.
Es gibt in unserem Unternehmen eine Betriebsvereinbarung von 1974, die sich mit dem BVW auseinandersetzt und wo eigentlich alles geregelt ist. Die Firma wendet das Vorschlagswesen aber seit dem Wechsel der GF nicht mehr an. Der neue Chef wollte ein Punktesystem einführen und hat dies auch mündlich so mit der Belegschaft vereinbart (seit jetzt ca. 15 Jahren; ich selbst bin erst seit 8 Jahren dort).
Habe schon viele Sachen in der Firma geändert und sehr viel Geld dadurch gespart (bin normaler Angestellter ohne Bezug zum Thema Prozessoptimierung). Habe nie etwas dafür bekommen und hatte dann jetzt eine sehr gute Idee, die ich in einen VV niedergeschrieben habe und bei den zuständigen Leuten abgegeben habe.
Jetzt der Knackpunkt... Der Betriebsrat zuckt bei Fragen mit den Schultern, alle leitenden und verantwortlichen Personen sagen mir,: "sowas machen wir seit Jahren nicht mehr". Mein Vorschlag wird vollumfänglich bearbeitet, bzw wird er momentan umgesetzt, aber er ist nicht als VV registriert oder sonst in einer Weise offiziell dem BVW zugeordnet.
Keiner weis was ich machen soll, keiner kann mir Antworten geben..
Es geht hier um knapp 1,6 Mio €, aber ich habe das Gefühl, dass ich am Ende nicht mehr als ein "danke dir" dafür sehen werde.. Obwohl ich eine 6 Seiten Ausarbeitung abgegeben und alle Wege der Betriebsvereinbarung eingehalten habe...
Hat jemand einen Rat? (es handelt sich nicht um eine Arbeitnehmererfindung)
Community-Antworten (8)
17.01.2022 um 11:05 Uhr
Wenn es eine Betriebsvereinbarung gibt, muss die eingehalten werden. Und das kannst Du auch einklagen.
17.01.2022 um 12:08 Uhr
Das hatte ich auch vorgebracht und die Antwort darauf war dann, dass ich das gerne versuchen kann, mir das eh nichts nutzt und das ich dann die schöne Zeit in der Firma hinter mir lassen kann.
Hab die Befürchtung, dass wenn ich mit dem Rechtsweg komme einen Tag später die Kündigung im Briefkasten habe.
Unverständlich für mich weil ich ja nur 15% von der Erstjahresersparnis bekomme.. so eine Amortisierung wünscht sich doch jeder …
17.01.2022 um 12:23 Uhr
Eine Kündigung, weil Du Deine Rechte in Anspruch nimmst, ist rechtlich nicht möglich. Aber es funktioniert ja ... Du bist so verunsichert, dass Du nichts tust. Und klar, wünscht man sich eine solche Amortisierung. Aber wenn man ALLES einsacken kann, ist das doch noch besser, oder?
17.01.2022 um 12:42 Uhr
Ja bin da auch wirklich so verunsichert. Wenn selbst der Betriebsrat mit den Schultern Zuckt und sagt, das kannste vergessen das der Chef dir das Geld gibt.. Und ich erst nach 2 Wochen und etlichen Recherchen unseren Betriebsrat davon überzeugt habe das eine mündliche Vereinbarung darüber, dass es „nicht mehr gemacht wird“ nicht rechtskräftiges ist wenn es eine BV darüber gibt…
Dann weis man wirklich irgendwann keinen Rat mehr. Und beim Gespräch mit dem BR wegen Rechtsweg kam nur: „dann kommt der Chef mit seinen 4 Anwälten und du hast eh verloren“
Ja danke…
17.01.2022 um 14:05 Uhr
hat Dir der BR das mit der Kündigung erzählt? Wer solche Vertreter hat, kann besser gar keine haben.
Wenn der Chef "das nicht mehr machen" will, muss er die BV kündigen. Und wenn er stattdessen ein Punktesystem haben will, muss er eine neue vereinbaren. Eurer Betriebsrat scheint da ein Bisschen was verschlafen zu haben.
Dieses Jahr wird neu gewählt ,-)
17.01.2022 um 14:41 Uhr
"Und beim Gespräch mit dem BR wegen Rechtsweg kam nur: „dann kommt der Chef mit seinen 4 Anwälten und du hast eh verloren“
Kenne mehrere Firmen mit sehr guten Anwaltskanzleien ... die verlieren die Prozesse regelmäßig, weil der AG gegen Gesetze verstößt. Wenn die Sache klar ist, bringt einem der beste Anwalt der Welt nichts.
17.01.2022 um 15:11 Uhr
Da kann ich celestro nur Recht geben.
"Hat jemand einen Rat?" ja, ich: lass es demnächst sein für den ArbGeb nachzudenken wie Kosten eingespart werden können.
17.01.2022 um 21:52 Uhr
Ja die Aussage mit der Kündigung kam unter anderem vom BR, zum Teil aber auch von hohen Vorgesetzten.
Und ja es sind bald Neuwahlen, aber die Vergangenheit zeigt, dass jeder der in den BR kommt und versucht etwas zu ändern oder durchzusetzten nach 3-4 Monaten wieder den BR verlässt und wieder die "alten Leuten" den BR führen.
Werde jetzt Persönlich mal mit der GF sprechen, da mir auch mitgeteilt wurde, dass viele aus dem Betrieb versuchen die Leute "klein" zu halten. Ansonsten habe ich einen Anwalt für Arbeitsrecht kontaktiert um mit ihm alles durchzugehen, so dass ich jetzt wenigsten keine Fehler mache, sollte es hinter doch vor Gericht gehen.
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