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Chef ist dabei den Betrieb in die USA zu verlagern nach Gründung von BR

A
AR-Fisch
Jan 2021 bearbeitet

Unser Chef hat immer gedroht, dass wenn wir einen BR Gründen, dass er das Unternehmen schließt und in das Ausland geht wo weniger strikte Gesetze herrschen.

Nun wurde vor einigen Monaten ein solcher BR gegründet und vor einigen Tagen hat der Chef die Drohung wahrgemacht. Wir haben alle Kündigungen wegen Betriebsaufgabe erhalten.

Er ist dabei unseren Betrieb mit 107 Mitarbeitern zu schließen. Wir gehen stark davon aus, dass er den Betrieb in den USA mit neuen Mitarbeitern weiterführen will.

Es muss gesagt werden, dass nur 3 Personen ein BR wollten. Der Rest war mehr als zufrieden mit den Features die uns von AG Seite geboten wurden. Sehr fettes Weihnachtsgeld. 32 Tage Urlaub. Aber diese 3 Personen konnten den Hals nicht voll genug kriegen und es tut mir leid dass zu sagen, aber die sind nun Schuld dass wir unsern Job verlieren.

Wie können wir rechtlich gegen unseren AG vorgehen? Die AG Seite ist zwar bereit einen Sozialplan zu erstellen aber das ersetzt trotzdem nicht unseren guten und auch in Coronazeiten sicheren Job.

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Community-Antworten (7)

K
krambambuli

01.01.2021 um 11:00 Uhr

Trotzdem ein gutes Neues Jahr. Lasst euch nicht einreden, dass euer Arbeitgeber den Betrieb wegen des BR schließt. Er hätte es ohnehin getan, aus welchen Gründen auch immer. Für die Arbeitnehmer, die eine Kündigung erhalten haben, bleibt nur die Kündigungsschutzklahe (auch beachten §113 BetrVG). Der BR sollte Kontakt zur Gewerkschaft aufnehmen und einen Fachanwalt hinzuziehen (wegen des Interessenausgleichs und Sozialplans.

D
DummerHund

01.01.2021 um 14:09 Uhr

Karambambuli hat eigentlich alles dazu gesagt.

A
AlterMann

01.01.2021 um 16:15 Uhr

Kann sein, das Krambambuli Recht hat, muss aber nicht. Natürlich gibt es Chefs, die einen BR für Teufelswerk halten. Aber vielleicht gibt es ja irgendwo in der Gewerkschaft oder meinetwegen auch im Arbeitgeberverband einen Menschen, der den AG und BR an einen Tisch bringt und so etwas wie eine Mediation schafft. Ich halte jedenfalls einen BR für eine Einrichtung, die einem Betrieb normalerweise gut tut. Die Mitarbeiter haben einen Ansprechpartner, Regeln für den Betrieb werden verbindlich festgelegt, der Chef erfährt sehr frühzeitig von Problemen in der Belegschaft, der BR weist den AG auf gesetzwidriges Verhalten hin. All das macht einem Chef nicht nur Spaß. Aber unter dem Strich macht es einen Betrieb auch zukunftsfähiger, jedenfalls wenn beide Seiten einen fairen Umgangston pflegen und sich aufeinander verlassen können.

J
jimbob2019

01.01.2021 um 18:43 Uhr

Ich frage mich nur wer den Betriebsrat gewählt hat, wenn doch alles so toll sein soll. Denn ohne die Belegschaft kein Betriebsrat, oder??

C
celestro

01.01.2021 um 23:40 Uhr

Dir ist schon klar, das 20 Wählende (oder sogar noch weniger) ausreichen, um einen BR zu wählen?

C
Catweazle

02.01.2021 um 01:02 Uhr

Ein Wählender reicht immer.

E
enigmathika

04.01.2021 um 12:08 Uhr

"Aber diese 3 Personen konnten den Hals nicht voll genug kriegen ... sind nun schuld, dass wir unseren Job verlieren" Sie haben nichts anderes getan als ihre Rechte wahrzunehmen. (siehe BetrVG §1 Abs. 1: "In Betrieben mit in der Regel mindestens fünf ständigen wahlberechtigten Arbeitnehmern, von denen drei wählbar sind, werden Betriebsräte gewählt". Da steht nicht "dürfen" oder "könnte man", sondern "werden gewählt")

Schuld an Eurem Jobverlust ist der Arbeitgeber, der keine Lust hat, sich mit einer Arbeitnehmervertretung auseinanderzusetzen. Ich meine, wer ein paar Monate nach Gründung eines BR den Laden schließt und ins Ausland verlagert, hatte das bereits vorbereitet. Sooo sicher waren Eure Jobs also offenbar nicht.

Was das "den Hals nicht vollkriegen" angeht: Auf welcher Grundlage könnte ein BR denn Druck auf den AG ausüben, noch mehr Lohn zu zahlen, wenn ohnehin schon mehr als branchenüblich gzahlt wird, zumal er bei der konkreten Höhe der Gehälter ohnehin nicht mitbestimmungspflichtig ist?

Liebe Grüße

Enigmathika

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