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Eigener File Server

S
sittingbull
Nov 2019 bearbeitet

Unsere Geschäftsleitung hat sich entschieden, zukünftig alle Dateien auf einem zentralen File Server (in USA) abzulegen. Dieser Server ist offensichtlich schon länger in Amerika in Betrieb und soll jetzt auf Europa erweitert werden.

Nun ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Datenpannen auf diesem Server gekommen. So wurden z. B. vertrauliche personenbezogen Daten(Gehälter, Urlaubsansprüche usw.) der amerikanischen Mitarbeiter auf einmal in Deutschland sichtbar. Kurz gesagt, wir halten das Ding nicht für sicher.

Unsere IT hat uns die Möglichkeit geboten einen sog. NAS-Server (Network attached Storage) zu besorgen und zu installieren. Dieser Server würde in unseren Räumen stehen und auch von uns gesichert werden und kein außenstehender (Nicht Betriebsratsmitglied) hätte Zugriff auf diesen Server. Hätten wir ggfls. ein Anrecht auf so eine Möglichkeit? Auch wir haben ja zum Teil hochsensible Daten auf unserem Dateiverzeichnis. Vielen Dank schon mal für Eure Meinungen

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Community-Antworten (6)

G
ganther

19.11.2019 um 15:40 Uhr

halte ich für schwer durchsetzbar. Schau mal dieses Urteil an 7 ABR 50/14. Da hat das BAG nicht unbedingt BR-freundlich die abstrakte Gefahr abgetan. Ist zwar nicht genau euer Fall aber ich finde die Argumentation durchaus für vergleichbar. Ggf kann man über die anderen datenschutzrechtlichen Regelungen in den USA was basteln, aber da würde ich mal Spezialisten zum Datenschutz befragem

C
celestro

19.11.2019 um 15:45 Uhr

naja ... man braucht ja nicht zu allem gleich nen rechtlichen Anspruch. Es soll auch AG geben, die bei den paar Kröten den Vorbehalten der AN Rechnung tragen ....

S
stehipp

19.11.2019 um 15:57 Uhr

Wir haben uns angewöhnt, sensible Daten passwortgeschützt in einem eigenen BR-Laufwerk zu hinterlegen. Auf das Laufwerk haben nur die BR-Mitglieder Zugriff.

Ist sicherlich auch nicht wirklich sicher, aber was ist das in der heutigen Zeit schon.

K
kratzbürste

19.11.2019 um 16:08 Uhr

Angesichts der Rechtsprechung, wonach der BR seinerseits den Datenschutz bei seinen Abläufen zusichern können muss, halte ich es durchaus als für "erforderlich " argumentierbar, dass ihr einen derartigen Server braucht.

B
Beinhart

19.11.2019 um 16:43 Uhr

Hallo! Der Arbeitgeber kommt für die Kosten der Betriebsratstätigkeit auf. Er muss dem Betriebsrat alle für seine Arbeit erforderlichen Sachmittel zur Verfügung stellen (§ 40 BetrVG). Dazu gehören ein Büro mit Computer, Telefon und Internetanschluss, eventuell auch eine Sekretärin. Auch auf Fachliteratur und Fachzeitschriften hat der Betriebsrat einen Anspruch. Eine NAS in moderater Größe ist da sicherlich mit enthalten. Wir haben eine eigene NAS, die steht aus Sicherheitsgründen im Serverraum, aber den Zugriff haben nur BR Mitglieder, nicht die Admins - es reicht ja, wenn die schon so überall gucken könnten...

DL
Der Löwe

22.11.2019 um 17:00 Uhr

Hallo, trotz allem bleibt die IT und alle darauf befindlichen Daten Eigentum des AG. Schließlich bezahlt er wahrscheinlich auch den NAS-Server. Mit der neuen DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) könnte es auch Probleme geben. Ihr müsstet sehr detailliert dokumentieren was mit den Daten auf diesem NAS passiert. Wenn ich das richtig lese, dann hat euer Arbeitgeber schon gewaltige Probleme damit. Diese gilt nämlich auch für Server im nicht EU-Ausland. Wenn personenbezogene Daten so fahrlässig behandelt werden, ist das schon fast ein Fall für den Staatsanwalt.

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